Füssen Naturschützer wehren sich gegen Luxushotel am Forggensee

Forggensee Allgäu
Das geplante Luxushotel am Forggensee ruft Kritiker auf den Plan. Mit einem Volksbegehren versuchen Umweltschützer den Neubau zu verhindern. (Bild: Helmut H. Kroiss / Pixabay)

Neben dem Festspielhaus in Füssen soll ein Fünf-Sterne-Hotel entstehen. Jedoch ragt der Neubau in den Forggensee, der strengen Naturschutz-Auflagen unterliegt. Umweltschützer wehren sich nun und starten ein Volksbegehren.

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Heute startet ein Volksbegehren in Füssen, um den Bau eines Luxushotels am Forggensee zu verhindern. Manfred Rietzler, Inhaber des Festspielhauses, plant dort ein neues Fünf-Sterne-Hotel inklusive Tagungszentrum und Wellness-Bereich. Laut Bauplan reichen Teile des Hotels in den See, dessen Ökosystem laut Bund Naturschutz und Kreisfischereiverein Füssen Schaden nehmen könnte. Bereits seit mehreren Jahren finden Gespräche zwischen Festspielhaus-Inhaber, Stadt und Umweltschützern statt – bis jetzt ohne Einigung.

Bund Naturschutz will Overtourism verhindern

Für ein erfolgreiches Bürgerbegehren benötigen der Bund Naturschutz und Kreisfischereiverein fast 1300 Unterschriften, um bei der Gemeinde einen Bürgerentscheid beantragen zu können. Dann können die Füssener über den Neubau votieren. Neben möglichen Umweltschäden sieht der Bund Naturschutz auch die Gefahr von Overtourism, also mehr Touristen als die Stadt am Forggensee verträgt. Kritiker sehen zudem Herausforderungen bei der Gewinnung und Unterbringung der benötigten Fachkräfte für das 149-Zimmer-Hotelprojekt. Auch die Verkehrslage könnte sich bei Bewilligung des Neubaus verschärfen.

Luxushotel soll Zukunft des Festspielhauses sichern

Mit dem Luxushotel will Rietzler die Zukunft des Festspielhauses, das in der Vergangenheit mehrfach Insolvenz angemeldet hat, langfristig sichern. Durch ein erneutes Scheitern der Veranstaltungslocation drohe laut Wirtschaftsbeirat Ostallgäu ein Imageverlust für den gesamtes Landkreis. Im April stellte Rietzler einen überarbeiteten Entwurf der Baupläne vor. Laut diesem sollte die Fasse durch Holzelemente naturnäher gestaltet werden und der Neubau um 15 Meter gekürzt werden.

Quellen:
Bayerischer Rundfunk
Kreisbote
B4B Schwaben

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