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StartHotel+TechnikGutshof Rakow:: Klimaneutral Urlauben

Gutshof Rakow Klimaneutral Urlauben

Auf dem Gutshof Rakow sorgen 5.200 Erdkollektoren für eine autarke, CO2-neutrale Wärmeversorgung. Das Nahwärmenetz ist eingebunden in ein zukunftsweisendes Energiekonzept.

Noch steht ein Gutshaus am Salzhaff bei Rakow zwischen Wismar und Rostock. Doch das ändert sich gerade: Auf 15 Hektar Land entstehen in Sichtweite der Ostseeküste ein Hotel mit großem Wellnessbereich, eine Ferienanlage sowie 80 Eigenheime für die Generation 55+. Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts ist die autarke Versorgung mit erneuerbarer Umweltenergie: Photovoltaikanlagen mit 800 Kilowatt Spitzenleistung auf nahezu allen Dächern, eine Windkraftanlage in der Umgebung mit 3,45 Megawatt sowie eine ­große Erdwärmeanlage mit zwei Wärmepumpen liefern genügend Energie für die Eigenversorgung und werden zudem noch Strom ins Netz einspeisen.

Trinkwasserschutzgebiet

Für die Wärmeversorgung des ganzen Komplexes mit 11.000 Quadratmetern beheizter Fläche hat sich Bauherr Horst Podßun für Wärmepumpen des Herstellers Viessmann und eine Kollektoranlage von Geocollect entschieden. „Eine hohe Effizienz und Zuverlässigkeit waren für uns ausschlaggebend“, betont der Geschäftsführer des Ingeieursbüros HP Projekt. Einzelne Luft-Wasser-Aggregate seien unter anderem aus Kostengründen und wegen des Wartungsaufwands nicht infrage gekommen. Erdsonden verbieten sich in dem Trinkwasserschutzgebiet. „Die Kollektoren stehen 1,50 Meter unter der Erdoberfläche. Da gibt es selbst bei relativ hohem Grundwasserstand keine Probleme“, erklärt Dipl.-Ing. Hans-Christian Berndt vom ausführenden Handwerksbetrieb Helmut Lehner.

Berndt hat für den ersten Bauabschnitt die zwei Wärmepumpenmodelle „Vitocal 300-G BW“ und „BWS A21“ mit einer Nennwärmeleistung von insgesamt 42,4 Kilowatt vorgesehen. Sie werden in einem Nebengebäude des ehemaligen landwirtschaftlichen Betriebs installiert.
Über getrennte Soleleitungen und jeweils einen Verteilerschacht sind vier Kollektorfelder mit insgesamt 45 Strängen angebunden. Jeder der in drei Reihen stehenden Stränge verbindet zehn Kollektoren. Pro Strang beträgt die Entzugsleistung ein Kilowatt. „Das Feld von 34 mal 24 Metern wurde vom Erdbauer komplett bis auf 1,50 Meter unter Geländeoberkante ausgehoben. Dadurch konnten wir die Kollektoren Strang für Strang aufstellen und miteinander sowie mit den Zuleitungen aus Kunststoff verschweißen“, erklärt Berndt die Vorgehensweise.

Nach den vorgeschriebenen Druckprüfungen wurde das Kollektorfeld mit Sand verfüllt und eingeschlämmt, um eine gute Bindung des Erdreichs an die Kunststoffkollektoren sicherzustellen. In Zukunft parken Autos über dem Kollektorfeld. Eine versickerungsfähige Pflasterung sorgt für die Regeneration des Erdreichs durch den Niederschlag. „Die Fläche wird also gleich doppelt genutzt“, so Bauherr Podßun. Die in der Heizperiode entzogene Wärme wird durch die Sonne und Niederschläge vollständig regeneriert. Zu Beginn der Heizperiode ist der Boden in 1,50 Metern Tiefe in den meisten Regionen etwa 12 °C warm. Am Ende der Heiz­periode vereist das Geocollect-System bewusst das umgebende Erdreich. Dabei entsteht Kristallisationswärme, die zusätzlich die Effizienz der Anlage erhöht. Der Effekt entspricht der Erwärmung der gleichen Menge Wasser auf circa 80 °C. Da eine Erdwärmeanlage Gebäude im Sommer auf natürliche Weise kühlen kann, unterstützt die Abwärme aus den Gebäuden zusätzlich die Regeneration des Erdreichs.

Hohe Effizienz

Im Gegensatz zu einfachen Rohr- oder Korblösungen für die oberflächennahe Erdwärmenutzung holen Kollektoren von Geocollect laut Hersteller mehr Wärme pro Quadratmeter aus dem Boden. Möglich mache dies eine ausgeklügelte Gestaltung: Die 99 Mal 35 Zentimeter großen Kunststoffelemente aus robustem, nahtlos gezogenem Polypropylen (PP) haben eine deutlich größere Fläche als einfache Rohrabsorber.
Von der Sole turbulent durchströmt, nehmen sie die Wärme des umgebenden Erdreichs sehr gut auf. Zehn Kollektoren pro Kilowatt Wärmepumpenleistung bilden üblicherweise einen Strang, der stehend in Reihe oder in U-Form in einem 70 Zentimeter breiten und 1,50 Meter tiefen Graben verlegt ist. Alternativ kann, wie in Rakow, die komplette Baugrube ausgehoben werden.

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