F&B-Konzept "Bowling" mal anders im Ninety Nine

Die junge Lifestyle-Budget-Marke Ninety Nine setzt auf ein modernes F&B-Konzept mit frisch zubereiteten Bowls. Passend zum Interior Design geht es in den Schüsseln bunt zu.

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„Meist haben Hotels im Budget-Segment gar kein Restaurant. Wenn doch, dann gibt es dort Bistro-Food beziehungsweise Pizza, Burger oder Pasta“, sagt Lorenz Maurer, Director of Operations im Ninety Nine in Heidelberg, das im April eröffnet hat. Mutter der Life­style-Budget-Marke ist die Centro Hotel Group. Von anderen Playern des Segments soll sich das Ninety Nine vor allem durch das eigene, standortübergreifende F&B-Konzept abheben. Passend zur Lifestyle-Ausrichtung der Marke soll auch die Kulinarik im Haus dem Zeitgeist entsprechen und mit frischen Produkten auch für Nicht-Hotelgäste verlockend sein.

Tarzan und Jane laden zum Snack

Die Speisen sollen satt machen, ohne schwer im Magen zu liegen. Unter Berücksichtigung aktueller Entwicklungen in der Gastrobranche legten sich die Verantwortlichen der Centro Hotel Group fest: Bowls sollten es sein. „Es war zwar wichtig, im Trend zu liegen, sich aber gleichzeitig von anderen Konzepten abzugrenzen. Um das zu erreichen, war Expertise aus der Szene notwendig“, betont Lorenz Maurer. Für das Feintuning verpflichtete die Hotelgruppe den Hamburger Gastronom Hannes Schröder. Er legte Wert darauf, dass das Bowl-Konzept mit der Gestaltung der Ninety Nine-Häuser harmoniert: dem Dschungel als Oase in der Stadt. „Passend zum Interior Design sollten die Bowls viele bunte Zutaten beinhalten“, so Hannes Schröder. Schon bei den einzelnen Bowl-Bezeichnungen kommt Dschungelfeeling auf: „Parrots in Paradise“, „Tarzan & Jane“, „Lion’s Love“, „Monkey’s Garden“.

Grundlage jedes Bowl-Gerichts ist Reis beziehungsweise Quinoa. Dazu kommen 13 weitere Zutaten wie Gurke, Süßkartoffel oder Mango. Für Fleisch- und Fischliebhaber ist mit Hähnchen, Lachs und Thunfisch ebenso etwas dabei wie für Vegetarier, die sich entweder die „Monkey’s Garden“ mit Tofu schmecken lassen können oder ganz klassisch die „Base Bowl“ – ohne das Beiwerk. Für die Abrundung der Bowls stehen eine Limetten- und eine Chili-Ingwer-Mayonnaise zur Auswahl. Um für die Gäste einen Wiedererkennungswert zu schaffen, hat der aus der Luxushotellerie stammende gelernte Koch und Küchenmeister Hannes Schröder außerdem ein eigenes Topping kreiert: Granola mit Sesam-Quinoa, Chili-Wasabi und Nüssen als Grundlage.

Einer für alles

Nicht nur geschmacklich ist Schröder von der Bowl-Idee überzeugt: „Wir wollten ein Konzept entwickeln, das für alle Ninety Nine-Standorte funktioniert.“ Wichtig war die einfache und schnelle Umsetzung für die Mitarbeiter. „Für die Zubereitung der Bowls benötigen wir keine große Küche. Für Quinoa, Reis und das Hähnchen reicht eine Hotplate. Ansonsten muss nur das Gemüse kleingeschnitten werden. Dafür braucht es nicht viel Platz. Ein Mitarbeiter bereitet die Bowls dann am Tresen vor den Augen der Gäste zu“, sagt Lorenz Maurer. Die Zutaten sind frisch, abgesehen vom eingelegten Ingwer und dem Algensalat. Beides wird aus Japan bezogen. Durch die einfache Umsetzung kann im Hotel Personal eingespart werden. „Oft genügt ein Mitarbeiter für die Zubereitung. Unter der Woche beschäftigen wir manchmal aber einen Hilfskoch“, so Lorenz Maurer.

17-mal Tonic

Auch das Beverage-Konzept folgt einem deutlichen roten Faden: Den Gästen stehen zwölf verschiedene Gin-Tonics zur Auswahl und fünf weitere Tonic-Kombinationen, zum Beispiel mit Plantation Pineapple Rum oder Wodka. Auch Cocktailliebhaber kommen auf ihre Kosten, zwar nicht mit frisch gemixten Varianten, aber mit Bottled Drinks. „Nur noch sechs Eiswürfel ins Glas und fertig ist der Cocktail. Damit sparen wir auch wieder Personal“, betont Maurer.
Das Konzept kommt bisher gut an. Ziel ist, auch die Locals anzuziehen und für Lunch, Dinner oder den Feierabend-Cocktail attraktiv zu sein. Um das Konzept unter die Menschen in Hotelnähe zu bringen, startet das Ninety Nine in Heidelberg in Kürze die erste Aktion „für Nachbarn“: „Iss zwei Bowls, zahle nur eine.“ Für Skeptiker hat sich Lorenz Maurer kleine Probier-Bowls überlegt, mit Erfolg: „Sobald sie einen Bissen genommen haben, sind sie total begeistert.“

Mareike Knewitz

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