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HotellerieDas sind die Kosmetik-Trends

Der Trend zur Nachhaltigkeit in den Badezimmern der Hotellerie ist unübersehbar. Naturkosmetik – ressourcenschonend oder unverpackt – entwickelt sich beinahe schon zum Standard. Welche Entwicklungen gibt es darüber hinaus rund um Duschgel, Bodylotion und Co.?

Mal intuitiv, mal systematisch-strukturiert: Hoteliers gehen bei der Wahl ihrer Hotelkosmetik durchaus unterschiedlich vor, letztlich auch abhängig davon, ob es sich bei ihren Unternehmen um Einzelhäuser oder weit verbreitete Ketten handelt. „Wir sind einfach unserem eigenen Gespür gefolgt, welche Produkte zum Wohlbefinden beitragen und den Gästen das Gefühl vermitteln, an einem besonderen Ort angekommen zu sein“, berichtet Mathias Götz vom Hotel Speicher7 in Mannheim.

Er ergänzt: „Unsere Entscheidung fiel auf die australische Marke Aesop, die wir selbst schon kannten, die aber bei unserem Start 2013 noch nicht in deutschen Hotels präsent war. Wir waren das erste Hotel, das ihre Produkte offerieren durfte, konkret Shampoo, Duschgel und Bodylotion auf den Zimmern und in der Sauna sowie eine flüssige Handseife in den Toiletten unserer Hotelbar.“

Klare Vorgaben an die Lieferanten

Wie riechen die Produkte? Passen sie zum Profil und Ambiente des Hotels? Treffen sie auf eine breite Zustimmung unterschiedlicher Reisender? Stimmen Qualität und Verträglichkeit? Es gilt, viele Aspekte zu beachten. Eine Anforderung scheint sich darüber hinaus aktuell zum K.-o.- oder vielmehr Ok-Kriterium – zu entwickeln: die Nachhaltigkeit. Bei den Accor-Marken – Ibis, Greet, Mercure, Novotel, Tribe, Pullman, MGallery, Sofitel und Fairmont – erfolgt die Auswahl der Handseifen, Duschgels und Shampoos gemäß einer Ausstattungscharta, die im Rahmen des unternehmenseigenen Nachhaltigkeits-Programms mit einem externen Experten für nachhaltige Zertifizierung entwickelt wurde.

Coline Pont, Chief Procurement Officer Southern Europe & Global Strategic Sourcing, erläutert: „Diese Vereinbarung, die deutlich restriktiver als die aktuelle Gesetzgebung ist, listet alle Zutaten auf, die in den Produkten unserer Hotels erlaubt sind. Die Auswahl unserer Conditioner und Bodylotions erfolgt gemäß der Kosmetikverordnung.“ Je nach Hotelmarke arbeitet die Accor Gruppe mit White-Label-Lösungen oder bekannten Kosmetikmarken.

Bei Letzteren wurde teils eigens für Accor die Rezeptur angepasst, um mit den Vorgaben des Unternehmens übereinzustimmen. Darüber hinaus, so Coline Pont, verpflichtete sich Accor, den Plastikverbrauch in all seinen Hotels zu reduzieren. Bis Ende 2022 soll es keine Verpackungen aus Einwegplastik mehr geben, sondern stattdessen Spender, feste Kosmetika oder plastikfreie Einzeldosen Zimmerware vor.

Bye-bye (Mikro-)Plastik

Die Motel One Hotels verwenden seit 2016 ausnahmslos mikroplastikfreie organische Naturkosmetik in den Bädern. In Zusammenarbeit mit Ada Cosmetics wurden zwei Kosmetik-Produkte entwickelt, die mit dem Motel One Logo gebrandet und nach Ecocert und Cosmebio zertifiziert sind: ein organic Lindenflower Handwash sowie ein organic Mint Hair- & Bodywash, beide in einem Pumpspender. Die Pumpspender sind nachfüllbar und aus recyceltem PET.

Spendersysteme sind generell eine Spezialität von Ada Cosmetics. „In ein, zwei Jahren werden die kleinen Kosmetikportionen größtenteils aus den Hotelbadezimmern verschwunden sein. Die Zukunft gehört umweltfreundlichen Spendersystemen, da sich inzwischen auch die Einstellung der Gäste zu Spendern stark verändert hat“, ist Geschäftsführer Kai Bendix sicher.

Ada Cosmetics hat gerade erst das neue Spendersystem „Shape“ auf den Markt gebracht, das mit Blick auf die pandemiebedingt veränderten Ansprüche „auch ein Maximum an Hygienesicherheit gewährleistet. Denn wissenschaftliche Studien belegen, dass nachfüllbare Spendersysteme häufig mit Bakterien verunreinigt sind. Shape ist deshalb als geschlossenes System konzipiert. Ein gesicherter Präzisionsverschluss verhindert zuverlässig das Eindringen von Keimen in die Kartusche. Diese lassen sich dank ihrer glatten Oberfläche zudem auch von außen problemlos reinigen und desinfizieren“.

Alternative „fest“ statt „flüssig“

Die Kosmetik- und Spa-Marke Team Dr. Joseph geht noch einen anderen Zero-Waste-Weg und wagt sich mit den neuen Produkten erstmals in den Bereich der Zimmerware vor. „Wir sehen in festen Shampoos und Bodywashs eine große Chance, wirklich etwas zu verändern, denn die Hotellerie kann die Auswirkungen des globalen Kunststoffverbrauchs spürbar beeinflussen“, sagt Lena Franz, die im Management des Südtiroler Unternehmens tätig ist.

Die Produkte, die 100 Prozent natürlich, bio-zertifiziert und regional produziert sind, kommen komplett ohne Verpackung aus. Sie überzeugen, da ist sich Lena Franz sicher, aber vor allem durch ihr Anwendungsergebnis: „Mit einer herkömmlichen Seife haben unsere Würfel nichts gemein. Sie enthalten im Grunde dieselben Inhaltsstoffe wie ihr flüssiges Pendant, mit einer vergleichbaren Pflegewirkung. Das Fehlen von Wasser in der Formel macht sie zudem ergiebiger als die flüssige Variante. Unser Würfel zu 60 Gramm entspricht in etwa 500 Milliliter flüssigem Shampoo.“

Bei der Ananné AG, spezialisiert auf natürliche Premium-Wirkstoffkosmetik, bringt man den Status quo und die aktuellen Entwicklungen so auf den Punkt: „Das Standardangebot in den Hotels beinhaltet nach wie vor Duschgel, Bodylotion, Shampoo und Conditioner. Ausgelöst durch die Pandemie und das häufigere Händewaschen wird zunehmend auch eine Handcreme angeboten“, so Silva Imken, Director Marketing & Communications. Auch sie bemerkt die Tendenz zu nachfüllbaren Spendern. Allerdings: „Zumindest bei den Premium-Hotels sind Kleingrößen jedoch nach wie vor gefragt. Doch wird hier explizit nachgefragt, aus welchem Kunststoff das Packmittel besteht und ob es recycelbar ist. Auch steigt der Anspruch an die Qualität der Kosmetika und natürliche Inhaltsstoffe.“

Marke oder eigenes Branding?

Für Silva Imken steht fest: „Die Kosmetik, die im Bad des Hotelzimmers oder im Hotel-Spa zu finden ist, sollte zum Anspruch und der Ausrichtung des Hotels passen.“ Ihr Plädoyer fällt naturgemäß für ein Marken-Branding und eher gegen die Eigenmarke aus. „Man traut nicht jedem Hotel Kosmetikkompetenz zu“, so ihre Erfahrung. Dass Markennamen „das subjektive Produkterlebnis des Anwenders beeinflussen“, davon ist man auch bei Ada Cosmetics überzeugt. Aber auch manches Hotel ist eben eine Marke und verkörpert das notwendige Image. „Vier- bis Fünfsterne-Häuser bevorzugen daher oftmals die personalisierten Lösungen.“

Ada Cosmetics bietet sowohl Fashion- und Designermarken, eigene Marken als auch die Personalisierung an – vom einfachen Aufdruck des Hotellogos bis hin zum exklusiven Flakon oder Duft. „Ob kosmopolitischer Lifestyle, zeitlose Eleganz oder natürliches Lebensgefühl, wir beraten unsere Kunden eng bei der Auswahl“, betont Kai Bendix. Reizvolle Produkte bringen noch einen weiteren Mehrwert mit: die Chance auf Zusatzumsätze im eigenen Shop. Sowohl bei Speicher7 als auch bei Motel One werden sie den Gästen zum Verkauf angeboten.

Stefanie Hütz

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