Die Hotelgruppe meldet eine erfolgreiche Restrukturierung. Außerdem geht die Geschäftsführung an die nächste Generation über.
Die Lindner Hotels AG hat das am 1. März 2025 eröffnete Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung innerhalb weniger Monate abgeschlossen, wie das Unternehmen mitteilt. Nachdem der Insolvenzplan von den Gläubigern einstimmig angenommen wurde, bestätigte das Gericht am 26. August 2025 den Abschluss.
„Wir haben den Sanierungsprozess in einer wirtschaftlich angespannten Zeit mit Konsequenz und Klarheit innerhalb kurzer Zeit umgesetzt. Dass die Lindner Hotels AG nun wieder uneingeschränkt handlungsfähig ist, ist ein großer gemeinsamer Erfolg“, resümiert Frank Kebekus, Generalbevollmächtigter der Lindner Hotels AG. „Wichtig ist: Der Finanzplan wurde vollständig eingehalten, der Betrieb lief reibungslos weiter – und alle Beteiligten haben die notwendigen Schritte mitgetragen.“
Dirk Andres, gerichtlich bestellter Sachwalter, ergänzt: „Die Lindner Hotels AG ist heute entschuldet und operativ stabil. Das ist in dieser Form keineswegs selbstverständlich.“
Die nächste Generation übernimmt
Mit Abschluss des Verfahrens erfolgt ein Wechsel in der Geschäftsführung: Adrian Lindner übernimmt als Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer die Leitung des Unternehmens gemeinsam mit dem bisherigen Vorstandsmitglied und Chief Financial Officer Christoph Scherk. Frank Lindner, bisher Chief Technical Officer, werde dem Unternehmen mit seiner fachlichen Kompetenz weiter zur Verfügung stehen, die operative Vorstandsverantwortung jedoch abgeben. Dieser Schritt war bereits für letztes Jahr geplant worden. Frank Lindner habe sich aber aufgrund der Insolvenz dafür entschieden, dem Unternehmen über den Prozess hinweg als Vorstand vorerst erhalten zu bleiben.
„Die Priorität war von Anfang an klar: den Hotelbetrieb aufrechterhalten, Arbeitsplätze sichern und unsere Organisation zukunftsfähig aufstellen“, betont Adrian Lindner, Vorstandsvorsitzender der Lindner Hotels AG. „Unser Erfolg ist dem großartigen Einsatz unseres Teams und der konstruktiven Zusammenarbeit mit allen Partnern zu verdanken. Wir schätzen es sehr, dass uns so viele die Treue gehalten haben und möchten allen dafür herzlich danken.“
Mit Adrian Lindner übernimmt ein Vertreter der dritten Generation der Familie Lindner die Geschäftsführung. Nach seinem wirtschaftswissenschaftlichen Studium hat er zunächst mehrere Jahre in einer Unternehmensberatung in München und New York gearbeitet. Während der Covid-Pandemie wechselte er in die Lindner Unternehmensgruppe und übernahm Führungspositionen im Konzern. Zu Beginn des Insolvenzverfahrens ging er bei der Lindner Hotels AG in Verantwortung und steuerte das Unternehmen federführend mit Christoph Scherk und Frank Lindner durch den Prozess. „Wir haben viel Vertrauen im Markt verloren. Aber wir haben in den letzten Monaten sehr viel erreicht und werden hart daran arbeiten, in Zukunft wieder als zuverlässiger Partner wahrgenommen zu werden“, sagt Adrian Lindner.
Standorte bleiben erhalten
Ein wesentliches Ergebnis des Verfahrens ist laut Lindner Hotels, dass sie kein Hotel infolge der Insolvenz schließen mussten. Die Schließungen der Häuser auf Sylt und am Nürburgring seien unabhängig davon erfolgt, da die jeweiligen Verträge im Jahr 2025 auslaufen. Die Abgabe Main Plaza Frankfurt erfolge kurzfristig. Der Verpächter verfolge mittelfristig eigene Umnutzungspläne ohne Hotelnutzung.
Bereits im Frühjahr seien mit zahlreichen Verpächtern von unprofitablen Häusern konstruktive Vereinbarungen getroffen worden. Dadurch konnten insolvenzbedingte Schließungen verhindert und der operative Betrieb an allen Standorten fortgeführt werden, so die Hotelgruppe. Aktuell bestünden Fortführungsvereinbarungen für alle betroffenen Häuser, teilweise auftemporärer Basis. Gespräche zu langfristigen Lösungen würden laufen.
Im Zuge der Sanierung wurde das Hotelportfolio anhand rein wirtschaftlicher Kriterien optimiert, teilt Lindner Hotels weiter mit. Standorte wie Hochgurgl, Oberstaufen und Wiesensee wurden an andere Betreiber abgegeben.
Die Arbeitsplätze in den einzelnen Betrieben seien vollständig gesichert. Personelle Anpassungen fanden nach Unternehmensangaben ausschließlich im Verwaltungsbereich statt. Unter anderem wurde die Ebene der Senior Vice Presidents und die Abteilung Architecture & Technical Services abgeschafft. Diese Umstellungen seien notwendig gewesen, um effizienter zu arbeiten und die Organisation zukunftssicher aufzustellen. red/sar