"Klein aber gemein" Airbnb erhält Negativpreis für AGBs

Die AGBs vor Airbnb haben einen Negativpreis erhalten. (Bild: Shutterstock)

Aus über 36.000 Wörtern bestehen die allgemeinen Geschäftsbedingungen von Airbnb. Über vier Stunden muss an Lesezeit veranschlagt werden. Resultat: Der Plattform wurde nun der Negativpreis “Klein aber gemein” für besonders kundenunfreundliche AGBs verliehen. Beitrag mit Video.

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Kundenunfreundliche und unlesbare Geschäftsbedingungen sind weit verbreitet. In Zusammenarbeit mit dem Beobachter, der acsi aus dem Tessin und der Westschweizer FRC untersuchte der Konsumentenschutz die AGB von Anbietern aus unterschiedlichsten Branchen auf Fairness und Ausgewogenheit. Airbnb schlägt mit ihren AGB laut Konsumentenschutz dem Fass den Boden aus und geht als klare “Siegerin” hervor.

Das Kleingedruckte von Airbnb umfasst über 36.000 Wörter, sind zum grossen Teil ausschliesslich in Englisch verfügbar und sind neben dem Hauptdokument in acht weitere separate Kapitel aufgeteilt. Zudem muss der Kunde zu Beginn entscheiden, ob für ihn die Variante “European users” oder “Non-european users” gilt. Für in der Schweiz lebende Personen gilt die zweite Fassung, was nicht jedem Nutzer auf Anhieb klar sein dürfte.

Lesedauer von weit mehr als vier Stunden

Konsumentenschutz-Mitarbeiter Lauritz Mori verlas die Airbnb-Bestimmungen in die Kamera: Nach einer Vorlesedauer von 4 Stunden und 17 Minuten warf Mori (jung, aufgeweckt und gut gebildet) entnervt und erschöpft das Handtuch. «Man müsste einen ganzen Tag investieren, um die AGB der Airbnb auch nur halbwegs zu verstehen», zieht er Bilanz. Auch Powersnacks und starker Kaffee halfen nicht.

AGB im Alltag – und wie man es auch machen könnte

Es existiert kaum mehr ein Alltagsgeschäft, bei welchem der Konsument nicht umfangreiches Kleingedrucktes akzeptieren muss. Dabei kann nicht nur der Inhalt der AGB den Kunden benachteiligen, sondern auch der formelle Rahmen der AGB. So beispielsweise, wenn diese vollumfänglich in GROSSBUCHSTABEN geschrieben oder übermässig lang sind und der Konsument somit nicht in der Lage ist, den Inhalt wahrzunehmen.

Das Problem könnten die Anbieter dadurch entschärfen, in dem zu Beginn der AGB ein kurzer und leicht verständlicher Überblick gegeben wird über die für den Konsumenten wichtigsten Punkte:

  • Zahlungs-/Lieferbedingungen
  • Konditionen zur Vertragsauflösung
  • Datenschutz
  • Inkassoregelungen
  • Garantieregelung
  • Verteilung der Risiken.
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