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StartHotel+TechnikLanserhof Sylt::Spektakulär zurückhaltend

Lanserhof SyltSpektakulär zurückhaltend

Die Lanserhof-Gruppe eröffnete Anfang Juni ihr jüngstes, mit Spannung erwartetes Health Resort. Es fügt sich als Reetdach-Ensemble harmonisch in die Dünenlandschaft Sylts ein und setzt doch ein eigenes Design-Statement. Architekt Christoph Ingenhoven und das gesamte Projektteam setzten alles daran, einen nachhaltigen, gesunden und besonderen Ort zu schaffen.

Das erfolgreiche Lanserhof-Konzept, die nachhaltige Architektur von Ingenhoven Architects und das legendäre Klima von Sylt sind eine vielversprechende Kombination für ganzheitliches Wohlgefühl, Regeneration und Gesundheit. „Es gibt keine schönere Insel auf der Welt – Sylt ist einzigartig“: Lanserhof-Eigentümer Dr. Christian Harisch hat keine Erklärungsnöte, warum er sich zum Bau des nach eigenen Angaben teuersten Hotels Europas entschied, was das Verhältnis zwischen Erstellungskosten und Zimmerpreisen angeht. Allein die Vorlaufzeit war enorm: Bereits im November 2014 erhielt die Lanserhof-Gruppe in einem Bieterverfahren den Zuschlag für das begehrte 29.000 Quadratmeter große ehemals militärische Gelände und die darauf befindlichen Kasernengebäude.

Das anschließende Baugenehmigungsverfahren war schwierig und komplex, handelt es sich doch bei der Lage am Lister Watt um das Biotop einer Dünenlandschaft, mit entsprechend strengen Auflagen bezüglich Vogel-, Dünen-, Küsten- und Naturschutz. Mit Blick auf das bestehende Ensemble aus den 1930er-Jahren galt es überdies, den Denkmalschutz zu beachten. Das ehemalige Offiziersheim und generell so viel Bausubstanz wie möglich wurden erhalten und denkmalgerecht saniert.

Das wahrscheinlich größte Reetdach Europas

Bei der Gestaltung ließ sich Christoph Ingenhoven, der seit 2011 für die Lanserhof-Gruppe tätig ist, von den typischen Friesenhäusern der Region inspirieren. „Es waren kluge Leute, die diesen Bautypus entwickelt haben, der mit seinen weit heruntergezogenen Dächern und dem großen Dachüberstand Sturm, Regen, aber auch zu starker Sonneneinstrahlung trotzt. Gleichzeitig fügen sich die Reetdächer fast schon nahtlos in die Landschaft ein.“ Gleichzeitig prägte der Architekt das Projekt mit seiner Handschrift und einem hochmodernen Design.

Mit 12.900 Quadratmetern Fläche entstand das wahrscheinlich größte Reetdach Europas. Da sich die Gebäude vieleckig und schiefwinklig aneinanderfügen und die Dachüberstände unterschiedlich groß sind, wirkt es, „als würde das Dach tanzen“, so Ingenhoven. Dazu trägt bei, dass die Linie der Traufe bewegt und der First jeweils nicht auf einer Höhe ist. Das Reetdach trifft überdies nicht auf eine klassische massive Umfassungsmauer, sondern auf rundum (Sonnenschutz-)verglaste Baukörper. Auch das scheint das Dach schweben zu lassen. Noch wichtiger: Die verglasten Fronten geben den Gästen den Blick nach draußen frei, lassen sie Wetter und Wolken sehen. Darüber hinaus befinden sich die Hauptgebäude auf einer der höchsten Erhebungen der Insel, an einem der wenigen Orte, von dem aus man das Meer und das Watt sehen kann.

Weitere Besonderheit: Ingenhoven „stülpte“ bei seiner Gestaltung die Baustil-typischen Dachgauben quasi nach innen. Daraus ergaben sich Loggien an den Zimmern – ins Reetdach eingeschnittene Privatterrassen –, auf denen die Gäste von drei Seiten geschützt wie in einem Strandkorb verweilen können. Insgesamt folgt die Reetdach-Konstruktion zeitgemäßen Standards, denn unter dem Reet ist eine Technik-Ebene verborgen. In Abstimmung mit den Brandschutzplanern wurden diverse Sicherheitsmaßnahmen eingebracht, darunter Sprinkler und Brandschutzplatten.

Reduktion der Reizüberflutung

Wer zum Lanserhof kommt, möchte unter fachkundiger Betreuung entgiften, entschlacken, entschleunigen und auf diese Weise seine Gesundheit fördern, Kraft und Energie tanken. Architekt Ingenhoven hat daher auch beim Interior Design auf die „massive Wegnahme von Reizen“ Wert gelegt. „Wir leiden schließlich nicht an zu wenig, sondern an zu viel“, so der Architekt. Großzügige Weitläufigkeit ohne Ecken und Kanten kennzeichnet die Zimmer und öffentlichen Bereiche. Weiße Wände und ­Decken treffen auf weiß geölte Eichenfußböden sowie naturfarbene Stoffe.

Alle – überwiegend natürlichen – Materialien sind ökologisch und gesundheitlich geprüft. Nicht einmal Kunst gibt es an den Wänden. „Das alles wird aber keineswegs als leblos oder kahl empfunden, was maßgeblich an den Blickbeziehungen zur umgebenden Landschaft liegt.“ In diese wurde geringstmöglich eingegriffen. So gibt es um die Gebäude so wenig versiegelte Flächen und Wege wie möglich.

Unabhängige Energieversorgung

Zentraler Baustein der Energieversorgung des Ensembles ist ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk wie schon am Lanserhof Tegernsee. Es wurde ein Nah- und von Sylt unabhängiges Fernwärmenetz installiert. Mittels Hochwärmedämmung und der kompakten Bauweise soll darüber hinaus eine deutliche Reduk­tion des Energiebedarfs erreicht werden.

Stefanie Hütz

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