Hotelmarkt München„Ich vertraue darauf, dass sich der Markt selbst reguliert“

Johannes Eckelmann, Gründer der Cocoon Hotels (Bild: Cocoon)

Cocoon-Gründer Johannes Eckelmann über den verschärften Wettbewerb auf dem Münchner Hotelmarkt, notwendige Innovationen und die Chancen neuer Produkte.

Anzeige

Tophotel: Herr Eckelmann, verraten Sie uns Ihren ersten Gedanken, als Sie von den Motel-One-Plänen hörten, am Münchner Hauptbahnhof, also in Ihrer unmittelbaren Nachbarschaft, gleich zwei Häuser mit insgesamt knapp 1.000 Betten zu eröffnen?

Johannes Eckelmann: Der erste Gedanke war: Noch ein Motel One? Aber man muss sich dem Markt stellen. Es sind Flächen frei geworden, die sich ein Mitbewerber zu eigen macht. Die Frage ist natürlich, tut es dem Standort gut? Das wird in München heftig diskutiert. Meine Meinung ist, wenn nicht an einem Standort wie dem Hauptbahnhof, wo dann? Wenn mir am Hauptbahnhof ein Hotel in dieser Größenordnung angeboten würde, ja, das würde ich übernehmen. Unabhängig davon verstehe ich die Kollegen, die auf die Barrikaden gegangen sind.

Der Münchner Hotelmarkt verzeichnet ein enormes Wachstum, vor allem im Budget- und Viersterne-Segment. 2018 ein Plus von rund 2.500 Zimmern, in Planung sind weitere 20 Projekte mit 4.470 Zimmern. Zwei Drittel der Zuwächse entfallen auf Kettenhotels. Was macht den Standort so attraktiv für internationale Ketten?

Mit einem RevPar von knapp 111 Euro ist es für jede Kette ein Muss, nach München zu kommen. München ist der beste Markt in Deutschland noch vor Hamburg und Berlin, weil die Erträge am höchsten sind.

Beunruhigt Sie das nicht?

Wir als Privathoteliers müssen uns Gedanken darüber machen, wie wir uns dem Mitbewerber stellen können. Manchmal ist der Kleine ein bisschen wendiger, flexibler, schneller und innovativer unterwegs und kann da einem großen Kettenhotel Paroli bieten.

Gerät der Münchner Hotelmarkt unter Druck?

Ich bin seit 25 Jahren hier in München. Ich kenne den Markt sehr gut. Wir haben 2016 schon den ersten Dämpfer bekommen. Eine Delle, wie man sie in den zehn Jahren davor kaum hatte. Das war das erste Mal, dass man gesehen hat, es wird schwieriger. Wir mit unseren innerstädtischen Betrieben haben das nicht zu spüren bekommen. Wir verzeichnen ein kontinuierliches Wachstum.

Kann München dieses starke Wachstum absorbieren? Wird die Nachfrage entsprechend steigen?

Es ist wichtig, dass München sich als Landeshauptstadt entsprechend nach außen hin vermarktet. Städte wie Hamburg oder Berlin machen das sehr gut. Wir haben uns auf den Lorbeeren der letzten Jahre ein bisschen ausgeruht.

Wie erleben Sie die derzeitige Wettbewerbssituation im Detail?

Der Münchner Hotelmarkt zeichnet sich dadurch aus, dass wir einen perfekten Mix haben. Am Wochenende die Leisure-Gäste: amerikanische, arabische, italienische Touristen. Und während der Woche ein starkes Businessgeschäft. (…)   Interview: Bärbel Holzberg


Den gesamten Artikel lesen Sie in der Februar-Ausgabe von Tophotel. Weitere Informationen finden Sie hier.

Anzeige