Schwerpunkt Insolvenz Insolvenz als Licht am Horizont?

Insolvenzen sind in der deutschen Hotellerie längst kein Randphänomen mehr. Steigende Kosten, veränderte Nachfrage und strategische Fehlentscheidungen setzen viele Betreiber unter Druck.
Insolvenzen sind in der deutschen Hotellerie längst kein Randphänomen mehr. Steigende Kosten, veränderte Nachfrage und strategische Fehlentscheidungen setzen viele Betreiber unter Druck. © Yasar – stock.adobe.com (KI-generiert)

Steigende Kosten und strategische Fehler treiben Hotelbetreiber in die Insolvenz, die aber auch ein Neustart sein kann. Teil 1 des Tophotel-Zweiteilers beleuchtet die Arcona Hotels & Resorts und die Lindner Hotel Group.

Branchenverbände aus Tourismus und Hotellerie warnten pandemiebedingt bereits Ende 2020 vor einer Insolvenzwelle in der deutschen Hotellerie. Corona war nicht der alleinige Auslöser, aber der Startpunkt zunehmender Insolvenzanmeldungen in der Branche. Schon Ende 2020 meldete das Sofitel in Berlin Insolvenz an, andere Häuser, wie beispielsweise der Hessische Hof in Frankfurt, schlossen vorsorglich erst einmal ganz die Türen.

Die Hintergründe für die aktuelle Insolvenzwelle sind eine toxische Mischung aus negativen Ereignissen: Pandemie-Nachwirkungen wie geringeres Reiseaufkommen im Corporate-Bereich, weniger zahlungskräftige ausländische Gäste, der Ukraine-Krieg, daraufhin Energiekostenexplosion, Inflation – verbunden mit Pachterhöhungen durch Indexmieten – Tariferhöhungen bei den Mitarbeitenden, versäumte Investitionen und Restrukturierungen in den Boom-Jahren.

Dass die große Welle zunächst auf sich warten ließ, hing auch mit dem vorläufigen Aussetzen des Insolvenzrechts in Deutschland zusammen, das die Bundesregierung während der ersten Pandemiemonate beschlossen hatte. Danach folgte zunächst eine Insolvenzanhäufung bei kleineren Betrieben und Gesellschaften, wobei viele von diesen sich gar nicht erst in den Insolvenzprozess begaben, sondern einfach leise vom Markt verschwanden. „Hotelgruppen haben in der Regel rechtliche Expertise inhouse und gleichzeitig auch einen besseren Zugang zu Liquidität“, erläutert hierzu Jürgen Blersch von der Partnerschaftsgesellschaft BGP Insolvenzverwaltungen, Wiesbaden. Außerdem hätten kleinere bis mittelgroße Einzelbetriebe mit hohem Serviceanteil nur wenig Einsparungsmöglichkeiten, wenn sie die Funktionalität ihrer Häuser nicht gefährden wollten …

>> Mehr dazu erfahren Sie in der neuen Tophotel Ausgabe 3-4/2026.