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StartBusiness & ManagementFür Beratungen::Tui-Reisebüros verlangen von Kunden ab Mitte Mai Gebühren

Für BeratungenTui-Reisebüros verlangen von Kunden ab Mitte Mai Gebühren

Beratungen und erweiterte Dienstleistungen werden in den Reisebüros von Tui demnächst kostenpflichtig. Geplant ist ein sogenanntes Service-Entgelt, das Kunden etwa für die Zusammenstellung von detaillierten Angeboten, Leistungsvergleichen oder weiterführenden Informationen zu Urlaubszielen und Einreisebestimmungen zahlen.

Damit wolle man einerseits ein Signal dafür setzen, dass umfangreiche Beratung ihren Preis habe, hieß es aus Firmenkreisen. Zum anderen solle das Konzept solche Kunden locken, die weiterhin Wert auf eine persönlich betreute Vorbereitung und Absicherung ihrer Reise legen.

„In anderen Dienstleistungsbranchen ist es mittlerweile etabliert, dass guter Service honoriert wird“, erklärte Tui am Donnerstag dazu offiziell. „In der Touristik ist diese Form der Wertschätzung bislang noch eine Ausnahme.“ Servicepauschalen sollten „Markstandard werden.

Tui: Beratung soll honoriert werden

Die Strategie entsprechender Zusatzgebühren sei freilich nicht ohne Risiko, sagte ein Betriebsrat. „Aber die Zeit dafür ist reif, und wir müssen das jetzt einmal ausprobieren.“ So solle auch ein Teil des Aufwands aufgefangen werden, wenn manche Kunden sich ausgiebig in der Filiale informieren. Es handle sich nicht um eine Art Eintrittsgeld – eine gewisse Grundinformation bleibe nach wie vor gebührenfrei. „Früh im Gespräch“ werde künftig jedoch gesagt: „Wenn Sie eine Beratung möchten, bieten wir Ihnen zwei Grundpakete an.“ Nach Angaben des Unternehmens entstehen die Kosten erst bei erfolgter Buchung.

Die neue Pauschale wird in den über 400 eigenen Reisebürofilialen der Tui erhoben. Tui-Franchise-Partner und unabhängige Agenturen können selbst entscheiden, ob sie die Pauschale ebenfalls einführen.

Vorgesehen sind ein Basistarif für 15 beziehungsweise 29 Euro – je nach Gesamtreisepreis –  für den man etwa die Ausarbeitung eines genauen Angebots oder ein „individuelles Reisekonzept“ bekommt. Für 25 beziehungsweise 39 Euro sind zudem „Unterstützung bei speziellen Anliegen“ oder Reservierungen für Aktivitäten im Hotel enthalten.

Preismodell schon länger in Diskussion

Das Preismodell war schon länger in der Diskussion. Andere Anbieter sowie viele Reisebüros in Österreich und der Schweiz machten es bereits so, hieß es aus der Mitarbeitervertretung. Ziel sei es auch, die Vertriebskanäle zwischen stationärem und Online-Geschäft enger zu verzahnen. Bei Tui-Buchungen im Netz werde ab einem bestimmten Punkt künftig ein ähnlicher Verweis auf „vertiefende“ Dienste kommen.

Die Beschäftigten sollen von dem Gebührensystem ebenso profitieren. Ein Teil der Provisionen für Buchungsabschlüsse fließt demnach in eine Team-Kasse für alle Kollegen des Büros. Zudem soll es Schulungen zum neuen Beratungskonzept geben. Wie andere Touristikanbieter setzt auch Tui bei den Reisebüros den Rotstift an – der Sparkurs soll aber durch ergänzende Aufgaben wie spezielle Beratungen abgefedert werden.

Auch DER Reisebüros verlangen Gebühr

Die DER-Reisebüros von DER Touristik hatten bereits im November 2020 als erste Kette in Deutschland eine Servicegebühr für die Beratung eingeführt. Man reagiere auf den „deutlich gestiegenen Zeitaufwand in der Kundenbetreuung“ angesichts steigender Beratungsanforderungen wegen immer komplexer werdender Reisebestimmungen, hieß es damals.

Auch die DER-Reisebüros bieten zwei Tarife mit entsprechend unterschiedlichem Leistungsumfang: Basis und Plus. Basis kostet 15 Euro pro Buchung bis 500 Euro Reisepreis und 30 Euro ab 500 Euro. Plus kostet 34 Euro bis 500 Euro und 49 Euro ab 500 Euro. dpa

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