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StartBusiness & ManagementIHIF Berlin::Zwischen Zuversicht und Zweifel

IHIF BerlinZwischen Zuversicht und Zweifel

Zwei Tage lang diskutierten im Intercontinental Hotel Berlin die CEOs großer nationaler und internationaler Hotelgruppen über ihre Zukunftsaussichten und Nöte. Im Vordergrund standen dabei vor allem Strategien zur Profitsteigerung, um endlich dem Hamsterrad der Corona-Kredite entfliehen zu können.

Wo in Vor-Pandemie-Zeiten kraftstrotzend nur von Pipelines und Expansion gesprochen wurde, standen im Jahr 2022 Themen wie Kostensenkung, Mitarbeiter-Gewinnung und das Für und Wider eines Engagements im Resort-Bereich im Vordergrund der IHIF-Themen in Berlin. Eine weitere tragende Rolle spielte das Segment Serviced Apartments, mit dem sich inzwischen alle Gruppen auseinandersetzen. So sagte etwa Best Western Hotels & Resorts-CEO Larry Cuculic: „Wir haben in den letzten 12 Jahren unsere Markenportfolio von einer auf 18 Marken ausgebaut. Heute ist Extended Stay eine weitere Chance, bei der wir einen Hebel ansetzen.“

Mitarbeiter-Mangel und -Gewinnung

Den Mittelpunkt des CEO-Panels bildete der durch die Pandemie verschärfte Mitarbeiter-Mangel. Sowohl Cuculic als auch Radisson President und CEO Federico J. González Tejera und Dillip Rajakarier, CEO der Minor Hotels Group, präsentierten sich als verständnisvolle Arbeitgeber, die verstärkt auf Weiterbildungsmöglichkeiten im Unternehmen als auch auf neue Wege zur Mitarbeiter-Suche und -Bindung setzen wollen. „Wer die Branche in der Vergangenheit verlassen hat, war teilweise nicht genügend über die dortigen Karrierewege aufgeklärt“, sagte González. Zudem, so Rajakarier, hätte die junge Generation andere Werte, hier könnten vor allem Unternehmen punkten, die die Themen Nachhaltigkeit, Diversität und Inklusion verträten. „Es ist die Unternehmenskultur, die Menschen anspricht und die Transparenz mit den Mitarbeitern. Wenn man eine Beziehung zu ihnen aufbaut und ihr Mentor ist, wird es schwieriger für sie, zu kündigen“, ergänzte Cuculic.

Profitabilität

In einem Panel zum Thema Profitabilität erklärte Ruslan Husry, CEO der HR Group, wie sein Unternehmen durch Wachstum und daraus resultierende Synergien Kosten einspare. Hotels verschiedener Marken an einem Standort könnten sich beispielsweise eine Küche teilen. Zudem sinken bekanntlich die Preise für Franchise- und OTA-Anschlüsse je mehr Hotels ein Unternehmen einbringt. Als positiv werteten alle Manager auf dem Kongress die vergleichsweise gute Ratenentwicklung. „Meine größte Sorge war, dass die Preise niedrig bleiben, ich bin positiv überrascht,“ so Jens Mathiesen, President & CEO von Scandic, in Berlin. „Wir können in den meisten unserer Märkte höhere Raten erzielen als vor der Krise.“ Scandic sei schon immer ein schlankes Unternehmen gewesen, nun sei es noch schlanker aufgestellt und sein Ziel sei es, dies zu bewahren und somit ein noch resilienteres Unternehmen zu schaffen. Bei Scandic gehe dies auch damit einher, die Digitalisierung beispielsweise bei der Preisgestaltung zu verstärken und u.a. auf künstliche Intelligenz zu setzen. Seine Kollegen Neil Kirk, COO der L&R Hotels, und Ruslan Husry setzen bei der Digitalisierung verstärkt auf QR Codes, über die Gäste Leistungen einsehen und Bestellungen aufgeben können. „Außerdem haben wir unseren Fokus auf den Leisure-Bereich gelegt und Hotels umgestaltet, zum Beispiel mehr Familienzimmer geschaffen,“ so Kirk.

Expansion per Franchising

Was die Vertragsarten anbelangt, forcieren die internationalen Gruppen weiterhin die Expansion per Franchising, bevorzugt mit White Label Betreibern, die gleich mehrere Hotels unter Vertrag haben. Doch auch diese sind vorsichtiger geworden und prüfen nun genau, wie sie wiederum Eigentümer an Risiken beteiligen können, etwas durch die Reduzierung des Fixanteils bei Pachten oder Hybridverträge. Franchise-Geber auf der anderen Seite müssen ihre Modelle ebenfalls überprüfen und ihre Leistungen so anpassen, dass sie die veränderten Gästeerwartungen treffen und ihre Franchise-Nehmer in vielerlei Hinsicht unterstützen. „Marken wurden durch die Pandemie noch wichtiger, weil sie auf Gäste Sicherheit ausstrahlen“, freut sich Mill einerseits. Andererseits seien die Erwartungen an sie aber deutlich gestiegen.  Ein großes Fragezeichen für die Zukunft bleibe, wie sich Gästestrukturen entwickelten, welche Auswirkungen das Remote-Arbeiten auf die Branche habe und die Video-Konferenzen auf Business-Reisende.

Ferienhotellerie

Im Bereich Ferienhotellerie, so das Fazit verschiedener Panels auf dem IHIF, zeichnet sich ein verstärkter Trend nach All Inklusive Angeboten ab. Hintergrund:  Menschen möchten nach der Pandemie endlich wieder komplett umsorgt werden. Auch Pauschalreisen kommen derzeit überdurchschnittlich zurück, da sie ihren Buchern Sicherheiten garantieren. Die Branche erwartet zudem eine gesteigerte Nachfrage nach Gesundheits- und Wellness-Angeboten in der Leisure-Hotellerie.

Susanne Stauß

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