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StartTechnik & BetriebReinigungInterview mit Robert Diede von Ecolab: “Hygiene ist per se Nachhaltigkeit“

Interview mit Robert Diede von Ecolab“Hygiene ist per se Nachhaltigkeit“

Das Wissen um Hygienekonzepte und Maßnahmen sollte in Zeiten von Corona auch bei längerem Lockdown nicht verloren gehen. Auch dafür hat Hygienespezialist Ecolab im Mai 2020 sein Schulungsprogramm „Relentless Recovery“ aufgelegt. Wir sprachen mit Robert Diede, Sales Development Manager Institutional FSH des Unternehmens, über Unsichtbarkeit und Sichtbarkeit von Hygiene.

Hotel+Technik: Herr Diede, welchen wichtigsten Rat bezüglich der Hygiene würden Sie Hoteliers und Gastronomen jetzt mit auf den Weg geben?

Robert Diede: Ich rate den Kunden, die Hygiene sichtbar zu machen. Der Gast muss und möchte sich sicherfühlen. Denn im Gegensatz zu allem, was wir an und in der Gastronomie und Hotellerie so schätzen – und als echten Augen- und Gaumenschmaus empfinden –, ist Sauberkeit, noch dazu hygienisch reine, auf den ersten Blick nicht zu erkennen.

Um Hygiene sichtbar zu machen, muss die hygienesichere Sauberkeit in den Betrieben verständlich und nachvollziehbar umgesetzt sein. Eine Grundvoraussetzung ist der Einsatz der richtigen Reinigungs- und Hygieneprodukte, ihre Wirksamkeiten und wie und wo sie angewendet werden.

Die Gäste müssen sehen, was wie gereinigt wird, und vor allem, wie gründlich. Das schafft bleibendes Vertrauen und Sicherheit. Wir raten – wo immer es geht –, das betriebliche Hygienekonzept visuell zu unterstützen. Das gelingt etwa mit integrierten Hygienehinweisen in der Speisekarte oder am Badspiegel. Sinnvoll ist es außerdem, mehr auf digitale und somit möglichst kontaktlose Konzepte zu setzen. Das kann eine Speisekarte als QR-Code sein.

Was ist die Idee hinter Ihrem Programm „Relentless Recovery“?

Das Ziel von „Relentless Recovery – der Weg nach vorn“ war und ist, unseren Kunden Tools, Ressourcen und Schulungsmaterialien zur Wiedereröffnung an die Hand zu geben. Wir haben mit Kunden in Zeiten von Sars, Mers oder H1N1 zusammengearbeitet, um nur einige wenige herausfordernde Situationen zu nennen. Und auch angesichts der aktuellen Coronapandemie werden wir uns weiterhin unerschütterlich dafür einsetzen, dass die Hotellerie, die Gastronomie, die Gebäudereinigung und das Gesundheitswesen überall auf der Welt einen sauberen, sicheren und gesunden Betrieb aufrechterhalten können.

Welche Themen und Tools des Programms werden vonseiten Hotellerie und Gastronomie besonders stark nachgefragt?

Zurzeit kommen sehr stark Fragen danach, ob Dosiertechniken oder Desinfektionsmittel auch für die Überbrückungshilfe III geltend gemacht werden können. Die gute Nachricht: Ja, sie können. Mittels entsprechender Antragstellung über den Steuerberater.

Weiterhin sind Schulungen, die online angeboten werden und stattfinden, von großem Interesse und gewünscht. Die Kunden möchten – soweit es möglich ist – alle Pflichtschulungen umsetzen, um sich später im laufenden Betrieb auf der sicheren Seite zu wissen, sich nicht mehr darum kümmern zu müssen. Auch bekomme ich des Öfteren Anfragen zu Sanierungen von Lüftungsanlagen und zur Anschaffung von Luftfiltern.

Welche Maßnahmen sind den Kunden derzeit wichtig?

Die Kunden sind sehr auf alle hygienerelevanten Maßnahmen fokussiert, um einen sicheren, sauberen, vertrauensvollen Re-Start zu ermöglichen. Maßnahmen zur Händedesinfektion stehen im Vordergrund. Hierzu werden von uns als Hygieneexperten auch gelegentlich Betriebsbegehungen und Checks angefragt. Hier können wir konkret helfen, eventuelle Schwachstellen zu identifizieren. Insbesondere in der Hinsicht, ob alle Desinfektions- und Reinigungspläne aktuell sind und verstanden wurden. Und ob alle notwendigen Produkte in ausreichender Menge im Betrieb vorhanden sind.

„Unser Anspruch ist,  Unterstützung zu bieten, damit Gäste und Mitarbeitende sich gleichermaßen sicher fühlen können.“

Wie wichtig ist, über ein Jahr seit Beginn der Pandemie, das Thema Schulung?

Gerade weil die Gastronomie und Hotellerie so lange geschlossen hatten oder nur auf das Wesentliche reduziert wurden, geht das Wissen zu Prozessen und deren Einhaltung, vor allem auch zum Thema Hygiene, bei den Mitarbeitenden verloren. Unser Anspruch ist, durch entsprechende Materialien und Trainings die nötige Unterstützung zu bieten, damit Gäste und Mitarbeitende sich gleichermaßen sicher fühlen können. Wichtig dafür sind die kontinuierlich achtsame Überprüfung, ob Hygienekonzepte und Maßnahmen eingehalten und durchgeführt werden, sowie der Hinweis auf mögliche kritische Punkte.

Ein Hygienekonzept mit dem richtigen Hygienepartner ist gewiss schon die halbe Miete: Wer die langen letzten Monate dafür gesorgt hat, seinen Restaurant- und Hotelgästen heute ausreichende, gut platzierte und wirksame Hygienelösungen, beispielsweise zur Handhygiene, anzubieten, der ist zur Wiedereröffnung auf der sicheren Seite.

Welche Lösungen bieten Sie denn noch für den Schulungsbedarf?

Ein gut funktionierendes Hygienemanagement ist tatsächlich nur umsetzbar, wenn auch die Mitarbeitenden in unserer Branche entsprechend geschult sind, um die nötigen Maßnahmen und Handgriffe auch richtig und konsequent umzusetzen. Da Präsenzschulungen und Vor-Ort-Trainings im Zuge dieser weltweiten Krise lange nicht möglich waren, hat Ecolab auf der hauseigenen Webseite ein Online-Trainingsportal bereitgestellt, das dem Markt kostenfrei zur Verfügung steht. Gemäß der Auswertung unseres deutschen Hygiene-Trainingsportals sind die am meisten angesehenen Videos die zur Personalhygiene und zum Umgang mit Chemikalien und Gefahrstoffen.

Wie haben Sie auf die erhöhten Hygieneanforderungen reagiert?

Als Reaktion auf die Pandemie haben wir unsere Produktionskapazität in Europa versiebenfacht, um Kunden mit Lösungen zur Hände- und Oberflächendesinfektion zu versorgen und so die Ausbreitung von Sars-CoV-2 zu verhindern. Wir haben zudem unter anderem zwei neue Händedesinfektionsmittel eingeführt. „Skinman Soft Protect FF“ und „Manodes GP“ sind gemäß der DIN EN 1500 entwickelt, um in jedem Umfeld eingesetzt werden zu können. Beide gibt es in 20-Liter-Kanistern. Sie tragen so dazu bei, den Plastikmüll im Vergleich zu 100-Milliliter-­Flaschen um 64 Prozent zu reduzieren.

„Die Nachfrage nach nachhaltigen, ökozertifizierten Produkten steigt weltweit und branchenübergreifend.“

Als wie wichtig erachten Sie das Thema Nachhaltigkeit? Welche Strategien fahren Sie, um dieses voranzutreiben?

Gefühlt wirkt Corona wie ein Brennglas. Vieles wurde bereits in der Vergangenheit und jetzt in Pandemiezeiten noch mehr hinterfragt. Die Nachfrage nach nachhaltigen, ökozertifizierten Produkten steigt weltweit und branchenübergreifend. Wir haben schon lange vor der Pandemie in Nachhaltigkeit kein Gummiwort gesehen, sondern die Verantwortlichkeit für den Weg in eine enkelgerechte Zukunft. Der aktuell spürbare Fokus fördert eine Vielzahl von Konzepten und Produkten zutage. So auch von Produkten für das gewerbliche Geschirrspülen. Hier wird ständig geforscht, entwickelt und getestet, denn auch die Hersteller sind sich ihrer Verantwortung durchaus bewusst.

Die neueste Errungenschaft im Bereich Nachhaltigkeit haben wir mit dem Klarspüler „Apex Rinse S“ entwickelt. Er ist zertifiziert mit dem Nordic-Swan-Umweltzeichen. Wie alle Produkte der Apex-Familie ist das Mittel platzsparend als „Blocksystem“ realisiert. Ein Block entspricht einem circa zwei mal fünf Liter Klarspülkonzentrat, eingeschweißt in dünne Folie. Im Vergleich zu herkömmlichen Flüssigprodukten in Liter-Kanistern lassen sich so hochgerechnet um bis zu 70 Prozent weniger Emissionen durch Transport verursachen. Auch vermeidet man bis zu 95 Prozent Plastikmüll gegenüber Standardverpackungen.

Last, but not least: Hygiene ist per se Nachhaltigkeit. Gemäß den drei Säulen der Nachhaltigkeit bewegen wir uns ja hier im Bereich „Soziales“, also im Bereich „Schutz der Menschen“. Und dazu gehören selbstverständlich die richtigen, ausreichend wirksamen Produkte und korrekten Hygieneverfahren. Natürlich ist Nachhaltigkeit weiterhin im Fokus unseres Unternehmens. Wir haben uns unter anderem auch klare Ziele für 2030 gesetzt.

Interview: Marie Christin Wiens

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