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Start Technik & Betrieb IT & Anwendungen Interview mit Nadja Buckenberger von Room Raccoon: Von Breda nach Südafrika

Interview mit Nadja Buckenberger von Room RaccoonVon Breda nach Südafrika

Seit 2017 ist die Hotelmanagement-Software Room Raccoon auf dem Markt und wird bereits in 45 Ländern der Welt genutzt. Gründerin Nadja Buckenberger ist eigentlich selbst Hotelière, hat sich aber dazu entschlossen, eine All-in-One-Lösung auf den Markt zu bringen. Dabei hatte sie Unterstützung aus den Niederlanden.

Hotel+Technik: Frau Buckenberger, eigentlich betreiben Sie ein eigenes Hotel. Was hat Sie dazu bewogen, Room Raccoon zu gründen?

Nadja Buckenberger: Das ist richtig, ich betreibe ein kleines Boutique-Hotel mit neun Suiten in der schönen niederländischen Stadt Breda. Bei der Übernahme des Hotels stellte sich schnell heraus, dass die Arbeit mit Stift und Papier nicht optimal für die Organisation des Teams und der Reservierungen ist. Nach einiger Recherche und nach Rücksprache mit Hotelkollegen musste ich feststellen, dass es keine bezahlbare Lösung auf dem Markt gab, die mir alle meine Wünsche erfüllen konnte. Da mein Lebenspartner Software-Entwickler ist, war schnell klar, dass es hier eine mögliche Nachfrage gibt und sich ein genauer Blick lohnt. Mir persönlich war es besonders wichtig, alle Funktionen mit nur einem System abzudecken. So war der Entschluss gefasst, PMS, Buchungsmaschine, Channel Manager und jetzt auch ein integriertes Bezahlsystem in einer Benutzeroberfläche zu vereinen.

Wie kam die schnelle Expansion in so kurzer Zeit sogar bis nach Kapstadt zustande?

Wir haben zügig den enormen Bedarf an einer übergeordneten Lösung wahrgenommen. Viele der holländischen Kollegen haben großes Interesse gezeigt und uns in unserer Herangehensweise bestärkt. Von Holland aus haben wir dann die ersten Märkte betreut und bald auf physische lokale Büros aufgerüstet. Niels, unser Kollege in Kapstadt, ist ein ehemaliger Hotelmitarbeiter von mir. Sein stetiger Ehrgeiz und die hohe Nachfrage in Südafrika als auch die geringe Konkurrenz in der Region hat uns dann dazu bewegt, den Markt verstärkt anzugehen. Dies war in jedem Fall die richtige Entscheidung: Südafrika gehört heute mit zu unseren stärksten Märkten.

Welche Herausforderungen haben inhabergeführte und kleine Hotels, die die Software lösen kann?

Das lässt sich so pauschal gar nicht beantworten. Jedes Hotel hat – bedingt durch die unterschiedlichen Arbeitsweisen – sehr unterschiedliche Anforderungen. Es gibt aber zwei übergeordnete Herausforderungen in fast jedem Hotel: Zeitmanagement und Kosten. Hier gibt es bei ‚Room Raccoon‘ einige schöne Funktionen, die dem Hotelier die Arbeit erleichtern und wiederkehrende Prozesse automatisieren, egal ob es sich dabei um E-Mails, die Buchhaltung oder die vereinfachte Erstellung von Rechnungen geht. Im Bereich Kosten haben wir bereits den ersten Vorteil damit, dass es keine separierten Verträge mit Drittanbietern mehr gibt und wir zum Beispiel angebundene Buchungskanäle nicht extra berechnen. Darüber hinaus haben wir eine sehr schöne Upsell-Funktion in unseren Online-Check-In implementiert. Die dritte und vermutlich größte Herausforderung ist die Angst vor der Technik: Manche Hoteliers arbeiten bereits mit einer Software und scheuen sich vor der Umstellung auf ein neues System fürchten oder die Hoteliers die tatsächlich alles manuell verwalten. 

Warum ist die Software ausgerechnet für unabhängige Hotels geeignet?

Die einfache Benutzeroberfläche macht es für jedermann verständlich und gerade bei den kleineren Hotels wird nochmal mehr auf die Kosten geachtet. Hier sehen wir unseren Vorteil. Allerdings muss man sagen, dass sich unsere Zielgruppe stetig verändert, da auch Room Raccoon wächst und sich stets weiterentwickelt. So haben wir zwar mit ‚kleinen‘ Hotels und Hoteliers angefangen, mittlerweile haben wir aber alles im Portfolio: von fünf bis 180 Zimmern und kleinere Hotelgruppen. Ziel ist es definitiv die Zielgruppe stetig wachsen zu lassen.

Wie individuell lässt sich die Software auf den Hotelbetrieb anpassen?

Auch hier ist es wieder wichtig zu verstehen, wie genau das Hotel arbeitet und was genau benötigt wird. In der Regel kann unser System bereits die meisten Arbeitsweisen abdecken und hat die Hauptfunktionen mit integriert. Eigene Logos und Farben genauso wie Zimmerpreise und Zimmerkategorien sowie spezifische Dokumente müssen natürlich einmal individuell eingestellt werden. Für alles Zusätzliche haben wir Partner an der Hand, die uns bei der Umsetzung von etwaiger Individualisierung unterstützen.

Wie kann die Software Hoteliers gerade in der Coronakrise unterstützen?

Große Punkte sind definitiv die eigene Buchungsmaschine und die direkten kommissionsfreien Buchungen. Alles was in diesen schwierigen Zeiten an Kommission eingespart werden kann, hilft bereits die Kosten zu reduzieren. Darüber hinaus haben wir einen Online Check-in mit eingearbeitet: Hier können Gäste bereits im Vorfeld Ihren Meldeschein kontaktfrei ausfüllen. Auch alles im Bereich Online-Zahlungen lässt sich über das System abwickeln und hilft direkte Kontakte mit Gästen zu verringern. Viele Hoteliers reduzieren gerade leider ihr Personal, sodass sich zunehmend auf automatisierte E-Mails und Bestätigungen verlassen werden muss.

Mit welchen Anforderungen und Fragen kommen Bestandskunden, aber auch potenzielle Neukunden auf Sie zu?

Für die Neukunden sind es oft Fragen nach bestimmten Partnern und Schnittstellen oder Fragen zu Arbeitsweisen, die man noch vom alten System kennt und gern in Room Raccoon ebenso umsetzen möchte. Oft erklären wir dann, dass bestimmte Arbeitsweisen oder Partner dank des Systems und der All-in-One-Lösung gar nicht mehr notwendig sind. Seitens der Bestandskunden sind es eigentlich weniger Fragen, eher Anmerkungen zum System und Verbesserungsvorschläge, die wir gern in entsprechenden Updates und Neuerungen mit einbinden.

Haben Sie im Zuge der Coronakrise etwas an der Software verändert oder planen Sie Veränderungen?

Das Thema des kontaktlosen Aufenthalts wird selbstredend immer relevanter. Hier versuchen wir alles, um dies möglichst reibungslos zu gestalten. Unser Upsell-Tool in unserem Online-Check-in ist im Rahmen des ersten Lockdowns entstanden. Die Buchungsmaschine wird derzeit überarbeitet, um für direkte Buchungen noch attraktiver zu werden und wir nutzen natürlich die aktuelle Zeit, um generelle Nachbesserungen am System einzuarbeiten. Darüber hinaus sprechen wir fast täglich mit neuen Partnern und bauen Schnittstellen zu beispielsweise Kassen- oder Schließsystemen aus. Dies hilft uns dabei, ein noch breiteres Feld an Hoteliers zu unterstützen.

Interview: Mareike Knewitz

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