Konzept „Ein Hotel als Stand-alone ist heute eher unrentabel“

Gregor Erhard ist Geschäftsführer des Heidelberger Hotelbetreibers Hospitality Guys und des Projektentwicklers Erhard & Stern. (Bild: Klaus Hecke)

Hotels werden immer öfter in Mixed-Use-Konzepte integriert – auch bei der Heidelberger Betriebsgesellschaft Hospitality Guys. Geschäftsführer Gregor Erhard begründet dies gleich mit mehreren Punkten.

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Die Heidelberger Betriebsgesellschaft Hospitality Guys betreibt drei Häuser mit 20 bis 43 Zimmern und Apartments, ein viertes Boutiquehotel ist bereits in der Pipeline. „Aus rein wirtschaftlicher Sicht ist es inzwischen eher unrentabel, ein Hotel als reines Stand-alone zu entwickeln. Dafür sind die Grundstückspreise vielerorts einfach zu hoch“, betont Geschäftsführer Gregor Erhard.

Geeignet für ein solches Mixed-Use-Konzept sei beispielsweise eine Kombination aus Logis und Coworking. „Das haben wir in unserem Hotel Staytion Mannheim umgesetzt und dazu noch Meetingräume installiert“, so der studierte Betriebswirt. „Dadurch bieten wir vor allem unseren Businessgästen einen großen Mehrwert.“ Im Heidelberger Suytes (Apartments) sitzt das Hotel unterhalb der hauseigenen Verwaltung. Welche Kombination sich eigne, richte sich jedoch stets nach der Art des Hotels, so Gregor Erhard. „Für Ketten ist ein Mix aus Gewerbe beziehungsweise Retail und Hotel sinnvoll.“ Als Standorte empfiehlt der Geschäftsführer Innenstadtlagen sowie Orte nahe der Messen oder mit guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.

Mixed-Use-Konzepte, so Erhard, böten neben dem rein wirtschaftlichen einen weiteren wichtigen Vorteil. Schließlich seien Stadtverwaltungen inzwischen oft skeptisch gegenüber der Entwicklung neuer Hotels. Erhard: „Sind in dem Gebäude weitere Nutzungen
vorhanden, kann sich dies positiv auf die Verhandlungen auswirken.“

Hintergrund: Laut einer Studie von Christie & Co gibt es unterschiedliche Spielarten von Mixed-Use-Konzepten. Neben der traditionellen Unterscheidung von Nutzungsmischung – also unterschiedliche Nutzungen auf mehrere Gebäude verteilt – und Mischnutzung – verschiedene Nutzungen in einer Immobilie kombiniert – haben die Hotelexperten weitere Trends beobachtet. Beispiele seien Holiday Inn Hotels mit Starbucks, 25hours Hotels mit Kiosk in Kooperation mit Verlagshäusern oder mit „Two Wheels Good Pop-up Store“, der Leihfahrräder anbietet. Weitere Infos zur Studie

 

 

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