Business Gastgewerbe: Getrübter Start ins neue Jahr

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Dehoga-Präsident Guido Zöllick schlägt angesichts der Umfrageergebnisse Alarm und drängt auf bessere Rahmenbedingungen. © Dehoga/Svea Pietschmann

Viele Betriebe befürchten laut einer Umfrage im Jahr 2024 in die Verlustzone zu rutschen. Dehoga-Präsident Guido Zöllick schlägt deshalb Alarm und fordert erneut eine Mehrwertsteuer von sieben Prozent.

Die wirtschaftliche Lage der Gastronomen und Hoteliers bleibt auch zu Beginn des neuen Jahres angespannt. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga Bundesverband). Die Erhöhung der Mehrwertsteuer von sieben auf 19 Prozent für Speisen in der Gastronomie bei gleichzeitig massiv steigenden Kosten stellt die Unternehmer demnach vor größte Herausforderungen.

Jeder dritte Betrieb (33,3%) befürchtet laut der Erhebung im Jahr 2024 in die Verlustzone zu rutschen. Weitere 33,7 Prozent wagen keine Prognose. 33 Prozent gehen wiederum davon aus, sich am Markt behaupten zu können.

Dehoga-Präsident Guido Zöllick drängt deshalb auf bessere Rahmenbedingungen. "Die Politik ist gefordert, den Betrieben Perspektiven zu geben." Immer neue Belastungen seien fehl am Platz. An vorderster Stelle bekräftigt Zöllick die zentrale Branchenforderung: „Essen muss einheitlich mit sieben Prozent besteuert werden."

Umsatzrückgänge und trübe Aussichten

Laut der Umfrage haben die Umsätze im Gastgewerbe das Vorkrisenniveau immer noch nicht erreicht. Vor dem Hintergrund eines gemischten Weihnachts- und Silvestergeschäfts setzten die Betriebe im Dezember 2023 nominal 4,8 Prozent weniger um als im Dezember des Vorkrisenjahres 2019. Der Jahresumsatz 2023 lag 1,6 Prozent unter dem Vorkrisenwert.

Die Aussichten seien getrübt. Die meisten Betriebe bewerten ihre Geschäftsentwicklung zu Beginn des neuen Jahres mit „verhalten“ (41,1%)“, 20,9 Prozent beurteilen sie mit „eher negativ“, zwölf Prozent mit „pessimistisch“. Dem gegenüber stehen 20,2 Prozent, die auf ihre Geschäftsentwicklung zuversichtlich schauen, nur 5,8 Prozent geben sich optimistisch.

Belastung durch Mehrwertsteuererhöhung und Kostensteigerungen

Wie die Dehoga-Umfrage belegt, nimmt der Kostendruck für die Betriebe weiter zu. Als größte Herausforderungen nannten die Betriebe mit jeweils über 75 Prozent die Anhebung der Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie, die steigenden Personalkosten sowie die höheren Kosten bei Lebensmitteln und Energie. So erhöhten sich die Energiekosten im Dezember im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 32,6 Prozent. Die Kosten für Lebensmittel für die Betriebe lagen durchschnittlich um 20,3 Prozent höher als im Dezember 2022, die von Getränken um 13,7 Prozent. Die Personalkosten stiegen um 16 Prozent.

75,7 Prozent der Unternehmer sahen sich deshalb gezwungen, ihre Preise in Folge der Mehrwertsteuererhöhung bereits anzupassen. Weitere elf Prozent der Gastronomen planen Preisanhebungen noch im ersten Quartal 2024, 6,2 Prozent im Verlauf des Jahres, 4,1 Prozent wissen es noch nicht, drei Prozent werden keine Erhöhung vornehmen. „Ob, wann und wie die Gastronomen indes die Preise erhöhen, ist insbesondere abhängig von der Kostenentwicklung, vom Konzept des Betriebes, von den Gästen und vom Standort“, sagt Zöllick. Abschließend richtet der Dehoga-Präsident Worte an die politischen Entscheidungsträger: "Mehr denn je ist die Politik in diesen Zeiten gefordert, unsere Betriebe zu stärken, statt sie mit der Erhöhung von Steuern und Abgaben sowie mit immer mehr Reglementierungen zu schwächen.“ red/sar