Hotel Gaijin Berlin-Newcomer mit japanischer Minimalistik

Das in Berlin neu eröffnete Hotel Gaijin setzt auf minimalistische Ästhetik. Inhaber Felix Gädeke und GM Ronald Spicale legen viel Wert auf zurückhaltenden Luxus und Modularität. Klicken Sie sich durch die Fotogalerie.

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Brachliegendes Bauland mitten in Berlin-Schöneberg, bestens geeignet für ein Hotel und zudem noch seit 1919 im Besitz des japanischen Kaiserreichs: Zur guten Lage, die das Grundstück des heutigen Hotel Gaijin für das Familienunternehmen Gädeke & Sons interessant machte, gesellte sich auch ein Stück Geschichte hinzu. Nach eineinhalbjährigen Verhandlungen wurde schließlich der Kaufvertrag unterzeichnet und Entwickler Felix Gädeke begann mit seinen Planungen. Sein Wunsch: Ein Hotel, das sich abheben sollte von den aktuellen Boutique- und Themenhotels. Gefragt war eine ruhige und unaufdringliche Atmosphäre, die Geschäftsreisende, Städtetouristen und Familien gleichermaßen anspricht. Rund zwei Jahre dauerten die Bauarbeiten am Berliner Nollendorfplatz, ehe das Gaijin vor wenigen Wochen eröffnet wurde. Durch die ausgeklügelte Architektur des Berliner Architekturbüros Sypereck fügt sich der schlichte Gelbklinkerbau harmonisch in das Ensemble der Nachbarhäuser ein und bildet mit seinem neunstöckigen, leicht gedrehten Turm, der aus einem fünfstöckigen Quader herausragt, das Tor zur City West.

Hotel Gaijin Berlin: Räumlichkeiten ohne viel Chichi

Für das Interieur zeichnet Tilo Weber von Jim Knoepfle Architects Berlin verantwortlich. In Abstimmung mit dem Bauherrn hat dieser sich beim Design und den verwendeten Materialien vom luxuriös-geradlinigen Stil japanischer Teezimmer inspirieren lassen und damit eine Hommage an die Vorbesitzer des Grundstücks geschaffen. „Ich wollte Räumlichkeiten ohne viel Chichi, ein schlicht-elegantes Ambiente, in dem der Gast die Hauptrolle spielt. Die minimalistische Ästhetik Japans passt perfekt dazu“, erklärt Felix Gädeke. Auf diese Formensprache trifft der Gast des Gaijin, was wörtlich übersetzt „Ausländer“ oder „Nichtjapaner“ bedeutet, bereits in der Lobby.

Dominiert wird der lediglich 37 Quadratmeter große Raum von einem schlichten Tresen, kontrastiert von einem beinahe wandfüllenden Kunstwerk und einem Hauch von Grün. Vom Eingangsbereich gelangen die Gäste zu den insgesamt 85 Zimmern und Suiten sowie zum knapp 100 Quadratmeter großen Restaurant, das morgens als Frühstücksraum dient, mittags als Bistro und abends als Bar mit kleiner Karte, die auch für externe Gäste geöffnet ist. „Ein richtiges Abendrestaurant wird es nicht geben“, so Gädeke. Das sei in dem puristischen Hotelkonzept bewusst nicht vorgesehen. „Wir bieten alles, was notwendig ist und das auf einem hohen Niveau. Aber alles, was uns überflüssig erscheint, wurde weggelassen.“

Stattdessen haben alle Zimmer ab der Kategorie Superior eine kleine Kochnische beziehungsweise eine Küche oder Kochinsel, in der man sich selbst etwas zubereiten kann. „Wir wollen unseren Gästen die Möglichkeit geben, sich bei Bedarf von uns mit maßgeschneiderten Getränke- und Snackpackages versorgen zu lassen – außerdem bieten wir eine eigens entwickelte Trinkflasche, um das erstklassige, gefilterte Berliner Leitungswasser zu genießen“, erläutert General Manager Ronald Spicale, der bis dato unter anderem das Berliner Provocateur leitete.

Modulare Einrichtung für ­individuelle Gästewünsche

Die Zimmer sind in vier Kategorien unterteilt, beginnend mit Standard über Superior und Deluxe bis zur „Junia Suite“ – „Junia“ ist das japanische Wort für Junior. „Die Me-So Suite“ im neunten Stock ist mit 60 Quadratmetern die größte des Hauses und gleicht einem vollausgestatteten Apartment: Sie bietet ein kombiniertes Wohn-Esszimmer mit Kochinsel, einen durch einen lichten Raumteiler abgetrennten Schlafraum sowie als Highlight eine 50 Quadratmeter große Terrasse. Allen Einheiten gemein ist die schlichte Eleganz der Einrichtung. Während in den Wohnräumen Farbkombinationen aus zartem Türkis und hellem Holz vorherrschen, dominiert dunkles Holz die offenen Bäder.

Durch das gesamte Hotel ziehen sich Anklänge an die Wohnkultur Japans: Lampen im Stil japanischer Lampions, Paravents aus Holz und Shoji-Papier als Raumteiler sowie landestypische bodennahe Sitzmöglichkeiten. Für Helligkeit sorgen große Fensterfronten, Eichendielen und robustes Hirnholzparkett schaffen ein angenehmes Raumklima. Komplettiert wird die Ausstattung durch maßgefertigte Doppelbetten aus Massivholz, die über dem Boden zu schweben scheinen. „Qualitativ hochwertige Produkte, Nachhaltigkeit, aber auch ein hohes Maß an Flexibilität waren uns bei der Planung und Ausstattung der Zimmer wichtig“, sagt Ronald Spicale. Das Mobiliar ist bis auf die Doppelbetten verschiebbar, sodass bei Bedarf Platz für Aufstellbetten und /oder Kinderbetten geschaffen werden kann.

Frauke Maaß

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