Mehr als fünf Millionen Euro wurden in den vergangenen Jahren in das seit neun Generationen in Familienbesitz befindliche Hardenberg BurgHotel investiert. 2012 erhielt das Relais & Châteaux zugehörige Traditionshaus die Fünf-Sterne-Klassifizierung. Ob das BurgHotel die hohen Erwartungen an ein Luxushaus in allen Bereichen erfüllen kann, wollte unser Tester ganz genau wissen und begab sich nach Niedersachsen.
DO. 16/01, 11:58 – Telefonische Reservierung
Herzlich, höflich, formvollendet: Adel verpflichtet, fünf Sterne auch. Die Vorabkontakte mit dem Hardenberg BurgHotel verlaufen alle sehr angenehm. Da das Hotel zu meinem Wunschtermin online nicht mehr buchbar ist, versuche ich es telefonisch. »Eine große, hausinterne Veranstaltung«, bedauert die Mitarbeiterin liebenswürdig. Zwei Zimmer hat sie aber doch noch – in der Hinterhand, sozusagen: ein Deluxe-Doppelzimmer, das bei Einzelnutzung 179 Euro einschließlich Frühstück kostet, und eine Junior-suite für 215 Euro pro Nacht. Als ich mich unentschlossen zeige, drängt mich die Dame nicht, sondern bietet mir an, eines der Zimmer zur Sicherheit auf Option zu reservieren. Später am Tag rufe ich noch einmal an, um das Deluxe-Zimmer zu buchen. Da ich mich im Verlauf des Gesprächs nach den Spa-Angeboten des Hauses erkundige, nimmt Empfangsleiterin Frau Lennert das zum Anlass, mir ein Zimmer in der »Mühle« vorzuschlagen; in diesem Nebentrakt des Hotels liege auch das Spa, und so hätte ich einen kurzen Weg dorthin. Wie aufmerksam. Ob ich auch eine Tischreservierung vornehmen wolle? Ich will. Für das Gourmetrestaurant kommt nur der Dienstag in Frage, da das »Novalis« am Montag geschlossen hat. Am Montag könne ich aber gern und gut auch in der »Keiler-Schänke« essen. In aller Form bedankt sich die kompetent wirkende Mitarbeiterin für meine Buchung und bekundet ihre Freude, mich bald im Haus begrüßen zu dürfen. Auch meine in weiteren Telefonaten vorgebrachten Anliegen werden sämtlich positiv beschieden. Die Buchung einer Fußreflexzonenmassage? Kein Problem. Die Abholung am Bahnhof? Aber selbstverständlich.
Wertung: ausgezeichnet
Internet-Auftritt / Online-Buchung
Für den vielen Text und die insgesamt etwas zu volle Startseite des Hardenberg BurgHotels entschädigen die hochklassigen Fotos im Breitbildformat. Sie wechseln in angenehmem Rhythmus und vermitteln einen sehr ansprechenden Eindruck von diesem ländlichen Luxus-Refugium. Man bekommt Lust darauf, dort zu sein – und das ist das Beste, was eine Website kommunizieren kann. Ob Tagung, Golf oder Kulinarik – für weitergehendes Interesse jedweder Art finden sich weitergehende Informationen jedweder Art. Alle aktuell und umfassend aufbereitet.
Wertung: gut
Lage / Anreise
Nörten-Hardenberg liegt vor den Toren Göttingens und ist ein »Flecken«. So etwas gibt es noch in Niedersachsen und steht laut Wikipedia für eine »kleinere, aber lokal bedeutende Ansiedlung«. Die lokale Bedeutung dieses Örtchens tritt dem Besucher klar vor Augen, vergegenwärtigt er sich des hier seit Jahrhunderten angesiedelten Landsitzes der Grafen von Hardenberg. Da sind das Schloss mit seinem ausgedehnten Park, der landwirtschaftliche Betrieb mit seinen Stallungen, Ländereien und einem Reitplatz, auf dem alljährlich ein Springturnier von internationalem Ruf stattfindet. Da sind die Hardenberg’sche Kornbrennerei, das feine BurgHotel und nicht zuletzt die über 1000 Jahre alte Burgruine. Ach ja, zwei Golfplätze gehören ebenfalls zum Landsitz.
Vor dem ICE-Bahnhof Göttingen wartet ein gediegener, dunkler Hotelbus auf mich, dessen Tür ferngesteuert aufgleitet, während die ebenfalls gediegen in einen dunkelblauen Hosenanzug gekleidete, junge Frau J. mich lächelnd mit Handschlag begrüßt und sich meines Gepäcks annimmt. Sie bietet mir ein Wasser an und fährt mich dann, freundlich Konversation machend, zum zehn Minuten entfernten Hotel. Dort lacht die Sonne und lässt das gepflegte Fachwerkensemble in bestem Licht erscheinen. Eine weitere Dame in Dunkelblau kommt aus dem Hotel, begrüßt mich strahlend und geleitet mich zur Rezeption. Fast mutet es wie Heimkommen an, als dort auch noch Hoteldirektorin Isabelle Rosentreter hinter dem Schreibtisch hervortritt und mich namentlich und fast wie eine Freundin willkommen heißt. Das nenne ich einen persönlichen Empfang! Und das wird – wie ich später beobachten kann – bei jedem Neuankömmling so zelebriert.
Wertung: sehr gut
MO. 24/02, 14:10 – Check-in
Vor dem Rezeptionsdesk in Schreibtischhöhe nehme ich auf einem bequemen Sessel Platz, um die Formalitäten zu erledigen. Jetzt wäre ein Glas Sekt genehm, das angebotene Wasser hingegen lehne ich dankend ab. Es ist nur noch der Meldeschein zu unterschreiben, und ich erhalte einen kleinen Plan (»Ihr Aufenthalt«), der mich an meine Restaurantreservierungen und die gebuchte Massage erinnern soll. Offenbar wollte niemand das letzte freie Zimmer haben oder man will mir etwas Gutes tun – oder beides. Jedenfalls bietet mir Frau Rosentreter die Juniorsuite als Upgrade an – »zumal jetzt gerade so schön die Sonne hineinscheint!« Ich schaue mir beide Zimmer an, auch das Deluxe-Zimmer ist sehr ansprechend, aber die Sonne und die Riesenterrasse mit Blick auf den Turnierplatz geben den Ausschlag. Gern die Juniorsuite. Frau Lennert bringt mich nach oben, zeigt mir, wo im Zimmer ich was finde, erkundigt sich, ob ich vielleicht einen Kaffee und ein Stück Kuchen haben möchte und wünscht mir schließlich zwei rundum schöne, erholsame Tage. »Wenn wir etwas für Sie tun können – wir sind immer für Sie da!«
Wertung: sehr gut
Zimmer 108
Nahezu alles, was einem Hotelzimmer Wohlfühlcharakter verleihen kann, ist in der Junior-suite zusammengetragen. Wobei der Begriff »Juniorsuite« irreführend ist, denn es handelt sich bei Nummer 108 um ein geräumiges Zimmer mit großzügigem Bad und schöner, großer Terrasse. Es ist mit einzelnen, individuellen Möbelstücken eingerichtet, deren scheinbar zusammengewürfelter Charakter es gerade wohnlich macht, zum Beispiel die beiden gänzlich unterschiedlichen Nachttische oder die hölzerne Transportkiste, die als Couchtisch dient. Geölte Eichendielen, gemütliche Sessel, karierte und gestreifte Stoffe – Landhausstil vom Feinsten eben – verbinden die Einrichtung zu einem behaglichen Ganzen. Porträts in Öl, Pferdestiche und Gute-Nacht-Lektüre aus dem eigenen Hause (»Meine Reise um die Erde im Jahr 1901 – die Tagebücher des Kuno Graf von Hardenberg«) lassen das Gefühl aufkommen, hier bei Grafens persönlich zu Gast zu sein. Das Wappentier derer zu Hardenberg ist jedenfalls allgegenwärtig. Nein, dabei handelt es sich nicht um ein Pferd, wie man durchaus vermuten könnte, sondern um ein ausgewachsenes männliches Wildschwein, einen Keiler. Sein Kopf ziert das Hotellogo und damit nahezu alles – den Teppichboden der Flure, beispielsweise, die Türen des Aufzugs und im Zimmer das Do-not-disturb-Schild. Dieses zeigt auf der einen Seite ein friedlich schlafendes und auf der anderen Seite ein Wildschwein, dessen Aufforderung »Bitte Zimmer aufräumen« man unwillkürlich ernst nimmt (vielleicht sollte man das Schild mitnehmen und dem Nachwuchs an die Zimmertür hängen).
Ein großer begehbarer Kleiderschrank bietet Platz und Bügel für mindestens eine Woche Golfurlaub samt Sportausrüstung, in großen Schubladen sind neben den üblichen Accessoires auch zwei Bademäntel (XXL) samt Badeschlappen (Männlein/Weiblein) und eine Wärmflasche (roter Strick mit Keilerkopf) verstaut. Der Safe steckt überraschenderweise im Minibarmöbel, wo man den Platz eigentlich sinnvoller hätte nutzen können. Der große Flatscreen mit HDTV ist auf das Bett ausgerichtet; wer sich zum Fernsehen gemütlich in einen der Sessel fläzen will, muss diesen erst um 90 Grad drehen. Einen satten Musikklang ermöglicht die Bose-Anlage mit iPod- oder iPhone-Anschluss. Dank ihrer und der Lampe verbleibt am Schreibtisch aber nur noch eine freie Steckdose. WLAN ist kostenlos, den Code findet der Gast auf einer Karte in der Gästemappe notiert. Diese ist im Übrigen gut bestückt mit Broschüren, zweisprachiger Gäste-Information, Ausflugstipps und Briefpapier. Auch Notizblock und Hotelkugelschreiber sind vorhanden; auf einem Lesezeichen, welches in der TV-Zeitschrift den aktuellen Tag markiert, sind alle Sender aufgeführt.
Der Blick in die Minibar offeriert ein ebenso sorgfältig ausgewähltes wie ungewöhnlich zusammengestelltes Getränkeangebot, in dem neben den hauseigenen Spirituosen beispielsweise auch ökologisch produzierte und fair gehandelte Softdrinks ihren Platz haben. Eine Flasche Mineralwasser ist im Zimmerpreis inbegriffen. Was dem Standard des Hauses entspräche, aber fehlt, sind eine kleine Kaffeemaschine und/oder ein Heißwasserbereiter für Tee und Kaffee. Nicht immer will man dafür den 24-Stunden-Getränke-Roomservice in Anspruch nehmen. Auf der Couchtisch-Holzkiste ist ein hübsches Willkommen von Seiten des Hotels aufgebaut, auf das der Blick schon gleich beim Betreten des Zimmers fällt: ein bunter Blumengruß und ein Glastablett mit zwei Äpfeln sowie einem kleinen Weckglas mit handgeschriebenem Etikett. Darin: leckere Rauchmandeln. Handgeschrieben ist auch die Willkommenskarte des Direktoren-Ehepaars, das sich freut, mich bei sich im Haus verwöhnen zu dürfen. Ich freue mich auch. Ach ja, das Zimmer präsentiert sich übrigens ausgesprochen sauber. Lediglich Gimcrack und Touchstone, die edlen Vollblüter auf den beiden kolorierten Stichen, tragen nicht nur den Kopf hoch, sondern auch etwas Staub auf ihren Bilderrahmen.
Wertung: sehr gut
Bad
Das Bad fällt definitiv in die Kategorie »Verwöhn-Bad«. Mit Dielenboden, weißen Holzpaneelen, großem Doppelwaschtisch, Badewanne und separater, begehbarer Dusche ist es richtig komfortabel. Schade nur, dass auch die Toilette im Raum integriert ist. Vier Badvorleger, je ein Set aus Badetuch, Duschtuch, Handtuch und Waschlappen pro Gast, sowie die grandiose Guest Supplies-Ausstattung mit den ebenso hübsch benannten wie hochwertigen Produkten der Firma Molton Brown zeigen, dass hier am Gästekomfort wirklich nicht gespart wird. Eine rote Glaswand dient als moderner, ein alter Holzhocker als antiker Hingucker – alles in allem ein Bad, in dem man sich gern aufhält. Umso mehr missfällt die unglückliche Beleuchtung durch falsch platzierte Decken-Downlights. Der beleuchtete Rasierspiegel schafft nur bedingt Abhilfe. Besser wären zusätzliche Lampen zu beiden Seiten des Spiegels. Das Bad ist picobello sauber – fast erleichtert bin ich, als ich an einem Zahnputzglas Schlieren finde.
Wertung: gut
15:15 – Roomservice
Zwar gibt es einen Frühstückstürhänger, aber keine Roomservice Karte – der Gast kann aus der Speisen- und Weinkarte des Gourmet-Restaurants wählen und im Zimmer à la carte dinieren. Beim Blättern in der Gäste-Information fällt mein Blick jedoch auf die vier kleinen 24-Stunden-Gerichte, zu denen eine »Auswahl an verschiedenen Käsesorten mit zweierlei Brot« zu 12,50 Euro gehört. Frau Lennert gibt vorsichtshalber 30 Minuten als Servierzeit an – sie wird um fünf Minuten unterschritten. Aber was Herr B. da auf einem sorgfältig gedeckten Servierwagen ins Zimmer fährt, hat mit einem kleinen Käseteller nicht viel gemein. Neun Sorten feiner Käse sind da auf einem Schieferbrett angerichtet, dazu gibt es Walnuss-, Früchtebrot und Baguette, ungesalzene Butter, Feigensenf, Kirsch-Confit, eine Orangenmarmelade mit Danziger Goldwasser (gehört zum Hardenberger Spirituosen-Portfolio), blaue und grüne Trauben sowie Walnusshälften. Für 12,50 Euro. Da ist ja das mitbestellte Glas Champagner teurer. Doch zu früh gefreut, es kommen satte zehn Euro Roomservice Aufschlag hinzu. Herr B. hat extra einen Kühler mit zwei ungeöffneten Flaschen Taittinger mitgebracht, damit ich zwischen Weiß und Rosé wählen kann. Ich genieße Käse und Champagner auf der Terrasse und schaue dabei einem Springreiter beim Training zu. Beides ist sensationell.
Wertung: sehr gut
Spa
Zugegeben, das hat was: Wenn es draußen schon dunkel ist, in einer der beiden Whirlpoolwannen zu liegen, sich vom warmen Wasser wohlig umsprudeln und dabei den Blick auf der beleuchteten Burgruine ruhen zu lassen. Sehr meditativ. Auch wenn die verschmutzten Glasdachflächen des wintergartenartigen Spa-Vorbaus den Blick etwas trüben. Das ist – außer dem Fehlen von Notrufknöpfen in den Saunaeinrichtungen – auch das Einzige, was es an diesem überaus geschmackvollen, kleinen Spa-Bereich zu bemängeln gilt. Und vielleicht die Tatsache, dass er in der »Mühle« liegt, einem separaten Gebäude mit Zimmern und Tagungsräumen, sodass man – wenn man im Haupthaus wohnt – im Bademantel den hübschen Innenhof überqueren muss. Man kann sich aber auch erst im Spa selbst umziehen. Dass dieser Entspannungsbereich im Verhältnis zum möglichen Nutzeraufkommen recht klein ist, kritisieren zwar manche Gäste auf den Bewertungsportalen, ich aber habe das Glück, als einzige Individualreisende während meines Aufenthaltes das Spa für mich allein zu haben. So wechsle ich von Sauna zu Dampfbad zu Infrarotsauna, mache ein Nickerchen im Feuerschein des Bullerofens und gönne mir einen Nespresso von der Spa-Bar. Diese trennt den eigentlichen Saunabereich mit Ruheraum und Wintergarten von einem kompakten Fitnessraum, der mit drei Cardiotrainern, einem Kurzhantelsatz und einem Multi-Muskeltrainer ausgestattet ist. Wenn hier jemand trainiert und dabei den Fernseher laufen lässt, dann dürfte das den nebenan ruhenden Gast vermutlich stören. Von sieben bis 22 Uhr soll der Saunabereich angeblich zu nutzen sein, eine tolle Offerte für den Gast, der gern schon morgens seinen Kreislauf auf Trab bringen möchte. Als ich das um 7.20 Uhr am nächsten Morgen tun will, sind die Saunen aber kalt und die Putzfrau ist noch fleißig am Werkeln.
Wertung: gut
Schuhputzservice
»Bitte lassen Sie uns wissen, wann wir Ihre Schuhe abholen dürfen«, heißt es in der Gäste-Information. Meine vom Spaziergang auf die Burgruine verschlammten Turnschuhe zu putzen, ist sicher kein Spaß. Wird aber – offensichtlich vom Rezeptionsteam, während ich im Spa bin – prompt und ordentlich erledigt.
Wertung: sehr gut
19:40 – »Keiler-Schänke«
Bis zu 80 Wildschweine werden pro Jagdsaison auf den gräflichen Besitztümern erlegt. Und wollen gegessen werden. Der Wildschweinschmorbraten in der zur Hardenberg’schen Brennerei gehörenden »Keiler-Schänke« ist da nicht die schlechteste Option. Vor allem die dunkle, satte Bratensoße schmeckt wie bei Muttern, was nicht verwundert, wenn man sich erklären lässt, wie sie gemacht wird. Auf meine entsprechende Nachfrage hin kommt Küchenchef Steven Hödl extra an den Tisch und erklärt mir das Geheimnis der über Tage köchelnden Rezeptur. Lecker sind auch die zum Wildschwein gereichten Hirseknöpfle und der Rahmwirsing. Und weil alles so gut schmeckt, drückt man ein Auge zu bei dem übervollen Teller und der eingeschnittenen, in sich gedrehten Orangenscheibe als Dekoration. Das grauste sonst nämlich die Sau, pardon: den Keiler. Der ist natürlich auch hier wieder überall zugegen. Die »Keiler-Schänke« ist ein gemütlicher Landgasthof mit Rauputz, offenem Gebälk, Steinfußboden und Stalllampen, einen kurzen Spaziergang vom BurgHotel entfernt. Und auch wenn die Jungs vom Service rot-weiß-karierte Hemden tragen und locker drauf sind, agieren sie dennoch höchst professionell und aufmerksam. Ob ich vielleicht etwas lesen möchte? Nein danke. Und: Nein, ich möchte auch keinen »Roten Keiler« als Aperitif (Hardenberg Persico mit Prosecco). Eher so ein wunderbares, naturtrübes Kellerbier. Ob ich vor dem Hauptgang ein Päuschen einlegen möchte? Das ist keine schlechte Idee. Ich habe mich nämlich vorab schon an zweierlei warmem Baguette mit Schmalz gütlich getan und mich am Salatbuffet bedient, dessen eher schlichte Auswahl durch ein köstliches Preiselbeer-Joghurtdressing wettgemacht wird. Nach dem wilden Schwein verführt mich der nette Herr S. noch zu zwei Kugeln Eis mit Sahne, was die Verkostung eines »Wilthener Weinbrands Nummer 1« unumgänglich macht. Die Sächsische Wilthener Weinbrennerei gehört übrigens auch zum Portfolio des Hardenbergs. Und ihre »Nummer 1« ist ein würdiger Abschluss eines netten Abends in der »Keiler-Schänke«.
Wertung: sehr gut
Housekeeping – Turndownservice
Das Beste am Turndownservice ist das Betthupferl – die Praline mit dem unvermeidlichen Keilerkopf schmeckt köstlich. Und das kleine Tütchen mit zwei weiteren Molton Brown Pröbchen ist für den weib-lichen Gast ein hübsches Goodie. Aber auch sonst wurde das Zimmer gut für die Nacht vorbereitet. Die Vorhänge sind zugezogen, die Nachttischlampe ist eingeschaltet, ein Vorleger liegt vor dem abgedeckten und aufgeschlagenen Bett. Die Papierkörbe wurden geleert, benutzte Gläser gespült, das Zimmer aufgeräumt. Im Bad allerdings übersah die Reinigungskraft das benutzte Zahnputzglas, vergaß das leere Body Lotion-Fläschchen zu ersetzen und legte auch keine Vorleger aus. Am zweiten Abend hingegen ist hier alles picobello.
Wertung: noch gut
DI. 25/02, 08:50 – Frühstücksbuffet
Bis elf Uhr gibt es Frühstück in der gediegen eingerichteten »Pferdestube«. Dorthin begleitet werde ich von der Hoteldirektorin, die vormittags häufig an der Rezeption arbeitet, um »nah am Gast zu sein«, wie mir eine Mitarbeiterin erzählt. Sie hat mich die Treppe herunterkommen sehen und verlässt sofort ihren Platz, um sich nach meinem Wohlbefinden zu erkundigen. In der »Pferdestube« übergibt sie mich der Obhut der beiden Frühstücksdamen, die mich für die Dauer meiner Morgenmahlzeit aufmerksamst umsorgen. Standardmäßig wird ein frisch gepresster Orangensaft angeboten, der zusammen mit meinem Milchkaffee serviert wird und leider so sauer ist, dass ich unwillkürlich das Gesicht verziehe. Ich frage nach einer Tageszeitung und bekomme sie prompt an den Tisch gebracht. Der später erbetene grüne Tee kommt lose mit heißem Wasser. Ein Teatimer wäre hier eine schöne Idee. Mineralwasser, Obstsäfte, Tomatensaft und Sekt stehen separat auf einem Sideboard in einer Ecke des Raumes, wo sie so versteckt sind, dass sie mir erst am zweiten Morgen ins Auge fallen. Das etwas altmodisch auf Sideboards entlang der Raumwand aufgebaute Frühstücksbuffet ist gut, wenn auch nicht übermäßig originell sortiert. Schinken und Salami vom Wildschwein sind hier schon die ausgefallensten Offerten. Von einem Haus mit einem so hohen kulinarischen Anspruch hätte ich mir doch mehr erwartet. Es gibt gutes Hausgemachtes wie Marmeladen, Birchermüsli und einen frischen Obstsalat, Brot, Käse, Wurst und Schinken von sehr guter Qualität, Fleisch- und Eiersalat, zweierlei Räucherlachs, Honig aus der Wabe und viel frisches Obst. Himbeeren, Johannisbeeren und Heidelbeeren fallen zwar im Februar nicht gerade unter den Begriff »saisonal«, schmecken aber trotzdem gut. Zu den Cerealien gibt es Milch in zweierlei Fettstufen, Quark, Natur- und Himbeerjoghurt, Erdbeersoße und Agavendicksaft. Keine Überraschungen bieten die in Chafing Dishes offerierten warmen Speisen (Rührei, Speck, Würstchen und Frikadellen), und auch die Frühstückskarte am Tisch ergänzt dieses Angebot nur um verschiedene Eierspeisen, Waffeln und Pfannkuchen.
Aus lebensmittelhygienischer Sicht nicht ungefährlich ist allerdings die Tatsache, dass das gesamte Frühstücksbuffet ohne Kühlung auskommt: Milchprodukte, Fisch, Wurst, Käse und sogar die leicht verderblichen Fleisch- und Eiersalate stehen zwar nur in überschaubaren Portionen auf dem Buffet, jedoch weder in Kühlelementen noch auf Kühlakkus oder in mit Eis gekühlten Wannen/Schüsseln. Um mich dessen noch einmal zu vergewissern, verzichte ich darauf, das Zimmerfrühstück zu testen und frühstücke am nächsten Morgen noch einmal in der »Pferdestube«.
Wertung: befriedigend
Housekeeping – Remake
Bei unserem morgendlichen Smalltalk habe ich die Direktorin gebeten, mein Zimmer reinigen zu lassen, während ich frühstücke. Und ich habe ihr mein Leid geklagt, dass ich auf dem mit einem zusätzlichen Duvet sehr weich gepolsterten Bett schlecht geschlafen habe. Bei meiner Rückkehr ins Zimmer stelle ich fest, dass das Duvet aus dem Bett entfernt und mir außerdem ein härteres Nackenkissen bereit gelegt wurde. Auch ansonsten hat das Housekeeping ganze Arbeit geleistet. Zimmer und Bad sind tipptopp aufgeräumt und sauber. Alle Achtung. Selten habe ich ein so sorgfältig hergerichtetes Bleiberzimmer erlebt. »Wenigstens« fehlt im Bad ein Waschlappen.
Wertung: ausgezeichnet
Front Office / Concierge
Wer auch immer am Rezeptionsschreibtisch sitzt, steht auf, wenn ein Gast sich nähert. Und dieser wird grundsätzlich mit Namen angesprochen. Wünsche werden nicht nur erfüllt, sondern nach Möglichkeit vorausgeahnt und ihre Erfüllung vorgeschlagen. So ergibt sich aus einem kurzen Gespräch, in dem ich Interesse an den beiden Golfplätzen bezeuge, die zum Gräflichen Landsitz gehören, dass ich wenig später im Hotelbus Richtung Golfplatz sitze, wo ein Linkshänder-Schlägerset bereits auf mich wartet. Ich habe eine Wasserflasche bei mir und ich hätte auch noch ein Lunchpaket dabei, wäre es nach Frau Rosentreter gegangen. Pünktlich werde ich am Golfplatz wieder abgeholt und zurück ins Hotel gebracht. Und das ist nur ein Beispiel.
Wertung: ausgezeichnet
16:45 – Spa-Treatment
Seit 2010 arbeitet das Hardenberg BurgHotel mit einem Gesundheitszentrum in Northeim zusammen, das ein breites Spektrum an Gesichts- und Körperbehandlungen und sogar Personal Training anbietet. So ist ein hoher Standard bei den Therapeuten wie auch bei den Treatments gewährleistet, die auf Voranmeldung durchgeführt werden. Hierfür steht ein kleiner Behandlungsraum im Spa zur Verfügung. Für meine Fußreflexzonenmassage ist er in blasslila Licht getaucht, was offenbar gut zur Entspannung taugt, denn kaum hat sich die sympathische, ganz in Schwarz gekleidete Masseurin ein paar Minuten meinen Füßen gewidmet, tauche ich meinerseits in einen blasslila eingefärbten Tagtraum ab und nehme die gekonnt durchgeführte Massage nur noch schemenhaft wahr. Das Procedere rund um die Behandlung ist professionell, ihr Preis angemessen (69 Euro für 50 Minuten).
Wertung: sehr gut
Message-Transfer
Während ich im Spa-Ruheraum die Fußreflexzonenmassage nachklingen lasse, erscheint Frau M., eine Rezeptionsmitarbeiterin, und überreicht mir einen Umschlag mit einer telefonisch für mich übermittelten Nachricht. Sie entschuldigt sich für die Störung, »aber der Anrufer sagte, es sei dringend«. Die Nachricht ist handschriftlich auf einem hübschen Kärtchen notiert, vollständig, korrekt und wohl formuliert.
Wertung: ausgezeichnet
Sicherheit
Meine Zimmernummer wurde dem Anrufer nicht mitgeteilt, obwohl der schlechte Handyempfang die Bitte um eine Durchwahlnummer nachvollziehbar macht. Bei Bezug des Zimmers wurde ich auch korrekterweise darauf hingewiesen, dieses immer abzuschließen, da die Türen nicht kartenschlossgesichert sind. Sämtliche Fluchtwege sind frei, die Schilder beleuchtet, die Türen nach draußen ohne Schlüssel nur in einer Richtung zu öffnen, der Fluchtwegeplan im Zimmer ist korrekt und verständlich. Zwar finde ich auf einem Housekeepingwagen eine Arbeitsliste, aber die darauf verzeichneten, zu putzenden Zimmer sind nicht mit Gästenamen versehen. Einziger Kritikpunkt: Die Feuerlöscher scheinen nicht zu einem einheitlichen Zeitpunkt überprüft zu werden, denn ich entdecke unterschiedliche Prüfsiegel. Und eines davon, an einem Feuerlöscher in der Nähe meines Zimmers, ist seit etwa drei Monaten abgelaufen.
Wertung: gut
20:00 – Restaurant »Novalis«
»Glück ist Talent für das Schicksal«, schrieb Novalis, deutscher Dichter der Frühromantik und mit wahrem Namen Georg Philipp Friedrich Freiherr von Hardenberg. Der Namenspatron des Gourmetrestaurants im Hardenberg BurgHotel ist ein Vorfahre des Grafen. Sein Porträt schmückt in unterschiedlichster Form die Wände und auch sonst wird dem Ahn vielfach Referenz gezollt. Habe ich Glück? Ich bin nämlich der einzige Gast an diesem Abend im »Novalis«, und unter anderen Umständen fände ich das vielleicht gar nicht so gut. Doch unter den tatsächlichen Umständen schätze ich mich überaus glücklich, verbringe ich hier doch ausgesprochen kurzweilige und kulinarisch-vinologisch interessante Stunden. Das liegt an Annett Jortzig, die mich durch den Abend geleitet.
Schon vorab, als ich am offenen Kamin in der Halle meinen Aperitif nahm, hat sie mich mit feinem Löffelfood verwöhnt (Tatar vom Rind mit Crème fraîche und Malossol Kaviar / Lachs mit Einbecker Senfcreme) und mir die Speisekarte zum Schmökern überreicht. Zwei fünfgängige Menüs werden darin vorgeschlagen, ein vegetarisches außerdem, sowie ein sechs- bis achtgängiges Überraschungsmenü. Alle Gänge lassen sich auch einzeln wählen beziehungsweise untereinander kombinieren. Küchendirektorin Katja Burgwinkel, seit 2005 für die Gastronomie im BurgHotel verantwortlich, zelebriert eine klassisch-französische Küche, der sie mit mediterranen Akzenten Leichtigkeit verleiht. Frische Kräuter spielen laut eigener Aussage bei ihr eine große Rolle, duftende, über viele Stunden und Tage hinweg vervollkommnete Soßen und regionale Produkte, wie das Wild aus der hauseigenen Jagd. So liest sich die Speisenkarte sehr anregend, ohne dass man das Gefühl hätte, sich gewagten Experimenten auszusetzen. Dazu passt, dass die Weinbegleitung (drei Weine 29 Euro / fünf Weine 42 Euro) noch bezahlbar ist, was auch für die Menüs gilt (fünf Gänge 78 Euro, vier Gänge vegetarisch 68 Euro, acht Gänge Überraschungsmenü 95 Euro). Ich wähle das fünfgängige »Novalis-Diner« und tausche den Fischgang darin gegen den Fischgang aus dem »Hardenberg-Menü« aus. Die Restaurantleiterin gesteht mir mit kummervoller Miene, dass ich an diesem Abend ihr einziger Gast bin. Sie macht sich scheinbar Sorgen, dass ich mich nicht wohlfühlen könnte. Aber die vielen brennenden Kerzen auf den Tischen, das angenehme Ambiente und die leise klassische Musik sind schon einmal eine gute Basis für mein Wohlgefühl. Zudem weicht Frau Jortzigs Beklemmung, sie könnte mich mit zu häufiger Präsenz nerven im Verlauf des Abends und macht schließlich Heiterkeit auf beiden Seiten Platz, wenn die sympathische Mitarbeiterin wieder einmal hinter der Raumabtrennung hervorlugt, um zu sehen, ob ein Einsatz ihrerseits angesagt ist.
Wir unterhalten uns bestens über Essen und Trinken, Frau Jortzig lässt mich feine Weine probieren und stellt bei deren Auswahl zum Essen ihren Fachverstand unter Beweis. Am liebsten würde ich sie bitten, sich doch zu mir zu setzen, aber das geht natürlich nicht. Und so starte ich mein Menü mit einem Amuse Gueule, das mich das zuvor gereichte Brot mitsamt der leckeren Aufstriche zurückgeben lässt, weil ich weiß, dass ich sonst nach zwei Gängen satt bin. Die Atlantik-Seezunge auf Blattspinat mit Garnele und Krustentierschaum ist eindeutig mehr als ein Häppchen und köstlich zudem. Es folgt eine perfekt gebratene Jakobsmuschel auf süß-fruchtiger Steckrüben-Crème Brûlée, dekoriert mit einem knusprigen Brotchip. Die Ochsenschwanzessenz danach ist so kräftig, dass sie fast die Grenze zu salzig passiert; so geht auch die separat servierte Feldsalat-Ravioli in der Suppe geschmacklich unter. Und selbst die trockene Weißburgunder Chardonnay Spätlese vom Weingut Knipser schafft es da kaum mitzuhalten. Beim nächsten Gang ist es der tomatisierte Champagnerschaum zur krustig gebratenen Dorade, der mir etwas zu würzig erscheint. Gut, dass die aufmerksame Frau Jortzig mir hierzu, quasi außer der Weinreihe, ein Glas 2012er Vermentino kredenzt; der frische Italiener mit seiner gut integrierten Säure kann dem Gericht eher Paroli bieten als die Pfälzer Cuvée. Erfrischend und perfekt als Zwischengang erweist sich das Sorbet von grünem Tee, das mit einem Schluck Champagner aufgefüllt wird. Schön herb, schön grün, schafft es wieder Luft für den Hauptgang. Zum Rücken vom Reh mit Schwarzwurzel, Karotten und Baumkuchen atmet schon geraume Zeit der 2006 Roda 1 Reserva aus der Rioja. Mit diesem weichen, eleganten Rotwein macht mir Frau Jortzig ebenso viel Freude wie Frau Burgwinkel mit dem superben Rehrücken.
Mit »Birne und Erdnuss« ist das Dessert schlicht überschrieben. Auf einer länglichen Platte kommt ein fluffiges Erdnuss-Soufflé, eine Nocke geniales Erdnussbuttereis und eine halbe, pochierte Williamsbirne. Eine Aromenkomposition, die mich begeistert und – wie passend – mit einem Kracher (einem österreichischen Süßwein des gleichnamigen Weinguts) abgerundet wird. Mit einer Flasche Wasser, dem Aperitif und einem doppelten Espresso beläuft sich die Rechnung auf 132,40 Euro. Sie wird mir in einem Holzkästchen mit hübschem Wildschwein-Deckel überreicht. Frau Jortzig und ich scheiden als fast schon gute Freunde, und auch Katja Burgwinkel sagt noch kurz hallo, bevor ich mich nach diesem angenehmen Abend zu Bett begebe.
Wertung: sehr gut
Housekeeping – Turndownservice 2
Ein kleines Give-Away zum Abschied ist in vielen persönlich geführten Luxus- oder Wellnesshotels mittlerweile Standard. Meistens wird es während oder nach dem Check-out an der Rezeption überreicht. Im Hardenberg BurgHotel verbindet man das Nette mit dem Nützlichen: Nach dem zweiten und damit letzten Turndownservice finde ich als Präsent des Hauses ein Glas Einbecker Senf und ein Säckchen mit Salz aus der Göttinger Saline auf meiner Couchtischkiste. So kann ich diese netten Gaben noch in meinem Gepäck verstauen. Ein handgeschriebenes Kärtchen macht die persönliche Geste perfekt.
MI. 26/02, 06:30 – Weckruf
Die Formel, mit der mich der Nachtportier pünktlich weckt, klingt zwar ein bisschen steif, die Tatsache, dass mir der Herr einen Kaffee aufs Zimmer anbietet, katapultiert seinen Weckruf aber unverzüglich in meine persönliche Spitzenliga. Die nette Frühstücksbedienung bringt mir nicht nur den Kaffee, sondern hat fürsorglich und in Erinnerung an meine Vorlieben auch ein Kännchen mit heißer, geschäumter Milch mitgebracht.
Wertung: sehr gut
08:45 – Frühstück 2
An meinem zweiten Morgen bin ich quasi schon Stammgast. Nicht nur meine Getränkevorlieben sind bereits gespeichert, ich werde auch gefragt, ob es wieder ein Spiegelei sein dürfe. Und Frau Rosentreter hat mir extra eine »Süddeutsche« aufgehoben. Sie bringt mir diese an den Tisch und hält ein Guten-Morgen-Schwätzchen mit mir, in dessen Verlauf sie sich auch danach erkundigt, ob und wann man mich denn wieder zum Bahnhof bringen dürfe. Ganz füge ich mich übrigens nicht in mein Stammgastbild, sondern bestelle eine frisch gebackene Waffel statt eines Spiegeleis. Sie wird mit Puderzucker und einem Schälchen Apfelmus serviert und schmeckt wunderbar. Eine Plauderei mit der sympathischen Servicekraft schließt sich an. Speisen und Getränke am Buffet sind praktisch mit dem Angebot des Vortags identisch. Und auch die Kühlsituation ist die gleiche. Aber immerhin entdecke ich die Getränkestation, die ich am Vortag irgendwie übersehen hatte.
09:20 – Check-out
Zum Check-out nehme ich am Rezeptionsschreibtisch Platz. Frau Rosentreter und die Dienst habende Rezeptionistin, Frau H., erkundigen sich ausführlich danach, ob ich mich während meines Aufenthalts im Hotel wohl gefühlt habe. Eine Informationsrechnung ist samt Einzelbelegen schon vorbereitet und muss nur noch um den Minibarverzehr der letzten Nacht ergänzt werden. Die Abrechnung verläuft problemlos. Da ich ankündige, bis zur Abreise noch ein wenig auf dem Zimmer arbeiten zu wollen, bietet Frau Rosentreter an, mir noch ein Heißgetränk dorthin zu servieren. Ob ich vielleicht auch eine Flasche Wasser mit auf die Reise nehmen möchte? »Und geben Sie doch bitte Bescheid, wann wir Ihnen mit dem Gepäck behilflich sein dürfen.« Als ich das Hotel dann wirklich verlasse, verabschiedet mich Frau Rosentreter nach allen Regeln der Gastfreundschaft. Und natürlich ist es kein Problem, dass ich noch schnell im »Keiler-Laden« der nahen Brennerei ein paar Mitbringsel kaufen möchte. Frau J. fährt mich samt meinem Gepäck im Hotelbus dorthin.
Wertung: ausgezeichnet
Lost & Found
Kaum habe ich den Beifahrersitz des Hotelbusses erklommen, überreicht mir Frau J. eine Papiertüte mit einem sorgfältig umwickelten Gegenstand. Es handelt sich dabei um etwas, was ich im Schrank meines Zimmers liegen gelassen habe und was das Housekeeping, das sich offenbar wieselflink des verlassenen Raumes angenommen hat, bereits entdeckte. In die Tüte hat man nun doch auch noch ein Fläschchen Wasser für die Reise gesteckt.
Wertung: sehr gut
Bilanz
Fünf Standards mit französischem »C« fühlen sich die Mitglieder der Relais & Châteaux Hotels verpflichtet: Caractère, Courtoisie, Calme, Charme und Cuisine. Standards, die auf das Hardenberg BurgHotel wie zugeschnitten zu sein scheinen, stellt es sich doch als Luxus-Refugium mit Historie und ganz eigenem Charakter dar, mit ländlichem Charme, unaufgeregter Noblesse und einem Team, das den Gastgebergedanken ohne Ausnahme verinnerlicht hat. Es ist in diesem Hotel, wie es sein sollte. Und als Gast kann man kaum anders, als sich wohl und rundum verwöhnt zu fühlen. Schön, hier zu sein! Oder um es einmal mehr mit Novalis auszudrücken: »Man genoss das Leben mit langsamen, kleinen Zügen wie einen köstlichen Trank, und mit desto reinerem Wohlbehagen.«
Gesamteindruck: 89%
Testurteil: sehr gut
100-81 sehr gut; 80-61 gut; 60-41 befriedigend; 40-21 mangelhaft;
20-0 ungenügend. Der Gesamteindruck ist nicht das arithmetische Mittel;
die Check-Bereiche sind unterschiedlich gewichtet!
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