Umfrage Hotelbetreiber zwischen Kostendruck und Wachstumsplänen

Die größte Herausforderung von Hotelbetreiber ist der Kostendruck, wie eine Umfrage von Select Hotel Consulting und Tophotel zeigt.
Die größte Herausforderung von Hotelbetreiber ist der Kostendruck, wie eine Umfrage von Select Hotel Consulting und Tophotel zeigt. © BillionPhotos.com - stock.adobe.com

Eine Erhebung von Select Hotel Consulting und Tophotel zeigt: Betreiber in der DACH-Region planen Preisanpassungen bis 2026. Gleichzeitig bleibt der Expansionsdrang groß.

Die Hotelbetreiber in der DACH-Region haben in den vergangenen drei Jahren ihre Zimmerpreise erhöht und planen weitere Steigerungen in den kommenden zwei Jahren. Das ergab eine Umfrage von Select Hotel Consulting (Select) und Tophotel unter Betreibern verschiedener Größe.

Demnach haben 50 Prozent der befragten Unternehmen ihre durchschnittliche Zimmerrate seit 2022 bereits um mehr als zehn Prozent angehoben. Für die kommenden zwei Jahre erwarten 76 Prozent der Betreiber erneut Preissteigerungen – ein deutlicher Anstieg gegenüber 62 Prozent im Vorjahr. „Die Kosten sind in den letzten Jahren schneller gestiegen als die Umsätze, was den Druck auf Zimmerpreise weiter erhöht. Inwiefern höhere Zimmerpreise durchsetzbar sind, hängt von der Wettbewerbsfähigkeit des Einzelbetriebs und der Nachfragedynamik am Markt ab“, kommentiert Tina Froböse, Geschäftsführende Gesellschafterin von Select, die Ergebnisse.

62 Prozent der Betreiber rechnen 2025 zudem mit einer Erhöhung der Pacht, die im Durchschnitt 22 Prozent des Umsatzes ausmacht. Die Zufriedenheit der Betreiber mit der Höhe der Pacht stellt sich durchwachsen dar. Auf einer Skala von null bis zehn lag der Durchschnittswert bei 6,1 und damit unter dem Vorjahreswert. Gleichzeitig bewerteten knapp 40 Prozent ihre Pachthöhe mit fünf oder darunter als tendenziell unangemessen. Bei 74 Prozent der befragten Unternehmen liegt die überwiegende Restvertragsdauer der Pachtverträge bei mehr als zehn Jahren.

Wachstum als Strategie

Gleichzeitig zeigt sich ein anhaltender Expansionstrend: 74 Prozent der befragten Betreiber planen in den kommenden Jahren durch Zukäufe, weitere Pachtverträge und Franchise-Konzepte, weiteres Wachstum. „Der Appetit der Betreiber nach Expansion dient unter anderem dem Zweck, Skalen- und Synergieeffekte zu realisieren. Hierbei dürfte der Fokus weiterhin auf Übernahmen liegen, da der Neubau zum einen noch am Boden ist und zum anderen einige Märkte eine gewisse Sättigung erreicht haben“, so Froböse.

Die Umfrage zeigt außerdem, dass energetische Sanierungen aktuell nur eine untergeordnete Rolle spielen. Lediglich 28 Prozent der Betreiber, die gleichzeitig Eigentümer sind (Owner-Operator), planen eine solche Sanierung in den kommenden zwei Jahren. Froböse ergänzt: „Die noch langen Laufzeiten der Pachtverträge lassen keine breit angelegten Objektsanierungen zu. Die Betreiber leiden darunter, dass die Kosten schneller gestiegen sind als die Erlöse, sodass Eigentümer froh sind, wenn die Miete kommt.“

Zentrale Herausforderungen: Kosten, Personal und Bürokratie

Für die Zukunft sehen fast alle befragten Betreiber (93 Prozent) den steigenden Kostendruck als wichtigste Herausforderungen an. 48 Prozent nannten den Mitarbeitermangel und 28 Prozent die steigende Bürokratie und die Regulierung als mögliches Wachstumshemmnis.

An der Umfrage nahmen im Zeitraum von April bis Mai 2025 insgesamt 46 Betreiber teil. Unter ihnen betreibt die Hälfte mehr als zehn Hotels mit mehr als 1.000 Zimmern. Dominierend vertreten waren Midscale- und Upscale-Betriebe mit 82 Prozent. In Summe verfügen die befragten Betreiber über mehr als 2.000 Hotels weltweit mit zusammen mehr als 200.000 Zimmern, davon zwei Drittel in Deutschland. Unter den großen Hotelbetreibern in Deutschland mit mehr als 100 Zimmern im Portfolio decken die Umfrageteilnehmer mit bundesweit 140.000 Zimmern rund drei Viertel des gesamten deutschen Marktes ab. red/sar

Über Select Hotel Consulting

Die von Tina Froböse MBA gegründete und geführte Boutique-Beratung Select Hotel Consulting GmbH (Select) bietet Investoren, Kommunen und Kreditinstituten einen umfassenden Beratungsansatz rund um die Hotelimmobilie. Zu den Hauptkundengruppen zählen institutionelle Investoren, Fondsgesellschaften mit Hotelanteil sowie Family Offices. Über ein breit aufgestelltes Partnernetzwerk mit Finanzberatungen, Anwaltskanzleien und Planungsbüros reichen die Serviceleistungen von Machbarkeitsstudien über die Betreiber-Selektion und Verkauf bis hin zur ESG-relevanten Gebäudeoptimierung.

Tina Froböse stammt aus einer Hoteliersfamilie und bekleidete Führungspositionen bei Betreibergesellschaften und Hotelberatungen. Zu ihrem Track Record zählen begleitete Projekte in Höhe von 800 Millionen Euro Immobilienwert.