Management Steuerfalle Mitarbeiterverpflegung

Gerade in Gastronomie und Hotellerie liegt es nahe, dass die Mitarbeiter in ihren Pausen nicht außerhalb essen müssen, sondern im Unternehmen verköstigt werden. Doch verpflegt der Chef seine Mitarbeiter unentgeltlich oder vergünstigt, gilt dieser Vorteil als Arbeitslohn und muss als solcher versteuert und verbeitragt werden.

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Als Berechnungsgrundlage hierfür dienen die sogenannten Sachbezugswerte. Im Jahr 2019 sind für ein Frühstück 1,77 Euro und für ein Mittag- oder Abendessen 3,30 Euro anzusetzen. Voraussetzung ist, dass die unentgeltlich oder verbilligt gewährten Mahlzeiten für die Belegschaft
gesondert zubereitet werden.

Ist das nicht der Fall, dürfen die Mitarbeiter à la carte essen, müssen statt der moderateren Sachbezugswerte 96 Prozent der normalen Preise laut Speisekarte angesetzt werden. Die geldwerten Vorteile sind jedoch als sogenannter Rabattfreibetrag bis zu 1.080 Euro im Jahr steuer- und sozialabgabenfrei.

Und wenn die/der Mitarbeitende das Angebot nicht annimmt? Dann muss der Arbeitgeber dies beweisen, beispielsweise durch Ausschlüsse in den Arbeitsverträgen, und die Einhaltung des Ganzen auch regelmäßig kontrollieren. Denn bei gastronomischen Betrieben gehen die Finanzämter davon aus, dass die Mitarbeiter am Arbeitsplatz verpflegt werden, und wollen daher diesen geldwerten Vorteil automatisch in der monatlichen Gehaltsabrechnung besteuern.

Doch nicht nur im Hinblick auf die Lohnsteuer drohen Kosten, sondern auch bei der Umsatzsteuer. Denn wenn Arbeitgeber ihren Mitarbeitern unentgeltlich Mahlzeiten stellen, unterliegen diese unentgeltlichen Wertabgaben beim Arbeitgeber der Umsatzsteuer. Als Bemessungsgrundlage werden die dem Arbeitgeber entstandenen Ausgaben herangezogen, vereinfachend darf aber auch hier der amtliche Sachbezugswert der Mahlzeit angesetzt werden. Wird allerdings à la carte beköstigt, gelten die tatsächlichen Kosten des Arbeitgebers als Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer.

Übrigens: Gewährt der Arbeitgeber die Mahlzeiten zusätzlich zum Lohn, sind sie also kein Lohnbestandteil, kann er die Verpflegung pauschal mit 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer besteuern und diese Steuern auch für den Arbeitnehmer zahlen.

Autor: ANDREAS UTSCH
ist Steuerberater im auf die Beratung von Hotels und Gaststätten spezialisierten ETL Adhoga Verbund aus Oberursel.

Kontakt:
adhoga-oberursel@etl.de
www.etl-adhoga.de
Tel.: 06171-70080

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