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Gelockerte Corona-BeschränkungenDiese Regeln gelten in Niedersachsen

Niedersachsen lockert vorsichtig die Corona-Beschränkungen. Bei einer stabilen Inzidenz unter 100 können die Läden wieder öffnen, die Gastronomie startet zunächst im Freien. Auch Urlaub im Hotel ist für Einheimische wieder möglich. Ein Stufenplan soll weitere Lockerungen ins Auge fassen. Die IHK Niedersachsen fordert die Öffnung des Tourismus auch für Gäste aus anderen Bundesländern.

(Stand 10.05.2021, 16:45) Nach monatelangen strikten Corona-Beschränkungen können die Menschen in vielen Teilen Niedersachsens sich seit Montag über Lockerungen freuen. In Landkreisen und Großstädten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 können Handel, Gastronomie, Tourismus sowie Kulturveranstaltungen unter Auflagen wieder anlaufen. Voraussetzung in vielen Bereichen ist der Vorweis eines negativen Corona-Schnelltests, der Nachweis einer vollständigen Impfung gegen das Coronavirus oder einer überstandenen Infektion.

Stufenplan stellt Lockerungen in Etappen in Aussicht

Die niedersächsische Landesregierung hat zudem einen Stufenplan für die Lockerung der Corona-Beschränkungen beschlossen. Demnach sollen für Handel, Tourismus und das gesellschaftliche Leben die Beschränkungen in Etappen gelockert werden, wenn sich die Infektionslage weiter positiv entwickelt, wie Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Montag in Hannover mitteilte. „Das Ziel ist, dass wir die Infektionsketten gut im Griff und einen guten Sommer haben mit Öffnungen.“

Der Plan sieht drei Stufen vor: ein starkes Infektionsgeschehen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 (Stufe 3), ein hohes Infektionsgeschehen mit einer Inzidenz zwischen 35 und 50 (Stufe 2) sowie ein erhöhtes Infektionsgeschehen zwischen 10 und 35 (Stufe 1). Unabhängig von der aktuellen Corona-Lage in den Landkreisen und Städten greifen nächste Lockerungsschritte, die im „Stufenplan 2.0“ aufgeführt sind, erst mit der kommenden Corona-Verordnung des Landes spätestens ab Ende Mai. In Landstrichen mit einer Inzidenz über 100 greifen weiterhin die Beschränkungen der Bundes-Notbremse.

Folgende Öffnungsschritte sind in den unterschiedlichen Lebensbereichen je nach Infektionslage unter anderem ins Auge gefasst:

  • Kontaktbeschränkungen: In Stufe 3 können sich ein Haushalt und zwei Personen eines anderen Haushalts treffen, in Stufe 2 ein Haushalt und zwei Personen eines anderen Haushalts oder insgesamt bis zu zehn Personen aus maximal drei Haushalten. Kinder bis 14 Jahre zählen jeweils nicht mit.
  • Einzelhandel: In Stufe 3 und 2 gibt es eine Zugangsbeschränkung, in Stufe 3 wie derzeit eine Testpflicht, ausgenommen sind kleine Läden und Geschäfte der Grundversorgung. In Stufe 1 genügt ein Hygienekonzept.
  • Gastronomie: Die Stufe 3 soll neben der Außengastronomie ab Ende Mai auch die Gastronomie drinnen öffnen dürften, jeweils mit Testpflicht und Einschränkungen. In Stufe 2 entfällt die Testpflicht für die Außengastronomie, in Stufe 1 genügt drinnen und draußen ein Hygienekonzept.
  • Tourismus: In Stufe 3 ist können Hotels und andere Quartiere bis zu 60 Prozent belegt werden, es gibt Testpflichten, die Einschränkung auf Gäste nur aus Niedersachsen soll Ende Mai entfallen. Weitere Erleichterungen sind dann erst in Stufe 1 geplant, dann entfallen alle Auflagen bis auf die Notwendigkeit eines Hygienekonzepts.
  • Theater, Konzerthäuser, Kinos: In Stufe 3 sind nur Veranstaltungen im Freien möglich mit bis zu 250 Teilnehmern und Testpflicht. In Stufe 2 sind wieder Veranstaltungen drinnen erlaubt mit Testpflicht und einer Sitzordnung im Schachbrettmuster, in Stufe 1 entfällt die Testpflicht.
  • Outdoorveranstaltungen einschließlich Sport: In Stufe 3 sollen ab Ende Mai maximal 50 Zuschauer mit Testpflicht zugelassen werden, in Stufe 2 dann maximal 250 Personen mit Testpflicht. In Stufe 1 sollen bis zu 500 Zuschauer erlaubt werden.
  • Museen, Galerien, Ausstellungen, Gedenkstätten: In Stufe 3 ist der Zugang mit Test und einer 50-prozentigen Kapazitätsbegrenzung möglich, in Stufe 2 mit Test und einer 75-prozentigen Begrenzung. In Stufe 1 gibt es außer einem Hygienekonzept keine Vorschriften.
  • Bars, Diskotheken, Clubs: Diese dürfen erst in der Stufe 1 wieder öffnen, pro Gast müssen zehn Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen.

Einzelhandel darf öffnen

Wieder öffnen kann seit Montag für negativ Getestete, Geimpfte und Genesene der komplette Einzelhandel, aber mit Zugangsbeschränkungen. Neben Tests aus Testzentren anerkannt werden auch unter Aufsicht vorgenommene Tests in den Geschäften oder von Arbeitgebern, jeweils mit einer Gültigkeit von 24 Stunden. Geschäfte bis zu einer Größe von 200 Quadratmetern, in denen sich maximal zehn Kunden zugleich aufhalten dürfen, sind von der Testpflicht ausgenommen, allerdings ist hier eine vorherige Terminvereinbarung (Click and Meet) nötig.

Tourismus und Gastronomie dürfen teilweise öffnen

Die Gastronomie kann zunächst draußen mit einem Hygienekonzept und ausreichend Abstand zwischen den Tischen wieder öffnen. Es greift eine Sperrstunde um 23 Uhr, eine Tischreservierung ist nicht erforderlich, wohl aber ein negativer Corona-Schnelltest.

Der Tourismus startet für voraussichtlich drei Wochen zunächst nur für Einwohner Niedersachsens. In Hotels, Ferienwohnungen und auf Campingplätzen sind wieder touristische Übernachtungen möglich mit einer Kapazitätsbegrenzung von 60 Prozent, gekoppelt an negative Schnelltests oder den Nachweis der vollständigen Impfung oder Genesung.

Ansturm noch verhalten

Der große Ansturm auf den Harz, die Inseln und die Küste ist zum Start aber zunächst ausgeblieben. Das berichteten unter anderem der Harzer Tourismusverband und die Fährbetreiber in Emden und Norddeich. „Es war heute bisher noch sehr verhalten“, sagte am Montagmorgen Corinna Habben vom Fährbetrieb AG Ems, der Borkum ansteuert. „Da ist noch sehr viel Verunsicherung, die Leute haben noch sehr viele Fragen, etwa wie das mit dem Testen auf den Inseln läuft.“

Ähnlich war der Eindruck in Norddeich, wo die Fähren nach Norderney und Juist starten. Zwar seien die Fährkapazitäten aufgestockt worden, trotzdem sei die Nachfrage aktuell nur auf rund einem Viertel des normalen Levels, hieß es. Die Urlauber verhielten sich insgesamt sehr umsichtig und rücksichtsvoll.

Auch aus dem Harz hieß es, nach sechsmonatiger Schließung bräuchten manche Hoteliers noch Zeit, um zu öffnen. Mitarbeiter müssten zurückgeholt, Lagerbestände aufgefüllt werden, sagte die Geschäftsführerin des Harzer Tourismusverbandes, Carola Schmidt, am Montag. „Das geht nicht in drei, vier Tagen.“

Ferienhäuser und Ferienwohnungen könnten schnell wieder angeboten werden. „Die private Vermietung hat sehr gelitten, sie konnte nicht auf Überbrückungshilfe zugreifen“, sagte Schmidt. Für Himmelfahrt (13. Mai) und Pfingsten (22.-24. Mai) gebe es bereits viele Buchungen. Auch an der Küste rechnet man damit, dass das Geschäft dann anziehen wird.

IHK Niedersachsen fordert Öffnung des Tourismus für Gäste aus anderen Bundesländern

Zum Start der touristischen Saison unter Corona-Bedingungen ist nach einer Umfrage der IHK Niedersachsen (IHKN) ein Großteil der Beherbergungsbetriebe zunächst skeptisch. Insgesamt gaben 54 Prozent der Unternehmer von Hotels, Gasthöfen und Pensionen, Jugendherbergen, Campingplätzen sowie Ferienhäusern und -wohnungen an, am Montag noch nicht für touristische Übernachtungen zu öffnen, wie es in einer Mitteilung hieß. Bei Hotels seien es sogar 66 Prozent der Befragten, bei Ferienhäusern und –wohnungen lediglich 36 Prozent. Der Hauptgrund, noch nicht zu öffnen, seien wirtschaftliche Gründe. Dies hätten 47 Prozent der Betriebe angegeben.

Ein Grund dafür sei die Landeskinderregelung, denn für viele Hoteliers seien Urlauber aus anderen Bundesländern überlebenswichtig. „Es ist nicht zu vermitteln, warum Gäste aus anderen Bundesländern ausgeschlossen werden, wenn sie doch mit einem negativen Test anreisen und auch vor Ort getestet werden. Dann sollte doch die Inzidenz im Herkunftsort irrelevant sein“, sagte IHKN-Hauptgeschäftsführer Hendrik Schmitt. Die IHK begrüßt die Ankündigung der Landesregierung, Übernachtungen in der nächsten Lockerungsstufe auch für auswärtige Gäste zu ermöglichen.

Knapp ein Drittel will noch vor Pfingsten öffnen

Neben der fehlenden Wirtschaftlichkeit sehen 32 Prozent der Betriebe die kurze Vorlaufzeit als zweitgrößtes Problem. Ein Teil der derzeit noch geschlossenen Betriebe habe ein Öffnungsdatum vor Augen. So wolle knapp ein Drittel noch vor Pfingsten öffnen, ein Drittel Anfang Juni. An der Umfrage der IHK nahmen bis Sonntag knapp 700 Beherbergungsbetriebe teil. dpa

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