Bericht im "Spiegel" Auf Gangl-Stellungnahme folgt Horrmann-Klarstellung

Heinz Horrmann

Am 2. Dezember veröffentlichte HDV-Chef Jürgen Gangl eine Stellungnahme zum »Spiegel«-Bericht „Donald imponiert mir“ (Top hotel berichtete gestern). Jetzt sah sich Heinz Horrmann – drei Wochen nach Erscheinen des Artikels – zu einer »Klarstellung« veranlasst. Darin erklärt der Journalist, dass die Darstellung in dem Bericht »nicht meiner Aussage entspricht«. Nachfolgend lesen Sie die Reaktion von Heinz Horrmann, die Stellungnahme von Jürgen Gangl und den Bericht des »Spiegel«.

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Klarstellung von Heinz Horrmann (6.12.2016)


„Jetzt wird es höchste Zeit für eine sachliche Klarstellung. Ausgangspunkt ist eine Meldung im Spiegel, über meine Beziehung zu Donald Trump, die nicht meiner Aussage entspricht und mit dem Namen von Frau von der Leyen klar verfälscht ist, wie ich mit dem mir vorgelegten Text zum Autorisieren belegen kann.  Auf Anfrage des Magazins habe ich lediglich gerne  aufgezeigt, dass ich mit Donald Trump  das erfolgreiche „Hundert Milliarden Dollar“-Buch gemacht habe, wovon keine Zeile im „Spiegel“-Text stand und dass wir uns danach einige  Male getroffen haben. Zu allen Begegnungen mit Donald gibt es nicht eine kritische Anmerkung, keine Anfeindungen gegen irgendjemand, nur Harmonie. Ich habe dennoch nicht mit seinem Wahlsieg gerechnet, allerdings auch nicht verstanden, wie es danach aus einer bestimmten politischen Ecke hier im Lande derart massive Anfeindungen gab.

Wir haben Meinungsfreiheit und ich habe Trump zum Sieg gratuliert, nicht mehr und nicht weniger.“ 

 

Stellungnahme von Jürgen Gangl (2.12.2016)


»Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hat vor Kurzem deutsche Fans des designierten US-Präsidenten Donald Trump zu Wort kommen lassen. Ärzte, Kneipenbetreiber, Maurer und Architekten gaben mehr oder weniger differenziert Auskunft darüber, warum Trump ihr neuer politischer Held ist. Nun lässt sich sicher trefflich darüber streiten, ob ein Magazin wie der Spiegel eine Plattform eröffnen sollte, auf der einem Narzissten, Rassisten, Sexisten und politisch Ahnungslosen gehuldigt wird. Schreiben wir es wohlwollend der journalistischen Ausgewogenheit zu.

Doch es ist etwas anderes, was uns hier beschäftigen soll. Auch ein bekannter Hotelkritiker, Heinz Horrmann, hat sich dort als glühender Donald-Anhänger geoutet. In 34 Zeilen und mit erschreckender Ignoranz würdigt der Journalist spielend diverse gesellschaftliche Gruppen in bester Trump-Manier herab.

Freie Meinungsäußerung. Sicher. Aber auch Rücksichtslosigkeit gepaart mit Arroganz. Offenbar ist es dem Mann in dem Moment kurz entfallen, dass er seit Jahrzehnten mit der deutschen und internationalen Hotellerie sein Geld verdient, die Strukturen gut kennt. Er ist in der Öffentlichkeit ein Repräsentant der Hotelindustrie. Also jemand, der wissen sollte, dass die Hotellerie international, weltoffen und tolerant sein muss, dass in Hotels zig Nationen zusammenarbeiten, in der Regel friedlich und zahlenmäßig oft mehr als in anderen Branchen, dass die sexuelle Orientierung keine Rolle spielt und – oh Wunder – Frauen Führungspositionen besetzen. Das ist nicht nur in Deutschland der Fall, sondern überall auf der Welt. Wer in der Hotellerie arbeitet, teilt diese Werte. Und er weiß, dass Reisende aus dem Ausland gern gesehene und umworbene Gäste der Hotellerie und der Tourismusbranche sind. Sprich: Die deutsche Hotelbranche ist ein Aushängeschild unseres Landes, und zwar ein sehr gutes. Hier ist kein Platz für derart verletzende Äußerungen – und: Donald Trump ist alles andere als ein Hotelier.«

 

Beitrag im »Spiegel« (Ausgabe 46/16; »Donald imponiert mir«)


»Heinz Horrmann, 73, Hotel- und Restaurantkritiker aus Berlin«

»Um die Wahrheit zu sagen, ich hatte ihm ja nie eine Chance eingeräumt, nachdem er die ganzen Sachen gesagt hatte, ‘Neger gehören in den Busch’ und solche Dinge. Da wählen die ihn doch nicht, dachte ich, aber er hat es geschafft, und mich hat das sehr gefreut. Ich würde nicht von einer Freundschaft sprechen, aber ich kenne Donald und habe ihn bei mehreren Gelegenheiten getroffen. Er hat mir eine Karte geschrieben, als ich den ‘Lifetime Achievement Award’ der American Academy of Hospitality Sciences gewann.

Darum haben mich die ersten Kommentare zu seinem Wahlsieg so maßlos geärgert. Die schimpfenden Sozis und dann auch noch die Ministerin von der Leyen, die ‘geschockt’ sei. Die soll sich da raushalten, diese optische Körperverletzung! Leider haben wir in Deutschland niemanden von dieser Persönlichkeitsstruktur, niemand hat hier seine Qualitäten. Mehrmals stand Donald schon vor der Pleite und hat doch immer ein Comeback geschafft. Das imponiert mir. Und nie hat er ein Blatt vor den Mund genommen. Toll.

Hillary Clinton habe ich nie gemocht, sie hat mal gesagt, dass sie ‘keine Männer mag’, also ich habe ja nichts gegen Lesben, aber das fand ich an Widerlichkeit nicht zu überbieten.”
Quelle: “Der Spiegel”

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