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StartBusiness & ManagementGerichtsurteil zu Pauschalreisen::Preisminderung bei Corona-Einschränkungen im Hotel

Gerichtsurteil zu PauschalreisenPreisminderung bei Corona-Einschränkungen im Hotel

Corona-Einschränkungen im Hotel rechtfertigen bei einer Pauschalreise eine Preisminderung. Das hat das Amtsgerichts Düsseldorf entschieden. Was das für die Individualhotellerie bedeuten kann, erörtert der Dehoga Bayern.

Wie der Dehoga Bayern berichtet, hat die Thematik aufgrund eines aktuellen Urteils des Amtsgerichts Düsseldorf (Az.: 37 C 414/20) neue Bedeutung erhalten. Das Gericht entschied, dass Corona-Einschränkungen im Hotel bei einer Pauschalreise eine Preisminderung rechtfertigt. „Dass die Schließung oder eingeschränkte Nutzung eines Fitnessraums oder eines Schwimmbades eine Minderung des Reisepreises rechtfertigt, ist aufgrund der jahrzehntelangen Rechtsprechung im Pauschalreiserecht an sich keine erwähnenswerte Erkenntnis“, urteilt der Dehoga Bayern.

Es sei immer eine Differenzierung zwischen Pauschalreiserecht und Beherbergungsrecht (Individualreiserecht) vorzunehmen. Daher informiert der Dehoga Bayern: „Die allermeisten Buchungen in der bayerischen Hotellerie sind dem Individualreiserecht zuzuordnen.“ Anlass für Sorgen gebe aber die nachfolgende Begründung, die auch auf das Individualreiserecht übertragen werden könne. Das Gericht führt dazu aus, dass sich eine Beeinträchtigung ohne weiteres selbst ohne Beschränkungen des Hotelbetriebs allein aus den Abstandsgeboten und Hygienemaßnahmen ergibt.

„Auch wenn das Urteil explizit auf die Urlaubssituation von Pauschalreisen abstellt und die Reise bereits vor Ausbruch der Corona-Pandemie gebucht wurde, könnte das Urteil bei einem erhofften baldigen Restart der Hotels und damit der Lockerungen von Corona-Maßnahmen Probleme bereiten“, so die Verantwortlichen.

Dehoga Bayern rät: Vorab auf mögliche Einschränkungen hinweisen

Daher rät der Dehoga Bayern: „Bitte überprüfen Sie Ihre Hotelangebote und Buchungskanäle. Weisen Sie Ihre Gäste vorsorglich vor Vertragsabschluss auf mögliche und nicht vorhersehbare Einschränkungen wegen behördlich angeordneter Corona-Maßnahmen bei der Buchungsanfrage hin.“

Wenn vor Anreise des Gastes feststehe, dass eine vereinbarte Leistung des Hotels (zum Beispiel Sauna, Innen- und Außenpool, Whirlpool, Fitnessraum) vom Hotelier nicht erbracht werden kann, müsse diese Einschränkung dem Gast vor Anreise mitgeteilt werden. Der Gast könne dann entscheiden, ob er kostenfrei zurücktritt, umbucht oder mit einer angemessenen Minderung des Übernachtungspreises oder mit einem Gutschein einverstanden ist. Dies gelte insbeondere zum Beispiel im Rahmen eines Spa- oder Wellness-Packages.

„In Fällen, in denen lediglich eine unerhebliche Abweichung der ursprüngich gebuchten Leistung vorliegt, wenn zum Beispiel statt einem Frühstücksbuffet das Frühtstück am Tisch serviert wird, kann der Gast nicht kostenfrei stornieren„, teilt der Dehoga Bayern mit.

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