Verbände HDV-Frühjahrstagung: Aufbruch, Zukunft und der Mensch im Mittelpunkt

Der neue HDV-Vorstand: (von links) Schatzmeister Wolfgang Selinger, 2. Vorsitzende Anna Mielitz, 1. Vorsitzender Andreas Neininger sowie die Beisitzer Michael Artner und Sebastian Horn.
Der neue HDV-Vorstand: (von links) Schatzmeister Wolfgang Selinger, 2. Vorsitzende Anna Mielitz, 1. Vorsitzender Andreas Neininger sowie die Beisitzer Michael Artner und Sebastian Horn. © Kilian Bishop

Führungswechsel, politische Appelle und die Frage, was den General Manager der Zukunft ausmacht – die Frühjahrstagung der Hoteldirektorenvereinigung Deutschland (HDV) in München setzte Impulse zwischen Tradition und Transformation.

Unter dem Motto „Der General Manager der Zukunft“ versammelte sich die Hoteldirektorenvereinigung Deutschland (HDV) mit rund 220 Teilnehmenden zu ihrer Frühjahrstagung im Leonardo Royal Hotel in München. Ein Aufbruch in die Zukunft – dieses Leitmotiv zog sich wie ein roter Faden durch das gesamte Programm. Im Zentrum standen die Neuwahl des Vorstands, politische Forderungen an die Branche und die große Frage, welche Kompetenzen Hotelführungskräfte künftig brauchen.

Neuer Vorstand, klare Richtung

Die Tagung begann mit einem Generationenwechsel an der Verbandsspitze: Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde der HDV-Vorstand neu gewählt – einstimmig und mit einem klaren Signal für Kontinuität und Weiterentwicklung. Jürgen Gangl stand nach 14 Jahren im Vorstand und zwölf Jahren als 1. Vorsitzender nicht mehr zur Wahl. Zum Abschied bereiteten ihm die Verbandsmitglieder bei der Abendveranstaltung einen besonderen Empfang: Sie bildeten ein Spalier und ließen ihm zu Ehren ein kleines Feuerwerk in den Nachthimmel steigen.

An der Spitze des Verbands steht künftig Andreas Neininger als 1. Vorsitzender, unterstützt von Anna Mielitz als 2. Vorsitzende, Wolfgang Selinger als Schatzmeister sowie Michael Artner und Sebastian Horn als Beisitzer. Inhaltlich knüpft das Team an die bisherige Arbeit an, will zugleich aber neue Impulse setzen. Im Fokus stehen weiterhin Nachwuchsförderung, Leadership- und GM-Themen sowie ein klarer Mehrwert für die Mitglieder. „Wir wollen Dinge bewegen. Und wir wollen unsere Mitglieder stärken“, betonte Selinger, während Mielitz ankündigte, „die geballte Power der Mitglieder weiter in den Fokus“ zu rücken.

Das ist der neue HDV-Vorstand

  • 1. Vorsitzender: Andreas Neininger, Director of Operations bei Event Hotels in Köln
  • 2. Vorsitzende: Anna Mielitz, geschäftsführende Inhaberin des Hotel Nassauer Hof in Limburg
  • Schatzmeister: Wolfgang Selinger, General Manager des Le Méridien Stuttgart
  • Beisitzer: Michael Artner, General Manager des Der Öschberghof in Donaueschingen
  • Beisitzer: Sebastian Horn, Regionaldirektor der LFPI Hospitality Group in Hamburg

Zugleich versteht sich der Verband weiterhin als starkes Netzwerk mit familiärem Charakter, das Engagement aktiv fördert. „Engagement braucht Passion“, so Michael Artner, der die Bedeutung des Ehrenamts unterstrich. Auch die Qualität der Verbandsarbeit sowie die Zusammenarbeit mit Partnern sollen weiter ausgebaut werden. „Wir wollen die Qualität weiterhin hochhalten“, betonte Sebastian Horn. Ein zentrales Ziel ist zudem, die Sichtbarkeit der HDV zu erhöhen und sich stärker zu positionieren – sowohl innerhalb der Branche als auch gegenüber Politik und anderen Verbänden.

Neininger formulierte dafür eine klare Stoßrichtung: „Wichtig ist, dass wir das, was wir machen, noch mehr nach außen tragen und sichtbarer werden.“ Gleichzeitig wolle man den Schulterschluss mit anderen Organisationen suchen und „mit gemeinsamer Stimme“ sprechen. Auch die internationale Vernetzung – etwa über den European Bond of Hospitality Leaders – soll weiterentwickelt werden. Insgesamt setzt der neue Vorstand auf eine offene, partizipative Verbandsarbeit, bei der sich Mitglieder aktiv einbringen und die Zukunft der HDV mitgestalten können.

Inselkammer fordert Geschlossenheit

Dass die Branche genau diese gemeinsame Stimme dringend braucht, unterstrich auch Angela Inselkammer, Präsidentin des Dehoga Bayern. In ihrer Begrüßungsrede richtete sie einen eindringlichen Appell an die Teilnehmenden: „Wir müssen zusammenstehen, damit niemand über uns hinweggeht.“ Je mehr die klassische Industrie schwächele, desto wichtiger werde die Rolle von Hotellerie und Gastronomie als Wirtschaftsfaktor. Um diese Bedeutung politisch geltend zu machen, sei es entscheidend, mit der Politik auf Augenhöhe zu sprechen – nicht nur auf Bundes- und Landesebene, sondern auch auf kommunaler Ebene.

„Wir müssen zusammenstehen, damit niemand über uns hinweggeht.“

Angela Inselkammer, Präsidentin Dehoga Bayern

Dass politische Interessenvertretung Früchte tragen kann, belegte Inselkammer mit konkreten Erfolgsbeispielen: der Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes von sieben Prozent auf Speisen in der Gastronomie sowie der Verhinderung der Bettensteuer in Bayern. Als nächstes großes Ziel nannte sie die Einführung der Wochenarbeitszeit. Hier gebe es bereits positive Signale aus der Politik, ab Herbst sei mit einer Umsetzung zu rechnen. Abschließend forderte sie eine engere Zusammenarbeit der Branchenverbände und wünschte sich ausdrücklich, dass Dehoga und HDV künftig noch enger kooperieren. Ihre Rede wurde vom Publikum mit Standing Ovations quittiert – ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr ihre Botschaft den Nerv der Branche traf.

Die Gastwelt als Zukunftsmotor

Wie groß das wirtschaftliche Gewicht der Branche tatsächlich ist, untermauerte Marcel Klinge, Vorstandssprecher der Denkfabrik DZG, in seinem Vortrag „Die Gastwelt als Zukunftsmotor“. Vor dem Hintergrund schwächelnder Leitindustrien positionierte er die „Gastwelt“ als einen der entscheidenden Wertschöpfungsmotoren der Zukunft: Mit mehr als sechs Millionen Beschäftigten und einem Beitrag von rund 500 Milliarden Euro zur Wirtschaftsleistung sei sie „der drittgrößte Arbeitgeber“ und zugleich „das Herz unserer Gesellschaft“. Die Branche, so Klinge, schaffe nicht nur ökonomische Wertschöpfung, sondern auch unverzichtbare soziale Räume für Begegnung und Austausch.

Um dieses Potenzial stärker zu heben, forderte Klinge ein Umdenken innerhalb der Branche: mehr Geschlossenheit in der politischen Interessenvertretung, ein selbstbewussteres Narrativ über die eigenen Stärken sowie ein proaktiveres Auftreten im politischen Diskurs. „Wer klein denkt, bleibt klein“, zitierte er als Leitmotiv – und appellierte, künftig „mit einer Stimme“ zu sprechen und klare Forderungen zu formulieren – etwa bei Arbeitszeitregelungen, steuerlichen Rahmenbedingungen oder Investitionen in Digitalisierung. Gerade mit Blick auf bevorstehende politische und wirtschaftliche Herausforderungen müsse die Branche ihre Interessen aktiver vertreten und geschlossen auftreten. Gelinge dies, habe die Gastwelt „alle Chancen, zum neuen Wertschöpfungsmotor zu werden“.

  • Bild 1 von 12
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.
    © Brit Glocke
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.
  • Bild 2 von 12
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.
    © Brit Glocke
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.
  • Bild 3 von 12
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.
    © Brit Glocke
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.
  • Bild 4 von 12
    © Brit Glocke
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.
  • Bild 5 von 12
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.
    © Brit Glocke
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.
  • Bild 6 von 12
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.
    © Sarah Arzberger
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.
  • Bild 7 von 12
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.
    © Brit Glocke
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.
  • Bild 8 von 12
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.
    © Sarah Arzberger
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.
  • Bild 9 von 12
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.
    © Brit Glocke
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.
  • Bild 10 von 12
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.
    © Sarah Arzberger
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.
  • Bild 11 von 12
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.
    © Brit Glocke
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.
  • Bild 12 von 12
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.
    © Brit Glocke
    Branchentreff in der bayerischen Landeshauptstadt: Impresssionen der HDV-Frühjahrstagung im Leonadro Hotel Royal München.

Zwischen Omnikrise und wütendem Optimismus

Den inhaltlichen Rahmen der Tagung noch weiter fasste Zukunftsforscher Tristan Horx – ein selbsterklärter „wütender Optimist“, der die Teilnehmenden durch Megatrends, Generationenkonflikte und die Zukunft der Arbeitswelt führte. Seine zentrale These: Wir befinden uns in einer epochalen Übergangsphase, weg vom fossilen, industriellen Zeitalter hin zu etwas Neuem. Dieser Wandel erzeuge eine„Omnikrise“ – eine Vielzahl sich gegenseitig verstärkender Krisen, die durch digitale Wahrnehmungsverzerrung zusätzlich verschärft werde. Die Lage sei besser, als wir uns einredeten, doch die kognitive Krise beeinflusse massiv, wie Generationen zusammenarbeiten und die Zukunft bewerten, so Horx.

Im Bereich Arbeitswelt beschrieb der Zukunftsforscher einen fundamentalen Wandel: Das klassische Dreiphasen-Modell – Jugend, 40 Jahre Erwerbstätigkeit, Rente – sei überholt. Jüngere Generationen brächten andere Erwartungen mit; rund 40 Prozent der Generation Z wüssten bereits beim Einstieg, dass sie innerhalb von zwei Jahren wieder kündigen würden – nicht aus Faulheit, sondern weil Loyalität nicht belohnt werde. Sein Appell: Die ältere Generation dürfe „die Macht der Kränkung“ nicht gewinnen lassen, sondern müsse die Energie der Jungen mit ihrer Erfahrung verbinden. „Zukunft und Tradition müssen kein Widerspruch sein“, betonte Horx.

„Zukunft entsteht nicht, wenn alles digitalisiert ist, sondern wenn Beziehungen gelingen.“

Tristan Horx, Zukunftsforscher

Aufschlussreich waren auch seine Erkenntnisse zum Reiseverhalten junger Generationen: Diese seien international unterwegs, reisten häufig allein und mit begrenztem Budget, sparten aber gezielt für Qualität. Nachhaltigkeit spiele eine größere Rolle als bei Älteren, und „überraschenderweise lassen sich junge Reisende gut über Treueprogramme binden“, so Horx. Für die Hotellerie bedeute das: Nicht nur das Zimmer zähle, sondern Serviceleistungen, Verpflegung und vor allem der persönliche Kontakt.

Beim Thema KI differenzierte Horx deutlich: Während in produzierenden Branchen enormes Automatisierungspotenzial liege, stehe in der Hotellerie der menschliche Kontakt weiter im Mittelpunkt. KI könne Bürokratie übernehmen und Freiräume für „Human Touch Jobs“ schaffen. Denn durch zunehmende Automatisierung komme paradoxerweise das „humane digitale Zeitalter“ – und darin liege die große Chance der Hotellerie. Seine Schlussformel: „Zukunft entsteht nicht, wenn alles digitalisiert ist, sondern wenn Beziehungen gelingen.“

Was macht den GM der Zukunft aus?

Matthias Wirth, Geschäftsführer der Personalvermittlung Konen & Lorenzen, skizzierte in seinem Vortrag mit dem Titel „GM der Zukunft“ ein deutlich erweitertes Rollenbild des Hoteldirektors, das den tiefgreifenden Wandel der Branche widerspiegelt. In einem zunehmend komplexen Umfeld aus wirtschaftlicher Unsicherheit, technologischen Umbrüchen und strukturellem Fachkräftemangel werde der General Manager „nicht mehr nur operativer Leiter, sondern strategischer Architekt, Kulturträger, Unternehmer und Transformationsgestalter zugleich“. Der klassische Gastgeber bleibe zwar zentral, müsse jedoch um unternehmerisches Denken ergänzt werden: Kennzahlen, Investitionen und langfristige Wertsteigerung rückten stärker in den Fokus, der Direktor „denkt wie ein Eigentümer“ und steuere den Betrieb datenbasiert und strategisch.

Zugleich gewinne moderne Führung entscheidend an Bedeutung. Gefragt seien adaptive Leadership-Ansätze, die auf Vertrauen, Beteiligung und Entwicklung setzen, statt auf Kontrolle – denn: „Wer weiterhin rein autoritär führt, verliert Talente und damit Wettbewerbsfähigkeit“, so Wirth. Digitale Kompetenz, ein tiefes Verständnis für Daten und Technologien sowie die Fähigkeit, Marken erlebbar zu machen und Teams zu befähigen, seien zentrale Erfolgsfaktoren. Wirths Fazit: „Am Ende entscheidet die Qualität der Führung“. Der Hoteldirektor der Zukunft agiere als Navigator im permanenten Wandel und verbinde unternehmerische Klarheit mit menschlicher Stärke.

Podiumsdiskussion: Zwischen Gastgebersein und Geschäftszahlen

Unter dem Tagungsmotto „GM der Zukunft“ diskutierten Theodor Gandenheimer, Hoteldirektor des Hotels Maximilians in Augsburg, David Schad, Hotelmanager des 25hours Hotel Indre By in Kopenhagen, und Matthias Wirth von Konen & Lorenzen über das sich wandelnde Anforderungsprofil an Hoteldirektoren. Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Angelika Heyer, Pressesprecherin der HDV. Einig waren sich alle drei darin, dass die Rolle des General Managers heute komplexer ist denn je: Motivator, Stratege, Psychologe, Coach und Gastgeber zugleich – und dabei stets mit dem wirtschaftlichen Rahmen im Blick.

Wirth ging auf den wachsenden Einfluss von Investoren auf die Hotellerie ein. Er beobachte in seiner Rolle als Personalberater, dass Auswahlverfahren für Führungspositionen deutlich anspruchsvoller geworden sind. Die Anforderungsprofile würden zunehmend von Investoren bestimmt, denen es primär um das wirtschaftliche Ergebnis gehe. „Am Ende geht es darum, was unter dem Strich übrig bleibt“, sagte Wirth.

Gandenheimer schilderte aus der Perspektive der Privathotellerie den täglichen Balanceakt zwischen Gastgeberqualität und Wirtschaftlichkeit. Auch sein Haus müsse schmerzhafte Entscheidungen treffen – etwa die Bar unter der Woche erst ab 14 Uhr zu öffnen, weil der Vormittagsbetrieb nicht rentabel sei. Der große Vorteil der Privathotellerie liege jedoch in der Agilität: „Wenn ich ein Problem habe, kann ich es sofort lösen – das ist extrem erfüllend.“ Zugleich habe sich die Mitarbeiterführung fundamental verändert: Psychische Belastungen junger Mitarbeiter seien seit der Pandemie ein neues Thema, und die Motivation müsse heute anders geweckt werden als früher. David Schad brachte die Perspektive der Markenhotellerie ein und betonte, dass auch innerhalb gesetzter Konzernstandards Gestaltungsspielräume existierten. Entscheidend sei, „eigene Schwerpunkte zu setzen und die Gastgeberrolle aktiv zu leben“.

„Jeder Mitarbeiter lebt in seinem eigenen Film“

In der Session „Das Hotelteam der Zukunft: Was Mitarbeitende wirklich brauchen – und was Führung dafür tun kann“ rückte der Journalist und Coach Emanuel Pavel den Menschen konsequent in den Mittelpunkt. Er argumentierte, dass Mitarbeiterbindung vor allem eine Frage innerer Haltung und psychologischer Sicherheit sei. Ausgehend von seiner Storytelling-These erläuterte er, dass jeder Mensch „permanent Geschichten in seinem Kopf“ habe, die Denken, Fühlen und Handeln prägten – und damit auch die Zusammenarbeit im Team. Probleme entstünden häufig, wenn diese „Filme“ aufeinanderprallen, ohne dass sie gegenseitig verstanden werden. Entscheidend sei daher, Räume für echte Gespräche zu schaffen, Vertrauen aufzubauen und Mitarbeitenden zu helfen, ihre eigenen Muster zu reflektieren: „Wir müssen verstehen, in welchem Drehbuch wir gerade unterwegs sind“, so Pavel.

Im anschließenden Q&A wurde deutlich, dass viele Betriebe vor ähnlichen Herausforderungen stehen – von innerer Kündigung bis hin zu privaten Belastungen, die in den Arbeitsalltag hineinwirken. Pavel plädierte dafür, solche Themen nicht auszublenden, sondern aktiv anzugehen: „Je früher man eingreift, desto besser.“ Führung bedeute dabei nicht, selbst Therapeut zu sein, sondern Strukturen zu schaffen, in denen Mitarbeitende Unterstützung finden – etwa durch externe Gesprächsangebote. Sein Appell: Wer Mitarbeitenden das Gefühl gebe, „nicht allein zu sein mit ihren Problemen“, schaffe die Grundlage für Motivation, bessere Teamdynamik und letztlich auch spürbare Qualität für den Gast.

15. Deutscher Hotelnachwuchs-Preis vergeben

Ein weiterer festlicher Programmpunkt der Frühjahrstagung war die abendliche Verleihung des 15. Deutschen Hotelnachwuchs-Preises (DHNP), den die HDV gemeinsam mit dem Medienpartner ahgz alljährlich an Nachwuchsmanagerinnen und -manager vergibt.

In diesem Jahr wusste Ann-Kathrin Lex mit ihrem Auftritt besonders zu überzeugen und holte den Sieg. Die 30-Jährige ist Food and Beverage Managerin im NH Collection München Bavaria. Rang zwei teilten sich Jana Stritt, Commercial Director im Hotel Maximilian’s Augsburg, und Angel Salcedo, stellvertretender Hoteldirektor im Hotel Herzogspark in Herzogenaurach.