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StartHotel+TechnikHotellerie::Was bei Trinkwasserhygiene zu beachten ist

HotellerieWas bei Trinkwasserhygiene zu beachten ist

In Wasser aus der Dusche oder dem Whirlpool im Spa-Bereich können Keime auftreten. Besonders gefährlich sind etwa Legionellen, so Canzler. Das Immobilienberatungs- und Planungsbüro bietet einen praxisbezogenen Blick auf die Gefahren einer Verkeimung des Trinkwassers in Hotels und Urlaubsresorts. 

Die deutsche Trinkwasserverordnung (TrinkwV) schreibt laut dem Immobilienberatungs- und Planungsbüro Canzler vor, dass im Trinkwasser keine Krank­heits­erreger und Stoffe in gesundheitsschädigenden Konzentrationen vorhanden sein dürfen. In gewerblichen Übernachtungsstätten bestehe die Pflicht, die Güte des Trinkwassers regelmäßig (einmal jährlich) zu prüfen. Sofern eine Verkeimung vorliegt, beginnt die Spuren­suche. Dann gilt es, Schwachstellen zügig aufzudecken und zu beseitigen. In solchen Fällen ist immer das Gesundheitsamt einzubeziehen und den Sanierungsfall gemeinsam festzulegen, so Canzler.

Gefährdungsanalyse kann Mängel aufdecken

Zunächst sollte eine Gefährdungsanalyse durchgeführt werden, um die Ursache zu finden. „Neben dem Alter eines Gebäudes schauen wir dann auf Themen, die besonders anfällig sind“, erklärt Andreas Stehling, einer der Geschäftsführer der Canzler GmbH. „Die vorhandene Installation ist in der Regel gegeben, meist aber auch nur so weit bekannt wie sichtbar. Ein bestimmungs­gemäßer Gebrauch hingegen hängt überwiegend mit dem Nutzer und dem Nutzerverhalten zusammen“. Häufig würden in diesem Kontext diese Dinge übersehen:

  • Ein Problem können unbenutzte Bereiche wie eine eingebaute Pantryküche und ein Kühlschrank mit Eiswürfelbereiter sein, die der Gast nicht nutzt. Sie bieten laut den Experten Keimen einen idealen Nährboden, wenn das Wasser in den Leitungen stagniert.
  • Umbau- oder Sanierungsmaßnahmen lassen laut Canzler nicht selten auf „Totleitungen“ schließen: In der Praxis zeige sich immer wieder, dass Installationen zwar demontiert, die Leitungen aber nur abgeschnitten oder zugestopft wurden und in den Wänden verblieben sind. Das begünstigt den Keimbefall. Daher seien Gutachter oder Sachverständige für Sanitärtechnik beim Erstellen einer Gefährdungsanalyse immer und besonders auf die Betreiber oder Eigentümer vor Ort angewiesen, weil diese mit der Historie des jeweiligen Gebäudes vertraut sind.
  • In Hotel- und Ferienanlagen, die über die Jahre erweitert wurden, bestehen weit verzweigte Netze. Dort könne das Wasser in der Nebensaison leicht stagnieren, wenn nicht mehr alle Zimmer und Apartments belegt sind. Das Wasser werde wenig gewechselt und könne auch Temperaturen annehmen, die nicht mehr akzeptabel sind.
  • „Kaltgehende Leitungen müssen kalt bleiben“ – das sei vielfach nicht gewährleistet, wenn sich, wie in Hotelzimmern üblich, hochdichte Installationsschächte mit einer Breite von 15 bis 20 Zentimeter in der Decke befinden. „Aufgrund der darin verbauten Technik bergen diese per se eine Gefahr“, so der Bereichsleiter für Technische Ausrüstung bei Canzler. Stromkabel in der Nähe, die mitgeführte Warmwasserbereitung und Heizungsleitungen geben Wärme an die Umgebung ab. Außerdem kann die Dämmung häufig Mängel aufweisen: Sie ist oft zu gering, beschädigt oder nebeneinanderliegend mit warm- und kaltgehenden Leitungen, sodass sich Wärme auf die Kaltwasserleitung überträgt, so der Experte. Das „kalte“ Wasser erreicht so nicht selten über 25 Grad Celsius. Unter diesen Umständen habe der Hotelbetreiber, ohne es zu wissen, wegen des unsachgemäßen Gebrauchs seine Betreiberverantwortung verletzt, denn die geforderte Temperatur bei Kaltwasser liegt unter 25 Grad Celsius, bei Warmwasser bei mindestens 55 Grad Celsius (im Warmwasserspeicher und im Zirkulationssystem).
  • Häufig stellen alt installierte Außenzapfstellen, vorwiegend mit langen Zuleitungen und nicht ausreichend vor Frost geschützt, ein Problemfeld dar, wie Canzler mitteilt.

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