Aus einer Preisoptimierungs-Software soll ein KI-Agent werden. Dafür sammelt der Technologieanbieter 6,5 Millionen Euro ein.
Das Softwareunternehmen Happyhotel hat sich 6,5 Millionen Euro gesichert. Die Series-A-Runde führt Reimann Investors an. Auch bestehende Geldgeber beteiligen sich eigenen Angaben zufolge erneut.
Das Kapital soll die Expansion in Europa finanzieren. Und es soll ein System vorantreiben, das mehr kann als Preise berechnen: einen KI-Agenten, der Aufgaben im Revenue Management selbst übernimmt.
Hotels kämpfen mit Kosten und Nachfrage
Viele Hotels stehen unter Druck. Energie, Personal, Einkauf – alles wird teurer. Die Nachfrage schwankt. Online-Portale dominieren den Vertrieb. Revenue Management gilt als Hebel für bessere Ergebnisse. Doch gerade kleinere Betriebe haben dafür oft weder Zeit noch Spezialisten.
Hier setzt Happyhotel an. Die Software analysiert Markt- und Nachfragedaten und passt Zimmerpreise automatisch an. Nach Angaben des Unternehmens optimiert das System inzwischen mehr als 50.000 Zimmer in zwölf Ländern. Der durchschnittliche Umsatzzuwachs liege bei rund 15 Prozent.

Vom Werkzeug zum digitalen Mitarbeiter
Bislang war Happyhotel vor allem ein Tool zur Preisoptimierung. Künftig soll ein KI-Agent operative Aufgaben übernehmen – also Entscheidungen vorbereiten oder selbst treffen. „Wir bauen unser System nicht für den Revenue Manager – wir automatisieren seine Aufgaben“, sagt Geschäftsführer Rafael Weißmüller. Ziel sei es, professionelles Revenue Management für jedes Hotel zugänglich zu machen. Strategische Fragen sollen weiterhin Menschen klären. Ein internes Team aus Revenue Managern begleitet die Hotels.
Investor sieht offenen Markt
Für Reimann Investors ist der europäische Hotelmarkt noch nicht ausgeschöpft. Das Unternehmen investiert nach eigenen Angaben bevorzugt in B2B-Software mit Skalierungspotenzial. Happyhotel erfülle diese Kriterien.
Das Unternehmen wurde 2019 gegründet und richtet sich an unabhängige Hotels und kleinere Gruppen. Sitz ist Offenburg. red/nz