Anzeige
Anzeige
Anzeige
StartTechnik & BetriebReinigungInterview mit Matthias Eschhaus von Geberit über Badplanung: Möglichst kontaktlos und „easy...

Interview mit Matthias Eschhaus von Geberit über BadplanungMöglichst kontaktlos und „easy to clean“

Die Erwartungen der Gäste an die Hygiene im Hotelbad sind im vergangenen Jahr von einem bereits hohen Niveau noch weiter gestiegen. Wie Hoteliers diesen Ansprüchen in Neubau und Bestand gerecht werden können, erläutert Matthias Eschhaus, Verkaufsberater Hotel bei Geberit, im Interview.

Hotel+Technik: Herr Eschhaus, was gibt es Neues in Sachen Badezimmer im Hotelbereich?

Matthias Eschhaus: Das Bad als sehr privater, persönlicher und intimer Bereich unterliegt generell hohen Anforderungen. Neben Komfort und Wohlfühlfaktor spielt das Thema Sauberkeit und Hygiene natürlich eine große Rolle – in dieser Hinsicht gab es seitens der Hotelgäste schon immer eine gewisse Erwartungshaltung.

Die vergangenen Monate haben speziell hygienische Oberflächen in den Fokus gerückt. Die berührungslose Ausstattung von halböffentlichen Sanitärräumen ist Teil einer neuen Willkommenskultur geworden. In Hotels sind die öffentlichen Sanitärbereiche längst mehr als eine praktische Notwendigkeit – sie sind eine Visitenkarte, und oft gewinnt ein neuer Gast hier die ersten Eindrücke des Hauses. Sie müssen daher topgepflegt sein und optisch wie ästhetisch zu Stil und Anspruch des Hotels passen.

Was bedeutet das für die Badplanung?

Bei den Hoteliers stehen stets die Investitionssicherheit und Wirtschaftlichkeit sowie eine hohe Reinigungsfreundlichkeit fürs Housekeeping im Fokus. Keime verteilen sich häufig über Flächen und Funktionskomponenten, die von vielen Menschen berührt werden.

Dadurch, dass Hotelgäste heutzutage sehr gut durch das Internet informiert sind und sich auf Buchungsportalen Bewertungen durchlesen und abgeben, sind Hoteliers von einem positiven Gesamturteil der Gäste abhängig. Deshalb sollte sich bereits bei der Planung entscheiden, wie hygienisch sicher und dauerhaft ansprechend Sanitärräume in halb­öffentlichen Bereichen und den Hotelbädern betrieben werden können.

Was sollte eine hygienische Badplanung in Hotels im öffentlichen Bereich und auf den Zimmern berücksichtigen?

Bereits bei der Ausstattung der Sanitärräume ist es wichtig, die Möglichkeiten zur Übertragung von Keimen weitgehend zu verhindern, indem Handberührungen der Gäste auf ein Minimum reduziert werden. Designs, Materialien und Oberflächen, die Schmutz und Ablagerungen wenig Angriffsfläche bieten, die sich leicht reinigen und desinfizieren lassen, verbessern die Hygiene und erhöhen das Wohlbefinden aufgrund eines einladenden Gesamteindrucks.

„Eine integrierte Hygienespülung im Unterputz-Spülkasten bedeutet bei der WC-Planung keinen Mehraufwand.“

Zur Hygiene gehört aber auch der regelmäßige Wasseraustausch in allen Trinkwasserleitungen. Bereits bei der Planung von WC-Anlagen im Hotel eignen sich dafür Hygienespülungen, die den erforderlichen Wasseraustausch in den vorgelagerten Leitungsabschnitten für Warm- und Kaltwasser automatisch sicherstellen. Geberit hat zum Beispiel dafür den „Sigma“-Unterputz-Spülkasten weiterentwickelt. Damit lassen sich zum einen die Anforderungen an die Trinkwasserhygiene dank individuell programmierbarer Spüllogiken mühelos erfüllen, zum anderen bedeutet eine integrierte Hygienespülung im Unterputz-Spülkasten bei der WC-Planung keinen Mehraufwand.

Woran sollten Hoteliers im Vorfeld denken?

Eine frühzeitige Planung durch Architekten und Planer sowie eine ganzheitliche Sicht auf die hygienischen Produktlösungen helfen, eine bestmögliche Hygiene vor der Wand zu erreichen. Ich empfehle frühzeitig einen Stromanschluss zu berücksichtigen, zum Beispiel für berührungslose Armaturen und Betätigungsplatten oder ein Dusch-WC.

Auch an Hygienespülungen sollte man bereits in der Planungsphase denken, denn die Einhaltung des bestimmungsgemäßen Betriebs einer Trinkwasseranlage nach DIN 1988-200 ist eine Betreiberpflicht – für die bereits Planer und Installateure die Voraussetzungen schaffen müssen.

Worauf sollte der Fokus liegen?

Auf dem Einsatz von reinigungsfreundlichen und wartungsarmen Produkten, die leicht zu bedienen sind. Diese gewährleisten neben der einfachen und schnellen täglichen Reinigung auch mitunter großes Einsparpotenzial bei den Unterhaltungskosten und erhöhen somit natürlich auch die Marge, was in einer starken Wettbewerbssituation, in der sich die Hotels ohne jeden Zweifel befinden, ein nicht zu unterschätzender Faktor ist.

Am Waschplatz sowie im WC-Bereich spielen Reinigungsfreundlichkeit und die Vermeidung von Handkontakten eine wichtige Rolle. Ideal sind Wandarmaturen mit elektronischer Nutzererkennung, ausreichendem Abstand zum Becken und einem Wasserstrahl, der ein Rückspritzen vom Abfluss sicher verhindert. Gleiches gilt am WC: Berührungslose Betätigungsplatten beziehungsweise automatische Spülauslösungen verhindern auch hier Keimübertragungen von Hand zu Hand.

„Zu mehr Hygiene und Sauberkeit tragen auch weiche Formen der Badkeramiken bei.“

Matthias Eschhaus, Geberit

Größtmögliche Reinigungsfreundlichkeit stellen spülrandlose „Rimfree“-Keramiken sicher, da sie so gut wie keine verdeckten Bereiche besitzen und so Keimen und Ablagerungen kaum Angriffsfläche bieten. Ein WC-Sitz mit „Quick-Release“-Funktion lässt sich mit nur einem Handgriff entfernen und so vom Housekeeping mühelos gründlich reinigen.

Zu mehr Hygiene und Sauberkeit tragen auch weiche Formen der Badkeramiken bei. Eine zusätzliche Spezialglasur wie „Kera Tect“ verleiht sowohl WCs als auch Waschtischen eine nahezu porenfreie, extrem glatte Oberfläche, die sich noch leichter säubern lässt.

Was ist die Herausforderung in der (Um-)Planung bereits bestehender Bäder bezüglich Hygiene?

Installateure fordern Produkte, die einfach und sicher zu montieren sind. Mit der Installationstechnik von Geberit stellen somit auch Eingriffe vor und hinter der Wand keine größere Herausforderung mehr dar. Auch während des laufenden Hotelbetriebs können Bäder umgebaut werden, um hygienische Anforderungen besser zu erfüllen. Batterie- oder generatorgetriebene, berührungslose Waschtisch-Armaturen können überall dort zum Einsatz kommen, wo kein Stromanschluss vorhanden ist.

Auch einen Wechsel hin zu einer reinigungsfreundlichen spülrandlosen WC-Keramik kann ein Sanitärinstallateur unkompliziert in nur wenigen Arbeitsschritten vornehmen. Betätigungsplatten mit „Easy-to-clean“-Beschichtung lassen sich besonders einfach sauber halten und können unkompliziert nachgerüstet werden. Und für die persönliche Körperhygiene der Hotelgäste können die Bäder mit einem Dusch-WC nachgerüstet werden.

Interview: Mareike Knewitz

Newsletter-Registrierung

Topaktuell auf den Punkt gebracht!
Werktäglich berichtet der kostenlose Tophotel-Newsletter über aktuelle Ereignisse in der nationalen und internationalen Hotelwelt. Profitieren Sie von journalistisch hochwertiger Information und Inspiration für das tägliche Business.
ANMELDEN
Sie interessieren sich für Produktnews und technische Innovationen in der Hotellerie? Testen Sie auch unseren kostenfreien HOTEL+TECHNIK-Newsletter​
close-link