Hoteltest Atlantis The Palm Dubai Gigant mit erstaunlichen Qualitäten

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Konstruktive Kritik gehört zum journalistischen Credo von Tophotel. Nobeldomizile, die sich als hochpreisige Repräsentanten der Spitzenhotel­lerie betrachten und für die Branche Vorbildfunktion haben, stehen im Mittelpunkt des anonymen Luxushoteltests. Dieses Mal nahm unser Tester das Hotel Atlantis The Palm in Dubai unter die Lupe.

DI. 15/06, 16:10 – Reservierung

Bei der telefonischen Reservierung werde ich zunächst durch eine ungewöhnlich lange Ansage vom Band begrüßt. Fast anderthalb Minuten wirken ermüdend. Ich werde dabei über das Unterhaltungsprogramm des Hotels und andere Details von einer Leierstimme informiert. Endlich meldet sich ein freundlicher Mitarbeiter. Er vermag mir Zimmer ab 220 Euro anzubieten, die sonst mit 500 Euro zu Buche schlagen würden. Im Sommer herrschen in Dubai Backofentemperaturen von mindes­tens 40 Grad Celsius, die Gäste von einem Besuch abhalten. Der Mitarbeiter S.A.L. agiert zuvorkommend und informativ. Am Schluss bedankt er sich für die Reservierung, deren Bestätigung keine zehn Minuten nach unserem Gespräch erfolgt – mit allen wichtigen Daten und Preisen.
Wertung: gut

DO. 01/07, 14:27 – Check-in

Es herrscht Gedränge am Hoteleingang, die Limousinen stehen dicht an dicht. Ich werde von niemandem registriert und muss mein Gepäck selbst zur Rezeption bringen, wo dann ein Gepäckboy seine Dienste anbietet. Beim Eintritt in die Lobby bleibt einem die Luft weg: Dem einen vor Staunen über die üppige Farben- und Formenpracht, dem anderen wegen einer schweren süßen Duftwolke, die in der Halle unausweichlich über allem wabert. Kinder tollen herum, es herrscht sehr lebhaftes Treiben. Leider auch an der Rezeption, wo sich Schlangen bilden. Bei einem so großen Hotel mit gleich drei Countern könnte man leicht Check-in und Check-out separieren. Das Auschecken mit Rechnungskontrolle und anderen Nachfragen dauert in der Regel länger. In diesem Fall ganz besonders lange. Viel Palaver allenthalben, die Mitarbeiter schauen ewig lange in ihren Computern nach, wobei die jeweilige Problematik nicht deutlich wird. Jedenfalls stehe ich fast eine halbe Stunde an der Rezeption, ohne dass ich meinem Zimmer auch nur einen Schritt näher gekommen bin. Immerhin kommen dienstbare Geister vorbei und reichen Wasser und kühle Tücher. Einer der in der Lobby bereitstehenden Trainees erbarmt sich meiner und bietet an, den Check-in mit meinen Papieren im Backoffice durchzuführen. Er teilt mir mit, dass zu dieser Stunde nur drei Raucherzimmer bereit stünden, auf ein Nichtraucherzimmer müsste ich noch »etwas länger« warten. Herr Sh. zieht den Check-in freundlich in schnellen fünf Minuten durch, überreicht mir einen Lageplan des weitläufigen Resorts, informiert mich über die Frühstückszeiten und wünscht einen guten Aufenthalt. Es begleitet mich niemand aufs Zimmer.
Wertung: mangelhaft

Zimmer 2326

Das Raucherzimmer wird gut gelüftet und gereinigt übergeben. Auch Problemstellen (unter dem Bett, Bilderrahmen, Rückseite des TV-Gerätes etc.) wurden nicht übersehen. Zur Begrüßung gibt es kein Kärtchen der Direktion, der Obstkorb wird erst am Abend aufs Zimmer gebracht. Ein Fläschchen Wasser (0,5 Liter) steht gratis bereit und wird täglich erneuert. Auf Blumenschmuck wird gänzlich verzichtet. Der Flachbildfernseher ist eingeschaltet, wobei auch hier keine Begrüßung stattfindet. Dafür sieht man gleich ein komplettes Menü aus Hotel-Infos und Gäste-Services wie die Rechnungsansicht und die Übermittlung von Nachrichten. Insgesamt können 69 Programme empfangen werden, größtenteils arabische, aber auch drei deutsche. Der Monitor bietet eine Live-Webcam, auf der das gigantische Fischbassin des Hotels mit der spektakulären Unterwasserwelt zu sehen ist – eine schöne Idee, besser und passender als viele Fernsehprogramme. Ein bequemes Kingsize-Bett, gute Bettwäsche und eine stabile Matratze sorgen für Komfort. Sehr nett: eine zusätzliche Tissue-Box am Bett. Der große Schreibtisch bietet viel Platz zum Arbeiten. Die Internetverbindung (WiFi) funktioniert einwandfrei (24 Stunden für umgerechnet rund 20 €). Im geräumigen Schrank hängen genügend Holzkleiderbügel, die Ablage- und Staumöglichkeiten sind gut. Im Schrank stehen Bügeleisen und Bügelbrett bereit. Der einfach zu bedienende Minisafe wurde zu niedrig installiert. Es existieren ausreichend Lichtquellen, die Klimaanlage arbeitet tadellos. Sie ist relativ leise, muss aber nachts auch nicht aktiviert werden. Der Ganzkörperspiegel im Flur gestattet einen letzten prüfenden Blick vor dem Verlassen des Zimmers. Die güldenen Rahmen aller drei Spiegel sind aus Plastik. Bei der elektronischen Minibar wird jede Entnahme automatisch aufs Zimmer gebucht. Sie ist ausreichend gut bestückt: Dose Bier 7,80 €, Softdrinks 3 €, Wasser (0,5 l) 5 €. Das Verfallsdatum ist bei keinem Produkt überschritten. Ein Wasserkocher mit Tee und Kaffee gehört zur Standard­aus­rüstung der Zimmer (wird täglich aufgefüllt). Sympathische Idee: ein Kärtchen mit Angeboten der hauseigenen Schneiderei inklusive Preisen (die Erneuerung eines Reißverschlusses kostet beispielsweise 10 €). Negativ am Test-Zimmer ist im Grunde lediglich seine Hellhörigkeit. Empfindliche Naturen werden sich am Aufzugklingeln stören, aber auch an den lauten Gesprächen, die mitunter vom Gang eindringen. Im Bad kommt man nicht umhin mitzubekommen, wie häufig der Nachbar duscht. Das Zimmer ist angenehm groß und wurde mit bequemem Mobiliar ausgestattet. Dezente arabische Elemente und Ornamente geben eine landestypische Note. Noch charakteristischer für Dubai ist der weite Ausblick auf die Lagune der Palm-Insel und die sich dahinter mächtig aufbauende Hochhaus-Skyline. Durch die sehr stattliche Terrasse wird das Zimmer nach außen hin vergrößert und optisch reizvoller. Das Zimmer kann außerdem durch eine Schiebetür zum Bad hin geöffnet werden.
Wertung: gut

Das Badezimmer

Ein wirkliches Badezimmer, angenehm groß und dennoch übersichtlich gestaltet. Mit riesiger Duschkabine, separatem WC nebst Bidet sowie Badewanne. Überall herrscht guter Wasserdruck, das Wasser fließt ordentlich ab. In der Dusche ist es schwierig, die richtige Temperatur einzustellen, da die Armaturen für Warm- und Kaltwasser merkwürdig unplausibel funktionieren und keine Einheit bilden. Die richtige Temperatur ist nur mühsam zu justieren. Die Toilettenpapierhalterung im WC wurde schief angebracht, was nicht nur optisch stört. Das Bad wurde gut gereinigt übergeben – bis auf die sehr staubige und schon lange nicht mehr gesäuberte Waage. Der Raum kann gut ausgeleuchtet werden und bietet genügend Ablagemöglichkeiten. Der Haartrockner ist schwer und umständlich zu handhaben. Ein großer Spiegel nebst Kosmetikspiegel gehört zum Hotelstandard. Bademantel und Badeslipper liegen nicht bereit und werden erst auf Nachfrage aufs Zimmer gebracht, die Slipper riechen entsetzlich chemisch. Ordentliche Handtücher in verschiedenen Größen sind vorhanden. Die Guest Supplies von Floris aus London sind von passa­bler Qualität (Shampoo, Conditioner, Duschgel, Bodylotion). Nagel­feile, Rasierer oder Zahnbürste erhält man ebenfalls nur auf Nachfrage.
Wertung: noch gut

Guest Services I

Unter der Ruftaste 0 kann der Gast die meisten Wünsche vortragen. Dort werde ich stets freundlich begrüßt und mit Namen angesprochen. In der Hoteldirectory wird unter »Restaurants« auf eine »Dining Section« verwiesen, die jedoch nicht existiert. Handelt es sich dabei um ein in Leder gebundenes Ringbuch, wie es beispielsweise über das Spa existiert? Dieses Problem trage ich bei Guest Services vor, wo man verspricht, mir innerhalb von 20 Minuten die gewünschten Informationen aufs Zimmer zu bringen. Dies geschieht jedoch leider nicht. Das Hotel bietet gleich 17 Outlets an (Restaurants, Bars, Lounges), die erkundet sein wollen, Informationen darüber sind besonders wichtig. Es muss im Interesse des Hotels liegen, auf diese Vielfalt hinzuweisen und die einzelnen Lokale zu verkaufen. Beim Check-in hätte man mir gleich eine handliche Broschüre überreichen müssen, die alle Lokalitäten vorstellt und die Öffnungszeiten sowie die Lage nennt. Eine solche existiert auch. Bei einem Hotellabyrinth wie im Atlantis findet sich niemand ohne entsprechende Informationen zurecht. Immerhin kann man auf dem Zimmer noch einen sehr umfang­reichen Info-Kanal einsehen, der ebenfalls über alle Outlets informiert – sogar mit sehr animierenden Videos.
Wertung: nachlässig

Guest Services II

Jeden Donnerstag findet im Adventure Park des Hotels eine riesige Party statt, die bis in die Nacht dauert (außer während des Ramadan). Dies wird sogar mit einem großen Feuerwerk gefeiert. Leider wurde ich darüber weder schriftlich noch mündlich informiert.
Wertung: nachlässig

18:02 – Restaurant »Ronda Locatelli«

Der Starkoch Giorgio Locatelli aus London hat hier eine sehr respektable Filiale eröffnet. Zu dieser frühen Stunde sind nur wenige Europäer zu sehen, zwei Stunden später wird man kaum noch einen Platz bekommen. Man trifft hier deutlich mehr arabische und indische Gäste. Ich werde freundlich am Steh­empfang begrüßt und an einen freien Tisch geleitet. Der zuvorkommende Service-Mitarbeiter ist umgehend zur Stelle, legt die Speise- und Weinkarte vor und fragt den ersten Getränkewunsch ab. Das große Lokal wurde recht amüsant gestaltet, die Lampen erscheinen wie gedrehte Nudeln. In der Mitte thront ein riesiger Pizzaofen, um den sich viele Barplätze reihen. Italienische Folklore vom Band sorgt für eine heitere Grundstimmung. Es sind sehr viele Weine der mittleren und oberen Preis- und Qualitätsklasse gelistet, vor allem aus Italien und Frankreich. Weit weniger schlagen Angebote aus der Neuen Weinwelt zu Buche: Man kann für 25 Euro eine Flasche bekommen, was hier in etwa dem Preis von zwei Prosecchi entspricht. Der Wein wird optimal temperiert serviert.

Der Service vernachlässigt auch bei vollem Haus kein einziges Mal meinen Tisch. Die Pizza Bufala wird zwar mit 18 € berechnet, schmeckt aber auch göttlich. Der knusprig-dünne und doch saftige Teig ist perfekt, es finden nur allerbeste Zutaten Verwendung: Büffel-Mozzarella, aromatische Tomaten, frisches Basilikum. Viele Gerichte gibt es erfreulicherweise auch als halbe Portion. Die Spaghetti al crudo fallen erstklassig aus, sind selbstredend al dente und vollendet mit schwarzen Oliven, Kapernblüten, Tomaten, Anchovis und Basilikum abgestimmt. Das Fischfilet in würziger Kräuterkruste ist auf den Punkt genau gegart und wunderbar saftig. Dazu gibt es sehr gute Bratkartoffeln und hervorragende Aroma-Tomaten aus dem Ofen. Obwohl ich am Schluss keinen Espresso oder ähnliches bestelle, erhalte ich köstliche Amaretti. Einen solchen Top-Italiener außerhalb Italiens und dazu noch in Dubai zu erleben, grenzt beinahe an ein kulinarisches Wunder.
Wertung: ausgezeichnet

FR. 02/07, 07:30 – Weckruf

Der Weckruf kommt pünktlich unter Nennung der korrekten Uhrzeit. Die freundliche Mitarbeiterin spricht mich nicht mit Namen, sondern lediglich allgemein mit »Sir« an. Sie wünscht noch einen angenehmen Tag. Beim Weckruf am nächsten Morgen werde ich zusätzlich mit meinem Namen angesprochen, was diesen Routine-Vorgang perfekt macht.
Wertung: sehr gut

Schuhputzservice

Auf einen solchen Service wird in den Hotel-Informationen nicht hingewiesen, weshalb ich mich danach beim Guest Service erkundige. Die Mitarbeiterin muss sich jedoch selbst erst einmal schlau machen und ruft drei Minuten später wieder zurück. Ich solle die Schuhe einfach ans Bett stellen (einen Korb oder Beutel gibt es nicht), dann würde sie ein Runner abholen und geputzt wieder bringen. Zwei Minuten später erhalte ich einen erneuten Anruf mit der Frage, ob die Schuhe gleich abgeholt werden können. Ein sehr freundlicher Mitarbeiter ist kaum drei Minuten später zur Stelle, nimmt die Schuhe mit und fragt, wann er sie retournieren müsse. Ich möchte sie bis spätestens 19 Uhr zurück bekommen. Alles in allem ist der ganze Vorgang etwas zu aufwändig für den Gast, der zu viel Zeit und Telefonate für diesen Service aufbringen muss. Für die Eiligen, die selbst Hand anlegen wollen, liegt ein Schuhputztuch auf dem Zimmer bereit. Die Schuhe werden nicht wie versprochen am gleichen Abend zurück­gebracht. Als sie auch bis um 13 Uhr des nächs­ten Tages nicht auf dem Zimmer sind, frage ich nach dem Verbleib. Danach bringt mir ein freundlicher Mitarbeiter umgehend die gut geputzten Schuhe aufs Zimmer. Es ist leicht nachzuvollziehen, warum der Shoeshine Boy erst auf meine Nachfrage reagiert hat: Er wollte sichergehen, dass auch jemand auf dem Zimmer ist, wenn er die Schuhe bringt, weil nur so die Chance auf ein Trinkgeld besteht (was er verdientermaßen auch erhält).
Wertung: noch befriedigend

9:21 – Frühstücksbuffet

Im Hotel Atlantis wird gleich in drei verschiedenen Lokalen ein Frühstücksbuffet aufgebaut: im »Saffron«, »Kaleidoscope« sowie im »Rostang«. Doch nur im »Saffron« gleicht es einem Schlaraffia. Über 20 Köche arbeiten an sieben verschiedenen Live-Cooking-Stationen und servieren orientalische, asiatische, indische und europäische Gerichte. Diese gigantische kulinarische Show ist von 7 bis 11.30 Uhr zu erleben, wobei die meisten Gäste ab 10 Uhr kommen. Dann entstehen Schlangen, die lange werden können. Ich bin relativ zeitig und werde gleich eingelassen. Eine freundliche Mitarbeiterin bietet mir verschiedene Plätze an (ein anderes Mal muss ich nehmen, was noch frei ist). Es herrscht geradezu Jahrmarkttrubel, viele Familien mit Kindern verbreiten eine sehr turbulente Atmosphäre. Die überdrehten Kleinen flitzen umher und balancieren riesige Türme auf ihren Tellern, die vor allem aus Pfannkuchen, Waffeln und knallbunten Fruchtgummis bestehen. Die europäischen Gäste sind in erster Linie paarweise vertreten und wirken meist etwas überfordert von dem hohen Geräuschpegel und dem üppigen Angebot. Ganz ruhig ist es nur auf der Terrasse, die wegen der großen Hitze lediglich von drei Gästen benutzt wird. Insgesamt finden in dem Frühstücks­saal 600 Gäs­te Platz. Es ist eine organisatorische und logistische Meisterleistung, dass alles sehr gut und reibungslos funktioniert. Man erwartet vielleicht eine mittelprächtige Massenabfertigung, doch nicht nur die Vielfalt ist erstaunlich, sondern auch die Qualität. Zudem wird alles sehr appetitlich und übersichtlich präsentiert. Die F&B-Abteilung erreicht an dieser Stelle unglaubliche Topleis­tungen, alle Frühstücksköche scheinen ihr Handwerk zu beherrschen und stehen meist gutgelaunt und auskunftsfreudig an ihren Plätzen. Auch die Dim Sum beim Chinesen fallen geschmacklich gut und präzise aus. Daneben finden sich Nudel- und Gemüsesuppen sowie Wokgerichte und gebratene Singapore-Nudeln. Überall fällt eine sehr aus­gewogene Würzung auf, nichts dringt vorlaut in den Vordergrund, wobei die Gerichte weitgehend ihren authentischen Cha­rakter behalten. Die indische Station bietet sehr gute vegetarische Speisen an, das köstliche Nan Bread wird ständig frisch zubereitet. Ausgezeichnet fallen außerdem die arabischen Mezzeh aus, kleine feine und würzige Vorspeisen. Die japanische Küche ist mit Sa­shimi und Tempura vertreten.

Die Vielfalt dieses außergewöhnlichen Buffets ist sehr verlockend, doch die meisten der europäischen Gäste bleiben lieber bei dem, was sie kennen und essen tatsächlich, die Gerichte der Heimat. Dem europäischen Geschmack sind die Eier geschuldet, die an einer eigenen Station stets frisch mit Dutzenden von verschiedenen Zutaten gemacht werden. Dazu wird Speck aus Truthahn oder Rind offeriert, der (in diesem Fall entbehrliche) Schweinespeck ist fast versteckt in der hintersten Ecke des Saales zu finden. Fisch, cremiger Sahnekohl, Grillgemüse, Salat und sogar Wurst und Rohmilchkäse sind von guter Machart. Zur großen Freude, nicht nur der Europäer, gibt es außerdem ein Dutzend hervorragender Brotsorten, vom Weißbrot bis zum Körnerbrot. Zusätzlich diverse Brötchen, verschiedene Toasts, Brioche und erstklassiges Baguette. Die exzellenten Croissants kommen frisch dampfend aus dem Ofen. Es gibt gute abgepackte Butter aus der Normandie, normal und gesalzen. Gebäckstücke werden in einer Auswahl angeboten, die für zwei Hotels reichen würde.

Erstaunlich gut sortiert ist auch die Obstabteilung, in der reife und gute Früchte warten, darunter Ananas und Papaya. Erstklassig schmecken zudem die verschiedenen Obstkompotte, die mit Zimt und anderen Gewürzen aufgepeppt wurden. Die Müsliecke ist wie alles ebenfalls sehr gut aufgestellt. Nicht nur für Kinder gibt es viele Verlockungen – Waffeln, Pfannkuchen und Joghurts, dazu verschiedene hausgemachte Fruchtmarinaden und fein eingelegte Früchte. Besonders beliebt bei den Kids ist der Brunnen mit weißer oder dunkler Schokolade, unter den sie Obst- und Marshmellowspieße halten. Getränke, Kaffee und Tee werden in Thermoskannen serviert, Tee gibt es im Beutel. An einer Saftbar werden in Karaffen, die auf Eis stehen, verschiedene frische Säfte und Wasser attraktiv präsentiert: Mango, Ananas, Karotte, Wassermelone und Apfel.

Das Buffet ist gut geordnet aufgebaut, die meisten Positionen sind beschriftet. Der Service arbeitet sehr flink und freundlich, benutzte Teller werden schnell abgeräumt. Teller werden nicht nachgereicht, da diese ausreichend an den Buffet-Stationen bereit stehen. Ich werde ebenso freundlich verabschiedet, wie ich empfangen wurde. Die Atmosphäre mag alles andere als ruhig sein, doch das Buffet selbst hat fast Weltklasseformat.
Wertung: ausgezeichnet

Housekeeping

Es wurden alle Abfallbehälter geleert sowie verbrauchte Handtücher und Kosmetika ersetzt. Auch Kaffee und Tee wurde nachgefüllt, was man sonst häufig in Hotels vergisst. Bei der Reinigung hapert es. Zwei von drei Markierungen wurden übersehen, mithin ist an diesen Stellen nicht gereinigt worden (am Abend werden sie jedoch nicht übersehen). Der einzige auf dem Zimmer befindliche und verbrauchte Notizblock wird ebenso wenig ersetzt wie das nicht mehr vorhandene Schuhputztuch. Zur Zimmerpflege sollte auch die Reinigung der Terrasse gehören, auf der sich allerlei Unrat sammelt, der von den oben liegenden Balkonen immer wieder herunterweht. Ich reklamiere den nicht ersetzten Notizblock. Es dauert eine halbe Stunde, bis mir ein freundlicher Mitarbeiter diesen aufs Zimmer bringt.
Wertung: unbefriedigend

Message Transfer

Ein um 9:57 Uhr abgeschicktes Testfax erreicht mich erst drei Stunden später auf dem Zimmer und wird unter der Tür durchgeschoben. Der TV-Info-Kanal, der unter anderem Nachrichten anzeigt, meldet diese Message nicht. Auch auf den beiden Zimmertelefonen unterrichtet mich kein rotes Licht über eine eingegangene Nachricht. Die Nachrichtenübermittlung über den TV-Info-Kanal funktioniert in keinem einzigen Fall, die entsprechende Seite auf dem Monitor bleibt stets leer. Ein zweites Testfax, das am nächsten Vormittag abgeschickt wird, erreicht mich überhaupt nicht. Die Kommunikation mit dem Hotel selbst verläuft auch per E-Mail holprig. Die Frage nach der Fax­adresse wird zunächst zwei Tage ignoriert. Erst eine zweite Nachfrage wird mit einer Entschuldigung beantwortet.
Wertung: sehr mangelhaft

Wäscheservice

Ich hinterlasse am Vormittag im Wäschebeutel ein Hemd für die Wäscherei und möchte ein Jackett aufgebügelt bekommen. Ohne Express-Service verspricht man eine Lieferung innerhalb von vier Stunden, was auch eingehalten wird. Um 13:15 Uhr erhalte ich beide Stücke von einem sehr freundlichen Mitarbeiter akkurat behandelt auf einem Drahtbügel unter Plastikschutz wieder zurück.
Wertung: sehr gut

Lost & Found

Der in meiner Jacke aus »Versehen« mit zur Reinigung gegebene (wertlose) Kugelschreiber wird nicht wieder mit der Jacke zurückgebracht. Ein im Restaurant »vergessener« (wertvollerer) Kugelschreiber wird mir sogleich vom aufmerksamen Service hinterher ge­tragen.
Wertung: befriedigend

Do not disturb

Die Signale lassen sich nur elektronisch an der Tür aktivieren (Hänger existieren hier keine mehr). DND wird stets beachtet. Der Service schiebt stets einen entsprechenden Hinweis mit der Bitte um Rückruf auf einem Kärtchen unter der Tür ins Zimmer. Der Gast­hinweis zur Zimmerreinigung wird ebenfalls aufmerksam beobachtet und zügig umgesetzt.
Wertung: sehr gut

Außenansicht

Je weiter man sich vom Hotel entfernt, desto spektakulärer wird die Außenansicht. Aus der Ferne taucht das Resort wie eine Fata Morgana auf, ein Blick aus der Nähe offenbart aber auch realen Alltag.

Viele Gäste nutzen die Balkone zum Wäschetrocknen und verwandeln die Fassade in einen neapolitanischen Hinterhof. Auf den Dächern sammeln sich die vom Winde verwehten Wäschestücke, an manchen Stellen ergänzt von Kleiderbügeln und Zigarettenkippen. Sonst ist vor der Tür kein Unrat zu sehen. Es macht alles einen gepflegten Eindruck.
Wertung: gut

Sicherheitsaspekte

Nach einem Gespräch an der Rezeption »vergesse« ich ein kleines Handgepäckstück und entferne mich ohne dieses. Es wird mir von einem aufmerksamen Mitarbeiter umgehend nachgetragen. In der Lobby wimmelt es geradezu von Personal, das alles mit Falkenaugen verfolgt. Lancierte Versuche mit dem Ziel an die Zimmernummer des Testgastes zu kommen, scheitern am Sicherheitsverständnis der Mit­arbeiter. Stichprobenartig vorgenommene Kontrollen ergeben, dass zu keiner Zeit Notausgänge verschlossen oder zugestellt sind. Die Fluchtwege sind gut erkennbar und auch beleuchtet. Das Housekeeping arbeitet diskret und gewährt keinen Einblick in die Gäs­telisten.
Wertung: sehr gut

Flure, Aufzüge, Treppen

Alle Abteilungen werden einwandfrei gepflegt und gewartet. Zu keiner Zeit während des Testaufenthalts sind optische und technische Unregelmäßigkeiten festzustellen.
Wertung: sehr gut

Bankett

Die persönlichen, telefonischen und schriftlichen Kontakte mit der Abteilung verlaufen freundlich und professionell. Anfragen werden zügig und detailliert beantwortet und könnten höchstens etwas individueller und weniger standardisiert ausfallen.
Wertung: gut

19:02 – Restaurant »Ossiano«

Das unter dem Patronat des weltbekannten spanischen Drei-Sterne-Kochs Santi Santamaria stehende »Ossiano« ist das gastronomische Aushängeschild des Hotels. In dem extravaganten Restaurant sitzen die Gäste wie in einem riesigen Aquarium und tafeln dicht an dicht mit Hunderten von Meeresbewohnern.

Ich werde freundlich an der Rezeption von zwei attraktiven Mitarbeiterinnen willkommen geheißen, wobei mich eine die Treppen hinunter zu meinem Tisch geleitet. Die Gäste bevorzugen die Plätze unmittelbar an den Trennscheiben zur Tierschau, wobei auch die entfernter liegenden noch eine gute Sicht bieten. Ich werde zwar sofort nach einem Getränkewunsch gefragt, doch nach meiner offenbar banalen Wasserbestellung bleibt eine weitere Betreuung zunächst aus. An dieser Stelle hat man wohl einen Aperitif in Form eines Champagner erwartet. Jedenfalls dauert es sehr lange 14 Minuten, bis sich der Service wieder an meinem Tisch blicken lässt. Erst jetzt wird die Speisekarte vorgelegt, wobei die Weinkarte danach nur auf Nachfrage gebracht wird. Das erscheint besonders nachlässig, weil zu dieser Zeit lediglich zwei Tische besetzt sind. Mein Kellner annonciert außerdem unverständlich in gebrochenem Englisch. Der Restaurantleiter offenbart sehr selbstsicheres Auftreten und lässt sich zu deutlich anmerken, dass er am liebsten Menüs verkauft. Zu meiner Überraschung ist an diesem Abend Santi Santamaria persönlich anwesend und setzt sich nach getaner Arbeit für einen Plausch zu Bekannten an die offen einsehbare Bar. Der Service hätte ruhig darauf hinweisen können, denn es kommt nicht alle Tage vor, dass der katalanische Starkoch seinen Herd in Spanien verlässt, um in Dubai zu sein.

Das nur durchschnittliche Brot- und Buttersortiment wird schleppend serviert, das Olivenöl schmeckt nicht mehr frisch. Dafür setzt sodann ein Reigen an guten, wenn auch nicht überragenden Amuse gueules ein. Die Menüpreise liegen zwischen 160 und 200 Euro auf einem sehr hohen Niveau. Doch auch wenn man à la carte bestellt, kommt man bereits mit drei Gerichten auf ein ähnliches Level und noch darüber. Die Hauptgerichte verschlingen umgerechnet mindestens 50 € – weshalb die meisten Gäste gleich ein Menü bestellen. Unter 60 € ist keine Flasche Wein zu haben, ein Großteil kostet 130 Euro. Insgesamt findet der Gast eine ansprechende Auswahl sehr guter Tropfen aus Frankreich, Spanien und der Neuen Weinwelt, die ebenfalls sehr selbstbewusst kalkuliert sind (was auch an der hohen Steuer dafür in Dubai liegt). Was der Gast zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Zwischen den bestellten Gängen werden auch noch kleine Gerichte zum Nulltarif serviert. Das ist gut gemeint, vermag aber schnell den Magen zu überfordern, vor allem, wenn es sich dabei um üppige Austern handelt. Leichter als zusätzlicher Appetit­happen gerät das ausgezeichnete Sashimi von der Gelbschwanzmakrele mit Pesto. Insgesamt neigt die Küche zu sehr kräftiger Zubereitung, großzügiger Verwendung von Öl und mächtigen Portionen, was schnell sättigend ist und rasch zu Überdruss führt. Der Seeteufel ist sehr festfleischig und durchaus delikat, schwimmt aber in einem ausgesprochen intensiven Fond. Bei diesem gehaltvollen katalanischen Fischtopf namens Suquet wird auch nicht mit Knob­lauch gespart. Feiner und leichter zeigen sich Octopus mit geräucherter Paprika sowie Königskrabbe mit Couscous, Yoghurt und Curry. Der Wolfsbarsch (mit Auberginen, Artischocken und Kartoffeln) präsentiert sich saftig-zart und beinahe noch glasig in Vollendung. Obwohl ich keinen Kaffee bestelle und die Sättigungsgrenze inzwischen weit überschritten habe, bekomme ich am Schluss noch ein Dutzend Petits fours. Ich werde eher beiläufig verabschiedet. Das Restaurant ist gut, aber für diese Preisklasse sollte am Ende ein »sehr gut« stehen.
Wertung: gut

22:16 – Bar »Azura«

Die azurblaue Bar ist sehr ansprechend gestaltet, doch lockt sie während des Testaufenthalts nicht besonders viele Gäste an. Der Service arbeitet aufmerksam und freundlich. Noch vor der ersten Bestellung werden verschiedene Nüsse mit Löffel und Serviette gereicht. Das Sortiment an Spirituosen, in erster Linie Whisky und Grappa, entspricht internationalem Standard. Mit einigen Signature-Cocktails und 18 verschiedenen Martinis zeigt man mehr Flagge. Unter den sechs verschiedenen Bieren ist ein alkoholfreies, jedoch kein frisch gezapftes dabei. Weine sind etwas unterrepräsentiert. Die Preise für das Glas liegen zwischen sechs und 15 Euro. Die Mitarbeiterin zeigt die noch ungeöffnete Flasche am Tisch, schenkt einen Probierschluck ein und wartet auf die Zustimmung des Gastes. Auch sonst gibt es keinerlei Beanstandungen, der bestellte Cocktail Spicy Mule aus dunklem Rum, Lime Juice, Ginger Ale, frischem Ingwer und Soda fällt sehr gut und harmonisch gemixt aus. Die meisten Gäste trinken Wein, einige machen von den angebotenen Sandwichs und Snacks Gebrauch. Die Zigarrenauswahl wirkt befremdlich, da hier nicht geraucht werden darf. Ich werde freundlich verabschiedet.
Wertung: sehr gut

Turndownservice

Als ich um 23:18 Uhr in mein Zimmer komme, hat noch kein zweiter Service Hand angelegt. Ich beschwere mich eindringlich beim Guest Service, wo man sich für das Versäumnis entschuldigt und den Service umgehend ankündigt – was auch innerhalb von fünf Minuten geschieht. Der Abendservice leistet sodann gute Arbeit. Doch ist damit erst nach Mitternacht fertig. Für jeden Gast eine Zumutung.
Wertung: sehr mangelhaft

SA. 3/07 – Spa & Fitness Centre

Die Abteilung erstreckt sich über zwei Etagen und kann mit 27 Behandlungszimmern aufwarten. Der angenehm temperierte Fitnessraum wurde mit modernem, funktionalem Gerät ausgerüstet, Handtücher liegen ausreichend bereit, es fehlt auch kein Wassercontainer. Der Spa-Bereich wurde sehr ansehnlich asiatisch mit Wasser-Gärten gestaltet, doch auch viel Kerzenlicht vermag nicht zu verbergen, dass man die fehlenden Proportionen übersieht. Das Spa selbst fällt großzügig aus, die Behandlungszimmer eher klein und bescheiden. Zudem existieren keine Fenster. So betrachtet, wirkt das Spa fast schon wie eine Gruft. Weit problematischer als diese Stimmung erscheint die Dunkelheit aus Sicherheitsgründen. Ich kann kaum erkennen, wo es langgeht, was angesichts von vielen Stufen und anderen Hindernissen als riskant empfunden werden muss. Die gesamte Abteilung macht einen sehr gepflegten Eindruck (soweit man das überhaupt erkennen kann). Die Spa-Anwendungen werden zu gehobenen Preisen angeboten: Massagen kosten 110 € (60 Min.) und 140 € (90 Min.). Ich wähle aus Zeitgründen mit 30 Minuten die kürzeste von allen – Massage von Rücken, Nacken und Schulter für 77 €. Männer behandeln Männer, Frauen nur Frauen. Das ist nicht jedermanns Sache. Immerhin teilt man dies gleich bei der Buchung mit, um Überraschungen zu vermeiden. Mein kurzfristig gewünschter Termin um 14:40 Uhr ist möglich, gestern und vorgestern wäre das unter keinen Umständen zu realisieren gewesen. Bei der telefonischen Reservierung wirkt die Mitarbeiterin sehr knapp und hart in der Aussprache. Es ist vielleicht nicht so gemeint, doch ihre Art erscheint unfreundlich. Kein Bitte, kein Danke, es fehlen höfliche Redewendungen. Mit einer Telefonschulung lässt sich das Problem sicher lösen. Wenn man nämlich den Spa-Damen dann gegenübersteht, blickt man in freundliche Gesichter. Ich werde höflich empfangen und in einen großzügigen, etwas zu kühlen Warteraum geführt, in dem ein wenig Lektüre ausliegt. Mir wird sogleich ein Ingwertee oder wahlweise ein Wasser offeriert. Wie meist üblich habe ich einen medizinischen Fragebogen auszufüllen, in dem unter anderem nach Leiden und Allergien gefragt wird. Mein Physiotherapeut ist pünktlich zur Stelle und begrüßt mich freundlich mit Handschlag. Er geleitet mich hinunter in den Behandlungsraum. Dieser ist klein, aber bestens gepflegt. Es duftet gut, die Musik tönt angenehm leise. Ich werde indes nicht gefragt, ob ich überhaupt Musikbegleitung möchte. Und mir wird auch keine Alternative zum verwendeten Massageöl angeboten. Der Mitarbeiter legt sogleich los und nimmt mich regelrecht in die Mangel. Mit harter Hand bohrt er sich in meinen Rücken. Ich weiß zu diesem Zeitpunkt nicht, ob mir das alles nützt oder schadet. Mitarbeiter A. meint, er müsse die Sache so heftig angehen, um meinen angespannten Rücken aufzulockern. Jedenfalls wird dies alles andere als eine Wohlfühlmassage. Am Ende bietet mir der Mitarbeiter noch Wasser an. Als Hausaufgabe gibt er mir einige Übungen für einen gesunden Rücken mit. Er verabschiedet sich nicht ohne den Hinweis, dass mir ein spezielles Massageöl gut täte, welches es an der Rezeption gäbe. Der Mitarbeiter versucht im Sinne des Hotels zu verkaufen. Er tut dies zwar unaufdringlich und doch wirkt ein solches Gebaren störend. Ich werde freundlich verabschiedet.
Wertung: noch befriedigend

Restaurant-Etikette

Nach der Reservierung der Restaurants erhält man grundsätzlich ein Bestätigungskärtchen mit allen relevanten Daten aufs Zimmer geschickt. Es wird auch noch einmal der Nichtraucherhinweis gegeben, zudem auf den Dresscode hingewiesen. In diesem Hotel erscheinen tatsächlich ausgesprochen viele hemdsärmlige Gäste, die sich auch abends nur unzureichend ankleiden. Ich bin selbst in den eleganten Restaurants meist der einzige mit einem Jackett. Auch bei der persönlichen Reservierung im Restaurant »Ossiano« weist mich eine Mitarbeiterin freundlich auf den Dresscode hin.

Guest Relations

Die Mitarbeiter sind stets ansprechbar für Wünsche, Kritik und Anregungen. Während des Aufenthalts werde ich von der Guest Relation angerufen und gefragt, ob alles zu meiner Zufriedenheit sei und man noch etwas zur Verbesserung des Aufenthalts beitragen könne. Selbst am Strand machen Mitarbeiter Umfragen unter den Gästen, bei denen die Wünsche und Kritikpunkte nachgefragt und aufgeschrieben werden.
Wertung: vorbildlich

Beach & Pool

Der 1,4 Kilometer lange und künstlich angelegte Strand wird stets überwacht und sehr gut gepflegt. Eine gute Idee sind die Sonnenliegen mit integriertem Kopfschutz, zumal keine Palmen exis­tieren. Die sorgen dafür an den beiden Pools für Schatten – diese sind grundsätzlich weit besser besucht, weil das warme Lagunenwasser kaum Erfrischung bringt (während des Testbesuchs herrschen gut 40 Grad Celsius). Erstaunlich ist die Präsenz des allgegenwärtigen Rettungspersonals. Allein am großen Pool wacht ein Dutzend Mitarbeiter über die Sicherheit der Gäste, vor allem der zahlreichen Kinder. An den Pools gibt es ein umfangreiches Angebot an Erfrischungen und Snacks, aber auch am Strand selbst sorgt ein mobiler Service für Getränke, Eis und Kleinigkeiten. Zur Eröffnung vor knapp zwei Jahren wurde der Ausblick noch durch zahlreiche Baustellen getrübt. Inzwischen erkennt man nur noch zwei weiter entfernt liegende Baustellen, wobei keinerlei Lärm wahrzunehmen ist.
Wertung: sehr gut

Entertainment

Das Unterhaltungsprogramm ist enorm. Ob im Wasserpark, bei den gigantischen Aquarien oder den Shows mit Delphinen, alles ist bes­tens organisiert. In der Unterwasserwelt des Hotels, wo nur meterdicke Scheiben Haie und andere Meeresbewohner von den Gästen trennen, wacht stets Sicherheitspersonal. Der Besuch in den sogenannten »Lost Chambers«, den attraktiv gestalteten Aquarien mit unterschiedlichen Fischarten und Themen, ist im Zimmerpreis enthalten.
Wertung: sehr gut

21:01 – Roomservice

 

 

 

 

Die In-Room-Dining-Karte ist sehr umfangreich, Vegetariern wird sogar ein eigenes Kapitel gewidmet. Unter den Weinen werden erfreu­licherweise einige gleich glasweise an­geboten, was viel zu selten bei Etagenkarten vorkommt. Die Weinauswahl ist international, zu haben ist auch ein sehr guter deutscher Riesling von Dreißigacker. Ich bestelle Satays mit Erdnuss-Sauce, roten Zwiebeln, Gurken und Reiskuchen. Die Mitarbeiterin wiederholt die Order und gibt eine Servierzeit von gut 20 Minuten an. Was dann von einem völlig verunsicherten Kellner aufs Zimmer gebracht wird, ist fast unglaublich: Der Trolley sieht mit seiner fleckigen Tischdecke erbarmungswürdig aus, die obligate Dekoration durch eine Blume fehlt. Der Teller mit den Satays erscheint, als habe ihn bereits ein anderer Gast zurückgehen lassen. Man sieht den fettigen Fleischstücken bereits an, wie sie letztlich schmecken. Das Essen ist absolut ungenießbar (trifft auch auf die Beilagen zu). Ich beschwere mich telefonisch ebenso deutlich wie sachlich, worauf sich die Mitarbeiterin ebenso deutlich wie sachlich für das Missgeschick entschuldigt und eine Alternative anbietet (gutes Reklamationshandling). Ich bestelle nun ein Clubsandwich, dass erstaunlich schnell innerhalb von kaum fünf Minuten serviert wird. Der Trolley macht wieder einen schäbigen Eindruck, alles wurde nur mal eben so nebenbei darauf gestellt. Kein Blümchen, keine Mühe beim Anrichten, kein Abräumhinweis (weder mündlich noch durch ein Kärtchen). Das Club Sandwich ist akzeptabel, die Pommes frites sind sehr fettig. Keine Glanzleistung, aber immerhin der gutgemeinte Versuch einer Verbesserung, die auch nach dem vorausgegangenen Desaster nicht schwierig war.
Wertung: ungenügend minus

SO. 04/07, 08:45 – Etagenfrühstück

Man kann unter fünf verschiedenen Variationen wählen, serviert wird von 6:00 bis 11:30 Uhr. Ich hatte am Vorabend die Karte ausgefüllt und an die Tür gehängt. Das für 9 Uhr bestellte Frühstück kommt bereits um 8:50 Uhr – das sollte nicht passieren, der Gast könnte sich ja noch im Bad befinden oder anderweitig beschäftig sein. Ein sehr freundlicher Etagenkellner wünscht einen guten Morgen und wirkt aufgeräumter als der Trolley, der einen derangierten Eindruck macht und mit einer verwelkten Orchidee verunziert wurde. Die Teller wirken wie hingeknallt. Die laschen pampigen Rühreier werden von gummiartigem grünen Spargel, einer fettigen Waffel, Dosenchampignons und Grilltomaten begleitet. Das versprochene »Farmers Bread« vermag ich nicht zu entdecken, dafür Unmengen an Toast, Weißbrot und Croissants. Die Ful Medames (Saubohneneintopf) ist eine breiige ausdruckslose Masse, die man weit besser bekommen kann, auch im Hotel selbst. Die Käsebällchen in Pingpongballgröße sind ebenfalls grob gestrickt, staubig und von schwacher Qualität. Marmeladen und Konfitüren sind ausreichend vorhanden. Die Obstauswahl ist mickrig. Die Wasserkanne riecht extrem nach Kaffee und kann für den Tee nicht genutzt werden. Der Wassermelonensaft ist frisch. Bei einem solchen Frühstück darf man offenbar auch keine Zeitung erwarten. Natürlich vermag ein Zimmerfrühstück nicht die Quantität eines Buffets widerspiegeln, doch ausgesuchte Qualitäten könnte es in diesem Hotel mit Leichtigkeit geben. Der Gast ist erstaunt über einen solchen Sittenverfall in einem Haus, dessen F&B-Leistungen sonst überzeugen. Einen Abräumhinweis gibt es weder mündlich noch durch ein Tischkärtchen.
Wertung: ungenügend

10:51 – Check-out

Die Mitarbeiterin ist so sehr auf eine zügige Abwicklung konzentriert, dass sie zu fragen vergisst, ob mir der Aufenthalt gefallen habe. Die obligatorische Nachfrage zum Minibarkonsum entfällt in diesem Fall, da ja der Verzehr automatisch verbucht wird. Ich bekomme zunächst einen Infoausdruck der Rechnung (Preis für drei Tage inklusive Flughafen-Transfer 1.542,86 €), wobei alles korrekt ausfällt. Einzelbelege erhalte ich erst auf Nachfrage. Die Mitarbeiterin tritt durchaus freundlich auf, doch gehört es leider nicht zu ihrem Repertoire, sich beim Gast für den Aufenthalt zu bedanken und ihm eine gute Reise zu wünschen.
Wertung: mangelhaft

Bilanz

Alles nur Show und Entertainment? Eignet sich das Atlantis lediglich für Freunde der überdimensionalen Unterhaltung, bei der in jeder Ecke eine neue Überraschung wartet? Das Hotel ist gewiss kein Platz für traute Zweisamkeit, hier badet man regelrecht in der Menge. Die Zahl von 1539 Zimmern und Suiten verdeutlich dies. Doch für einen solchen Riesenapparat ist vieles gut durchdacht und organisiert. Dieser laute und quietschbunte Palast der gnadenlosen Übertreibung bietet auch solide Leistungen. Diese sind vor allem bei der Gastronomie auszumachen. Die Grundhaltung vieler Mitarbeiter ist sehr positiv und gastfreundlich. Meist erlebt man dies indes mehr bei den einfachen Angestellten, eher im Housekeeping als etwa an der Rezeption. Insgesamt überrascht das Atlantis jedoch mit Qualitäten, die ihm viele nicht zugetraut hätten.

Ergebnis: 73%

Testurteil: gut

100-81 sehr gut;   80-61 gut;   60-41 befriedigend;   40-21 mangelhaft;
20-0 ungenügend.

Der Gesamteindruck ist nicht das arithmetische Mittel;
die Check-Bereiche sind unterschiedlich gewichtet!