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FCSIStammtisch Digital

Am 6. Juli traf sich die Hospitality Branche zum dritten Stammtisch des Berater- und Planerverbands FCSI Deutschland-Österreich. Das Fachtreffen zum Thema Digitalisierung fand analog im Der Pschorr in München statt.

Expertinnen und Experten der Branche waren sowohl im Publikum wie auch auf dem Podium anzutreffen. In den spannenden Talk-Runden sprachen Insider über die neuesten Entwicklungen der digitalen Branche diskutierten Herausforderungen und zeigten Lösungsansätze auf. In den beiden Sessions wurde über „Theorie und Praxis digitaler kultureller Bildung“ sowie „Digitale Nachhaltigkeit“ gesprochen: Herausfordernde Themen, für einen Wirtschaftszweig, in dem die Agierenden noch erkennen müssen, dass digitaler Fortschritt das Miteinander nicht ersetzen sondern verbessern soll.

Digitale Lösung für Hospitality-Prozesse

Die Lösung kann häufig digital aussehen, wie Carolin Steurer, Director of Product Marketing bei der Bestellplattform Choco, direkt zu Beginn bekräftigte. Nach sieben Jahren im Silicon Valley gestaltet sie nun Lieferketten-Prozesse mittels modernster Technik transparenter und effizienter: so soll Müll und Überproduktion vorgebeugt und der Bestellprozess für Kunden sowie Lieferanten vereinfacht werden. Die Zurückhaltung hierzulande ordnet die Expertin folgendermaßen ein: „Die Deutschen möchten gerne erst alles verstehen, was sie machen. Manchmal sollte man aber auch Dinge, die man nicht komplett versteht, willkommen heißen.“

Eine weitere mögliche Erklärung, warum die Deutschen eher zurückhaltend auf den Digitalisierungsprozess in der Hospitality reagieren bot auch Lena Gabold, Customer Success Managerin bei Sensape an: „Wir müssen Inhalte attraktiver vermitteln, die Menschen neugierig machen und so auf dem Weg zu mehr Digitalisierung mitnehmen.“ Sensape tut dies beispielsweise mit interaktiven Weinproben, bei denen sich die Teilnehmer nicht nur sensorisch weiterbilden, sondern via Augmented Reality auf spielerische Weise Wissen vermittelt bekommen.

Daten sinnvoll auswerten

Wie wichtig es ist, Gäste und Team für die Vorteile der Digitalisierung zu begeistern, betonte Julian Dielenhein, der mit seinem Startup Gastrodina Unternehmen im Gastgewerbe bei der Digitalisierung, Buchhaltung und Kassenführung unterstützt. „Corona und die staatlichen Hilfen haben den Druck Prozesse abzusichern und für das Finanzamt überprüfbar zu machen erhöht. Gastronomen müssen jetzt ihre Hausaufgaben machen, sonst bekommen sie bei der nächsten Betriebsprüfung Probleme.“

Im Fokus der Digitalisierung stehe, Daten sauber zu erfassen und intelligent auszuwerten, darüber war man sich in der Talk-Runde einig: „Daten versetzen unsere Kunden aus der Betriebsgastronomie in die Lage, kulinarische Angebote rund um die Uhr zielgerichtet auf die Vorlieben der Gäste abzustimmen – zu im Vorfeld gebuchten Zeitfenstern, die langes Warten an der Ausgabe ebenso verhindern, wie eine Überforderung des Küchenteams”, umriss Punit Sikand das Tätigkeitsfeld der SBI – Support by Improvement GmbH. „Idealerweise entsteht so eine Win-Win-Situation für Mitarbeiter, Gäste und Management.“

Optimieren heißt nicht ausschalten

In der zweiten Expertenrunde „Digitale Nachhaltigkeit” ging es um Ressourcen-Schonung bei gleichzeitiger Kostenreduktion, ein eindrückliches Beispiel, dass erfasste Daten helfen, Geräte sinnvoll einzusetzen: „Optimieren heißt nicht immer Ausschalten.“, unterstrich Robin Wittke, dessen Sicotronic GmbH Spitzenlastoptimierungsanlagen für Großküchen herstellt. „Einsparungen lassen sich dann erzielen, wenn die Geräte gemäß Bedarf ausbalanciert werden.“ Digitalisierung müsse sich dem Kunden anpassen, nicht der Kunde der Digitalisierung: „Schlechte Prozesse, die schlecht digitalisiert werden, bringen keine Verbesserung“, erklärte Daniel Schwanitz, als Mitgründer von maxINtime Entwickler von Softwarelösungen für das Hygiene- und und Qualitätsmanagement.

„Digitale Nachhaltigkeit bedeutet dagegen wirkliche Veränderung.“ Diese müsse wie beispielsweise ein gesunkener CO2-Fußabdruck messbar sein, betonte auch Marc-Oliver Schneider, der mit seinem Unternehmen Kicoon Gewerbeküchen vernetzt und digitalisiert. Er gab zu bedenken: „Man kann Digitalisierung bis zur Perfektion treiben und anschließend pleite sein. Die Kosten dürfen den Nutzen nicht überschreiten.“ Der Druck in der Hospitality-Branche sei durch höhere Preise sowie den Mitarbeitermangel deutlich gestiegen, sodass sich nun immer mehr Unternehmen mit dem Thema beschäftigen: „Köche wollen doch eigentlich nur kochen“, kommentierte Schneider. „Digitalisierung ist dann gut, wenn sie von administrativen Tätigkeiten entlastet werden und sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können.“ Die Gefahr bestehe allerdings, dass die Anbieter von Software-Lösungen Produkte entwickeln, die am eigentlichen Bedarf der Branche vorbeigehen, gab Schwanitz zu bedenken.

Küchenausstattung und Landwirtschaft

Dass Digitalisierung nicht nur bei der Ausstattung von Küchen oder Kassensystemen entscheidende Vorteile bieten kann, sondern auch bei der Produktion von Lebensmitteln, beweisen Ulrich Kager und Patrick Sanin, die Vertical Farming Systeme für Microgreens anbieten. „Auch für uns sind das Sammeln, die Auswertung und das Teilen von Daten wichtig, um an verschiedenen Standorten voneinander zu lernen, Wachstumsklima und -zyklen zu optimieren sowie die beste Qualität der produzierten Pflanzen sicherzustellen, ohne dass die Menschen vor Ort ein großes Know-how brauchen“, erläuterte Kager, warum sich auch ihr Startup Profarms als Technologie-Unternehmen versteht.

Der Termin für den 4. FCSI Stammtisch zur Digitalisierung steht bereits fest: Er findet am 23. November 2022 statt. Der Ort wird noch bekannt gegeben.

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