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Start Coronakrise Jeder vierte Unternehmer zieht Betriebsaufgabe in Erwägung: Dehoga fordert Verlängerung des Insolvenzschutzes

Jeder vierte Unternehmer zieht Betriebsaufgabe in ErwägungDehoga fordert Verlängerung des Insolvenzschutzes

Nach mehr als einem Jahr Pandemie spitzt sich die Lage im Gastgewerbe zu. Guido Zöllick, Präsident des Dehoga Bundesverbandes, fordert deshalb schnellere und verbesserte Hilfen für alle betroffenen Unternehmen sowie die Verlängerung des Insolvenzschutzes für klar definierte Sondersachverhalte. 

Laut einer aktuellen Dehoga-Branchenumfrage, an der sich 4.720 gastgewerbliche Unternehmer beteiligten, verzeichneten die Betriebe im April Umsatzeinbußen in Höhe von 75,2 Prozent im Vergleich zum April-Umsatz im Vor-Corona-Jahr 2019. Umso wichtiger seien die staatlichen Hilfen, so der Verband. Doch noch immer warten laut den vorliegenden Ergebnissen 10,6 Prozent der Betriebe auf die vollständige Auszahlung der Novemberhilfe und 10,4 Prozent auf die Dezemberhilfe. Auch beim aktuellen Förderprogramm der Überbrückungshilfe III melden 79,2 Prozent noch keinen Eingang der Gelder.

Jeder vierte Unternehmer zieht Betriebsaufgabe in Erwägung

Die stockende Auszahlung der Hilfen hat laut Dehoga gravierende Folgen. Für 70 Prozent der Betriebe sind die offenen Zahlungen existenziell. Jeder vierte Unternehmer (25,6 Prozent) zieht eine Betriebsaufgabe in Erwägung. 6,1 Prozent der Betriebe sehen konkret die Gefahr, dass sie in den nächsten drei Wochen einen Insolvenzantrag für ihren Betrieb stellen müssen. Zudem würden die Hilfen nicht ausreichen. 27,6 Prozent der Unternehmer geben an, dass sie von den Fördergrenzen der Hilfsprogramme betroffen seien. Zudem würde die Überbrückungshilfe III nur 48 Prozent der Verluste abdecken.

Verlängerung des Insolvenzschutzes gefordert

Vor diesem Hintergrund zeigt Zöllick kein Verständnis dafür, dass die Bundesregierung den Insolvenzschutz nicht verlängern will. “Es ist absolut inakzeptabel, wenn Unternehmen, die ohne Verschulden in diese Notlage geraten sind, die keine Verantwortung für die Komplexität der Antragstellung tragen und die noch immer auf die Hilfen warten, jetzt gezwungen werden, einen Insolvenzantrag stellen müssen“, so Zöllick. 

Gleiches gelte für die Unternehmen, die aufgrund der Höchstgrenzen bei der Überbrückungshilfe III noch keine ausreichenden Hilfen beantragen können. Für diese Unternehmen sei die Aussetzung der Antragspflicht dringend geboten. “Wir appellieren an die politischen Entscheider, noch in dieser Woche die Verlängerung des Insolvenzschutzes für diese Ausnahmetatbestände zu beschließen.”

Insolvenzantragspflicht war bis 30. April ausgesetzt

Normalerweise muss der Insolvenzantrag spätestens drei Wochen nach Eintritt eines Insolvenzgrunds gestellt werden. Wegen der Pandemie hatte die Bundesregierung bis Ende April die Meldepflichten für überschuldete Firmen ausgesetzt, die beantragte Staatshilfen noch nicht ausbezahlt bekommen hatten. Seit Wochenbeginn ist die normale Insolvenzregelung wieder in Kraft. Union und SPD ringen derzeit um eine Lösung (wir berichteten).

Zöllick betont: “Es ist ein Gebot der Stunde, die Hilfslücken zu schließen und das Überleben der Unternehmen zu gewährleisten. Wir sehen jetzt Licht am Ende des Tunnels. Es wäre verantwortungslos, bei den Unternehmen jetzt den Stecker zu ziehen, die ohne eigenes Verschulden in die Notlage geraten sind.” Auch der IHA forderte bereits eine Verlängerung des Insolvenzschutzes (wir berichteten).

 

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