Kleinere Hotelgruppen stehen oft im Schatten großer Player. Wir rücken sie ins Rampenlicht und stellen in unsere Serie erfolgreiche Konzepte vor. Dieses Mal: die Little Big Hotels.
Mit dem Fjord Hotel in Berlin-Tiergarten legte Emil Lindemann 1993 den Grundstein für die 2007 offiziell gegründete private Berliner Hotelgruppe Lindemann Hotels. Sie zählte bald vier Hotels in verschiedenen Berliner Stadtteilen mit zwischen 46 und 72 Zimmern. 2023 stieg das Unternehmen Aurelius Wachstumskapital als Investor in die Gruppe ein, seit April 2024 firmieren die ehemaligen Lindemann Hotels unter dem Namen Little Big Hotels. Diese zählen heute sieben Häuser mit insgesamt rund 360 Zimmern in Berlin und Leipzig. Der neue Name steht dabei für eine Mischung aus lokalem Charakter und hohem Anspruch an Gastlichkeit. Jedes Haus soll den Geist und die Einzigartigkeit seines jeweiligen Standorts symbolisieren.
Little Big spricht sowohl Geschäftsreisende als auch Freizeitreisende an, die Wert auf Authentizität, Komfort und ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis legen. Die Zimmerpreise starten je nach Lage und Saison bei 60 Euro.
Wachstum mit klarem Kompass
„Unsere Häuser richten sich an Gäste, die Individualität schätzen, aber gleichzeitig die Sicherheit professioneller Standards erwarten“, erläutert Maarten van Dongen, seit Anfang 2024 CEO der Gruppe. „Besonders stark ist unsere Positionierung im Midscale- und Upper-Midscale-Segment, mit Fokus auf urbane Reisende, Wochenendgäste, Familien und Longstay-Kunden, die eine persönliche Atmosphäre bevorzugen.“ Little Big schließt ausschließlich Pachtverträge ab und ist derzeit insbesondere an weiteren Hotels mit 35 bis 120 Zimmern an Standorten in der DACH-Region, in Benelux und Dänemark interessiert. Sie sollten über ein starkes Nachfragepotenzial aus den Segmenten Leisure und Business verfügen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Übernahme bestehender Hotels, kleinerer Hotelgruppen oder Betriebsgesellschaften. Den gewünschten Mindestumsatz eines Hotels beziffert Little Big mit einer Million Euro netto.
Wichtig sei zudem eine gute Anbindung der Häuser an öffentliche Verkehrsmittel und die Nähe zur jeweiligen Innenstadt mit Gastronomieangeboten. „Langfristig möchten wir uns erfolgreich als unverwechselbare Hotelmarke in Zentraleuropa positionieren,“ so Maarten van Dongen. „Unser primäres Ziel ist es, individuelle Hotels, die auf der Suche nach einem neuen Betreiber sind, in eine starke, häuserübergreifende Plattform zu integrieren. Dabei setzen wir auf zentrale Services, klare Markenstandards, insbesondere bei der digitalen Gäste-Journey, und die Weiterentwicklung unserer Standorte zu lokalen Hubs, die sowohl wirtschaftlich als auch kulturell in ihrer Region verankert sind.“ Diese Weiterentwicklung könne auch über Neubauten erfolgen. „Da wir lokal eigene Hubs aufbauen, eröffnen wir idealerweise mehrere Hotels an einem Standort, um operative Synergien zu schaffen und effizient zu nutzen“, erläutert van Dongen. An kleineren Standorten, die sich nicht für Cluster eigneten, müsse dagegen die Zimmerzahl entsprechend höher ausfallen.
Im Visier: Metropolen und starke Sekundärstandorte
„Unsere Markenstandards beziehen sich weniger auf das Design der Hotels, die wir eher individuell halten und renovieren wollen, sondern mehr auf Service-, Back-of-House und digitale Standards“, betont van Dongen. Besonders interessant seien Großstädte wie München, Hamburg und Köln, aber auch sekundäre Destinationen mit stabiler touristischer und wirtschaftlicher Basis. Das Gastronomieangebot der Hotels ist begrenzt, der Anschluss von Wellness- oder Spa-Hotels wird ausgeschlossen.
Am Standort Berlin, dem Sitz der Gruppe, ist aktuell ein zentrales Team von rund 20 Mitarbeitenden im Einsatz. Von dort werden die Bereiche Finance, Team und Kultur, Legal, Sales & Marketing, Revenue Management, IT und Reservations gesteuert – in enger Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern, die das Team verstärken. „Unser starker deutscher Finanzpartner Aurelius bietet Stabilität und Sicherheit für das Team und unsere Geschäftspartner“, unterstreicht CEO van Dongen.
Über die Little Big Hotel
- Unternehmenssitz: Berlin
- Gründungsjahr: 2024
- CEO: Maarten van Dongen
- Hotels: Lindemann’s (72 Zimmer), Calma (46 Zimmer), Anna 1908 (46 Zimmer), The Yard (55 Zimmer), Fjord Hotel (64 Zimmer), Hotel am Bayerischen Platz (32 Zimmer), Alt-Connewitz (41 Zimmer)
- Vertragsart: Pacht
- Umsatz 2024: rund 11,2 Millionen Euro
- Umsatzerwartung 2025: zirka 14,6 Millionen Euro
- Durchschnittliche Auslastung 2024: Berlin 94 Prozent; Gruppe 75 Prozent
- Durchschnittsrate 2024: Berlin 117 Euro netto; Gruppe 102 Euro netto
- Mitarbeitende: 89
- Gesucht werden: Hotels ab 35 Zimmer in Zentraleuropa
