Motel One investiert vehement in Qualität, Komfort und Design, wie am neuen Upper West unschwer zu erkennen ist. Um die Marktführerschaft im Budgetsegment weiter zu stärken, wird die Gruppe in Kürze zudem neue digitale Services – abgewickelt über die eigene App – in die Customer Journey integrieren. An welchen weiteren Projekten Motel One derzeit arbeitet und wie es um das New York-Projekt bestellt ist, darüber gab Ursula Schelle-Müller, Leiterin Marketing & Design, im Top hotel-Interview Auskunft.
Tophotel: Frau Schelle-Müller, in Ihrem neuen Flaggschiff kommt erstmals das neue Raumkonzept von Motel One zum Einsatz. An welchen Stellschrauben haben Sie hier gedreht?
Ursula Schelle-Müller: Im Fokus unserer Überlegungen stand, sowohl die Wohnlichkeit als auch den Schlafkomfort zu erhöhen. Aus diesem Grund haben wir in den Zimmern einen bequemen Lounge Chair aus Leder von Freifrau sowie einen Tisch von B&B Italia integriert und ein extra bequemes Boxspringbett mit Kissenauswahl. Hinzu kommen Zimmersafe, Schminkspiegel und Kosmetiktücher im Bad. Darüber hinaus spielen wir in den Zimmern das jeweilige Lounge-Thema des Hotels weiter – in unserem neuen Haus ist es das Thema »Cinema« mit Porträts berühmter deutschsprachiger Schauspieler vom Berliner Starfotografen Jim Rakete.
Tophotel: In welchen Häusern werden Sie die Zimmer-Upgrades realisieren?
Ursula Schelle-Müller: Unser erweitertes Raumkonzept wird in allen Neueröffnungen umgesetzt sein; die bestehenden Motel One werden bei anstehenden Renovierungen auf den neuen Standard gehoben. So gesehen bieten wir unseren Gästen ein dauerhaftes Upgrade.
Tophotel: In puncto digitaler Infrastruktur gibt es aber noch Luft nach oben.
Ursula Schelle-Müller: Die Digitalisierung ist für uns ein sehr wichtiges Thema und wird auch in Zukunft immer mehr Relevanz erhalten. Gleichzeitig sind hiermit hohe Investitionen verbunden. In Pilotprojekten setzen wir bis Ende des Jahres den digitalen Check-in um, der Austausch der Türschließanlagen steht in diesem Kontext ebenfalls bevor. Bereits realisiert haben wir im Motel One Berlin-Upper West erstmals das Smart-TV, sodass die Gäste jetzt via Mirroring über das WLAN ihr Smartphone oder Tablet zum Abspielen eigener Inhalte sowie zusätzliche Services nutzen können.
Tophotel: Welche weiteren smarten Services planen Sie mittelfristig?
Ursula Schelle-Müller: Hier steht ganz klar die eigene Motel One-App im Fokus, in die wir zahlreiche Services integrieren werden, beispielsweise Check-in/Check-out-Prozesse, Payment und Push-Nachrichten. Im Laufe dieses Jahres werden wir ein digitales Loyalitätsprogramm launchen, dessen Vorteile nur bei Online-Direktbuchungen nutzbar sein werden.
Tophotel: Um auch künftig weitestgehend unabhängig von den OTAs wirtschaften zu können?
Ursula Schelle-Müller: Richtig. In Deutschland haben wir als Marke eine hohe Bekanntheit und einen hohen Stammgästeanteil und daher auch einen hohen Anteil an Direktbuchungen. International haben wir diesen Grad der Wahrnehmung noch nicht ganz erreicht, weshalb wir dort sehr viel stärker mit den OTAs als Distributionspartner zusammenarbeiten. Unser langfristiges Ziel ist es natürlich, unsere Direktbuchungen auszubauen.
Tophotel: Welche Weiterentwicklungen stehen bei Motel One noch auf der Agenda?
Ursula Schelle-Müller: Das Arbeiten im Hotel – Stichwort Co-Working – ist derzeit ja in aller Munde. Diese multifunktionelle Nutzung entwickeln wir derzeit weiter und haben mit ›Workbenches‹ und ›Meeting-Areas‹ erste Umsetzungen realisiert. Zudem inszenieren wir unsere Bars noch stärker als kommunikativen und optischen Mittelpunkt in unseren One Lounges. Der Fokus der Entwicklung in der One Lounge liegt auf den Themen ›work, meet & relax‹. Zudem wird unser Design immer individueller, luxuriöser und künstlerischer umgesetzt, also auch der Erlebnisfaktor für unsere Gäste noch größer.
Tophotel: Wie geht es mit der Internationalisierung von Motel One weiter? Gibt es Pläne für die USA?
Ursula Schelle-Müller: Wir planen für dieses Jahr internationale Eröffnungen in Barcelona, Zürich, Manchester und Paris – spannende Städte mit schönen Häusern in Top-Lage. In den Vereinigten Staaten sind wir zwar nicht aktiv auf der Suche, ein Haus in New York würden wir natürlich gerne in unser Portfolio aufnehmen.
Tophotel: Stört es Sie, dass das Motel One-Konzept mal mehr, mal weniger offensichtlich kopiert wird?
Ursula Schelle-Müller: Wir inspirieren ganz offensichtlich. Es ist kein Geheimnis, dass unser Budget-Design-Konzept, das wir gelauncht haben, sehr erfolgreich funktioniert. Und dass es hier noch Wachstumspotenziale gibt, ist unbestritten.
Ursula Schelle-Müller ist Leiterin Marketing & Design bei Motel One. Nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften fungierte sie zunächst als PR- und Marketingassistentin der Astron Hotels. Nach deren Verkauf vor 15 Jahren konzentrierte sich Ursula Schelle-Müller mit ihren Mann Dieter Müller auf den Aufbau der Marke Motel One und gestaltete Konzept, Produkt und Marke der neuen Budget Design Hotels aktiv mit.