Macau wandelt sich zum Hotspot für internationale Mice- und Leisure-Gäste. Sands Resorts entwickelt die Region konsequent weiter, mit einem Hauch von Venedig, Paris und London.
Derzeit zählt Macau – wie es im Duden steht – oder Macao – so die zweite gebräuchliche Schreibweise – sechs integrierte Resort- und Freizeitunternehmen (Glücksspielkonzessionäre), die ihren Gästen zunehmend mehr bieten als einen reinen Casinobetrieb mit Übernachtungsmöglichkeiten. Die Sands Resorts mit Hauptsitz in Las Vegas sind dabei der größte und einer der beeindruckendsten Anbieter von Hotelzimmern der Destination.
Ihre Hotels Sands Macao (Macao Peninsula) sowie die im beliebten Stadtteil Cotai gelegenen The Venetian Macao, Four Seasons Hotel Macao, The Parisian Macao, Sheraton Grand Macao, Conrad Macao, The Londoner Hotel und Londoner Court sowie The St. Regis Macao zählen zusammen mehr als 12.000 Zimmer und stellen damit rund 30 Prozent der Gesamtkapazität Macaus. Zu den Resorts zählen 150 Restaurants, 850 Shops sowie eine Meeting- und Eventfläche auf 150.000 Quadratmetern. Alles zusammen nehmen die Sands Resorts rund 80 Prozent der Gesamtfläche Macaus ein.
Der Stadtteil Cotai entstand ab 1990 durch Landaufschüttung zwischen den Inseln Coloane und Taipa. Dies ermöglichte der Destination einen Schritt in eine neue Dimension von Casino- und Erlebnishotels. Mit dem The Londoner ging dort im Mai 2023 das dritte Themen-Resort der Sands-Gruppe mit europäischem Flair an den Start. Das All-Suite-Hotel beherbergt rund 600 Suiten, darunter die 75 Quadratmeter großen „Louis“- und „Victoria“-Suiten sowie die 113 Quadratmeter großen „Windsor“-Suiten. Sie wurden von der Steve Leung Design Group eingerichtet. Die Wohnbereiche sind in Grau-, Creme- und Beigetönen gehalten und mit Chesterfield-Sofas und hohen Ledersesseln eingerichtet. Teppiche mit dezentem Schottenkaro bedecken die Marmorböden. Die Kunstwerke spiegeln neben klassischen Londoner Szenen auch die Pop-Art-Kultur wider. 14 Suiten in den obersten Etagen des Hotels wurden von David Beckham in Zusammenarbeit mit dem David Collins Studio entworfen. Sie sind die ersten von Prominenten gestalteten Suiten in Macau und
113 bis 298 Quadratmeter groß.
Beeindruckend ist der Empfang der The Londoner-Gäste. Bei ihrer Ankunft werden sie direkt in die Suite begleitet, wo sie an ihrem eigenen Schreibtisch die Check-in-Formalitäten erledigen können. Auf dem Tisch im Wohnbereich erwartet sie eine individualisierte Begrüßung: kleine, in einer roten Telefonzelle präsentierte Kuchen, eine Karikatur des anreisenden Gastes im Bilderrahmen mit Begrüßungskarte sowie Obst unter einer imposanten Glas-Cloche. Auf dem Bett sitzt ein kleiner Plüschhund in britischer Garde-Uniform neben einer roten Rose und hält einen herzförmigen Gasluftballon.
Exklusive Club-Atmosphäre
Das Design der ausschließlich den Gästen des The Londoner Hotels zugänglichen The Residence lehnt sich an einen exklusiven Club im britischen Stil an. Auf einer Fläche von mehr als 1.100 Quadratmetern entwarf die Alan Chan Design Company aus Hongkong eine Reihe von Räumen, die von klassischen Londoner Häusern und Residenzen britischer Berühmtheiten inspiriert sind. Für die Bar wurden antike Louis-Vuitton-Koffer zu Tischen umgewandelt, ein Billardtisch fehlt hier ebensowenig wie Ledersessel und eine historisch anmutende Litfaßsäule.
Noch exklusiver präsentiert sich das 368 Suiten zählende Londoner Court. Es bietet unter anderem einen Butler-Service sowie ein maßgeschneidertes Gesundheits- und Wellness-Programm. Die 121 bis 389 Quadratmeter großen Suiten wurden ebenfalls von der Steve Leung Design Group entworfen. Sie bestehen aus den „Garden“ und „Mayfair“ Suites mit einem Schlafzimmer, den „Knightsbridge“ Suites mit zwei Schlafzimmern und den exklusiven „Sky Vista Villas“ mit drei und vier Schlafzimmern. Der Club auf Ebene 8 ist exklusiver Treffpunkt für die Gäste des Londoner Court. Mit einer Hauptlounge, Karaoke-Räumen und einer Außenterrasse mit Blick auf den Cotai Strip ist dieser eine moderne Nachbildung klassischer Clubs aus der späten viktorianischen Epoche.
Butler kennen jeden Luxus
Unter der Leitung von Paul Brown, Director of Butler Services, hat das Londoner Court ein spezielles Schulungsprogramm für sein Team entwickelt. Die Butler sind dazu angehalten, sich mit allen Bereichen des luxuriösen Lebens – einschließlich Wein und Spirituosen, Zigarren, Kunst, Küche und mehr – auszukennen und über alles, was das Londoner Macao und Macau selbst betrifft, bestens informiert zu sein. Zu ihren Dienstleistungen gehört ein umfangreiches Teeprogramm, und bei der „Butler-Barista-Experience“ können die Gäste aus einer Sammlung von Single-Origin-Kaffees der Marke Illy und einer Vielzahl von Brühmethoden wählen.
Die Butler arrangieren auch Fitness-Sessions in der Suite mit Personal Trainern oder Spa-Anwendungen in privaten Spas und Massageräumen. Für die erholsame Nachtruhe bietet der Londoner Court eine Sammlung von Schlaftherapiegeräten wie „Pulse Eggs“, die mittels kranialer Elektrotherapiestimulation mentalen Druck und Schlaflosigkeit lindern. Ein lichtbasiertes Einschlafgerät soll ebenfalls für einen natürlichen, medikamentenfreien Schlaf sorgen.
Sands Resorts auf Expansionskurs
Allzu früh schlafen zu gehen, empfiehlt sich allerdings nicht. Denn bei Einbruch der Dunkelheit erwacht die 16.000 Quadratmeter große sowie 400 Meter lange und 40 Meter hohe Fassade des Londoner Macao zum Leben. Begleitet von bekannten britischen Musikstücken, darunter der Soundtrack des James-Bond-Films „Diamonds Are Forever“, erzeugen mehr als 10.000 Lichter dynamische Effekte, die Londons ikonische schwarze Taxis, Doppeldeckerbusse und die königliche Kutsche darstellen. Das Londoner Licht- und Tonspektakel wurde in Zusammenarbeit mit dem australischen Kreativunternehmen Artists in Motion entwickelt, das unter anderem bereits ein 360-Grad-Projekt für die Expo 2020 in Dubai entworfen hatte.
"Die Menschen reisen nicht mehr nach vorgegebenem Programm. Sie erwarten individuell zugeschnittene Erlebnisse."
Kris Kaminsky, verantwortlich für die sieben Sands Resorts in Macau
Den sieben Sands Resorts in Macau steht der US-Amerikaner Kris Kaminsky als Senior Vice President Operations vor. „Wir sind hier sowohl Owner Operator als auch Asset-Manager und Franchisenehmer“, erläutert er. Franchisenehmer für das Conrad Hotel, mit dem
St. Regis und dem Sheraton habe man Managementverträge abgeschlossen. Zwischen 2019 und heute hat Sands 2,2 Milliarden US-Dollar in den Umbau des Cotai Central (ehemals Holiday Inn) in das heutige The Londoner investiert. Die phasenweise Eröffnung des Hotels startete 2021, der offizielle Start war im Mai 2023.
Mice- und Leisure-Strategie
Der Expansionsdrang der Sands Hotels und Resorts im asiatischen Raum bleibt trotz der Spannungen zwischen China und den USA ungebrochen. „Am Ende geht es uns doch allen ums Business“, sagt Kaminsky, der sich über die Wiederbelebung des Tourismus nach der Pandemie, aber auch über die neue Vielfalt der Angebote freut. Die Ausweitung der Mice-Programme für Leisure-Gäste sei für die Zukunft wichtig. „Sands-Gründer Sheldon Adelson war einer der ersten, der erklärte, dass man Angebote um das Casino- und Mice-Business herumbauen soll“, so Kaminsky. Die Menschen reisten nicht mehr gern nach vorgegebenen Programmen, sondern erwarteten individuell zugeschnittene Erlebnisse.
Um ihren Gästen die Vielfalt der Destination näherzubringen, haben die Sands Resorts eine App kreiert, über die auch Mice-Gäste aus einer Vielzahl von Freizeitangeboten auswählen können. Darunter sind sowohl Wellness-Angebote als auch Reservierungsmöglichkeiten für die eigenen Restaurants, eine Back-of-the-House-Tour durch den gigantischen Komplex hinter den Kulissen mit Großküche und Wäscherei, aber auch touristische Highlights wie eine Tranquility Tour durch das beschauliche Coloane, eine kulinarische Tour durch die Altstadt Macaus, ein Kneipenbummel durch Taipa Village oder ausgefallenere Aktivitäten wie Bungee-Jumping vom 338 Meter hohen Macau Tower.
"2024 wird ein starkes Jahr, das aber noch sehr national geprägt ist. Einen spürbaren Zuwachs internationaler Gäste erwarten wir ab 2025. Um den europäischen Markt stärker zu erschließen, haben wir Sales-Teams in Frankfurt und London etabliert."
Die Sands Resorts wollen auch beim Thema Nachhaltigkeit eine Vorreiterrolle einnehmen. Kris Kaminsky gehört dem ESG-Steuerungskomitee an. Derzeit investiert das Unternehmen in eine eigene Fabrik zur Herstellung von Wasserflaschen. „Bereits im Dezember 2022 fand im The Venetian die erste CO2-neutrale Tagung statt“, so der Hotelier. „Alle CO2-Footprints wurden ausgeglichen.“ Seit 2019 haben die verschiedenen Maßnahmen von Sands China zu jährlichen Energieeinsparungen in Höhe von 26 Millionen kWh geführt. Und im Jahr 2022 erzeugte das solarthermische Hybridsystem des Unternehmens 275 GJ (Gigajoule) an erneuerbarer Energie. Um die Produktion von grüner Energie weiter zu unterstützen, wurden vor zwei Jahren Zertifikate für erneuerbare Energien (I-RECs) im Wert von 115.000 MWh von einem Wasserkraftwerk und einem Windpark auf dem chinesischen Festland erworben, um die betrieblichen Emissionen von Sands China auszugleichen.
„Das Glückspiel macht nur drei Prozent der Fläche unserer Resorts aus“, unterstreicht Kaminsky. Macao habe mehr zu bieten als Las Vegas. Und so haben sich die Sands Resorts im Laufe der Jahre auch von ihren beiden Häusern in den USA, dem The Venetian in Las Vegas und dem Casino-Resort in Bethlehem, Pennsylvania, getrennt. Inzwischen setzt das Unternehmen auf weltweites Wachstum, insbesondere in Asien. Außer den Hotels in Macau zählt auch das Marina Sands in Singapur zum Portfolio. Noch sind einheimische Gäste mit weitem Abstand größte Zielgruppe Macaus. „2024 wird ein starkes Jahr, das aber noch sehr national geprägt ist“, so Kaminsky. Einen spürbaren Zuwachs internationaler Gäste erwarte er ab 2025. Um den europäischen Markt stärker zu erschließen, hat Sands in diesem Jahr Vertriebsteams in Frankfurt und London etabliert.
Von Las Vegas nach Macau: Die Sands Resorts
- 1989: Der US-Amerikaner Sheldon Adelson und seine Partner kaufen das Sands Hotel in Las Vegas und erweitern es um die Sands Expo + Convention Center
- 1999: Die Sands Gruppe eröffnet in den USA das The Venetian in Las Vegas (wird 2022 verkauft)
- 2004: Börsengang und Eröffnung des Sands Macao
- 2007: Im neuen Stadtteil Cotai eröffnet das The Venetian Macao
- 2008: Das Four Seasons Hotel Macao folgt
- 2009: Sands eröffnet ein Casino-Resort in Bethlehem im US-Bundesstaat Pennsylvania (wird 2019 verkauft)
- 2010: Eröffnung des Marina Bay Sands in Singapur
- 2012: Eröffnung The St. Regis und Cotai Central
- 2016: Eröffnung The Parisian
- 2019: Investition von 2,2 Mrd. US-Dollar in den Umbau des Cotai Central in The Londoner. Phasenweise Eröffnung bis 2021, Mai 2023 offizieller Restart nach der Pandemie.
Gäste-Plus von bald 400 Prozent
Bei den anderen integrierten Resort- und Freizeitunternehmen Macaus stehen die Zeichen ebenfalls auf Expansion. So gab im September 2023 das W Macau – Studio City als Teil der Studio City von Melco Resorts & Entertainment sein Debut am Cotai Strip. Das moderne Design des von Zaha Hadid Architects entworfenen Hotels ist vom Hollywood-Glamour der 1950er-Jahre inspiriert, aber auch von Macaus Kultur und Geschichte. Auf der 40. Etage mit Blick über Cotai, Coloane und Taipa liegt das am Art-Déco-Stil orientierte kantonesische Restaurant „Diva“, direkt daneben die von einer Apotheke inspirierte Hotelbar „Blind Tiger“. Der Tagungsbereich bietet auf 600 Quadratmetern sieben individuell gestaltbare Räume sowie eine offene Küche mit Getränkestation.
Die Verbindung nach Macau vom internationalen Flughafen Hongkongs ist unkompliziert und schnell. Für beide Destinationen benötigen Touristen aus Deutschland lediglich einen gültigen Reisepass und füllen dann vor Ort ein Einreiseformular aus. Die Strecke über die Bucht wird entweder in 45 Shuttle-Minuten über die 2017 eingeweihte, mehr als 50 Kilometer lange Brücke bewerkstelligt oder mit Schnellbooten. Abgesehen von den neuen Hotels, Shopping-Malls und Casinos hat vor allem das historische Macau, das die 450 Jahre alte Ost-West-Kultur widerspiegelt, viel zu bieten. Das Zentrum zählt seit dem Jahr 2005 zum den Unesco-Weltkulturerbe, außerdem wurde Macau 2018 zur Unesco Creative City of Gastronomy erklärt. Allein von Januar bis August 2023 zählte die Destination laut ihrer Tourismusorganisation MGTO 17,6 Millionen Besucher, was einem Plus von 363 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum im Jahr 2022 entsprach. 9,1 Millionen Übernachtungen fanden statt, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in den Hotels betrug 1,7 Nächte. Die Durchschnittsauslastung lag bei knapp 81 Prozent und die Durchschnittsrate bei 161 US-Dollar (1.288 MOP).