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StartHotel+TechnikForestis Dolomites::Majestätische Muße

Forestis DolomitesMajestätische Muße

Ausgangspunkt für das neue Refugium Forestis war ein vor mehr als hundert Jahren mitten in den Bergen als Sanatorium geplantes Haus. Durch die Erweiterung mit Restaurant, Spa-Bereich und drei spektakulären Holztürmen bietet das Luxushotel heute eine aufsehenerregende Kombination aus Alt und Neu.

Wie mag es wohl live wirken, wenn aus einem Wald in den Dolomiten, jener norditalienischen Gebirgsgruppe, die in weiten Teilen zum Unesco-Weltnaturerbe zählt, drei Türme aus Holz in den Himmel ragen? Die spannende Frage stellen sich vermutlich viele der Tausenden Instagram-Follower des Forestis. Die Bildsprache und der elegante Name des Hotels deuten schon mal darauf hin, dass es sich hierbei nicht um eine Backpacker-Herberge handelt, sondern um ein Haus für Gäste mit gehobenen Ansprüchen.

Das Fünfsterne-Hideaway liegt auf stattlichen 1.800 Metern Höhe auf dem Gebirgsmassiv Plose, und sein Äußeres wird von drei neuen neun bis zwölf Etagen hohen Holztürmen geprägt. Diese Rahmenbedingungen machen neugierig darauf, wie gut die ungewöhnliche Architektur in die Südtiroler Berglandschaft passt.

Äußerlich zurückhaltend

Anreisende Gäste gelangen von Brixen im Südtiroler Eisacktal über eine Serpentinenstraße in eine Berglandschaft, die vor allem dichte Wälder, weite Wiesen und vereinzelte Gasthöfe und Bauernhäuser bietet. Nach einer halben Stunde Fahrt tauchen in einer Waldlichtung über der Straße unvermittelt besagte drei Holztürme des Hotels auf, die in eleganter Selbstverständlichkeit in den Himmel ragen. Doch damit ist das Ziel noch nicht ganz erreicht.

Erst einige hundert Meter weiter sind rechter Hand eine Natursteinmauer mit dem Schriftzug „Forestis“ sowie ein einfaches blickundurchlässiges Holztor nebst Klingelsäule zu sehen – das Hideaway selbst ist nicht auszumachen. Für die Gäste gleitet das Tor langsam zur Seite, um so den Weg zum Hoteleingang freizugeben. Dieser befindet sich bergseitig in einem langgestreckten, leicht gewinkelten Altbau, der 1912 nach Plänen des Architekten Otto Wagner errichtet wurde.

Weitaus spektakulärer als das altehrwürdige Gebäude aus Naturstein und dunklem Holz ist die Aussicht, die sich über sein Dach hinweg in Richtung Süden bietet. Zu sehen sind die schroffen Felswände und Zinnen der Dolomiten, die die Gäste für die gesamte Dauer ihres Aufenthalts aus fast jedem Winkel des Hauses in ihren Bann ziehen. Denn im Forestis sind nicht nur die Lobby, das Restaurant, der Spa-Bereich und der Garten dorthin orientiert, sondern auch alle 62 Suiten.

Die Natur liefert die Werkstoffe

Während die denkmalgeschützten Altbaufassaden noch den Geist eines herrschaftlichen Hauses aus der Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie atmen, erscheinen sämtliche Räume im Inneren in einem puristisch-minimalistischen Ambiente. Egal, ob in der Lobby oder in den Zimmern: Vorherrschend sind natürliche Materialien wie Fichtenholz für Wandbekleidungen und Decken, Eichenholz und Dolomitgestein als Bodenbeläge sowie zurückhaltend farbige Textilien.

Eine Besonderheit bieten die wie aus einem Guss erscheinenden Bäder. Wand- und Bodenbeläge verfügen über dieselben Oberflächen wie die von einem Südtiroler Handwerksbetrieb in Maßarbeit eigens aus selbstverdichtendem glasfaserverstärktem Beton gegossenen Waschbecken und Badewannen.

Wesentliche Zutat ist in beiden Fällen ein feines Gesteinsmehl aus Dolomitgestein, das zusammen unter anderem mit Kalk, Zement und Lehm nicht nur für hygienische, wasserabweisende und umweltverträgliche Oberflächen sorgt, sondern auch für eine einzigartige, samtig weiche Haptik.

Den ganzen alpinen Charme des vor über hundert Jahren errichteten Gebäudes nehmen die im Altbau eingecheckten Gäste am besten auf den Balkonen wahr. Dort prägen alte Sprossenfenster die wettergegerbte Holzfassade und knarzende Holzdielen das Bild. Von den Holztürmen ist von hier aus kaum etwas zu sehen.

Wer allerdings auf die Gartenterrasse geht, wird beim nun möglichen Blick auf die neuen Bauten rasch merken, wie gut der historische Altbau und die schlanken Türme als Ensemble miteinander harmonieren. Das liegt vor allem daran, dass die vom Brixener Architekturbüro Asaggio entworfenen Türme nur als Typologie, nicht aber als Architektur aus der Reihe fallen. Gestalterisch spielen sich die mit schlichten Holzfassaden über einem Sockelgeschoss mit Spa-Bereich errichteten „Hochhäuser“ nämlich eher in den Hintergrund.

Vertikaler Bau spart Fläche

Warum an dieser Stelle eine vertikale Bauweise und nicht etwa eine flachere Gebäudeerweiterung realisiert wurde, liegt nicht zuletzt am Flächenverbrauch. „Der Footprint ist mit unseren Holztürmen wesentlich kleiner, ebenso die Eingriffe in die sehr empfindliche Bergwelt“, sagt Armin Sader von Asaggio. Diese Begründung trug maßgeblich dazu bei, die Baubehörden vom Entwurf zu überzeugen.

Ein anderes Argument war die Gebäudeform: „In einer Besprechung legten wir einen Fichtenzapfen auf den Tisch, der unser gestalterisches Vorbild für die gezahnte Struktur der Balkonfassade zeigte.“ Heute wirkt das Ganze vor allem deshalb so selbstverständlich, weil Sader und sein Team viele Studien zur Dimensionierung, Lage und Drehung der Türme durchgeführt haben.

Luxuriöse Tower-Suiten

Gäste, die sich für eine der 42 neuen Tower-Suiten entschieden haben, finden die gleiche Gestaltungssprache und die gleichen Materialien wie im Altbau vor. Hinzu kommen die Annehmlichkeiten der im Vergleich größeren Grundrissflächen sowie die raumhohe Verglasung, die nicht nur für reichlich Tageslicht sorgt, sondern selbst vom Bett aus einen ungestörten Blick auf die Geislerspitzen, Teil des Weltnaturerbes Dolomiten, ermöglicht. Die Anziehungskraft der Balkone wird zusätzlich erhöht durch ein ebenso großes wie bequemes Daybed, das auf Wunsch zum Schlafen in der reinen Bergluft aufgebettet wird.

Obwohl Holz für fast alle Oberflächen zum Einsatz kam, bestehen die drei Türme im Kern aus Stahlbeton. Die Gründe hierfür liegen vor allem im Brandschutz, der in einem Holzbau dieser Höhe zwar möglich, aber schwierig und kostspielig geworden wäre. Einfach waren die Bauarbeiten aber auch mit Beton nicht, weil das Zeitfenster für einen frostfreien Baustellenbetrieb aufgrund der Höhenlage ziemlich klein war.

Um den Footprint auch der Baugrube so klein wie möglich zu halten, wurden dort Betonfertigteile eingesetzt, die die Aushubarbeiten minimierten. Und weil es auf der Lärchenholzfassade wegen niedriger nächtlicher Temperaturen fast das ganze Jahr über zur Taubildung kommt, erhielt das Holz keinen einfachen Anstrich. Stattdessen wurde es komplett in eine Wetterschutzbeschichtung „getaucht.“

Das Motto: Raum, Ruhe und Zeit

In den beiden unteren Geschossen der drei Türme befindet sich in einem länglichen Baukörper der Spa-Bereich. Was hier, wie auch in allen anderen öffentlichen Bereichen, sofort auffällt, ist die entspannte, ruhige Atmosphäre. Zu den wertvollsten Gütern des Forestis zählen Raum, Ruhe und Zeit. Ersteres gibt es überall reichlich, und für Ruhe sorgen die besondere Abgeschiedenheit des Hauses und das Konzept, dass im Hotel weder Kinder unter 14 Jahren noch externe Gäste, beispielsweise im Restaurant oder Spa-Bereich, zu finden sind.

Die Gäste sollen stets frei wählen können, wie und wo sie ihre Zeit verbringen möchten. Damit es nie zu Engpässen kommt, mangelt es weder im Spa-Bereich an Liegen, noch im Restaurant an Sitzplätzen oder Wahlmöglichkeiten: Hier gibt es mehr Sitzplätze als Gäste und zusätzlich zu zwei Sieben-Gänge-Menüs auch die Möglichkeit, à la Carte zu bestellen.

Zur einzigartigen Location wird das in einem Neubau unterhalb des historischen Gebäudes untergebrachte Restaurant vor allem durch sein Raumkonzept. So sind die Sitzplätze – wie in einem Theater – auf einem treppenförmig abfallenden Boden platziert, wobei sich die meisten der Plätze in halbrunden, für zwei bis drei Personen konzipierten Sitzmuscheln befinden. Diese bieten einerseits besonders viel Privatsphäre, andererseits aber auch den ungestörten Blick auf die Berglandschaft. Weitere Tische am oberen und unteren Rand des Restaurants bieten Platz, wenn mehr als drei Personen zusammenkommen wollen.

Alt und Neu greifen selbstverständlich ineinander

Ganz gleich, für welche Suite sie sich entscheiden: Alle Gäste werden das Hotel als Ensemble wahrnehmen, in dem Alt und Neu selbstverständlich und gleichberechtigt ineinander greifen. Der Altbau verfügt über den Haupteingang und dient dabei als Vermittler zur Geschichte des Ortes sowie als zentrale Drehscheibe zwischen den Suiten, dem Restaurant und dem Spa-Bereich.

Im Zusammenspiel entsteht ein spannungsvoller Ort, an dem die faszinierende Architektur, der perfekte Service, das exquisite Essen und die Berglandschaft den Wunsch entstehen lassen, an diesem Ort so lange wie möglich zu verweilen.

Autor: Roland Pawlitschko

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