Interview mit Stephan DemmerleNH hat den Turn-Around geschafft

Zum ersten Mal seit acht Jahren konnte NH Hotels mit elf Millionen Euro ein positives Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ausweisen. Der Umsatz kletterte um 5,7 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro, die Zimmerraten konnten um fast fünf Prozent verbessert werden. Im Interview mit Top hotel erklärt Stephan Demmerle, Managing Director der Business Unit Central Europe, an welchen Stellschrauben in jüngster Vergangenheit gedreht wurden.

Tophotel: NH Hotels hat erstmals seit acht Jahren wieder schwarze Zahlen gemeldet. Was waren die Triebfedern für das gute Ergebnis?
Stephan Demmerle: Wir haben bekanntlich 2013 unseren Fünf-Jahres-Plan gelauncht, der insgesamt 24 Initiativen beinhaltete. Die wichtigste betraf die Markenbereinigung, die wir durchgeführt und in deren Zuge wir die NH Collection eingeführt haben, die mittlerweile über 60 Betriebe umfasst. Auch der Repositionierung mit einem Investmentvolumen von über 300 Millionen Euro hat stark zur positiven Entwicklung beigeragen. Allein in unserer Business Unit haben wir 70 Millionen Euro in die Betriebe investiert, was sich nicht zuletzt auf den Bewertungsportalen widerspiegelt. Von jenen 50 Hotels, die wir betrachten, sind 25 Häuser bei TripAdvisor unter den Top 30 und 15 unter den Top 10. Das hilft uns natürlich dabei, die Umsatzzahlen zu verbessern.

Tophotel: Ihre Renovierungsarbeiten sind äußerst umfangreich. Inwieweit wurden und werden hierbei digitale Prozesse integriert?
Demmerle: Wir sind derzeit noch in der Testphase und werden voraussischtlich im Sommer mit neuen Lösungen an den Start gehen. Hierzu gehört das Angebot »Choose your Room«, bei dem die Gäste ihr persönliches Zimmer nach verschiedenen Kriterien wählen können; darüber hinaus werden wir einen Online-Check-in anbieten.

Tophotel: Wachstum ist ebenfalls eines der im Fünf-Jahresplan verankerten Kernziele. Nach welchen Kriterien gehen Sie in Deutschland auf Standortsuche?
Demmerle: Wir fokussieren uns auf A/B-Städte mit mindestens 300.000 Einwohnern, einer guten Lage und mindestens einer Million Übernachtungen. Wir müssen allerdings nicht mehr überall vertreten sein, da wir bereits über 58 deutsche Hotels und somit über eine kritische Masse verfügen. Dennoch sind aktuell vier Hotels in der Entwicklung – darunter befinden sich Städte wie Mannheim oder Essen, wo wir bis dato noch nicht vertreten waren. Unser Ziel ist es, in den kommenden Jahren fünf weitere Verträge zu unterschreiben.

Tophotel: Mit welchen Marken wollen Sie wachsen?
Demmerle: Gerne mit NH Collection oder auch nhow, beispielsweise in München oder Hamburg. Unsere Kernmarke bleibt aber NH. Tophotel: Vor zwei Jahren wurde die NH-Hologramm-Technik, basierend auf 3D-Projektionen, unter großem Medienecho vorgestellt. Wie ist hier der aktuelle Status? Demmerle: Das System läuft sehr gut und vor allem können wir dadurch zusätzliches Geschäft generieren. Auch haben wir mittlerweile zwei weitere Hotels in Holland integriert. Überdies werden wir in Kürze in Berlin einen innovativen Tagungsraum präsentieren, in dem wir mit unserem Partner KFP neueste Techniken implementieren. Tophotel: Welche Lösungen werden das sein? Demmerle: Darüber kann ich derzeit noch nichts verraten – im Sommer lade ich Sie aber gerne zu einer Präsentation nach Berlin ein!

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