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StartCoronakriseGratis-Joints, Bratwurst oder Gold-Geschmeide: Die kuriosesten Impfaktionen aus aller Welt

Gratis-Joints, Bratwurst oder Gold-GeschmeideDie kuriosesten Impfaktionen aus aller Welt

Im Kampf gegen das Coronavirus gibt es inzwischen weltweit Angebote, mit denen Menschen für ihre Impfbereitschaft belohnt werden sollen – von Universitätsstipendien über Blind Dates bis hin zur Promi-Auftritten. Ein Überblick über die ungewöhnlichsten Impfaktionen im In- und Ausland.

Schwerere Geschütze fährt Thailand auf. Seit Juni wird im ländlichen Bezirk Mae Chaem, wo viele dem Piks in den Arm lange skeptisch gegenüberstanden, jede Woche eine Kuh unter Impfwilligen verlost. Lokalen Medien zufolge soll die Aktion so lange weitergehen, bis 70 Prozent der Bevölkerung in der Region geimpft sind. Der Andrang soll sich seit Beginn der Aktion vervielfacht haben. Kein Wunder: Eine Kuh ist im Königreich 10.000 Baht, umgerechnet 250 Euro, wert – das ist viel Geld in dem von Corona und fehlendem Tourismus gebeutelten Land. Edelmetall für Impf-Eifer heißt es hingegen im nordöstlichen Bezirk Khon Kaen. Hier wollen die Behörden drei Goldketten verlosen, sobald 2.000 Bürger geimpft sind. Der Wert: 7.000 Baht (180 Euro) pro Geschmeide.

Ausgewählte Impfaktionen im Überblick:

Im thüringischen Sonneberg bescherte eine Bratwurst als Belohnung der Impfstelle einen Ansturm auf Covid-19-Impftermine. Bei der Aktion am Freitag vergangener Woche kamen Hunderte, um sich neben der Spritze auch die Fleisch-Spezialität abzuholen. Diese Woche gab es eine solche Wurstaktion auch im Erzgebirge, in Aue-Bad Schlema. Wieder berichteten die Macher von einem großen Zulauf.

Eine Tombola, aber nur für Geimpfte – das hat sich die Stadt Nîmes in Südfrankreich ausgedacht, um die Kampagne gerade bei Jüngeren wieder anzukurbeln. Sie lud im Juli zu einer virtuellen „Impfparty“ ein und verloste an 18- bis 25-Jährige mit mindestens einem Piks Konzerttickets, Freifahrtscheine für den Bus oder Eintrittskarten fürs Schwimmbad. Eine ähnliche Aktion gibt es in Argenteuil, nahe Paris. Und auch mit romantischen, nicht-materiellen Belohnungen versucht man im sprichwörtlichen „Land der Liebe“, Menschen für die Spritze zu gewinnen: Eine Werbekampagne zeigt ein leidenschaftlich knutschendes Paar auf dem Rücksitz eines Autos, dazu den Slogan: „Ja, die Impfung kann erwünschte Nebeneffekte haben.“

Aufs Schäkern für die Spritze setzen auch die Niederlande. Zwei Fliegen mit einer Klappe, dachte wohl das Gesundheitsamt in Haarlem bei Amsterdam und lockte Singles mit einem Blind Date zum Impftermin. Wer wollte, konnte sich zum arrangierten Flirt anmelden. Die Behörde vermittelte den Partner für das Impf-Date in der Viertelstunde Wartezeit nach dem Piks – mit sicherem 1,5 Meter Abstand versteht sich. Gleichzeitig sollte die Aktion auch gegen die Einsamkeit vieler Singles während der Pandemie helfen.

In Finnland hat die Stadt Rovaniemi in Lappland zwei ihrer bekanntesten Persönlichkeiten eingespannt: den Weihnachtsmann, der laut finnischem Glauben in der Region lebt, und den Frontmann der Hardrock-Band Lordi, die 2006 den Eurovision Song Contest gewann. Mister Lordi ließ sich stilecht im Monster-Bühnenkostüm die zweite Corona-Impfung geben, während auch Santa Claus bei der Impfveranstaltung vorbeischaute – wegen seines hohen Alters hatte der seine Impfdosen aber schon lange Zeit vorher erhalten.

In den USA überbieten sich derweil Bundesstaaten, Kommunen und Unternehmen schon seit Monaten mit materiellen Stimuli: Freiflüge, Luxus-Kreuzfahrten, Universitätsstipendien, kostenlose Taxifahrten, Einkaufsgutscheine, Gratis-Tickets für große Sportveranstaltungen, Freigetränke, ja sogar Millionengewinne – die Liste der Lockmittel ist lang. Ein Dauerbrenner und viel beachteter PR-Gag: Bei der Donut-Kette Krispy Kreme bekommt schon seit März jeder Geimpfte beim Vorzeigen der Impfkarte einen der süßen Krapfen geschenkt – im Zweifel jeden Tag. Besonderes Aufsehen erregte eine Lobby-Gruppe, die in New York und Washington Joints für Geimpfte ausgab.

In manchen Impfzentren im Nachbarland Mexiko wurde den Menschen in den vergangenen Monaten nicht nur eine Spritze geboten, sondern auch ein Unterhaltungsprogramm. Teils verkleidete Animateure, darunter muskulöse Ringer in voller Lucha-Libre-Montur, tanzten und sangen im Auftrag der Behörden von Mexiko-Stadt mit den Wartenden oder machten mit ihnen Yoga. Damit sollte vor allem den älteren Mexikanern, die in der Impfkampagne des nordamerikanischen Landes als Erste drankamen, das Warten auf die Spritze versüßt und von Ängsten abgelenkt werden.

In Großbritannien geht es derzeit hingegen vor allem darum, die Jüngeren vom Impfen zu überzeugen. Die Regierung kooperiert daher mit verschiedenen Dienstleistern, um Anreize zu schaffen. So bietet der Fahrservice Uber Rabatte und Mahlzeiten. Bei Konkurrent Bolt sind Fahrten zu Impfzentren kostenlos, Deliveroo verteilt Gratis-Gutscheine, und die Kette Pizza Pilgrims will zwei Filialen in Impfzentren umwandeln und dort kostenlos Pizzastücke verteilen.

Die Palette der Impf-Geschenke in Indien ist hingegen so vielfältig wie das Land selbst. Sie reicht von Benzin über Dreiräder und Saatgut bis hin zu Grundnahrungsmitteln wie Tomaten oder Reis, wie örtliche Medien in den vergangenen Monaten berichteten. In einem Teil von Uttar Pradesh wurden Läden angewiesen, Alkohol nur an Geimpfte zu verkaufen. Und in einem Distrikt im Bundesstaat Madhya Pradesh prüften Polizisten laut „The Indian Express“, wer geimpft ist und wer nicht. Geimpfte erhielten eine Plakette mit der Aufschrift: „Ich bin ein echter Patriot, weil ich geimpft worden bin.“ Ungeimpfte erhielten ein Blatt mit einem Totenkopf drauf. dpa

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