Geplan DesignSymbiose aus Hyperion Hotel und H2 Hotel in Leipzig

Im Hyperion wirft der Kronleuchter an der Rezeption Schatten in Form von Buchstaben in den Raum. (Bild: Guido Anacker)

Reisen ist gegenwärtig schwierig. Dennoch hat im März ein Crossover-Konzept der besonderen Art in Leipzig eröffnet. Gestaltet hat es das Büro für Innenarchitektur Geplan Design.

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Die Doublebrand Hyperion Hotel und H2 Hotel vereint auf rund 12.000 Quadratmetern Neubaufläche die Angebote eines luxuriösen Business-Hotels mit dem eines jungen Budgethotels. Restaurants, Bars, Fitness- und Konferenzbereiche, 524 Zimmer und sechs Suiten stehen seit Anfang März für Gäste aus aller Welt bereit, vom erlebnishungrigen Städtetouristen bis hin zum anspruchsvollen Geschäftsreisenden. „Dieses Crossover Konzept der beiden Häuser wird Leipzig verändern“, betont Rolf Glantz, der Geplan Design gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Cord Glantz leitet.

Das Besondere an den beiden Hotels in Leipzig ist die verbindende Bauweise: „So wird der Back-of-the-House-Bereich, zu dem unter anderem Büros und Küche zählen, nur einmal benötigt“, erläutert Alexander Fitz, CEO der H-Hotels. Kongressteilnehmer können darüber hinaus Zimmer in verschiedenen Preiskategorien buchen und das Personal ist flexibel einsetzbar. „Dieses Konzept ermöglicht uns effizienteres Arbeiten und bietet unseren Gästen die Annehmlichkeiten von zwei verschiedenen Produkten“, betont Fitz.

Inspiriert von der Dichterstadt

Bei der Planung hat sich Geplan Design von Leipzig als traditionellem Dichter- und Buchdruckerzentrum leiten lassen. Auch heute verfügt die Stadt über eine beeindruckende Kreativszene. Eine Vielzahl der Inspirationen spiegeln sich in den Interior-Ideen der Hotels wider. Im Hyperion Hotel übernimmt die Rezeption Signalfunktion: Ein Kronleuchter wirft mit aus Metall gelaserten Buchstaben sein Schattenspiel in den Raum. Es begleitet Gäste entlang einer geschwungenen Treppe bis hinauf in den Co-Workingbereich. Portraits von namhaften Literaturpersönlichkeiten schmücken die Hotelflure – immer wieder neu und mit viel Fingerspitzengefühl für Grafik, Design und Typographie inszeniert. „Statt mit nur einer Nummer an der Zimmertür wird der Gast hier zusätzlich von einem Dichter begrüßt“, erklärt Rolf Glantz. „So macht jedes Entrée neugierig auf mehr.“

Die 187 Hotelzimmer und sechs Suiten des Hyperion Hotels sind mit Sichtbetonoberflächen und Naturmaterialien in warmen, erdigen Tönen gestaltet, ein lässiger Stil von dezenter Eleganz. Clevere Einrichtungsideen lassen die Räume großzügiger erscheinen. Die Möbel sind wenig voluminös und bestehen aus Stahlrahmen mit eingehängten Elementen wie Ablage- und Arbeitsflächen. Ausreichend Stauraum bieten dezent platzierte Container. Das Bad glänzt mit reduziertem Materialeinsatz und einer Doppelfunktion der Tür, die entweder die Toilette oder das komplette Bad abschließt. Bodentiefe Fenster schaffen eine Verbindung zur Stadt und geben ein prickelndes, urbanes Lebensgefühl, vor allem aus der frei stehenden Badewanne. Worte und Zitate Leipziger Dichter und Denker zieren die Wand hinter dem Bett, die geradewegs in den Kopf der Gäste purzeln und ihn in seine Träume begleiten, so die Idee des Teams von Geplan Design.

Auch in den beiden Restaurants sowie in der Lounge Bar ist die Dichtung allgegenwärtig: Akustiklamellen mit Lichtinszenierung an den Decken erinnern an durch die Luft flatternde Buchseiten, illuminierte Wandverkleidungen an aufgeschlagene Bücher.

Wertige Materialien im Budgethotel

Im H2 Hotel sind vor allem junge Städtetouristen und Familien zu Gast. Die insgesamt 337 Einzel-, Doppel- und Mehrbettzimmer wirken trotz des begrenzten Platzangebots ruhig und großzügig. Hochwertigen Materialien wie Echtholzfurnieren sorgen hier für Wohlfühlatmosphäre. Auch in den Bädern des H2 Hotels werden die Gestaltungsprinzipien des Grundrissentwurfs und der Materialreduzierung angewandt. Wertigkeit und Großzügigkeit zeichnen so die Zimmergestaltung im gesamten Hotelkomplex aus.

An vier einzelnen runden Rezeptionscountern in der Lobby können mehrere Gästen gleichzeitig einchecken, jeweils mit dem Ansprechpartner auf Augenhöhe und in privater Atmosphäre. Auch ein Self-Check-in ist möglich. Für Komfort und Hygiene in den Sanitäranlagen der öffentlichen Bereiche sorgen die automatischen Türen.

Im sogenannten Pizza-„Hub“ versorgt ein Snack-Shop mit Gastro-Frischeinsel und Front-Cooking-Station die Gäste rund um die Uhr mit frischen Gerichten. Dieser offen gestaltete Gastronomiebereich wird über unterschiedlich gestaltete Zonen und ein differenziertes Sitzplatzangebot in kleinere Einheiten gegliedert. Für eine angenehme Raumakustik auf der großen Fläche sorgen sogenannte „Baffels“, die in Gruppen phantasievoll zu weißen Wolken zusammengefasst sind.

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