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StartCoronakriseLeaders Club: "Wir müssen zusammenhalten!"

Leaders Club"Wir müssen zusammenhalten!"

Angesichts bundesweit rasant steigender Corona-Inzidenzen und der von der Politik beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie erwartet das Gastronomie-Netzwerk Leaders Club einen weiteren harten Winter für die Branche. Beim 4. Online Exchange mit den Schwerpunkten „Führung und Personalmanagement“ erörterten rund 150 Teilnehmer Wege, mit den Herausforderungen umzugehen.

„Nie waren Austausch und Zusammenhalt wichtiger als heute!“ – Mit diesen Worten eröffnete Leaders Club-Präsident Michael Kuriat den 4. Online Exchange des Gastronomie-Netzwerks, der Mitte November 2021 stattfand. Auch dieser Winter stelle die Branche im Zusammenhang mit der Pandemie vor große Herausforderungen. Neben starken Umsatzeinbußen werde sich vor allem die ohnehin große Problematik fehlender Mitarbeiter bei einem permanent drohenden Quasi-Lockdown durch 2Gplus weiter verschärfen, befürchtet der Vorstandsvorsitzende Frank Buchheister.

„Die Testpflichten und erneuten Einschränkungen für die Gastronomie und der aus lokalen Verordnungen entstehende Flickenteppich sind Gift für unsere Branche“, bringt es Kuriat auf den Punkt. „Das wirft uns massiv zurück. Wir brauchen endlich klare, nachvollziehbare Regelungen, mit denen die Gastronominnen und Gastronomen, unsere Gäste und vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter planen können.“ Sorge bereite dem Leaders Club vor allem die erwartete Abwanderung der mühsam zurückgewonnenen Kräfte in Küche und Service, die angesichts der unübersichtlichen Situation die Hospitality-Branche weniger denn je als sicheres Arbeitsumfeld wahrnehmen. „Um sie zu halten, ist es dringend notwendig, dass die zugesagten Hilfen jetzt unbürokratisch und verlässlich fließen“, fordert Kuriat.

Wie groß die Angst der Gastronomen derzeit ist, dass aufgrund der Corona-Maßnahmen Mitarbeiter endgültig in andere Branchen abwandern, zeigt eine Umfrage, an der sich mehr als 50 Unternehmer während des Online Exchanges beteiligten. Laut Umfrage befürchten 82 Prozent von ihnen, im Falle massiver Einschränkungen, Teile ihrer Teams zu verlieren.

Furcht vor 2Gplus-Regelung

Der Befragung zufolge herrscht in der Branche außerdem Furcht vor der für Regionen mit hoher Hospitalisierungsrate beschlossenen 2Gplus-Regelung. „Diese komme einem Quasi-Lockdown gleich, da nur wenige Geimpfte und Genesene sich die Mühe machten, vor einem Restaurantbesuch einen Test zu machen“, zeigte sich Gastronomin und Leaders Club-Vorstand Kerstin Rapp-Schwan in der Diskussion mit der FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann überzeugt. Vor allem die Stornierungen von Weihnachtsfeiern und anderen Veranstaltungen belaste die Umsätze bereits jetzt erheblich. Umso wichtiger ist es der Branche, dass auch in diesem Fall Überbrückungshilfen und Kurzarbeitergeld gezahlt werden.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann erklärte beim Online Exchange, die beschlossene Änderung des Infektionsschutzgesetzes sei notwendig, um die Parlamente des Bundes und der Länder wieder in die Entscheidungen zur Corona-Lage miteinzubeziehen. „Es wird Zeit, dass wir auch die wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen durch die Maßnahmen im Kampf gegen das Virus berücksichtigen.“ Vage blieb die Politikerin bezüglich der Entfristung der Mehrwertsteuersenkung auf Speisen beziehungsweise ihrer Ausweitung auch auf Getränke. Diese ist nach eigenen Angaben ebenfalls eine der Hauptforderungen des Leaders Clubs, solle es für die Branche eine langfristige Perspektive geben.

Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges versprach beim Online Exchange, weiterhin für die dauerhafte Mehrwertsteuersenkung in der ganzen Gastronomie zu kämpfen. „Es kann nicht sein, dass für alles was wenig nachhaltig in Pappe und Papier nach Hause geliefert wird, sieben Prozent fällig werden und für Essen und Getränke in Restaurants 19 Prozent. Wir erwarten steuerliche Gleichbehandlung, keine Subvention!“

Menschen stärken und resilient machen

Hilfestellung und Lernstoff zum Thema Führung und Mitarbeiterbindung in schwierigen Zeiten leistete Bodo Janssen, Chef der Upstalsboom-Hotels und Buchautor: „Führung heißt, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darauf vorzubereiten, mit dem Unvorhergesehenem möglichst eigenverantwortlich umzugehen. Sie muss Menschen stärken und resilient machen, damit sie, was immer auf sie zukommt, es als Chance begreifen und selbstbestimmt optimal mit dieser Situation umgehen.“ Führungskräfte sollten sich fragen, ob ihr eigenes Verhalten Mitarbeiter motiviere oder verunsichere und welche Gründe sie Menschen liefern müssen, damit sie ihre Unlust überwinden und sich in Bewegung setzen. „Wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Tätigkeit als sinnvoll erachten und sie die Möglichkeit haben, sich zu entwickeln, setzen sie sich weit über das geforderte Maß ein“, so Janssen.

Laut Kuriat stelle sich abschließend die Frage, „ob es nicht sinnvoller wäre, die Infektionszahlen mit kurzen, dafür konsequenten Schritten zu drücken und damit eine monatelange Hängepartie wie im vergangenen Winter zu verhindern.“ Dazu sei es unverzichtbar, dass die Gastronomie ihren Beitrag leiste und die vorgegeben Kontrollen von G-Nachweisen sowie die Kontaktdatenerfassung endlich flächendeckend durchführe. „Die Branche muss jetzt an einem Strang ziehen. Unser gemeinschaftlicher Ansatz im Leaders Club ist angesichts der Lage wichtiger denn je!“

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