Konstruktive Kritik gehört seit jeher zum journalistischen Credo von Top hotel. Nobeldomizile, die sich als hochpreisige Repräsentanten der Spitzenhotellerie betrachten und für die Branche Vorbildfunktion haben, stehen im Mittelpunkt des anonymen Luxushoteltests. Dieses Mal nahm unser Tester das Kempinski Hotel Airport München unter die Lupe.
Reservierung
Im Kempinski Hotel Airport München gibt es spezielle »Ladies Zimmer«: am Wochenende für 189 Euro, unter der Woche für 220 Euro, jeweils mit Frühstück. Wegen der freundlichen Farben und der besseren Kosmetik würden sich auch Männer in diesen Zimmern wohlfühlen, erfahre ich. In puncto Ausstattung entsprechen sie der Superior-Kategorie. Ein interessantes Angebot. Standardzimmer sind ab 190 Euro zu bekommen, Superior-Zimmer mit Frühstück beginnen bei 220 Euro – ob diese einzeln oder zu zweit genutzt werden, macht keinen Unterschied. Die Reservierungsabteilung arbeitet freundlich und professionell. Mitarbeiter L. informiert mich sehr sachkundig und ohne Eile über die verschiedenen Kategorien und Angebote. Und er fragt alle wichtigen Details ab: Nichtraucherzimmer? Kingsize-Bett? Allergiker? Etagenwunsch? Late-Check-out? Transfer? Ebenso wenig vergisst er, auf das Spa hinzuweisen und mir eine Reservierung für das Restaurant zu empfehlen. Ich werde persönlich mit Namen angesprochen und am Ende des Gesprächs bedankt sich Herr L. für meine Buchung. Dieses Reservierungshandling nach Lehrbuch hätte mit einer ausgezeichneten Wertung abschließen können, wäre nicht doch noch ein Fehler passiert: Die versprochene Reservierungsbestätigung erreicht mich nicht – auch nach nochmaliger Erinnerung zwei Tage später nicht. Wie sich herausstellt, wurde meine E-Mail-Adresse falsch notiert. Wieso die beiden »nicht zustellbaren« E-Mails im System unentdeckt blieben, konnte nicht nachvollzogen werden. In der darauffolgenden Bestätigung fehlt meine Restaurantreservierung, später ist sie allerdings im System.
Wertung: gut
FR. 25/11, 13:19; Transfer
Ich habe das freundliche Angebot des Hotels angenommen und lasse mich abholen, um in den Wirren des Flughafens eine führende Hand an meiner Seite zu wissen. Ich werde bereits erwartet, das Kempinski-Schild mit meinem Namen ist nicht zu übersehen. Die sehr junge, besonders aparte Mitarbeiterin begrüßt mich nicht einfach nur freundlich, sondern empfängt mich mit großer natürlicher Herzlichkeit – was umso mehr auffällt, kommen doch solche Naturtalente auch in der Spitzenhotellerie eher selten vor. Frau G. ist mit einem Gepäckwagen ausgerüstet und geleitet mich durch den turbulenten Flughafen bis zur Rezeption.
Wertung: ausgezeichnet
13:24; Check-in
Ich werde an der Rezeption nicht nur korrekt und freundlich, sondern strahlend begrüßt. Mitarbeiterin St. möchte wissen, ob ich eine gute Anreise gehabt hätte, wobei sie freundlich und effizient agiert. Als Morgenlektüre bietet sie mir verschiedene Zeitungen an und den korrekt vorbereiteten Anmeldezettel brauche ich nur noch zu unterschreiben. Darüber hinaus werde ich gefragt, ob ich auf mein Zimmer geleitet werden oder lieber allein gehen möchte – manchen Gästen sei das ja sogar lieber. Die in Sichtnähe zur Rezeption wartende Mitarbeiterin G. bringt schließlich mich und mein Gepäck aufs Zimmer – wobei sie auf dem Weg über Outlets und Frühstückszeiten informiert und später die wichtigsten Zimmereinrichtungen erklärt. Abschließend erkundigt sich Frau G., ob sie noch etwas für mich tun könne und wünscht mir einen schönen Aufenthalt.
Wertung: sehr gut
Zimmer 1104
Versprochen werden für dieses »Ladies Zimmer« spezielle Farb- und Aromakonzepte, frisches Obst, Frauenzeitschriften und eine Kuscheldecke – »eigens für die geschäftige Businessfrau«. Der Unterschied zu einem normalen Superior-Zimmer besteht allerdings in erster Linie aus den freundlicheren Farben, den flauschigen Bettvorlegern und den besseren Kosmetika. Accessoires wie die Ballerina-Skulptur, der Wecker und die billig gerahmten, schlecht verarbeiteten Bilder von Audrey Hepburn und Grace Kelly erscheinen mir dagegen willkürlich. Möchten weibliche Gäste nicht lieber Männer als diese vielleicht Neid erweckenden Schönheiten sehen?
Den Punkt »Aromakonzepte« decken Molton-Brown-Sprays à la »Relaxing Yuan Zhi Mist« ab, von denen ein Dutzend im Bad steht. Lektüre im Einkaufswert von 15 Euro ist ausreichend und in Hochglanz vorhanden – von der »Vogue« über die »Cosmopolitan« und »Brigitte« bis hin zur »Vanity Fair«. Die Kuscheldecke liegt auf dem Sessel bereit. Zusätzlich steht ein Handständer für Ringe und Ketten auf dem Nachttisch. Frisches Obst jedoch ist nicht vorhanden. Und obwohl sich Frauen gewiss über Blumen- oder anderen Pflanzenschmuck freuen, bleibt dieser ebenfalls ausgespart. Abgesehen davon gibt es im »Ladies Zimmer« aber auch ganz wichtige Dinge nicht: etwa ein Bidet, einen Schminktisch, Schubladen, kleine Badeschlappen und einen entsprechenden Bademantel. Gleiches gilt für die Spa-Broschüre. Ganz schlecht ist außerdem, dass ich von Zimmer 1104 nicht direkt in die Wellnessabteilung gelange. Ganz im Gegenteil: Ich werde auf eine weite Reise geschickt, bei der ich unter anderem einen gläsernen Aufzug und einen öffentlichen Durchgang nutzen muss. Als genauso wenig vorteilhaft betrachte ich das ausschließlich männliche Housekeeping-Personal.
Das Zimmer für Ladies ist damit genau genommen viel Kosmetik mit wenig Inhalt. Gegenüber den deutlich strengeren »normalen« Superior-Zimmern mit Teppichboden statt Parkett wirkt es auf den ersten Blick nur charmanter. Allerdings herrscht etwas stickige und trockene Luft. Dafür lassen sich die Fenster öffnen. In puncto Sauberkeit gilt: Wer nicht genau hinsieht, wird das Zimmer für ordentlich gereinigt halten. Der Staub auf zwei Bildern mag noch als Leichtfertigkeit durchgehen. Die Kempinski-Tüte voll mit Bonbonpapier-Abfall im Schrank steht bereits für grobe Nachlässigkeit. Überhaupt nicht zu begreifen und zu entschuldigen ist allerdings die Situation unter dem Bett, wo sich nicht bloß Staubmäuse, sondern schon Staubratten angesammelt haben. Solche erheblichen Mängel haben weitgreifende psychologische Folgen. Plötzlich sehe ich mich in einem Sumpf aus Schmutz und Schmodder und vermute, dass auch der undurchsichtige Flauschteppich Böses ausbrütet. Das Zimmer hat seine hygienische Unschuld verloren.
Das Bett wiederum ist in einem tadellosen Zustand, die Matratzen sind angenehm stabil und die Bettwäsche bietet sehr guten Schlafkomfort. Eine Menükarte am Nachttisch enthält zudem zahlreiche weitere Kopfkissen-Variationen und so nette Details wie Wärmflaschen. Ebenfalls ausreichend vorhanden sind im ganzen Zimmer Staumöglichkeiten, jedoch keine einzige Schublade. Stattdessen steht völlig unmotiviert ein Stühlchen im Raum, dessen Sinn und Zweck rätselhaft bleibt. Ein großer Spiegel für die Totalansicht ist vorhanden. Der Kleiderschrank enthält unzureichende fünf Kleider-, zwei Hosen- und zwei Blusenbügel. Die feste Kofferablage nebenan bietet ausreichend Platz, auch für ausgeklappte Gepäckstücke.
Der Minisafe befindet sich in einer ungünstigen Höhe und die Minibar ist auffällig unauffällig bestückt. Wein oder gar Champagner steht nicht darin. Bier wird mit 4,20 Euro berechnet; Softdrinks kosten 3,80 Euro, Chips oder Nüsse drei Euro. Eis erhalte ich »auf Anfrage« beim Roomservice. Heißwasserkocher, Teebeutel und Instant-Kaffee gehören in der Superior-Klasse zum Standard. Der Fernsehapparat kommt aus der Steinzeit und geht hin und wieder von selbst aus; TV-Programm und Kanalübersicht wurden am Bett platziert. Die ausreichend große Schreibplatte verfügt über zwei Steckplätze und bietet Platz für das einzige Telefon im Zimmer. Die Internetverbindung, für die ein Kabel bereitliegt, funktioniert einwandfrei und kostet für eine Stunde sechs Euro, für 24 Stunden 18 Euro. Notizblöckchen fehlen gänzlich und zum Schreiben gibt es nur einen einzigen Bleistift.
Testzimmer 1104 steht von der Ausstattung her stellvertretend für die meisten seiner Art im Hotel – so mein Eindruck nach Aussage der allgemeinen Informationen und den persönlichen Auskünften von Mitarbeitern. Es ist angenehm groß, verfügt über alle wesentlichen Einrichtungen und entspricht der gehobenen Economy Class oder einer einfachen Business Class. An Aussicht wird mir – trotz Flughafen – laut Prospektdeutsch ein »Designer-Garten« geboten. Und tatsächlich sehe ich kaum Betongrau, sondern stattdessen auf einen akribisch korrekt geschnittenen Garten mit Parade stehenden Bäumen. Insgesamt hätte Zimmer 1104 noch mit einer guten Bewertung abschließen können, doch das Housekeeping wusste das mit seiner Schlampigkeit zu verhindern.
Wertung: mangelhaft
Minibar
Die Minibar ist – wie schon erwähnt – weder üppig noch originell bestückt. Vor allem aber wird sie weder gepflegt noch nachgefüllt. Außerdem habe ich am letzten Tag kein einziges frisches Glas mehr, da benutzte Gläser entweder nicht ersetzt oder schmutzig zurückgelassen wurden.
Wertung: mangelhaft
Lärm
So unmittelbar am Flughafen rechnet man mit reichlich Lärm: zum einen durch die startenden und landenden Flugzeuge, zum anderen durch die viel befahrene Schnellstraße, die nahe am Hotel vorbeigeht. Doch die Zimmer sind so gut schallisoliert, dass man bei geschlossenem Fenster so gut wie nichts hört. Die Staubsauger vom Housekeeping sind da lauter, aber auch nicht sehr störend.
Badezimmer
Das Bad besitzt weder Schick noch Extravaganz, ist aber immerhin ausreichend groß und verfügt über genügend Ablagemöglichkeiten. Persönliche und schmückende Details wie eine Blume oder ansehnliche Behältnisse für Kosmetika fehlen. Die bereits erwähnten, unzähligen Guest Supplies sind angenehm, können allerdings nicht über andere Mängel hinwegtäuschen.
Der Toilettendeckel beispielsweise gehört zwingend ausgetauscht: Richtig reinigen lässt sich dieser nicht mehr, Flecken und anderes haben sich geradezu eingebrannt. Das viele Wasser im WC-Bürsten-Behälter empfinde ich als ebenso unangenehm wie das schwarze Haar an der Waage und die Tatsache, dass deren Unterseite schon länger nicht mehr gereinigt wurde. Gleiches gilt für die silberne, fleckige Schmuddelschale für Kosmetika. Bereits eines dieser Details ist nicht zu akzeptieren, zusammen sind sie völlig unzumutbar.
Der Bademantel hat eine ordentliche Qualität, die Handtücher sind von gerade einmal durchschnittlicher Art. Der Haartrockner funktioniert vorschriftsmäßig nur mit gehaltener On-Taste, wobei Umfragen zeigen, dass dies gerade Frauen nicht mögen. Der große Kosmetikspiegel ist in der Höhe verstellbar und kann beleuchtet werden, wurde aber nicht nass gereinigt. Die Badewanne verfügt über Kopfdusche und Handbrause, deren Symbole keine Verwechslung zulassen – solche deutlichen Hinweise sind leider eher selten. Wasserdruck und Wasserabfluss sind gut, die Belüftung ist ausreichend. Beleuchtung und Belüftung können ebenfalls als gut bewertet werden, obwohl Letztere laut arbeitet. Wäre das Badezimmer sauber übergeben worden, hätte es mit einem guten Ergebnis abschließen können.
Wertung: mangelhaft
14:58; Wäscheservice
Samstags, sonntags und an Feiertagen wird laut Info auf dem »Waschzettel« kein Wäscheservice angeboten: Wie ich auf Nachfrage höre, gibt man bis auf die Bügelwäsche alles außer Haus. Ich habe jedoch zwei Bügelhemden und ein Wäschehemd. Das Housekeeping nimmt den Auftrag an und meint, dass man das doch auch im Haus erledigen könne.
Keine drei Minuten nach meinem Anruf holt ein Mitarbeiter die Wäschesäcke ab – ich hatte sie gemeinsam mit dem auffällig blauen Zeichen »Wäsche-Service erbeten« an die Tür gehängt, weil ich nicht gestört werden wollte. Um 16:02 Uhr bringt mir ein freundlicher Mit- arbeiter gleich alle drei Wäschestücke tipptopp behandelt zurück – auf einem Holzkleiderbügel unter Cellophan. Das entspricht dem Express-Service, der doppelt so teuer ist, mir jedoch nicht berechnet wird. Ein Bügelhemd kostet sieben Euro, das Wäschehemd acht Euro.
Wertung: sehr gut
17:58; Roomservice
Ich bestelle für 14,50 Euro bayerische Tapas: Mini-Leberkäs mit Brezenmantel, Tortilla-Flammkuchen, Käsespätzle-Ecken sowie Rindfleisch mit Meerrettich, Sauerkraut und Kassler. Dazu möchte ich einen Grünen Veltliner vom Weingut Johann Topf aus dem Kamptal. Glasweise (0,2 l) kostet dieser acht Euro, als Flasche 29 Euro. Die Servicegebühr beträgt 3,50 Euro.
Die Ruftaste für den Roomservice verbindet mich mit dem Hausrestaurant – wo man sich nicht zuständig fühlt und mich an die Nummer 4800 verweist. Dort meldet sich aber auch nicht der Roomservice, sondern die Telefonzentrale. Die nimmt meine Bestellung entgegen, wiederholt das Gewünschte und gibt eine Servierzeit von circa 20 Minuten an. Wie ich erfahre, sind alle Roomservice-Mitarbeiter unterwegs, weshalb eine Umleitung auf die Zentrale erfolgte.
Innerhalb der angegebenen Zeit bringt mir ein freundlicher Mitarbeiter das Bestellte mit einem Trolley aufs Zimmer – inklusive schmückender Blume und Abräumkärtchen. Der Servierwagen ist als Essplatz auch dringend notwendig, denn in Zimmer 1104 gibt es sonst keinen Tisch außer der Schreibplatte. Und diese ist komplett mit meinen Arbeitsunterlagen und technischem Gerät belegt.
Obwohl der Teller aus der Hotbox kommt, ist das Essen nur noch lauwarm. Und nichts davon schmeckt frisch zubereitet, sondern eher wie nur aufgewärmt. Das ist schade, denn jeder einzelne Happen fällt rein geschmacklich und handwerklich sehr gut aus. Ich kann mir gut vorstellen – und stellenweise auch erkennen, wie ausgezeichnet eigentlich alles hätte sein können. Die Idee, bayerische Schmankerln leicht und modern zuzubereiten und optisch pfiffig zu präsentieren, bleibt sehr gut und würde bei richtiger Handhabung mehr Wirkung erzielen.
Wertung: noch gut
»Nightflight Bar« im Atrium
Die spektakuläre »Nightflight Bar« im Atrium ist das Herzstück des Hotels, hier kreuzen sich alle Wege. Das wie ein Flugzeug-Hangar erscheinende Atrium ist eine verwegene Glaskonstruktion mit vielen Kabinettstücken aus der Designwelt. Die riesigen Palmen sind durchaus als echt zu bezeichnen: Sie stammen aus Kalifornien, wurden mithilfe eines speziellen Konservierungsverfahrens gewissermaßen mumifiziert und benötigen so keine weitere Pflege oder Bewässerung. Die ausladende Bar teilt sich die Halle mit Veranstaltungsfläche und dem Lunch-Buffet, das gern von größeren Gruppen und Firmen gebucht wird. Der Service agiert bei all meinen Besuchen aufmerksam, freundlich und professionell im Handwerklichen. Der runde Tresen wird gut sauber gehalten und macht auch als Arbeitplatz einen geordneten Eindruck.
Den Gast erwarten eine solide Whiskyauswahl und ausreichend Spirituosen aller Art, darunter sehr viel Mainstream, aber auch einiges Spezielles. Hinzu kommen vielfältige Drinks und Cocktails von klassisch bis modern, wobei die Barkeeper-Favoriten eine eigene Rubrik haben und besonders animieren. »Esmeralda«, ein Cocktail aus Wodka Vanille, Wodka Himbeere, Pistaziensirup, Limettensaft und Ananassaft, mag einseitig süß und überstrapaziert klingen, gelingt aber so geschickt in den Komponenten austariert, dass das Ergebnis ein sehr präziser und harmonischer Drink ist. Und auch andere Drinks werden so ausbalanciert zubereitet. Dazu gibt es grundsätzlich Nüsse und Oliven mit Löffel und Serviette. Bier und Wein kommen korrekt temperiert bei mir an. Der Cappuccino (mit Gebäckstück) hat hingegen nur Tagungskaffee-Niveau und ist deutlich von »perfekt« entfernt: Weder Crema und Schaum noch Temperatur sind korrekt. Das wenig erbauliche Heißgetränk ist allerdings der einzige Makel dieser ansonst sehr gut arbeitenden Bar.
Wertung: noch sehr gut
Turndownservice
Der zweite Service am Abend findet nicht automatisch statt, dafür steht in der Hotel-Directory etwas von einem »Abdeckservice«, den man eigens bestellen muss. Das Bett ist allerdings so mit Überdecken und Rollen überladen, dass ich finde, diese sollten vom Service geordnet und nicht von mir entfernt werden. Am nächsten Abend bestelle ich deshalb den Abdeckservice, der das Bett jedoch nur halb abdeckt – Kissen und Plumeau bleiben unverändert liegen und ich muss diese selbst entfernen. Benutzte Handtücher wurden ausgetauscht und die Abfallbehälter geleert. Dass im Zimmer nur noch Biergläser und keine anderen mehr stehen, sieht der Service wieder nicht. Ein Betthupferl gehört nicht zum abendlichen Repertoire.
Wertung: unbefriedigend
22:05; Rezeption
14 Gäste stehen Schlange und haben mit längeren Wartezeiten zu kämpfen. Besetzt ist die Rezeption zu dieser Zeit mit vier Mitarbeiterinnen, die sehr zügig arbeiten. Eine Stunde später ist die Situation noch verschärfter: Jetzt wollen mehr als drei Dutzend Gäste einchecken, darunter einige Crews. Es sind zwar nicht mehr Mitarbeiterinnen im Einsatz, dennoch arbeiten diese weiterhin flink und freundlich. Überhaupt ist diese Schaltstation des Hotels gut aufgestellt und verdient Anerkennung.
SA. 26/11, 8:30; Weckruf
Unter der Nummer 8989 kann ich am Telefon meinen Weckruf selbst programmieren. Ergebnis ist, dass ich von einem Automaten behelligt werde, der an die un- säglichen Ansagen der Telekom und anderer »Dienstleister« erinnert. Und er dauert eine gefühlte Ewigkeit. Der persönliche Weckruf erfolgt pünktlich unter Nennung der Uhrzeit. Die freundliche und mit einer angenehmen Stimme gesegnete Mitarbeiterin stellt sich vor und spricht mich mit Namen an. Außerdem bietet sie einen zweiten Weckruf an und wünscht mir noch einen schönen Tag. Der Weckruf am nächsten Tag erfolgt in der gleichen Art. Perfekt.
Wertung persönlicher Weckruf: sehr gut
9:37; Frühstücksbuffet
Das Buffet wird im Restaurant »Charles Lindbergh« aufgebaut, dem einzigen Restaurant des Kempinski Hotels Airport München. Verschiedene Zeitungen liegen gleich am Eingang gut sichtbar bereit. Ich werde freundlich begrüßt und zu einem Tisch begleitet – der mir aber nicht gefällt, weil er zu nah am nächsten steht. Daraufhin wird mir vom Service sogleich ein anderer Platz angeboten. Allerdings erfolgt dessen Auswahl nicht nach meinen Gesichtspunkten (nicht neben einem lauten Kind oder einem verschnupften, schnäuzenden Mit-Gast), sondern eher nach seinen: zum einen, möglichst kompakt alles im Blick zu haben; zum anderen, nicht mit dem Samstagsbrunch zu kollidieren, für den bereits eingedeckt wird. Dennoch sollte der Service bedenken, dass der Morgen eine besonders sensible Zeit ist, in der viele Menschen sehr empfindlich sind und keinesfalls die Nähe zu anderen Gästen suchen, schon gar nicht zu lauten oder schnupfenden. Insgesamt tritt der Service aber sehr freundlich und aufmerksam auf und scheint nichts zu übersehen. Es sind ausschließlich weibliche Kräfte im Einsatz, von denen sich eine ältere Mitarbeiterin als besonders engagiert und hilfsbereit erweist.
Das Buffet selbst ist ausgesprochen vielseitig und umfasst Bayerisches ebenso wie japanische Frühstücksspeisen. Die einzelnen Positionen sind bequem erreichbar und beschriftet. Positiv fallen die vielen regionalen Deftigkeiten auf, die allesamt von guter Machart sind: vom gebratenen Leberkäse über Weißwürste, Nürnberger Würstchen und Fleischpflanzerl bis hin zu Speck, gekochten Bratkartoffeln und Kartoffeln. An der Eierstation steht ein freundlicher Koch, der Eierspeisen nach Wunsch frisch zubereitet. Gekochte Vier- und Sechs-Minuten-Eier stehen ebenfalls bereit. Außerdem lässt der Koch à la minute die Weißwürste ziehen und wünscht guten Appetit. Die Fischecke kann man mit Shrimps, Bratheringen, Rollmöpsen, Krautsalat und anderem als gut aufgestellt betrachten, nur der Lachs wurde zu dick geschnitten und macht keinen guten Eindruck. Der durchschnittliche Aufschnitt ist sehr blass und beinhaltet so gut wie keine farblich animierende Sorte. Streichwurst sehe ich keine. Der Käse macht zwar optisch ebenfalls nicht viel her, schmeckt aber einwandfrei. Brot, Brötchen und Laugengebäck gibt es in großer Auswahl und von befriedigender Qualität. Müsli, Joghurt und Marmeladen geben keinen Anlass zur Kritik. Von den vielen Säften ist keiner frisch gepresst; Wasser steht still und sprudelnd parat sowie gekühlt und ungekühlt. Das Milchangebot umfasst fünf Sorten – von fettarm bis Soja. An der riesigen Teestation mit Samowar können sich die Gäste selbst bedienen, dort gibt es auch Krapfen und andere Gebäckstücke. Der Tisch mit japanischem Essen wird auch von den westlichen Gästen in Anspruch genommen, dabei weniger der Algensalat als das schön geschnittene Obst. Ich werde um 10:35 Uhr darauf aufmerksam gemacht, dass man das Buffet gleich abräumen werde. Alle Mitarbeiterinnen verabschieden mich freundlich.
Wertung: noch gut
Housekeeping
Mehr als Betten zu machen und Abfallbehälter leeren, scheint nicht drin zu sein. Unter dem Bett sieht es weiterhin schlampig aus. Der fleckige Holzboden hat weder eine Nass- noch eine Trockenreinigung erfahren. Der auffällige orangerote Papierschnipsel liegt immer noch im Flur und auch das Wasser steht nach wie vor unschön in der Halterung der WC-Bürste. Wäschesäcke und Auftragszettel wurden nicht erneuert. Die benutzten Gläser hat das Housekeeping bis auf eines mitgenommen, dafür aber keine neuen hingestellt. Von den drei Markierungen wurde keine entfernt, mithin an diesen Stellen nicht geputzt.
Wertung: ungenügend
Sicherheitsaspekte
Die von mir inspizierten Notausgänge sind nicht verschlossen oder durch Gegenstände hinter der Tür versperrt, die Fluchtwege frei. Außerdem sind die Fluchtwege stets gut sichtbar. Das Housekeeping arbeitet mit Checklisten, auf denen keine Gästenamen stehen. Versuche, an meine Zimmernummer zu kommen, scheitern am guten Sicherheitsverständnis der Mitarbeiter.
Wertung: sehr gut
Flure, Aufzüge, Treppen
Die Flure wirken trist und schmal. Die Teppichböden sind an einigen Stellen abgenutzt und nicht mehr ansehnlich, aber insgesamt noch akzeptabel. Die gläsernen Aufzüge bieten Erlebnisfahrten mit Blick auf das lebhafte Treiben im Atrium.
Wertung: befriedigend
Außenanlagen
Der Außenbereich des Hotels ist sehr gepflegt und für Raucher recht gemütlich mit Tischen, Sitzhockern und Heizpilzen versehen. Die Doormen sind im Kempinski Airport München weiblich, wobei meine Abholerin, Frau G., stets Einsatzfreude an den Tag legt und Aschenbecher schnell auswechselt.
Wertung: sehr gut
»Fit & Fly Spa«
Die Wellnessabteilung macht nicht viel von sich reden, jedenfalls wirbt das Hotel an keiner Stelle offensiv und sichtbar dafür. Und hat man erst einmal ein Spa-Programm in den Händen, fallen die Offerten nicht gerade durch Besonderheiten auf. Dafür zeigen sich die Preise sehr anspruchsvoll: 30 Minuten Massage kosten beispielsweise 53 Euro. Das 17-Meter-Schwimmbecken ist stattlich, Whirlpool, Sauna und Dampfbad ergänzen das Angebot. Obwohl ich alles picobello vorfinde, wirkt das Spa ein wenig wie ein städtisches Schwimmbad und nicht individuell genug. Sehr positiv: Das gut ausgestattete Fitnesscenter hat 24 Stunden geöffnet. Die Mitarbeiterinnen sind freundlich und auskunftsfreudig.
Wertung: gut
Bankettabteilung
Die Bankettabteilung kann auf ein umfangreiches Platzangebot und ein gutes Dutzend Veranstaltungsräume zwischen 20 und 1400 Quadratmetern Größe zurückgreifen. Das riesige und eindrucksvolle Atrium wird dabei ebenso gern genutzt wie die kleine exklusive »K-Lounge«. Ich bekomme zum gewünschten Termin jedenfalls keinen Platz mehr dort. Die sehr freundliche und sachkundige Convention Sales Managerin kann mir jedoch befriedigende Alternativen nennen. Mitarbeiterin K. berät auf engagierte und informative Weise und vor allem nimmt sie sich Zeit für mich. Am Ende bedankt sie sich für mein Interesse und gibt mir ihre Telefondurchwahl sowie ihre E-Mail-Adresse für weitere Absprachen. Auch meine schriftlichen Anfragen werden zügig und akkurat beantwortet. Interessenten können bereits im Vorfeld viele nützliche Informationen über die Veranstaltungsmöglichkeiten aus dem Internetauftritt des Hotels beziehen.
Wertung: sehr gut
Schuhputzservice
Dieser Service funktioniert nur auf Zuruf, so einfach die Schuhe vor die Tür stellen, geht nicht. Ich platziere meine – wegen des Mate-
rials nicht einfach zu putzenden – Schuhe auf dem dafür vorgesehenen Tablett. Am nächsten Morgen stehen sie tipptopp gesäubert in umgekehrter Richtung vor der Tür.
Wertung: gut
19:03; Restaurant »Charles Lindbergh«
Problematisch: Das Hotel hat nur ein Restaurant, weshalb es zum All Day Dining verdammt ist. Bekanntlich essen Gäste abends nicht gern dort, wo sie bereits gefrühstückt haben. Meist fehlt ihnen dadurch das Besondere, Festliche. Doch das »Charles Lindbergh« will auch gar nicht romantisch auftreten und spricht vor allem Gäste an, die Lunchbuffets, Brunchangebote und ähnliche lebhafte, unkomplizierte Pauschalpakete mögen.
Ich werde freundlich begrüßt und an den für mich vorgesehenen Tisch geleitet – ein schmales Plätzchen sehr nah an den Nachbar-
tischen. Ich bitte daher um einen anderen Tisch und man führt mich zu einem in der nächsten Abteilung – auch dieser wieder eingezwängt und zudem so nah am Buffet, dass der beißende Geruch vom Grill, auf dem gerade Riesengarnelen liegen, kaum auszuhalten ist. Ich frage erneut beim Service nach, ob ich nicht einen anderen Platz bekommen könnte. Die freundliche Mitarbeiterin meint jedoch, dass man restlos ausgebucht wäre und keine Alternative hätte. Ich gehe daraufhin auf einen jungen Mitarbeiter zu und erkläre ihm, dass ich bereits vor vielen Tagen reserviert und als Hotelgast einen besseren Platz erwartet hätte. Außerdem hätte ich bereits bei der telefonischen Reservierung zum Ausdruck gebracht, dass ich nicht am Buffet interessiert sei, sondern à la carte speisen wolle. Und ich gebe unmissverständlich zu verstehen, dass ich notfalls mein Essen lieber in der Bar einnehme als hier (was durchaus ginge, wie ich höre). Plötzlich wird mir die Tür zur unmittelbar angrenzenden Lounge geöffnet, in der bereits drei Tische besetzt sind, die ansonsten aber noch viel Platz bietet. Die Luft hier ist gut, der Raum weit schöner als der enge, stickige Speisesaal nebenan. Wie ich erfahre, war diese Lounge einst das Gourmetlokal des Hotels. Warum hat man mir diesen Platz nicht gleich angeboten? Wieso musste ich bei drei Mitarbeitern nachfragen und regelrecht um einen anständigen Platz kämpfen? Andere Gäste wären entweder gleich gegangen oder hätten den schlechten Platz akzeptiert, ohne je wieder zu kommen. Von da an geht alles sehr gut, der Service ist von großer Freundlichkeit und äußerst aufmerksam. Alles verläuft vorbildlich, von der Frage nach dem Aperitif bis hin zum Digestif. Die jungen Mitarbeiterinnen treten selbstbewusst und verkaufsfördernd auf.
Die Speisekarte entbehrt in mancher Hinsicht jeglicher Logik und ist von einem Aufbau, der stark an der Küche und deren Konzept zweifeln lässt. Unter »Light Life« wird beispielsweise wahrhaftig ein Gericht offeriert, das alles andere als »leicht« ist: Kalbskotelett mit roten Zwiebeln, Portweinjus, Pistazien, Harissa-Karotten und Kartoffelgratin. Schon allein das mächtige Kartoffelgratin gehört in den gehobenen Wampenbereich, alles zusammen aber gerät zum Schlag in die Magengrube jeden Gastes, der »light« sucht. Zudem ist das Kotelett paniert, was das ganze Gericht noch schwerer macht – und was auf der Karte hätte benannt sein müssen, denn ein Kotelett ist im Normalfall keineswegs paniert. Abgesehen von derlei grundsätzlichen Einwänden, macht das Kotelett einen vorgefertigten und aufgewärmten Eindruck: Die Panade ist eher pappig und klebt am Fleisch, das Kotelett könnte saftiger sein. Auch beim lauwarmen Mini-Gugelhupf vom Ochsenschwanz ist der Ochsenschwanz stark paniert und könnte frischer und saftiger ausfallen. Was soll zudem der Unfug mit dem halben kalten Wachtelei darauf?
Nicht weniger enttäuschend: das Zweierlei vom Kaninchen. Sowohl Keule als auch Rücken – fest und trocken. Dazu gibt es akzeptablen Rosenkohl im Speckmantel und klumpiges Selleriepüree. Die Dornfelder-Sauce ist eine klebrige Masse und schmeckt wie Instant-Balsamico-Pampe aus der Flasche. Den Koch, der so einen Blödsinn verzapft und den Gästen zumutet, sollte man das einen Monat lang essen lassen. Die Speisen sind geschmacklich und handwerklich leider auf unterem Niveau. Fast alles erscheint mir vorgefertigt. Die Gerichte kommen auch keineswegs heiß, sondern gerade einmal lauwarm an den Tisch – und vor allem sehr schnell. Gut ist lediglich die Idee, zur Weihnachtszeit eine Waldfrucht-Mousse mit Glühweingelee und Lebkuchenstreuseln anzubieten: Obwohl auch das Dessert kein Frischeprodukt ist, zeigt es doch in seiner stimmigen Kombination Ausdruck.Die Weinkarte enthält internationales Allerlei ohne eigene Handschrift. Man findet aber ausreichend gute Angebote, auch im offenen Bereich. Der Service arbeitet sehr freundlich, aufmerksam und mitunter auch beratend.
Wertung: mangelhaft
SO. 27/11, 10:30; Etagenfrühstück
Ich bestelle das »Kempinski European Frühstück«: frisch gepressten Grapefruitsaft, eine Auswahl an Brot und Brötchen, Croissants, Wurst, Käse, Marmeladen, Honig, Butter, Margarine, ein gekochtes Landei, frisches Obst und Tee. Die freundliche Mitarbeiterin wiederholt alles und gibt eine Servierzeit von circa 20 Minuten an. Diese wird auch eingehalten, die Bestellung jedoch unvollständig geliefert: Wurst und Käse fehlen. »Hat der Koch vergessen«, entfährt es der peinlich berührten und sehr freundlichen Mitarbeiterin. Sie entschwindet und will nachliefern, was sechs Minuten später geschieht.
Obwohl ich vom Frühstücksbuffet weiß, dass es jede Menge Tea Caddys gibt, bekomme ich aufs Zimmer zwei herkömmliche Teebeutel. Und dann auch noch zweimal die Sorte Jasmin. Hätten sich hier nicht zwei verschiedene Teesorten angeboten, zumal gerade Jasmin nicht jeder mag? Dazu gibt es viel Zucker, den man sich hätte sparen können. Das Ei ist hart gekocht und nicht einmal mehr lauwarm. Der Aufschnitt hat keine gute QualitätK; Brötchen, Croissant und Laugengebäck sind von industrieller Machart. Der Krapfen ist staubtrocken.
Das Obst wurde lieblos auf den Teller geknallt, sieht außerdem unschön aus und besteht aus viel zu großen, gar nicht mundgerechten Stücken. Die Qualität von Ananas und Wassermelone ist gut, die beiden anderen Melonensorten sind dürftig. Der Grapefruitsaft wurde frisch gepresst.
Wertung: mangelhaft
»Sport live« aus der »Nightflight Bar«
Im Atrium wird am Vormittag live der TV-Fußballstammtisch »Doppelpass« mit Jörg Wontorra übertragen – eine regelmäßige Einrichtung. Wer dabei sein und nicht stehen will, muss sich zuvor Platzkarten beim Veranstalter kaufen. Zentrum des Geschehens ist dabei die Bar, in der – gemessen am Weißbierkonsum – Oktoberfeststimmung herrscht. Das Atrium ist dadurch noch belebter als sonst und anreisende Gäste kommen aus dem Staunen nicht heraus.
Express-Check-out
Auf dem Zimmer liegt ein Kärtchen für den Express-Check-out. Name, Zimmernummer, Adresse und Kreditkarte eintragen, so heißt es, und man erhält die Rechnung zugeschickt. Die aktuelle Rechnung könne man via Fernseher einsehen und prüfen. Genau das aber funktioniert keineswegs, eine solche Funktion kann ich im Fernsehmenü nicht finden. Wenn man aber seine Rechnung nicht prüfen kann, macht ein Express-Check-out keinen Sinn.
13:02; Check-out
Beim Auschecken gibt es sehr viele Störungen – problematisch, wenn man es eilig hätte. Zunächst stürzt laufend der PC ab; die Mitarbeiterin kann sich nicht mehr auf das System verlassen und muss Eingaben manuell tätigen. Die Kreditkartennummer muss sie gleich mehrmals von Hand eingeben. Als nächstes sucht sie erst noch die Einzelbelege, was zu weiteren Verzögerungen führt. Dann wird mir auf der Rechnung das Zimmerfrühstück berechnet, woraufhin ich interveniere. Die Mitarbeiterin meint, nur das Frühstücksbuffet sei inklusive, nicht aber ein Frühstück auf dem Zimmer. Ich entgegne ihr, dass dieses ja sehr viel spärlicher ausfiel und ich gern für den Etagen-Serviceaufschlag aufkomme. Die – weiterhin lächelnde – Mitarbeiterin holt sich nun im Backoffice von höherer Stelle eine Genehmigung. Auch das dauert wieder etwas, führt aber schließlich für mich zu einem positiven Ergebnis.
Ich werde zwar gefragt, ob mir der Aufenthalt gefallen habe, doch nicht nach meinem Minibar-Verbrauch. Ich warte bis zum Schluss, ob der Mitarbeiterin dieser Teil doch noch einfällt. Als das nicht geschieht, gebe ich von selbst meinen Verbrauch an, womit sich die Gesamtrechnung auf 726 Euro beläuft. Das Check-out war bei aller Freundlichkeit alles andere als optimal und dauerte mit 18 Minuten viel zu lange.
Wertung: mangelhaft
Lost & Found
Mein »vergessener« Artikel wurde nicht gefunden und registriert, die freundliche Mitarbeiterin will das nochmals prüfen und verspricht mir einen Rückruf – der vier Tage später erfolgt und ebenfalls ohne Ergebnis bleibt. Das Handling erscheint mühsam und müsste weit schneller zu einem Ergebnis führen. Auch dieses Minus fällt wieder in den Bereich Housekeeping, der schwächsten Abteilung im Hotel.
Wertung: ungenügend
Bilanz
Das Münchner Kempinski am Flughafen lässt den Gast zunächst gut landen, gerät dann aber in Turbulenzen. Dafür sorgt vor allem die große Schwachstelle Housekeeping: Diese Abteilung arbeitet so nachlässig, dass hier nur noch der eiserne Besen zu helfen vermag. Aber auch die Gastronomie könnte weit besser aufgestellt sein. Es ist einzig den vielen freundlichen, engagierten Mitarbeitern zu verdanken, dass ich trotz der nicht unerheblichen Mängel eine gewisse Wohlfühlatmosphäre erlebte.
Gesamteindruck: 49 %
Testurteil: befriedigend
100-81 sehr gut; 80-61 gut; 60-41 befriedigend; 40-21 mangelhaft;
20-0 ungenügend.
Der Gesamteindruck ist nicht das arithmetische Mittel;
die Check-Bereiche sind unterschiedlich gewichtet!