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StartHotel+TechnikKoncept Hotels:: Mit jeder Faser fair und nachhaltig

Koncept Hotels Mit jeder Faser fair und nachhaltig

In Kürze wird die junge Marke Koncept Hotels zehn Betriebe unter ihrem Dach vereinen. Geschäftsführer Martin Stockburger ist es gelungen, gelebten Umweltschutz mit Design und smarten Lösungen für eine Sustainability- und technikaffine Zielgruppe zu verbinden.

Martin Stockburger, Geschäftsführer der Koncept Hotels mit Sitz in Leverkusen, kannte die Hotellerie, als er sich 2017 mit seiner Marke selbstständig machte. Unter anderem hatte er als Führungskraft bei den Althoff Hotels gearbeitet. Bei der Entwicklung seiner Unternehmensstrategie, die er gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut unternahm, waren ihm zwei Punkte besonders wichtig: Nachhaltigkeit in seinem Unternehmen klar vom Greenwashing zu differenzieren und sie mit dem höchsten Maß an Digitalisierung zu verknüpfen, ohne dass Gäste oder Mitarbeitende darunter leiden.

„Fairesponsibility“ als Grundsatz

Beim Thema Nachhaltigkeit orientieren sich die Koncept Hotels an den 17 globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030, die Sustainable Development Goals (SDGs). Zu ihrem Nachhaltigkeitskurs, den sie unter dem Begriff „Fairesponsibility“ verfolgen, zählt auch die Veröffentlichung eines Nachhaltigkeitsberichts auf der Website. Je Direktbuchung wird ein Baum im Aufforstungsprojekt B’n’Tree in Ghana gepflanzt. Duschgels und Shampoos sind nachhaltig hergestellt, der Wäschesack ist aus Biobaumwolle, das Toilettenpapier stammt von Goldeimer, einem Anbieter, der Menschen weltweit Zugang zu sanitären Anlagen verschaffen will. Die Koncept Hotels verwenden Bettwäsche aus Biobaumwolle nach Standards der Better Cotton Initiative (BCI) und setzen in einem aktuellen Pilotprojekt im Koncept Hotel Neue Horizonte in Tübingen in Zusammenarbeit mit der Fränkischen Bettwarenfabrik auf Bettdecken und Kissen mit einer Füllung aus recyceltem Plastik. „Den Lieferanten des recycelten Plastiks mussten wir einmal austauschen, weil die Decken zu hart waren. Jetzt stammt es aus den gelben Säcken in Polen“, erläutert Stockburger. Plastikvermeidung ist in den Koncept Hotels insgesamt ein großes Thema. Erst vor kurzem wurde der Lieferant der Plastikbeutel für den Restmüll gewechselt, weil der bisherige nur zu 80 Prozent aus recyceltem Material bestand, der jetzige zu 100 Prozent.

Weder Minibar noch Klimaanlage

Den Energieverbrauch auf den Zimmern hält die Gruppe unter anderem in Grenzen, weil auf Geräte wie Minibar oder Klimaanlage verzichtet wird. Bei der Übernahme des Hauses in der Schweiz fielen dort pro Übernachtung 14 Kilowattstunden Strom an, üblich sind bei Koncept sechs bis sieben. Sie werden inzwischen auch dort erreicht, unter anderem durch den Einbau neuer Fenster.

Die Energie in der Gruppe stammt zu 100 Prozent aus Ökostrom. Parallel dazu beschäftigt sie sich mit der Stromgewinnung. „Wo immer es gestattet wird, installieren wir Photovoltaikanlagen auf den Dächern“, so Stockburger. „Wir werden bald Hotels haben, die über Photovoltaik ihren gesamten Energiebedarf herstellen können.“ In einigen Häusern wurde ein Nadelfilzboden aus 60-prozentigem Recyclingmaterial verlegt, und bei der Inneneinrichtung arbeitet man bevorzugt mit regionalen Schreinern zusammen, die auch Möbel restaurieren oder reparieren können.

Smarte Nachhaltigkeitsstrategie

„Eine clevere Nachhaltigkeitsstrategie senkt Kosten“, so Stockburger. Verzichten Gäste freiwillig auf die tägliche Zimmerreinigung, wird die Hälfte der damit erzielten Ersparnis in Nachhaltigkeitsprojekte investiert. Eine erfolgreiche Investition im Housekeeping war Stockburger zufolge zudem die Anschaffung von Trockendampfreinigungsgeräten, die le­dig­lich mit Leitungswasser arbeiten und effektiver sind als Bleichmittel. Auch die Digitalisierung hilft bei der Kostensenkung, insbesondere im Personalbereich sowie durch die kompromisslose Umsetzung der digitalen Guest Journey, vom Buchungsprozess über die Abrechnung und Rechnungstellung bis zum kontaktlosen Check-in und Check-out per App. OTAs werden zwar zur Neukunden-Gewinnung eingesetzt, da­nach setzt sofort die digitale Stamm­kundenbindung ein.

In den vergangenen Monaten wurden die Schließsysteme aller Hotels auf Internet-of-Things-basierte Schlüssel umgestellt. Damit kann für die Gäste die Zimmertür von der Zentrale aus geöffnet werden, falls jemand sein Handy mit den Zugangsdaten verloren hat oder die Karte nicht funktioniert. Außerdem lassen sich darüber im Rettungsfall alle Türen gleichzeitig öffnen. Kosten sparen die Hotels auch durch den kompletten Wegfall des F&B-Bereichs. In einem Haus gibt es ein Frühstücksangebot, das aber nur deshalb entstand, weil sich dort die Gästebewertungen verschlechtert hatten, als während der Pandemie die umlie­genden Cafés geschlossen waren. Standard soll das nicht werden.

Weiterhin gehört Storytelling zum Konzept, das sich am Namen der Hotels orientiert. Beispiele: Das Hotel Zum Kostbaren Blut entstand aus einem ehemaligen Ordensschwesternwohnheim, das Neue Horizonte liegt im Tübinger Wissenschafts- und Technologiepark. Auf der Homepage jedes einzelnen Hotels stehen Insider-Tipps mit Links für Stadt-Erkundungen und Lokale zur Verfügung. Die Zielgruppe seiner Hotels beschreibt Stockburger mit Gästen, die ein Smartphone  problemlos bedienen können und denen Nachhaltigkeit wichtig ist.

Zahlen spiegeln Erfolg wider

Sehr förderlich in der Coronapandemie war, dass eine cloudbasierte Homeoffice-Infrastruktur für die Koncept-Mitarbeitenden bereits existierte. In der Zentrale in Leverkusen beschäftigt Koncept Hotels normalerweise sieben Mitarbeitende, hinzu kommt mindestens eine feste Person (Location Manager) pro Hotel. Vor der Pandemie hatten die Häuser eine Durchschnittsbelegung von 80 Prozent, das Hotel Zum Kostbaren Blut 2019 sogar durchschnittlich 92,5 Prozent, bei einer Nettorate von 98 Euro. „Heute erreichen wir wieder 50 bis 60 Prozent Auslastung, die Raten sind allerdings noch nicht so, wie ich es mir wünsche“, sagt Stockburger. Ein Lichtblick sei die Süßwarenmesse im Februar 2022 in Köln gewesen, bei der immerhin Raten von 70 bis 80 Euro erzielt wurden – vor der Pandemie lagen die Messeraten allerdings dreimal so hoch.

Aktuell gibt es sieben Koncept Hotels, drei am Standort Köln, je eins in Siegburg, Tübingen, Wien und Mün­singen bei Bern. Das kleinste Hotel hat 20, das größte 80 Zimmer. Für die ersten Häuser wurden Pacht- oder Ma­nage­mentverträge abge­schlossen, jetzt wird ein Franchise-Kon­zept ausgerollt, dem sich neue oder inno­va­tionsbedürftige Hotels in der DACH-Region anschließen können. Voraus­setzung sind die kompro­misslose Über­nahme der digitalen Guest Journey, ein starkes Wifi mit Streaming-Möglichkeit sowie die Bereitschaft, nach­haltige Maß­nahmen umzusetzen. „Wir haben drei Franchise-Verträge unter­zeichnet, alle Hotels möchten auch den Namen Koncept Hotel tragen, obwohl das gar nicht vorgesehen war“, so Stockburger. Die Grundgebühr (Entry-Fee) belaufe sich auf 500 bis 1.000 Euro pro Zimmer – je mehr Zimmer, desto geringer. Als Franchise-Fee sind fünf bis sechs Prozent des Buchungsumsatzes vorgesehen. | Susanne Stauß

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