Anzeige
Anzeige
Anzeige
StartBusiness & ManagementMagisch mit kleinen Makeln::Hoteltest Schloss Elmau

Magisch mit kleinen MakelnHoteltest Schloss Elmau

Schloss Elmau, Luxury Spa Retreat & Cultural Hideaway, ist eine Hotellegende und war im Juni 2022 zum zweiten Mal Schauplatz des G7-Gipfels in Deutschland. Tophotel hat kurz davor „The Schloss Elmau Experience“ in einem anonymen Hoteltest geprüft und festgestellt: Nicht alles ist Fünfsterne-Superior, doch der Zauber des Ortes und das bezaubernde Team lassen kleine Schwächen vergessen.

Unser Hoteltest auf Schloss Elmau:


Was ist der Tophotel-Hoteltest?

Konstruktiv Potenziale heben – das ist das Motto des neuen Tophotel-Hoteltests, der aus zwei Elementen besteht: Im ersten besucht die Redaktion anonym das ausgewählte Haus und testet es nach klar definierten Kriterien. Anschließend ordnet ein erfahrener Consultant, der sowohl Hotelier als auch Berater sein muss, die Ergebnisse ein und reflektiert konstruktiv, wie sich ein noch besseres Ergebnis erzielen ließe.


Hoteltest Schloss Elmau: Reservierung

Wir buchen online, direkt und unkompliziert, drei Monate im Voraus für zwei Nächte im Frühsommer ein Deluxe-Doppelzimmer mit Balkon im Stammhaus Hideaway. Wir erhalten sofort eine korrekte Reservierungsbestätigung mit Links für eventuelle Zusatzbuchungen (Sport, Spa, Restaurants). Am nächsten Tag folgt eine weitere Mail mit der Bitte um Namen und Geburtsdaten aller anreisenden Gäste. Wir liefern die Daten und erhalten eine Dankesmail, man freue sich, uns bald begrüßen zu dürfen.

Hoteltest: sehr gut

Beginn der Guest Journey

14 Tage später fasst eine Mail des Hospitality Teams von Schloss Elmau nochmals die Leistungen zusammen (Package-Preis aus Übernachtung und Resort Fee für Frühstück, Welcome Amenities, Mineralwasser in der Minibar, Tee und Kaffee auf dem Zimmer, Tageskuchen in den Lounges, kulturelle Angebote, Zutritt zu den Spas, Teilnahme an Yoga- und Fitnessprogrammen, besondere Angebote für Kinder plus Nutzung des Internets). Das Dinner-Buffet im Restaurant „La Salle“ betrage 60 Euro, in den anderen Restaurants bezahle man nach Konsum.

Drei Wochen vor dem Hoteltest schreiben wir an das Hospitality Team, dass wir am Anreiseabend gern im Restaurant „Fidelio“ und am nächsten Abend im Restaurant „Summit“ im Retreat essen möchten. Eine Stunde später wird uns der Tisch im „Fidelio“ bestätigt, der Tisch im „Summit“ sei als Wartetisch notiert, was nicht näher erläutert wird.

Eine Woche vor Anreise erhalten wir eine automatisierte Mail, dass wir bereits Präferenzen und Wünsche mitteilen sowie Spa-­Treatments, Konzertkarten oder Bike-Touren reservieren können. Über rote Buttons gelange man direkt auf die Buchungsplattformen der entsprechenden Abteilungen. Die Radtour haben wir schon gebucht, der Link zu besonderen kulturellen Veranstaltungen während unseres Aufenthalts führt ins Leere.

Hoteltest: gut

Homepage & Social Media

Die Homepage von Schloss Elmau präsentiert sich traumhaft schön. Die – teils bewegten – Bilder sind ausdrucksstark, Landschaft, Wellnessbereich und Zimmer begeistern. Neben allem Wissenswerten zur Destination und den beiden Häusern Hideaway und Retreat, die unter dem Begriff „The Schloss Elmau Experience“ zusammengefasst werden, führen ansprechende Fotomotive zu den unterschiedlichen Arrangements. Buchbar sind sie ebenso wie die in viele Kategorien aufgeteilten Zimmer online, sehr einfach und gut erklärt.

Die Homepage bietet unter der Rubrik „Lehre & Karriere“ interessante Informationen über die Leistungen für Mitarbeitende. Ebenso ansprechend und informativ sind die Auftritte auf Facebook und Instagram, auf Linkedin präsentiert sich das Schloss mit Fakten als Unternehmen und Arbeitgeber.

Hoteltest: sehr gut

Ausicht auf das Bergpanorama von Schloss Elmau
Egal wo die Gäste sich zum Speisen oder Relaxen niederlassen, das spektakuläre Panorama des Wettersteingebirges dominiert stets die Szenerie. (Bild: Schloss Elmau)

Lage & Mobilität

Seine Abgeschiedenheit macht Schloss Elmau einzigartig: Von Klais aus gelangt man mit dem PKW über eine Mautstraße nach sechs Kilometern zum Schloss. Innsbruck wird mit dem Auto in 45 Minuten erreicht, München in rund 90 Minuten. Von beiden Städten bestehen gute bis sehr gute Zugverbindungen nach Klais. Der Transfer von Klais zum Schloss Elmau wird kostenfrei vom Hotel übernommen. Für private PKW gibt es zwei Tiefgaragen mit insgesamt 16 E-Ladestationen, darunter auch zwei Schnelllader. Zudem findet jeder Gast im Bike-Keller das passende Rad.

Hoteltest: sehr gut

Tag 1 / Check-in

Als wir zu Beginn unseres Hoteltets in die Einfahrt von Schloss Elmau rollen, wird der Eingang von einem Reisebus versperrt, dem eine größere Seniorengruppe entsteigt. Unser PKW wird dennoch sofort wahrgenommen, der freundliche Rafael kommt uns mit strahlendem Lächeln entgegen, schickt uns zum Einchecken und kümmert sich um Wagen und Gepäck. Im Foyer werden Erfrischungsgetränke und Prosecco serviert. Die Formalien sind schnell erledigt, alles ist vorbereitet. Man bietet uns eine Hausführung an und überreicht die Bestätigung für die gebuchte E-Bike-Tour sowie die Zimmerschlüssel.

Wir fragen, ob die Radtour denn stattfindet, es soll am nächsten Tag gewittern. Antwort: Sie sei nicht abgesagt und von uns auch nicht mehr stornierbar, da es bereits nach 16 Uhr ist. Auf dem Weg ins Zimmer treffen wir im Aufzug Rafael mit unserem Gepäck. Er macht sich sofort nützlich, hängt unsere Jacken auf.

Hoteltest: sehr gut

Hygienekonzept und Housekeeping

Die Pandemie ist noch nicht vorbei, auf Schloss Elmau achtet man sehr darauf, dass sich auch ängstlichere Gäste wohlfühlen. Alle Mitarbeitenden tragen Maske, wenngleich nicht immer über der Nase. Entzerrte Essenszeiten sorgen für viel Platz rund um die Tische, vor jeder Eingangstür und vor den Aufzügen stehen Spender mit Desinfektionsmitteln. Wer möchte, kann sich täglich kostenlos testen lassen.

Sportkurse wie etwa Yoga oder Stretching finden nur auf mitgebrachten eigenen Matten statt – uns etwas unverständlich, wo jeder Fitnessclub sonst seine Matten einfach desinfiziert. Im Spa-Bereich könnte der Hygiene ein wenig mehr Aufmerksam zuteilwerden. Zwar besteht man dort darauf, die Liegen mit weißen Laken zu bedecken. In der Dusche finde ich aber dicke Haarbüschel anderer Gäste vor, im Badehaus ist außer der Aufguss-Dame kein Mitarbeiter sichtbar.

Das Housekeeping ist morgens flott unterwegs. Bereits nach dem Frühstück ist unser Zimmer tadellos frisch gereinigt, die auf dem Waschtisch liegenden privaten Hygiene- und Schminkutensilien wurden liebevoll auf einem Waschlappen formiert. Auf den Fluren wird stets freundlich gegrüßt. Softdrinks und Wasser in der Minibar sind aufgefüllt.

Hoteltest: gut

Hoteltest Schloss Elmau: Zimmer

Wir hatten die Kategorie Doppelzimmer Deluxe mit Balkon gebucht, wurden aber offenbar einem kleinen Upgrade unterzogen, denn wir betreten eine sehr geräumige Einheit mit großem Doppelbett, Sofa, Couchtisch und Sessel, Schreibtisch sowie einer gemütlichen Chaiselongue, die man laut Prospekt eher der Kategorie Junior Suite zuordnen könnte. Bei der Ankunft ist es im Zimmer brütend heiß. Die Sonne brennt durch die bodentiefe Glasfront. Es ist weder die Markise herausgefahren, noch sind Vorhänge zugezogen. „Da unsere Gäste die frische Bergluft besonders schätzen und mit Rücksicht auf den Schutz des Klimas haben wir im Hideaway auf eine Klimaanlage verzichtet“, heißt es dazu auf der Homepage. „Die Nächte sind auch in den warmen Sommermonaten immer angenehm kühl.“ Das stimmt, doch jetzt können wir nur die Flucht nach draußen ergreifen.

Innenansicht einer Juniorsuite in Schloss Elmau
Juniorsuite in Schloss Elmau. Das Elefantenmotiv des Bettkopfteils zeiht sich wie ein roter Faden durch das Hotel. (Bild: Schloss Elmau)

Wie alle 115 Zimmer und Suiten des Hideaways ist auch unseres mit viel Liebe zum handwerklichen Detail und asiatischer Leichtigkeit sowie mit wertvollen Materialien aus aller Welt eingerichtet: Schramm-Matratzen, geöltes Fisch­grät-Eichenparkett, ein persischer Loribaft-Teppich, großzügige Schränke aus massiver amerikanischer Kirsche, Samsung HDTV mit Sky Programmen, Safe und eine mit Softdrinks gefüllte Minibar.

Auf dem Schreibtisch: Kapselkaffeemaschine, Gläser, Mineralwasser, Becher und drei mit verschiedenen Süßigkeiten sowie Nüssen gefüllte Einmachgläser. Alle Geräte und das WLAN funktionieren reibungslos, die Lichtschalter sind gut zu bedienen. Der dünne Strahl der Kaffeemaschine erfordert allerdings Geduld, und leider gelingt es uns auch nach erneutem Aufladen an der Rezeption nicht, die zweite Zimmerkarte zum Funktionieren zu bringen. Morgens hängt die bestellte Tageszeitung pünktlich in einem Säckchen an unserer Zimmertür.

Hoteltest: gut

Badezimmer

Das große, zeitlos designte Bad aus Solnhofer Naturstein erfüllt höchste Ansprüche. Die Armaturen von Hansgrohe sind selbsterklärend, die Waschtische haben großzügige Ablageflächen. Die Glastür der Duschwanne lässt sich praktischerweise nach innen öffnen, sodass das Bad nach dem Duschen nicht unter Wasser steht. Die Duschwanne ist minimal tiefer als der Boden, was zum besseren Abfluss beiträgt. Das Bad hat auch eine große Badewanne und viele Stangen und Haken für Handtücher. Die bunten Bademäntel setzen im Spa-Bereich fröhliche Akzente.

Der Föhn im Bad ist leider noch ein Modell, dessen Schalter man permanent gedrückt halten muss. Gebräuchliche und weitgehend in Pappe gehüllte Amenities liegen in einem hübschen Körbchen. Hochwertiges Duschgel, Shampoo, Conditioner und Body Lotion werden in Spendern angeboten. Im hinteren Teil des Bads liegt hinter einer Glastür die Toilette, deren Lüftung recht gut funktioniert. Die Spülung ist nicht unterteilt.

Hoteltest: sehr gut

Roomservice

Nach dem Dinner möchten wir eine Flasche Wein aufs Zimmer bestellen. Auf der Roomservice-Karte wird ausführlich – und etwas umständlich – erklärt, wie man per SMS ordern kann. Ich sende meine ordnungsgemäß ausgestellte SMS. Als nach 15 Minuten nichts passiert, greift mein Mann zum Telefon und bestellt den Wein „analog“. Wenige Minuten später wird er von einer fröhlichen jungen Frau gebracht, die die Flasche öffnet, das Glas zum Probieren reicht und mir meines dann zur Chaiselounge bringt.

Hoteltest: gut


Markus Fränkle: Tophotel-Hoteltest Schloss Elmau

Zitatbild von Markus Fränkle zum Tophotel-HoteltestHotelier und Berater Marcus Fränkle analysiert die
Ergebnisse des Tophotel-Hoteltests des
Fünfsterne-Superior-Retreats Schloss Elmau.
Sein Fazit lesen Sie hier.

 


Tag 2 / Frühstück

Gegen 8:40 Uhr bildet sich am Eingang eine kleine Schlange von Gästen. Der freundliche junge Mann am Empfangstisch fragt nach der Zimmernummer und findet dann für jeden schnell den passenden Platz. Die Buffets sind mit allem gefüllt, was das Herz begehrt: eine große Brot- und Brötchenauswahl, frisches Obst in verschiedenen Darreichungen, das Müsli mit Pistazien: hervorragend.

Die „weichen“ Eier vom Buffet sind am ersten Tag hart, am zweiten fast flüssig. Auf einer Karte am Tisch werden Eierspeisen aus Bio-Eiern angeboten sowie weitere warme Frühstücksgerichte. Wir bestellen am zweiten Tag Rührei mit Schnittlauch und Mini-Weißwürste, die mit einer Laugenstange und süßem Senf gereicht werden. Die Gerichte sind perfekt zubereitet und werden flott serviert.

Am ersten Morgen erhalten wir auf die Bestellung von schwarzem Kaffee zwei kleine Kännchen, am zweiten Tag nur je eine Tasse einer etwas dünnen „Brühe“. Am ersten Morgen werden wir während des Frühstücks häufiger gefragt, ob alles in Ordnung ist, es befreite uns aber niemand von leeren Tellern. An Tag zwei fragt nach dem Servieren der Warmgerichte niemand mehr nach weiteren Wünschen, dafür ist der Abräumservice besonders eifrig. Das Buffet wird regelmäßig aufgefüllt und sieht stets sehr appetitlich aus.

Hoteltest: gut

Front Office

Hinter dem Front Desk ist meist nur eine Person anzutreffen, die weiteren Rezeptionskräfte halten sich im großräumigen Foyer auf, falls ein Gast Hilfe benötigt. Dann sind sie sofort zur Stelle, helfen beim Gepäck und beantworten Fragen. Als wir uns am zweiten Nachmittag gegen 16 Uhr bei einem jungen Mann aus dem Front-Office-Team erkundigen, ob es mit der Wartelisten-Reservierung im Restaurant des Retreats für den Abend nun geklappt habe, antwortet er nach einem Blick in den PC zunächst „Ja“, unser Tisch dort sei für 20 Uhr reserviert.

Dann wird er plötzlich unsicher und meint, er müsse noch einmal nachfragen. Er verschwindet hinter der Tür, kommt wieder und sagt, wir könnten lediglich um 18 Uhr im Retreat essen, um 20 Uhr sei es ausgebucht. Wir wollen aber noch ins Spa und entscheiden uns daher, das einzig weitere an diesem Tag geöffnete Buffet-Restaurant aufzusuchen. Der Mitarbeiter verspricht uns, sich weiterhin um einen Tisch im Retreat um 20 Uhr zu bemühen und uns im Erfolgsfall spätestens um 19:45 Uhr Bescheid zu geben. Wir erhalten keine Nachricht und erscheinen um 20 Uhr vor dem Hauptrestaurant.

Als wir unsere Zimmernummer nennen, sagt man uns, dass für uns ein Tisch im Retreat reserviert sei. Wir sind ebenso irritiert wie der Platzeinweiser für das Buffet-Restaurant. Er bittet die Rezeptionistin, unsere Reservierung zu klären. Sie entschuldigt sich für das Wirrwarr und bietet uns einen Shuttle ins Retreat an.

Nachdem unsere gebuchte Radtour am ersten Vormittag dem Regen zum Opfer gefallen war, (siehe auch folgender Punkt Sport und Fitness), möchten wir sie am Abreisetag nachholen. An der Rezeption antwortet man auf die Frage nach einem Late-Check-out, dass dies bis 14 Uhr kostenlos sei. Ein späterer Check-out sei nur gegen Bezahlung des vollen Zimmerpreises zu den von uns bisher gebuchten Konditionen, also für 620 Euro, möglich.

Hoteltest: mangelhaft

Sport und Fitness

Pünktlich zur nicht abgesagten Fahrradtour erscheinen wir am ersten Morgen bei der Sportconcierge. Dunkle Wolken hängen am Himmel, es nieselt. Mit uns wartet eine weitere Teilnehmerin. Die Sportconcierge ist etwas überfordert, weil auch sie das Wetter schlecht findet. Den Tourbegleiter erreicht sie nicht, vermutet daher, dass er bereits unterwegs sei. Auch sie weist uns noch einmal darauf hin, dass wir nun nicht mehr stornieren könnten, auch nicht kostenlos auf den nächsten Tag umbuchen, da der gebuchte Guide ja wohl gleich hier sei. Als dieser zur geplanten Startzeit nicht erschienen ist, ruft sie die Rezeption an. Dort war man über die Absage der Tour durch den Guide seit dem Vorabend informiert, hat die Information aber nicht weitergegeben. Wir buchen die Tour auf den nächsten Tag um und werden gleich nach unserer Körpergröße gefragt, auf die die E-Bikes abgestimmt werden.

Den verregneten Vormittag nutzen wir für einen Ausflug zum Golfplatz Garmisch. Dort werden wir freundlich empfangen, man gewährt uns ohne Umstände den 20-prozentigen Greenfee-Rabatt für Elmau-Gäste. Am Nachmittag überzeugen wir uns bei einem Blick in den Fitnessbereich, dass dieser nicht nur einen schönen Blick ins Freie bietet, sondern auch mit hochwertigen Geräten, unter anderem von Technogym und Woodway, ausgestattet ist. Auch die Sand-Tennisplätze im Park sind in einem Top-Zustand. Zudem werden täglich kostenlos verschiedene Gymnastik- und Fitnesskurse wie Yoga, Stretching und Faszien-Training angeboten.

Am nächsten Morgen erscheinen wir bestens gestärkt zur Radtour. Unsere Utensilien können wir in einem leichten Stoffrucksack verstauen, ein Geschenk des Hauses. Harry vom externen Tour-Unternehmen weist uns in die Radtechnik ein und führt uns auf eine dreistündige, wunderbare Panoramatour.

Hoteltest: sehr gut

Pool in Schloss Elmau beim Sonnenuntergang
Auch im Hoteltest: Das Badehaus, das mit seinen Pools Gästen ab 16 Jahren vorbehalten ist. (Bild: Schloss Elmau)

Hoteltest Schloss Elmau: Spa

Wir besuchen das Adults Only Badehaus im Hideaway, mit seiner beeindruckenden Auswahl an Saunen und Pools. Auf Gäste ab 16 Jahre warten dort ausreichend Handtücher und Pflegeartikel. Im Gartenbereich befinden sich gleich zwei großzügige Pools, einer davon ein Solepool. Auf dem Dach des Badehauses lockt ein 25 Meter langer Infinity-Rooftop-Pool mit Blick in die Bergwelt. Alle Pools dort werden ganzjährig mit Holzabfällen beheizt. Im Erdgeschoss des Badehauses liegt die großzügige Saunalandschaft mit Sole-Dampfbad. Allein die finnische Sauna misst 36 qm. In der gepflegten Tee -und Espresso-Lounge des Badehauses stehen auch kühle Getränke bereit. Die 24 qm große Sauna und das 15 qm Sole-Dampfbad auf der Ebene des Rooftop-Pools sind ausschließlich Frauen vorbehalten.

So geschmackvoll wie das ganze Haus präsentierten sich auch die verschiedenen Ruheräume mit unterschiedlichen Liegen, viel Holz und teilweise Kaminfeuer. Besonders imposant sind dabei auch hier die mit dem typischen Elefantenstoffmuster des Hotels überzogen Chaiselongues.

Die Tea Lounge im Oriental Hamam in Schloss Elmau
Ein Gefühl von Marrakesch: Tea Lounge im Oriental Hamam. (Bild: Schloss Elmau)

Im Untergeschoss, über das Gäste des Hideaways das Badehaus per Bademantel-Gang erreichen können, präsentiert sich eine weitere Besonderheit des Hotels: Das „Schloss Elmau Oriental Hamam“ ist eine Symbiose orientalischen Designs und bayerischer Handwerkskunst. Es bietet auf 500 qm drei Kuppelräume mit Nabelsteinen, vier Behandlungsräume, zwei Dampfbäder und eine Oriental Tea Lounge. Ebenfalls im Badehaus liegen 15 Behandlungsräume für Gesundheits- und Beauty-Anwendungen sowie ein Yoga-Studio. Das Beauty-Team arbeitet mit Produkten von Team Dr Joseph, La Biosthétique, Dermaviduals, Alpienne, Niance, und Gretel sowie Coola.

Hoteltest: sehr gut

Sicherheit

Die Vorbereitungen für den G7-Gipfel laufen, das Gelände um das Hotel wird weiträumig von Maschendrahtzäunen umschlossen. Polizei und BKA durchforsten die Umgebung. Im Hotel selbst sind keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen spürbar. Das Tor vom Garten in Richtung Wald steht offen, um von den Terrassen ins Haus oder in die Zimmeretagen zu gelangen, benötigt man keine Schlüsselkarte. Vermutlich steht hinter dieser vermeintlichen Freiheit ein hervorragendes Überwachungssystem.

Hoteltest: sehr gut

Restaurants

Am ersten Abend werden wir im Restaurant „Fidelio“ vom Restaurantleiter zu einem netten Zweiertisch gebracht und nach einem Wasser- oder Aperitif-Wunsch gefragt. Danach übernehmen junge, sehr freundliche Servicekräfte. Auf dem Tisch liegt ein Pappkärtchen mit dem Tagesmenü. Wir bestellen das Menu einmal mit vier Gängen für 70 und einmal ohne Dessert für 60 Euro. Das Essen übertrifft unsere Erwartungen, die Sushi Selection mit verschiedenen Meeresfrüchte- und Gemüse-Kreationen ist ein optischer und kulinarischer Höchstgenuss. Die würzige Suppe umschmeichelt den Gaumen, der Fisch ist auf den Punkt gebraten, das Dessert ein passender Abschluss. Die Weinauswahl nehmen wir unberaten vor, der Service drückt uns dafür ein Tablet in die Hand, wobei uns bei den Weißweinen ein Blauer Silvaner interessiert. Als wir die Kellnerin um eine nähere Erklärung bitten, holt sie den Chef. Er erläutert uns die Rebsorte und empfiehlt uns diesen Wein explizit. Wir sind mit der Wahl sehr zufrieden.

Innenansicht des Restaurants Fidelio in Schloss Elmau
Im Hoteltest: Das Restaurant „Fidelio“. (Bild: Schloss Elmau)

Das Restaurant hat eine angenehme Stimmung, dafür sorgen gemütliches Licht, hübsche Flamingo-Blumen auf den Tischen und Teelichter. Insgesamt hat der Raum mit seiner hohen Decke aus gebogenen Balken eine ähnliche Anmutung wie der Konzertsaal, für eine Raumunterteilung sorgen lange fließende Vorhänge. Aus der Musikanlage erklingt Jazz, der zuweilen etwas aufdringlich wirkt.

Für den zweiten Abend haben wir das Restaurant im Retreat gewählt, dessen drei Namen „Tutto Mondo“, „Summit“ und „Ganesha“ etwas verwirren. Dies, so erläutert uns unsere kompetente Servicekraft, beziehe sich lediglich auf die verschieden Räume. So ist „Tutto Mondo“ für Familien gedacht, „Summit“ nur für Erwachsene, in allen drei Bereichen gilt dieselbe Karte mit italienischem Schwerpunkt. Die Menüpreise sind identisch mit denen des „Fidelio“. Wir bestellen einmal das Viergängemenü für 70 Euro, dazu ein Vitello Tonnato (20 Euro) und die Tagliolini fatti in Casa mit Tartufo und Prosecco (26 Euro).

Alle Gerichte sind nicht nur ansprechend angerichtet, sondern erfüllen auch das Versprechen, klassischen italienischen Zutaten eine neue aromatische Note zu verleihen. Wir sind sehr zufrieden, auch mit unserem Weißwein aus dem Friaul, den wir uns wieder vom Tablet ausgesucht haben. Auch wenn wir persönlich die Haptik einer Weinkarte aus Papier bevorzugen, können wir die Erklärung für das Tablet nachvollziehen. Es spart nicht nur Papier, sondern lässt sich stets unproblematisch aktualisieren, wenn einer der raren Jahrgänge ausgetrunken ist.

Mit unserer charmanten Servierkraft, die inklusive Ausbildung nun schon fünf Jahre im Haus ist, unterhalten wir uns prächtig.

Hoteltest: sehr gut

Hoteltest Schloss Elmau: Bar und Getränkeservice

Nach einem Rundgang über das Gelände lassen wir uns am Ankunftstag des Hoteltests auf der „Tea Lounge Terrace“ des Hideaway nieder und bestellen zwei Bier. Eine freundliche junge Mitarbeiterin bietet uns dazu Nüsse oder Chips an. Über ihr Handy können wir die Getränke aufs Zimmer buchen lassen und dabei gleich den Tip eingeben.

Am zweiten Abend des Hoteltests suchen wir die Jazz Bar & Lounge „Al Camino“ im Hideaway auf. Hier begeistert uns Pianist Sam Hylton mit hochklassiger und unaufdringlicher Jazz-Musik. Man kann sich noch gut unterhalten, einige Gäste spielen Gesellschaftsspiele, andere genießen den Blick ins Kaminfeuer. Unsere Cocktails, ein gehaltvoller „Elmau Cat“, und ein leckerer, alkoholfreier „Made my Day“ auf Himbeerbasis, persönlich serviert von Barchef Keven McFarland, schließen den Abend sehr gelungen ab.

Hoteltest: sehr gut

Instagrammability

Wenn sich ein Standort für Instagram eignet, dann gewiss Schloss Elmau. Die Hotelgebäude, seine Infinitypools, der Außenpool in der Natur, das Retreat, die über das Geländer verstreuten Liegeplätze mit Blick aufs Wettersteingebirge, der Ferchenbach oder auch der Konzertsaal mit seinen wechselnden kulturellen Darbietungen: Dem Hotel und seiner Umgebung mangelt es nicht an „coolen“ Motiven.

Hoteltest: sehr gut

Tag 3 / Check-out

Nach dem Frühstück bitten wir, die Rechnung für 14 Uhr fertig zu machen und in zwei Teile zu splitten. Sie war zuvor auf den Namen meines Mannes ausgestellt, soll aber auf meinen lauten. Die freundliche und motivierte Rezeptionistin macht sich sofort ans Werk, wir starten zur Radtour. Kurz vor 14 Uhr stehen wir mit unseren Gepäckstücken in der Halle, Rafael erspäht uns sofort und holt den Wagen. Front Desk Manager Helge Grahl zeigt mir am Bildschirm, dass die Rechnungen richtig gesplittet und auf meinen Namen ausgestellt sind. Er druckt die beiden Seiten aus und packt sie in einen Umschlag. Während ich zahle, lädt Rafael das Gepäck ein. Zum Abschied gibt es zwei Flaschen Mineralwasser, Rafael winkt uns nach. Von ihm fühlen wir uns wirklich jederzeit bestens betreut.

Hoteltest: sehr gut

Weitere Guest Journey

Zuhause bemerke ich, dass die Rechnungen zwar auf meinen Namen lauten, der meines Mannes jedoch noch auftaucht, einmal unter der Reservierungsnummer und einmal vor der Zimmernummer. Ich rufe sofort an und man verspricht mir, die korrigierte Rechnung sofort zu mailen. Als dies sechs Tage später nicht erfolgt ist, schicke ich noch eine Mail. Am selben Tag um Mitternacht treffen die berichtigten Rechnungen per Mail ein, sind allerdings als Duplikate gekennzeichnet.

Die Guest Journey endet mit der Abreise, in den Tagen danach finden keinerlei Nachfass-Aktionen statt.

Hoteltest: mangelhaft

Nachhaltigkeit

Schloss Elmau gehört mit zu den Hotelpionieren für Hackschnitzelkraftwerke. Das Hotel wird darüber geheizt. 50 Prozent des elektrischen Stroms werden im eigenen Blockheizkraftwerk und Wasserkraftwerk erzeugt. Die sukzessive Umstellung selbst entwickelter LED-Leuchten minimiert den Stromverbrauch, noch vorhandene Halogen-Deckenstrahler werden auf zwei Prozent der möglichen Leistung gedimmt. Ein Großteil der Lebensmittel stammt aus der Region, Speisereste landen in einer Biogasanlage, Altglas- und -papier werden recycelt. Der Wäschewechsel im Gästezimmer und -bad findet nur auf Wunsch statt. E-Ladestationen und Fahrräder sind ausreichend vorhanden.

Hoteltest: sehr gut

Gesamteindruck

Schloss Elmau ist ein magischer Ort, seine Lage unvergleichlich, die Wellness- und Sportangebote hervorragend, das Kulturangebot einzigartig. Die Stille, der überwältigende Bergblick, die großzügige Naturlandschaft und die geschmackvollen Zimmer sorgen bereits kurz nach Anreise für Entschleunigung. Ausnahmslos alle der überwiegend sehr jungen Mitarbeitenden sind sehr freundlich und höchst motiviert. Leider funktioniert die Informationsüberragung nicht immer reibungslos. Das Team wirkt bisweilen etwas hilflos. Unsere Momentaufnahme setzt sich aus Fakten und subjektiven Empfindungen zusammen.

Angesichts der hervorragenden Gesamtatmosphäre, der tollen Hardware und des gewaltigen Angebots dürfte die überwiegende Mehrzahl der Elmau-Gäste mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis höchst zufrieden sein, auch wenn gewisse Service-Leistungen vielleicht nicht ganz dem entsprechen, was üblicherweise von einem Fünfsterne-Superior-Haus erwartet wird.

Aber wie heißt es denn so schön unter der Rubrik „Lehre & Karriere“ auf der Homepage des Hotels beim Unterpunkt Team: „Da es das perfekte Hotel glücklicherweise nie geben wird, sind wir fehlertolerant und immer offen für neue Ideen, um uns ständig zu verbessern.“

Gesamtwertung: sehr gut

Hoteltest Schloss Elmau: Die Gesamtbewertung im Überblick


Markus Fränkle: Tophotel-Hoteltest Schloss Elmau

Zitatbild von Markus Fränkle zum Tophotel-Hoteltest
Marcus Fränkle leitet seit 2006 als Geschäftsführer die Geschicke des Privathotels Der Blaue Reiter in Karlsruhe-Durlach. (Bild: Hotel Der Blaue Reiter)

Hotelier und Berater Marcus Fränkle analysiert die Ergebnisse des Tophotel-Hoteltests des Fünfsterne-Superior-Retreats Schloss Elmau.
Sein Fazit lesen Sie hier.

Newsletter-Registrierung

Topaktuell auf den Punkt gebracht!
Werktäglich berichtet der kostenlose Tophotel-Newsletter über aktuelle Ereignisse in der nationalen und internationalen Hotelwelt. Profitieren Sie von journalistisch hochwertiger Information und Inspiration für das tägliche Business.
ANMELDEN
Sie interessieren sich für Produktnews und technische Innovationen in der Hotellerie? Testen Sie auch unseren kostenfreien HOTEL+TECHNIK-Newsletter​
close-link