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HotellerieWelche Vorteile bringen Mitarbeiterwohnungen?

Zunehmend mehr Hoteliers investieren in Unterkünfte für ihre Mitarbeitenden. Die Betriebe positionieren sich als attraktive Arbeitgeber, indem sie gleich zwei Herausforderungen begegnen: dem Personalmangel, der sich durch die Coronapandemie nochmals verschärft hat, und der weit verbreiteten Knappheit an bezahlbarem Wohnraum.

„So schön wohnen sonst nur unsere Gäste“, sagt Magdalena Kessler, die zusammen mit ihrem Bruder und ihren Eltern das Naturhotel Chesa Valisa in Hirschegg im Kleinwalsertal führt. Die Hoteliers-Familie hat drei Millionen Euro in den Bau luxuriöser Personal-Lodges mit insgesamt 16 jeweils rund 30 Quadratmeter großen Wohnungen investiert, die im August 2021 bezugsfertig geworden sind.

„Wir möchten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beste Arbeits- und Lebensbedingungen bieten. Schließlich sind sie es, die unser Haus mit Gastfreundlichkeit, charmantem Service, persönlicher Betreuung und Herzenswärme zu jenem besonderen Ort machen, den unsere Gäste schätzen und lieben“, so die Unternehmerin, die ebenso betont: „Die Realisierung des Projekts ist auch eine Antwort auf den Personalmangel der Branche. Die Situation hat sich durch Corona noch einmal zugespitzt, und es herrscht ein harter Wettkampf um die besten Kräfte im Land.“

Neubauwohnungen mit Top-Ausstattung

Schon vor den Neubauten gab es in Hirschegg zwei Häuser für das Team. „Doch die Lodges liegen wesentlich näher an unserem Hotel und zudem direkt an der Skipiste. Mit einem Arbeitsweg von einer Minute bleibt da mehr Zeit für Freizeitaktivitäten.“ Zudem kann sich die Ausstattung der geschindelten Häuser in traditioneller Vorarlberger Holzarchitektur sehen lassen. Die Gebäude sind klimaneutral, die Dächer begrünt. Die nachhaltigen Möbel in Hotelzimmer-Qualität wurden nach Maß gefertigt. Weitere Highlights sind Bäder mit Regenwalddusche, bodentiefe Fensterfronten mit Bergpanorama, Wintergarten, Terrasse oder Garten und Garagenstellplätze mit Elektrotankstellen.

20 Prozent der ortsüblichen Miete

Die Wohnungen sind in diesem Fall an den Arbeitsvertrag gekoppelt. Im Gesamtmarkt gibt es diesbezüglich sehr unterschiedliche Lösungen, die auch von den Rahmenbedingungen am Standort abhängen. Im Naturhotel Chesa Valisa gibt es keine Mietverträge. „Die Kosten für die Nutzung liegen bei circa 20 Prozent von dem, was ortsüblich wäre“, betont Magdalena Kessler.

In größerer Dimension, was die Zahl der Wohnungen angeht, zeigt sich das Engagement des Stanglwirts in Going in Tirol. Auch hier wurde 2021 eine neue Mitarbeiterresidenz direkt neben dem Stanglwirt-Areal eröffnet – mit der Ausstattung einer gehobenen Viersterne-Superior-Hotelkategorie, in Vollholzbauweise, energieeffizient, mit Erdwärme betrieben und mit regionaler Wertschöpfung erbaut. Begehbare Kleiderschränke, Boxspring-Betten, Flatscreen-TVs, die monatlich kostenfreie Reinigung der Unterkunft, die mit einer App steuerbaren Waschküchen, das eigene Fitnessstudio und Weiterbildungszentrum in der Residenz, die Kinderbetreuung am hoteleigenen Kinderbauernhof oder die „Wilder Kaiser Staff Card“, mit der die Mitarbeitenden wie die Gäste in den Vorteilsgenuss öffentlicher Verkehrsmittel und Sehenswürdigkeiten der Region kommen, sind nur einige der Vorzüge.

154 Einheiten beherbergt die Residenz, zuvor waren die Teammitglieder in zahlreichen größtenteils angemieteten Objekten untergebracht. Auch beim Stanglwirt gibt es keine klassischen Mietverhältnisse, die Nutzung ist ausschließlich im Rahmen eines Dienstverhältnisses möglich. Zu zahlen ist lediglich ein Betriebskostenzuschuss von 200 Euro im Monat. „Darin inkludiert sind alle Gebühren von Strom über Fernsehen, Wlan, Müll bis zur Hausverwaltung. Für den Standard wären in unserer Region schon allein 700 bis 900 Euro monatliche Netto-Miete üblich“, verdeutlicht Juniorchefin Elisabeth Hauser-Benz, zuständig für Human Resources.

Keine Angst vor Mieterhöhungen

Auch bei den Belvedere Hotels im Schweizer Scuol sind es vorrangig Jahresangestellte, Saisonkräfte, Singles oder Paare, „die Bedarf an den Mitarbeiterwohnungen anmelden und denen wir unsere Angebote vom budgetorientierten Einzelzimmer mit Etagendusche bis hin zum voll eingerichteten Studio in unseren modernen Mitarbeiterhäusern offerieren können. Einige Familienwohnungen bieten wir auch an, derzeit sind vier Wohnungen an langjährige Mitarbeitende und ihre Familien vermietet“, berichtet Sandy Stöckenius, HR- und QM-Managerin. Bei Beendigung der Zusammenarbeit erlischt zugleich der Mietvertrag, damit für die nachfolgenden Mitarbeitenden wieder Wohnraum verfügbar ist.

Im Lenkerhof im Schweizer Ort Lenk werden die Verträge unabhängig vom Arbeitsvertrag ausgestellt, so wohnen in den acht Wohnungen auch Paare und Familien. Das Fünfsterne-Superior-Hotel bietet an drei Standorten Unterkünfte, darunter das im Dezember 2016 neu erbaute Mitarbeiterhaus, das sich etwa zehn Gehminuten vom Hotel entfernt mitten im Dorf befindet. Für Auszubildende werden spezielle, vom Lenkerhof subventionierte Mietverträge ausgestellt. All das mit der Gewissheit für die Teammitglieder, dass bei diesen Wohnungen keine Mietpreissprünge zu erwarten sind. Schließlich stehen bei diesen Bauprojekten keine Renditeerwartungen im Vordergrund. Und wenn, dann nur indirekt mit Blick auf ein möglichst erfolgreiches Hotelbusiness.

Stefanie Hütz

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