Die britische Hotelmarke Premier Inn kündigt einen weiteren Hotelstandort in Deutschland an. In der Bochumer Innenstadt entsteht auf insgesamt 21 Ebenen der "City-Tower-BO", in welchem auch ein Hotel der Premium-Economy-Marke mit 192 Zimmern eröffnet. Das Mixed-Use-Konzept soll beispielhaft für die weitere Entwicklungsstrategie bei Premier Inn sein.
In dem Hochhaus-Neubau, den die Wirtschafts-Entwicklungs-Gesellschaft Bochum und der Projektentwickler List Develop Commercial gemeinsam realisieren, werden neben dem Premier Inn Hotel auch Büros, Serviced Apartments, Einzelhandel und Gastronomie-Angebote angesiedelt. Die Fertigstellung der Immobilie direkt am Hauptbahnhof ist bis 2024 geplant. Der sich anschließende Pachtvertrag mit Premier Inn läuft 25 Jahre.
Die öffentlichen Bereiche des Premier Inn – Lobby, Restaurant, Bar sowie eine Lounge zum Entspannen und Arbeiten – werden in der ersten Etage des über 60 Meter hohen Towers zu finden sein. In das Entrée gelangen Reisende vom Erdgeschoss aus (wo Gastronomie und ein City-Markt angesiedelt werden) über eine großzügige Freitreppe. Auf Höhe der ersten Etage können alle eine 430 Quadratmeter große, repräsentative Hotelterrasse nutzen. In den Obergeschossen zwei bis neun werden die 192 Zimmer untergebracht.
Das sagt der Managing Director von Premier Inn Investments Dr. Michael Hartung zum Mixed-Use-Konzept
„Bei dem Bochumer Premier Inn beteiligen wir uns an einer ganz besonders innovativen Umsetzung eines Mixed-Use-Konzeptes, bei dem eine Hotelentwicklung in Kombination mit anderen Nutzungen geplant wird“, sagt Dr. Michael Hartung, Managing Director von Premier Inn Investments, der deutschen Immobiliensparte des britischen Konzerns Whitbread (zu welchem Premier Inn gehört). Ziel der Strategie ist, dass Premier Inn Hotels in einem gemischt genutzten Quartier mit lebendiger Struktur entstehen. Zudem kann man Projekte dank solcher Kooperationen an besonders begehrten Standorten entwickeln und ganz besondere Immobilien schaffen, so wie in Bochum. „Durch die Kombination aus den sich positiv beeinflussenden Nutzungen, der Höhe des Gebäudes und der Architektur wird der 'City-Tower-BO' zum Leuchtturmprojekt für die Stadt“, betont auch Michael Garstka, Geschäftsführer von List Develop Commercial.
„Hier werden die Nutzungen nicht wie in den meisten Fällen in mehreren benachbarten Gebäuden nebeneinander, sondern in verschiedenen Stockwerken konzipiert. Aber das Prinzip ist das gleiche. Auch für künftige Premier Inn-Projekte kann dies ein interessanter Ansatz sein“, sagt Chris-Norman Sauer, der mit seinem Acquisitions Team trotz Krise derzeit neben Einzelstandorten auch verstärkt Ausschau nach gemischt genutzten Immobilien und Quartieren hält. Die Hochhauskonzepte bieten einen besonderen Vorteil. Sauer: „Dann kann man Premier Inn wie in Bochum auch an Standorten ansiedeln, die ansonsten wegen des begrenzten Flächenangebots nicht möglich sind.“ Premier Inn prüft gerade mehrere solche Mischnutzungen. Zum einen wie in Bochum über Pachtvereinbarungen, verstärkt aber auch über eigene Immobilieninvestments in die neu entstehenden Hotels. Für letzteres steht jetzt mehr Geld zur Verfügung. Denn Premier Inn setzt auch trotz Corona-Pandemie seinen Expansionskurs fort.
Die Re-Urbanisierung ist ein Mega-Trend, forciert durch das Streben nach mehr Nachhaltigkeit. Deshalb wird auch künftig immer stärker auf eine gute Mischung verschiedener Nutzungen geachtet.
Chris-Norman Sauer
Im März dieses Jahres stellte Whitbread über eine Bezugsrechtsemission eine zusätzliche Finanzausstattung von einer Milliarde Pfund für das Wachstum in Deutschland und Großbritannien zur Verfügung. „Damit hat Whitbread antizyklisch das Signal auf Investitionen von Premier Inn und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt“, erläutert Dr. Hartung. „Das zur Verfügung gestellte Kapital ermöglicht uns noch mehr finanzielle Flexibilität bei Standort-Entscheidungen.“ Diese Finanzzusage ist vor allem für die von Whitbread verfolgte Asset Heavy Strategie wichtig, wenn Premier Inn ebenfalls zum Investor und Eigentümer der Immobilie wird. Bei etwa der Hälfte der Hotels in Deutschland ist das der Fall. „Die notwendigen Schritte können wir schnell und flexibel umsetzen und auch Immobilien im Eigentum erwerben“, so Chris-Norman Sauer. Er geht davon aus, dass sich diese Tendenz zur Mischnutzung in einem Quartier oder einem Gebäude sogar weiter verstärken wird: „Die Re-Urbanisierung ist ein Mega-Trend, forciert durch das Streben nach mehr Nachhaltigkeit. Deshalb wird auch künftig immer stärker auf eine gute Mischung verschiedener Nutzungen geachtet. Mixed Use-Projekte nehmen deshalb in der Stadtplanung einen immer größeren Raum ein.“ Durch die abgestimmte Immobilienplanung kann Platz in zentralen Lagen viel effektiver genutzt werden.