Rheinland-Pfalz Geschäftsreisen als Chance für den Tourismus

Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt hat in Mainz gemeinsam mit Partnern die Fortschreibung der landesweiten Tourismusstrategie vorgestellt.
Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt hat in Mainz gemeinsam mit Partnern die Fortschreibung der landesweiten Tourismusstrategie vorgestellt. © saiko3p - stock.adobe.com

Rheinland-Pfalz gilt als beliebtes Ausflugs- und Urlaubsziel. Die Zahl der Übernachtungen und Gäste steigt. Die Branche müsse sich dennoch zukunftssicher aufstellen.

Angebote für Verbände und Unternehmen sollen die Tourismusbranche in Rheinland-Pfalz nach vorn bringen. „Der Geschäfts- und Kongresstourismus ist ein Wachstumsfeld mit großem Potenzial“, sagte Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt in Mainz. „Unser Ziel ist es, Rheinland-Pfalz als starken Standort für Tagungen, Kongresse und Firmenveranstaltungen zu positionieren.“ Es gehe darum, Geschäfts- und Urlaubsreisen verstärkt zu verbinden als Treiber für Wachstum. 

„Tourismus ist kein Freizeitthema, er ist Wirtschaftspolitik“, sagte die FDP-Politikerin bei der Präsentation der Tourismusstrategie. „Wir wollen den Tourismus in Rheinland-Pfalz noch stärker als Standortfaktor verstehen.“ Denn jedes Hotel, jeder touristische Radweg und jedes Kongresszentrum schaffe auch Lebensqualität für die Menschen. 33 Millionen Euro ständen im Doppelhaushalt 2025/26 für den Tourismus zur Verfügung.

Steigende Gäste- und Übernachtungszahlen

Mit einem Bruttoumsatz von rund acht Milliarden Euro und rund 118.000 gesicherten Vollzeitstellen sei der Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes, erklärte Schmitt. In den ersten acht Monaten des Jahres sei die Zahl der Gäste um 2,6 Prozent auf knapp sechs Millionen gestiegen. Die Zahl der gebuchten Übernachtungen habe um 1,7 Prozent auf 15,5 Millionen zugenommen.

Treiber für diese positive Entwicklung seien der Städte-, Geschäfts- und Gesundheitstourismus, berichtete die Wirtschaftsministerin. Zu beobachten sei auch ein Trend im Tourismus, dass die Menschen durch die vielen weltweiten Krisen und den enormen Wandel in der Gesellschaft immer mehr ein Bedürfnis nach Erdung, Entschleunigung sowie einer kleinen Auszeit möglichst nah am Heimatort haben. 

Sechs Handlungsfelder

Die Fortschreibung der rheinland-pfälzischen Tourismusstrategie sieht den Angaben zufolge insgesamt sechs zentrale Handlungsfelder vor. Diese wurde vom Wirtschaftsministerium zusammen mit der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH, den Industrie- und Handelskammern, dem Dehoga sowie dem Tourismus- und Heilbäderverband im Land erarbeitet:

  • Digitalisierung
  • Profilierung und Innovation
  • Strukturverbesserung im System Tourismus
  • Stärkung des Gastgewerbes
  • Touristische Infrastruktur
  • Nachhaltigkeit

Der letzte Punkt sei dabei kein Trend mehr, sondern eine Voraussetzung für Qualitätstourismus, konstatierten Schmitt und der Geschäftsführer der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH, Stefan Zindler. Dabei gehe es auch um die vermehrte Nutzung von regionalen Produkten. Entscheidend sei auch, eine gute digitale Datengrundlage der Betriebe zu erreichen, um Angebote in den Regionen zu vergleichen und Defizite identifizieren zu können, ergänzte Dehoga-Landdespräsident Gereon Haumann. dpa