Während platzsparendes Hochstapeln auf dem Teller am Frühstücksbuffet als unfein gilt, hat das mehrstöckige Schlemmen am Tisch durchaus Stil und ist in einigen Hotels eine gern gewählte Alternative.
Es gibt solche Frühstückstypen und solche. Da sind zum einen die passionierten Buffet-Jäger und -Sammler, die nichts lieber tun, als im üppigen Angebot zu schwelgen, sich voller Begeisterung an den Aufbauten entlangzuschlängeln – hier ein Häppchen Lachs, dort ein Glas Schampus, Käse und Wurst, dazu Rührei mit Schinken aus der Showküche und vielleicht noch etwas Süßes obendrauf. Anderen ist der Betrieb am Buffet zu viel, das Angebot zu umfangreich für den kleinen Frühstückshunger und der bei Businessreisenden beliebte »Croissant-Kaffee-Quicky« bietet ihnen wiederum zu wenig Genuss. Für diese Gäste haben findige Hoteliers das Etageren-Frühstück ersonnen. Eine Art eigenes kleines Buffet am Tisch – appetitlich auf zwei oder drei Etagen angerichtet und ganz unterschiedlich bestückt.
In dem vom Romantik Hotel Schloss Rheinfels in St. Goar betriebenen »Restaurant Loreleyblick Maria Ruh« in Urbar wird das Etageren-Frühstück ausschließlich sonntags angeboten. In Ruhe genießen, lautet hier die Devise. Im Sommer wird es draußen serviert – mit Blick auf das Loreleyplateau. Auf einer massiven, silberern Etagere findet sich alles, was das Herz am Morgen begehrt. Das Ganze ist liebevoll arrangiert bis hin zum lächelnden Frühstücksei mit Wollmütze. Dazu gibt es Kaffee aus der eigenen Rösterei oder Tee, wahlweise ein Glas Sekt oder Orangesaft – für rund 15 Euro. Das Angebote wurde im Sommer 2015 eingeführt und war laut Schlossherr Gerd Ripp schon nach kurzer Zeit »die Erfolgsnummer schlechthin«.
Süß oder salzig
Im Park Hyatt Zürich bekommen die Gäste als Alternative zum Frühstücksbuffet in der Lobby Lounge montags bis sonntags ab neun Uhr ein Etageren-Frühstück in der »Onyx Bar« serviert. Zwei Varianten stehen zur Auswahl. Zu den Leckereien der »Etagere süss« gehören eine große Gebäckauswahl mit Gipfeli (die Schweizer Antwort aufs Croissant), Schoko Gipfeli, Muffin, Nussschnecke, Apfeltasche, Aprikosengebäck; dazu gibt es Fruchtsalat, Butter, Marmelade und Honig. Kostenpunkt: 18 CHF inklusive einem Heißgetränk. Die »Etagere salzig« ist mit herzhaften Zutaten wie Schinken, Salami, Bündnerfleisch, Limmattaler (einer Wurstspezialität), Hart- und Weichkäse, aber auch mit Fruchtsalat, Butter, Marmelade, Honig, Bürli (Brötchen), Laugenbrötchen und süßen Brötchen bestückt und wird mit 24 CHF inklusive einem Heißgetränk berechnet.
Genuss zu zweit
Etwas weniger opulent sieht das Ganze im Boutiquehotel i31 Berlin aus. Das französische Frühstück für den kleinen Appetit wird ebenfalls auf der Etagere serviert, mit zwei ofenfrischen Croissants, Orangensaft, Konfitüre, Honig und Kaffee, kostet allerdings auch nur 5,80 Euro. Falls der Hunger doch etwas größer ist, kann das Angebot gegen Aufpreis durch Speisen vom Buffet erweitert werden.
Als »Kontinentales Frühstück« und als Alternative zum reichhaltigen »Café Condi Buffet« (39 Euro) ist die Etagerenvariante im Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten Hamburg ausgewiesen (29 Euro). Die Gäste bekommen frische Brötchen, Brot und Croissants, Konfitüre, Honig und Butter; dazu werden Kaffee- oder Teespezialitäten und ein frisch gepresster Orangen- oder Grapefruitsaft serviert.
Als »eleganter Frühstücksgenuss zu zweit« wird die »Sandwirth Frühstücks Etagére« (29,50 Euro) im Hotel Sandwirth in Klagenfurt beworben. Paare können ihren Hunger mit feinen Leckereien wie Räucherlachs mit Oberskren (Sahnemeerrettich) und Toastbrot, Flusskrebscocktail, Kärntner Bauernschinken vom Feinkostspezialisten, Schnitt- und Weichkäse, Rührei, hausgemachter Marmeldade oder Honig und einem Gebäckkorb stillen. Dazu gibt es wahlweise Kaffee, Tee oder heiße Schoki, Prosecco und Orangensaft. Geschäftsführerin Helvig Kanduth hat sich die Etagere ausgedacht: »Ich wollte Paaren und besten Freundinnen oder Freunden etwas Neues bieten – ein Frühstück, das sehr elegant und besonders ist und gleichzeitig Nähe und Vertrautheit mit sich bringt.«