Luxusresort statt Sanatorium

JW Marriott Venice Resort & Spa

Schon die Anreise übers Wasser stimmt auf ein besonderes Hotelerlebnis ein. Auf der »Roseninsel« in der Lagune von Venedig, wo früher Sanatorien standen, empfängt
seit Juni das JW Marriott Venice Resort & Spa, das erste der Marke in Europa, seine Gäste.

 

Die ab dem Jahr 1860 künstlich angelegte Isola delle Rose beherbergte über viele Jahrzehnte Sanatorien und Kliniken. Nach deren Schließung lagen die Gebäude seit den 1980er-Jahren brach. Eine Tochtergesellschaft der Aareal Bank AG finanzierte jetzt das exklusive Resort, das nach Entwürfen des Architekturbüros Matteo Thun & Partner fertiggestellt wurde.

Den preisgekrönten Architekten ist es gelungen, die bestehende historische Bausubstanz mit elegantem Design zu verbinden und dabei größtmöglichen Komfort zu ermöglichen. Insgesamt sind 250 Zimmer entstanden, davon 191 im Hauptgebäude, die meisten mit Balkonen oder Terrassen. Die übrigen Einheiten verteilen sich auf die Nebengebäude: »La Residenza« beherbergt zwölf in mediterranem Stil gehaltene Zimmer mit eigenem Vorgarten, im »Uliveto« befinden sich weitere von Grünanlagen umgebene Zimmer und »La Maisonette« besteht aus 20 Suiten mit Räumen auf zwei Ebenen; diese verfügen über eine eigene Veranda, einen Garten und teilweise sogar über einen Privatpool. Die »Villa Rose« schließlich – einst Dienstvilla des Klinikchefs – ist ein exklusives privates Refugium mit 220 Quadratmetern Wohnfläche, das auch für Veranstaltungen gebucht werden kann. Alle Gästezimmer sind farblich dezent in Cremetönen gehalten. Als Wandschmuck dienen lediglich gerahmte Schwarz-Weiß-Fotografien berühmter Venedig-Besucher und eine schwarze Designer-Leuchte; dunkle Kordeln an den mit hellen Stoffen bezogenen Sitzmöbeln sorgen für Kontraste. Die Bäder sind mit separater Dusche und WC sowie einer freistehenden Badewanne ausgestattet. Diese ist allerdings sehr tief und dürfte gerade älteren Gästen Probleme bereiten.

Komfortabel ist hingegen die Anreise: Die Gäste fahren per Wassertaxi oder Shuttleboot über die Lagune zur Insel, gehen an einem überdachten Dock von Bord und erreichen über einen langgestreckten Korridor den großzügigen Lobbybereich. Neben dem Empfangstresen gibt es hier bequeme Sitzgruppen, eine Bar und das Frühstücksrestaurant »Cucina«. Gleich daneben liegt die »Sapori Cooking Academy«, in der Gäste Einblick in einige Geheimnisse der venezianischen Küche erhalten.

 

Wer sich lieber an den gedeckten Tisch setzt, wird im »Sagra Rooftop Restaurant« mit italienischen Gerichten verwöhnt. Das Lokal befindet sich im vierten Stockwerk und verfügt über zahlreiche Terrassenplätze, die großartige Ausblicke auf die Lagune und bis hin zum Markusplatz gewährleisten. Diese Aussicht genießt man auch von der Poolbar oder noch besser – direkt aus dem beheizten Rooftop Infinity Pool. Am großen Hotelpool im Park kommt in den Sommermonaten der »Giardino Grill« als F&B Outlet mit rustikalen Speisen vom Holzfeuergrill hinzu. Für Gourmets bietet sich ferner das »Dopolavoro« an. In dem separat gelegenen Gebäude wurden früher die Krankenhausmitarbeiter versorgt – heute verwöhnt Sternekoch Giancarlo Perbellini aus Verona in seiner neuen Dependance die Gäste vor allem mit Gerichten, die von der Küche Venetiens inspiriert sind.

Mit diesem vielfältigen gastronomischen Angebot möchte das Management auch Einheimische auf die 16 Hektar große Insel locken. Hinzu kommen Veranstaltungsgäste, denn die gesamte Anlage ist mit einer Vielzahl an außergewöhnlichen Eventmöglichkeiten gespickt, beispielsweise einer restaurierten Kirche, deren Inneres nur mit zwei Kristalllüstern aus Murano geschmückt ist. Für Tagungen und Kongresse steht außerdem ein eigener Trakt mit einer Gesamtfläche von rund 1.200 Quadratmetern zur Verfügung. Der Spa-Bereich fällt mit 1.750 Quadratmetern sogar noch größer aus. Es ist der größte in Venedig und bietet eine riesige Bandbreite an Anwendungen. Ein ins Freie führender Aquatonic-Pool, ein Fitnessbereich und ein Hamam runden das Angebot ab.

Während der Biennale sei das von März bis Oktober geöffnete Hotel fast ausgebucht, erklärte der Opening-GM Mario Ferraro, der sein Amt inszwischen an Paul Downing übergeben hat. »Wichtigste Gästegruppe sind Amerikaner, was natürlich unserer Marke zuzuschreiben ist. Aber auch Europa ist stark vertreten und der asiatische Markt ist für uns ebenfalls wichtig. Durch die Großzügigkeit der Anlage sind wir ein besonders familienfreundliches Haus und haben viele Gäste, die längere Zeit in Venedig bleiben«, fasst Ferraro die bisherigen Erfahrungen zusammen.