Die Holiday Check Group hat ihre Geschäftszahlen für das 2. Quartal und das 1. Halbjahr 2021 vorgelegt - und blickt in Anbetracht der Covid-Umstände auf ein zufriedenstellendes erstes Halbjahr zurück. Der Monat Juni konnte nach eigenen Angaben sogar profitabel abgeschlossen werden. Grund dafür seien unter anderem umfassende Einsparmaßnahmen in allen Kostenbereichen.
Die Holiday Check Group kann aufgrund einer nach eigenen Angaben zeitweise erfreulichen Geschäftsbelebung im zweiten Quartal 2021 auf ein - den Covid-Umständen entsprechend - zufriedenstellendes erstes Halbjahr zurückblicken. Trotz eines bewussten, weitestgehenden Verzichts auf Marketingmaßnahmen verzeichneten die Unternehmensmarken Holiday Check, Holiday Check Reisen, Mietwagen Check und Drive Boo vor allem im Juni 2021 nach Unternehmensangaben eine gute Nachfrage nach Pauschalreisen, Hotelbuchungen und Mietwagen. Der Monat Juni konnte laut der Holiday Check Group auf Ebene des Konzernergebnisses sogar profitabel abgeschlossen werden. Zwar hätten die ab Ende Juni 2021 schrittweise verschärften Reiseregelungen sowie die gesteigerte Aufmerksamkeit für die Delta-Variante im Juli zunächst zu einer im Vergleich zum Vormonat rückläufigen Buchungsnachfrage sowie zu einer erhöhten Storno- und Umbuchungsquote bereits gebuchter Reisen geführt. Allerdings zeichne sich nun eine Stabilisierung der Nachfrage ab.
Provisionsansprüche noch nicht ausgewiesen
Aktuell beläuft sich der Auftragsbestand für gebuchte Reisen mit einem Abreisedatum innerhalb des zweiten Halbjahres 2021 nach Unternehmensangaben auf mehr als 100 Millionen Euro, auf die bei erfolgter Abreise Provisionsansprüche entstehen, die als Umsatz verbucht werden. Diese Reisen wurden laut Holiday Check Group aus Vorsichtsgründen nicht im Umsatz des ersten Halbjahres 2021 ausgewiesen. Zu erwartende Stornierungen von Reisen würden die beschriebenen Provisionsansprüche erfahrungsgemäß noch in einem nicht unerheblichen Umfang mindern. Im Vorjahreshalbjahr wurden Provisionsansprüche für Reisen nach dem jeweiligen Bilanzstichtag vorsichtig geschätzt und realisiert. Ohne Einbezug der vorgenannten Provisionsansprüche erzielte die Holiday Check Group nach eigenen Angaben im ersten Halbjahr 2021 einen verbesserten Umsatz in Höhe von 8,9 Millionen Euro nach -1,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal 2021 verbesserte sich der Umsatz laut Unternehmen auf 7,3 Millionen Euro nach 4,9 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
Einsparmaßnahmen in allen Kostenbereichen
Der Aufwand für bezogene Leistungen reduzierte sich laut Holiday Check Group im ersten Halbjahr 2021 auf -1,3 Millionen Euro nach -1,6 Millionen Euro im Vorjahreshalbjahr (Einkauf von Reisevorleistungen, wie Aufwendungen für Hotels, Flüge und Transferdienstleistungen, durch den eigenen Veranstalter HC Touristik). Im zweiten Quartal 2021 erhöhte sich der Aufwand für bezogene Leistungen nach eigenen Angaben hingegen auf -1,0 Millionen Euro nach -0,1 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
Die Bruttomarge des ersten Halbjahrs 2021 verbesserte sich nach Konzernangaben auf 7,7 Millionen Euro nach -3,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Bruttomarge wird definiert als Umsatzerlöse abzüglich "Aufwendungen für bezogene Leistungen". Im zweiten Quartal 2021 verbesserte sich die Bruttomarge laut Unternehmen auf 6,2 Millionen Euro nach 4,9 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
Aufgrund der im Geschäftsjahr 2020 vollzogenen umfassenden Einsparmaßnahmen in allen Kostenbereichen, gelang es der Gesellschaft nach eigenen Angaben, ihre Ergebniszahlen im Quartals- und Halbjahresvergleich nachhaltig zu verbessern und damit die Liquidität zu schonen:
- Der Marketingaufwand des ersten Halbjahres reduzierte sich nach Konzernangaben auf -0,6 Millionen Euro nach 8,1 Millionen Euro im Vorjahreshalbjahr. Wesentlicher Grund seien verringerte Gutscheinkosten und die bewusste Einstellung fast aller Marketingaktivitäten ab Mitte März 2020. Im zweiten Quartal 2021 belief sich der Marketingaufwand nach eigenen Angaben wie im Vorjahresquartal auf -0,5 Millionen Euro.
- Der Personalaufwand reduzierte sich laut Holiday Check Group im ersten Halbjahr 2021 auf -10,7 Millionen Euro nach 16,0 Millionen Euro im Vorjahreshalbjahr. Wesentlicher Grund sei der Personalabbau im dritten Quartal 2020 als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie. Im zweiten Quartal 2021 reduzierte sich der Personalaufwand nach eigenen Angaben auf -5,6 Millionen Euro nach -6,9 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
- Die sonstigen Aufwendungen reduzierten sich nach Unternehmensangaben im ersten Halbjahr 2021 auf -5,2 Millionen Euro nach -9,0 Millionen Euro im Vorjahreshalbjahr. Im zweiten Quartal 2021 reduzierten sich die sonstigen Aufwendungen laut Holiday Check Group auf -2,6 Millionen Euro nach-3,3 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Neben konzernweiten Kosteneinsparungen trugen hierzu vor allem reduzierte Kosten für den Betrieb des Service-Centers bei.
EBITDA verbessert
Das EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) verbesserte sich nach Konzernangaben im ersten Halbjahr 2021 auf -7,8 Millionen Euro nach -32,3 Millionen Euro im Vorjahreshalbjahr. Im zweiten Quartal 2021 verbesserte sich das EBITDA laut Holiday Check Group auf -2,3 Millionen Euro nach -3,3 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
Ausblick
Der positive Buchungstrend im zweiten Quartal 2021 zeige, dass die Reiselust der Deutschen, Österreicher und Schweizer ungebrochen ist. Allerdings würden sich Faktoren, wie komplizierte und inkonsistent wahrgenommene Reiseregelungen, niedrige Impfquoten und die Sorge vor einer vierten Pandemiewelle aktuell in gewissem Maße dämpfend auf die Nachfrage nach Urlaubsreisen auswirken. Das mittel- bis langfristige Wachstumspotenzial des mitteleuropäischen Reisevertriebs, allen voran des Online-Reisevertriebs, sei nach Ansicht des Vorstands jedoch ausgezeichnet. Die schlanke Kostenstruktur, die Innovationskraft und die Bekanntheit der Marken unter dem Dach der Holiday Check Group gepaart mit einer soliden Liquiditätsausstattung, seien, nach Einschätzung des Vorstands, ideale Voraussetzungen, um von diesem Wachstumspotenzial profitieren zu können.
Hier finden Sie den ausführlichen Geschäftsbericht der Holiday Check Group für das 1. Halbjahr 2021.