Anzeige
Anzeige
Anzeige
StartBusiness & ManagementHotelinvestmentmarkt::Rund eine Milliarde Euro Transaktionsvolumen im ersten Halbjahr 2021

HotelinvestmentmarktRund eine Milliarde Euro Transaktionsvolumen im ersten Halbjahr 2021

Im ersten Halbjahr 2021 wurden rund eine Milliarde Euro in deutsche Hotelimmobilien investiert, so Colliers International. Das Ergebnis liegt damit 22 Prozent unter dem zehnjährigen Durchschnitt, gleichzeitig ist es das schwächste Halbjahr seit 2013.

Nach Angaben von Colliers wechselten im ersten Halbjahr 2021 Hotelimmobilien für knapp über eine Milliarde Euro den Besitzer. Das bestätigte auch das Immobilienberatungsunternehmen Cushman & Wakefield. Der Anteil von Hotelimmobilien am gesamten gewerblichen Transaktionsmarkt liegt laut Colliers derzeit bei vier Prozent und dementsprechend unter dem bisherigen Niveau von sechs Prozent.

„Der Hotelinvestmentmarkt verlässt in kleinen Schritten das Corona-Tal, indem er sich seit April letzten Jahres befunden hat. Die letzten drei Monate waren die transaktionsstärksten seit rund einem Jahr. Dennoch kann man nicht von Normalität sprechen und der Markt für Hotelimmobilien erholt sich langsamer als der gesamte gewerbliche Immobilienmarkt“, sagt René Schappner, Head of Hotel bei Colliers. Das liege derzeit weniger am mangelnden Investoreninteresse, sondern überwiegend an dem weiterhin schwierigen Finanzierungsumfeld für Hotelimmobilien. „Absolute Core-Objekte haben es hier leichter und wurden auch in diesem Quartal wieder gehandelt“, so Schappner.

Portfolioanteil sinkt

Größte Einzeltransaktion bisher war der Verkauf des Hotelturm am Mailänder Platz in Stuttgart, so das Unternehmen. Für rund 137 Millionen Euro kaufte Union Investment im Forward für ihren offenen Fonds „Uniimmo: Deutschland“ die Hotelentwicklung im Europaviertel. Verkäufer ist der Projektentwickler Strabag.

Zusammen mit der Villa Kennedy in Frankfurt am Main, die für rund 95 Millionen Euro von Conren Land gekauft wurde (wir berichteten) und einer Transaktion in Berlin von knapp über 100 Millionen Euro, die ein Asset- / Fundmanager zahlte, würden die drei größten Einzeldeals des bisherigen Jahres rund ein Drittel des gesamten Transaktionsvolumens der Assetklasse Hotel ausmachen. Der Anteil von Portfolien betrug nach Angaben von Colliers im ersten Halbjahr nur rund 26 Prozent gegenüber 43 Prozent in der Vorjahresperiode.

„Größere Tickets sind, trotz des immer noch schwierigen Umfelds, möglich. Derzeit dauern die Prozesse aber länger als noch vor der Corona-Pandemie. Unter anderem eingeschränkte Reiseaktivitäten und längere Finanzierungsprüfungen der Banken haben hierbei eine Rolle gespielt. Dennoch wird von Verkäufern und Investoren weiter an Transaktionen gearbeitet“, erläutert Schappner.

Internationale Investoren kehren nur langsam zurück

Kamen im ersten Quartal noch über 82 Prozent des investierten Kapitals von heimischen Investoren, ist dieser Wert auf das Halbjahr betrachtet leicht auf 79 Prozent gesunken, teilt Colliers mit. Internationale Investoren seien ausschließlich aus dem europäischen Ausland gekommen. Auf Verkäuferseite sei das Bild ähnlich. 71 Prozent der Verkäufer waren deutsche Marktteilnehmer.

Projektentwickler seien im ersten Halbjahr 2021 mit fast 34 Prozent die aktivste Verkäufergruppe gewesen. Bei den Käufern gibt es keine Branche, die so klar dominiert hat, fassen die Experten von Colliers zusammen. Die größten Hotelinvestoren seien aber die Asset- / Fundmanager mit rund 19 Prozent Marktanteil, gefolgt von den Offenen Immobilienfonds / Spezialfonds und Family Offices mit 16 Prozent beziehungsweise 14 Prozent Marktanteil.

Viersternehotels dominieren weiter

Nach Angaben des ImmUnternehmens, dominieren Viersternehotels weiterhin das Transaktionsgeschehen. Mit einem Anteil von über 56 Prozent am Transaktionsvolumen seien sie gleichauf mit dem Vorjahreswert. Mit rund 19 Prozent Marktanteil folgen Dreisternesterne Unterkünfte. In den vergangenen Vergleichsperioden 2020 und 2019 habe der noch bei über 30 Prozent gelegen. Boarding Houses machen 11 Prozent am Transaktionsgeschehen aus.

Spitzenrenditen bleiben stabil

Etwas über 38 Prozent des Transaktionsvolumens seien im ersten Halbjahr in Core-Produkte geflossen. Die in der jüngeren Vergangenheit seltener gehandelten Developments / Refurbishments nehmen mit fast 25 Prozent Marktanteil den zweiten Platz ein, schreibt Colliers. Dahinter folgten mit 20 Prozent Objekte der Risikoklasse Core Plus. Die Spitzenrenditen blieben weiterhin konstant und würden von 3,70 Prozent in München bis 4,40 Prozent in Berlin reichen. Da noch nicht allzu viele Transaktionen in der ersten Jahreshälfte stattfanden beruhen die Angaben auf geringeren Fallzahlen.

Dazu führt Schappner aus: „Für Core-Objekte bleibt die Rendite, trotz des herausfordernden Umfelds, stabil. Qualitativ hochwertige Objekte in sehr guten Lagen mit solventen Betreibern, optimalerweise mit guten Drittverwendungsmöglichkeiten, sind am Markt weiterhin sehr fungibel. Auf der anderen Seite waren und sind die meisten Verkäufer nicht bereit große Preisabschläge bei nicht-Core-Objekten hinzunehmen und verschieben daher Prozesse eher in die Zukunft. Obwohl Umnutzungen weiterhin für Investoren interessant sind und durchaus geprüft werden, kam es in den letzten drei Monaten zu keiner marktprägenden Transaktion.“

Ausblick

Das Investoreninteresse an der Assetklasse Hotel kehrt laut Colliers zunehmend zurück und die Grundstimmung ist positiver als noch zum Jahresbeginn, der von strikten Infektionsschutzmaßnahmen geprägt war. „Auch die Nachfrage nach Value-Add-Objekten bleibt anhaltend hoch, trifft aber noch nicht auf entsprechendes Angebot. Außerdem sollte sich das Finanzierungsumfeld in den nächsten Monaten wieder etwas entspannen. Zudem kehrt auch die Sicherheit bei der Preisfindung zurück, so dass Transaktionen vereinfacht werden“, sagt Schappner.

Insgesamt sei aber mit länger dauernden Prozessen zu rechnen, so dass schwerer absehbar sei, wann sich die füllende Produktpipeline in tatsächliche Transaktionen entlädt. „Vorausgesetzt im Herbst dieses Jahrs breitet sich das Coronavirus nicht erneut aus, und ein weiterer Lockdown bleibt uns erspart, ist ein Transaktionsvolumen von über zwei Milliarden Euro realistisch“, fasst Schappner zusammen.

Newsletter-Registrierung

Topaktuell auf den Punkt gebracht!
Werktäglich berichtet der kostenlose Tophotel-Newsletter über aktuelle Ereignisse in der nationalen und internationalen Hotelwelt. Profitieren Sie von journalistisch hochwertiger Information und Inspiration für das tägliche Business.
ANMELDEN
Sie interessieren sich für Produktnews und technische Innovationen in der Hotellerie? Testen Sie auch unseren kostenfreien HOTEL+TECHNIK-Newsletter​
close-link