IHA-Branchenreport HRS verliert Marktanteile gegenüber Booking

Der IHA hat jüngst den aktualisierten Branchenreport „Hotelmarkt Deutschland“ veröffentlicht. Dieser berichtet über eine wachsende Marktdominanz von Booking.com und damit einhergehend über rückläufige HRS-Zahlen. Insgesamt nimmt die Abhängigkeit an den OTAs konstant zu.

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In 2019 dominierten nach wie vor drei Buchungsportale den deutschen OTA-Markt mit einem gemeinsamen Marktanteil von über 95 Prozent. Das geht aus dem Branchenreport „Hotelmarkt Deutschland 2020“ hervor. Der dominante Player ist Booking.com mit einem Marktanteil von 65,7 Prozent. Im Vergleich zum Jahr 2017 (58,6 Prozent) konnte der Marktführer seinen Marktanteil noch einmal massiv ausbauen. Auf Platz zwei liegt in Deutschland die HRS-Gruppe mit einem Marktanteil von nur noch 17,1 Prozent (2017: 23,6 Prozent). Mit insgesamt 12,5 Prozent (2017: 12,2 Prozent) entfällt der Rest des Marktes im Wesentlichen auf die Expedia-Gruppe.

Erste, noch vorläufige Ergebnisse der aktuellen Studie für das Referenzjahr 2019 zeigen, dass die Abhängigkeit der Hotellerie von Online-Plattformen weiter konstant zunimmt, während der Anteil der Direktbuchungen abnimmt. Wurden im Jahr 2013 noch 63,7% aller Übernachtungen über direkte Kanäle (online und offline) im Hotel gebucht, lag der Anteil im Jahr 2019 nur noch bei 58,5%. Die Online-Buchungsplattformen konnten ihren Anteil von 20,9% im Jahr 2013 auf 29,7% im Jahr 2019 ausbauen und zählen damit zu dem stärksten Buchungskanal für die Hotellerie in Deutschland. Der Anteil der Übernachtungen, die direkt über die hoteleigene Website (in Echtzeit) gebucht wurden, lag 2019 insgesamt bei 8,8% (2017: 10,9%) und verzeichnet damit einen Rückgang im Vorjahresvergleich.

„Vor dem Hintergrund dieser Zahlen ärgert es uns besonders zu sehen, wie rücksichtslos und nur auf den eigenen Marktvorteil aus einige Buchungsportale gegenüber ihren ‚Hotelpartnern‘ in den vergangenen Wochen mit ihrer Stornierungspolitik vorgegangen sind. Sie haben die Grenzen ihrer Mittlerrolle zur Unzeit ausgedehnt und den Hotels dringend benötigte Liquidität entzogen“, kritisiert Luthe die Praktiken einiger Portale.

Hintergrund zur Studie: Seit Jahren weit oben auf der Agenda des Hotelverbandes stehen die Stärkung des Direktvertriebs und der Kampf für faire Rahmenbedingungen in der Online-Distribution. Um die Entwicklungstendenzen der wichtigsten Distributionskanäle aufzuzeigen, Marktanteile zu ermitteln und in einem Gesamtkontext zu analysieren, führen die Hotelverbände in Europa unter dem Dach von HOTREC Hospitality Europe und in Zusammenarbeit mit dem Institut für Tourismus der Fachhochschule Westschweiz Wallis seit dem Jahr 2013 im Zweijahresturnus europaweite Online-Umfragen unter Hotels durch.

 

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