GerichtsurteilHotelbetreiber haftet für Schaden an Auto durch Portier

Der Hotelbetreiber muss laut Gerichtsurteil dafür sorgen, dass abgegebene Schlüssel an der Rezeption sicher verwahrt bleiben. (Bild: Pixabay/LauraTara)

Ein Hotelbetreiber muss Schadenersatz zahlen, wenn der Nachtportier den Wagen eines Gastes bei einer Schwarzfahrt beschädigt. Denn der Hotelier muss dafür sorgen, dass die Autoschlüssel der Gäste sicher aufbewahrt werden. Das hat das Oberlandesgericht Nürnberg entschieden. 

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Hintergrund: Der Portier eines Fünf-Sterne-Hotels in Nürnberg machte ohne Fahrerlaubnis nachts eine Spritztour mit dem Audi A8 eines Hotelgastes. Dieser hatte das bei einer Autovermietung geliehene Auto beim Einchecken vor dem Hotel abgestellt und den Schlüssel an der Rezeption abgegeben.

Nachtportier verursacht Unfall

Bei seiner nächtlichen Fahrt verursachte der Portier einen Unfall, bei dem ein Schaden von rund 6.000 Euro entstand. Die Autovermietung wollte den Schaden vom Portier und dem Betreiber des Hotels ersetzt haben und klagte. In der ersten Instanz hatte die Schadenersatzklage nur gegenüber dem Nachtportier Erfolg. Die Richter argumentierten, dass der Hotelbetreiber das Verhalten des Nachtportiers nicht zugerechnet werden kann. Die Autovermietung legte Berufung ein.

Hotelbetreiber muss Schlüssel sicher verwahren

Die Berufungsrichter des OLG Nürnberg entschieden aber nun, dass die Autovermietung einen Anspruch auf Schadenersatz auch durch den Hotelbetreiber hat. Dieser ist nach Ansicht der Richter im Rahmen des Beherbergungsvertrags dazu verpflichtet, dass Autoschlüssel, die von Hotelgästen an der Rezeption abgegeben werden, sicher verwahrt werden.

Gegen diese Pflicht hat der Nachtportier – als Erfüllungsgehilfe des Hotelbetreibers – verstoßen, als er die Autoschlüssel nahm, mit dem A8 des Kunden losfuhr und den Unfall verursachte. Der Hotelbetreiber muss sich die Pflichtverletzung seines Erfüllungsgehilfen zurechnen lassen, so die Richter. Dass der Nachtportier nicht direkt beim Hotelbetreiber, sondern bei einer Zeitarbeitsfirma angestellt war, hielten die Richter für unerheblich. Hotelbetreiber und Nachtportier haften für den Unfallschaden als Gesamtschuldner.

OLG Nürnberg, Urteil vom 19.4.2017, Az.: 4 U 2292/16

(Quelle: www.adac.de)

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