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StartFood & BeverageFoodF&B Heroes zeichnen Wunschbild als Inspiration::"Gastro-Utopie 2030" soll Chancen für Gastronomie aufzeigen

F&B Heroes zeichnen Wunschbild als Inspiration"Gastro-Utopie 2030" soll Chancen für Gastronomie aufzeigen

Controlling der Zielerreichung

Zur genossenschaftlichen Infrastruktur gehört der Zugang zu Controlling-Tools, betriebswirtschaftlicher Beratung und steuerrechtlicher Unterstützung. Dieser Controlling-Pool versetzt die Beteiligten in die Lage, sowohl die Wirtschaftlichkeit ihres individuellen Betriebes zu überprüfen als auch möglicherweise erforderliches Nachjustieren mit Blick auf die gemeinsam gesetzten Ziele zu ermitteln. Nicht Profit alleine, sondern Stärkung und Inspiration des Individuums und der Gemeinschaft sind die Zielsetzung einer Gemeinschaft von Gleichen.

Austausch von Leistung

Die Arbeitsvergabe wird auf einer digitalen Plattform neu organisiert. Die Gastronomen stellen hier ihre wöchentlich benötigten Aushilfsschichten ein und Mitarbeiter aus dem Pool buchen sich selbst für ihre Wunscharbeit und -schicht ein. Dies ist ein fairer Handel, da die Erwartungshaltungen klar sind. Auch Privatpersonen können auf dieser Plattform ihre Zeit zur Verfügung stellen. Statt gegen Bezahlung bieten manche ihre Kompetenz als Gegenleistung für ein schönes Dinner-Erlebnis an. Ihr Antrieb ist, Teil einer sinnvollen Aufgabe und Gemeinschaft zu sein. Austausch von Leistung, abseits von Geld, wird eine Selbstverständlichkeit.

Chancengleichheit schafft Voraussetzung für Zufriedenheit

In einem Umfeld und System, wie oben beschrieben, haben alle die gleiche Chance, ihre persönliche Zufriedenheit zu finden. Nicht mehr die Herkunft, das soziale Umfeld der Kindheit oder das Geld bestimmen die Zukunft, sondern Mut, Kreativität und die eigene Motivation sind die Erfolgsfaktoren. Denn alle erhalten den Zugang zu Ressourcen, unabhängig von Geschlecht, Staatsbürgerschaft oder Religion. Alle haben einen Anspruch auf Zufriedenheit.

Säule 2: Solidarität

Individual- und Systemgastronomie finden zu einem neuen Gleichgewicht und bilden eine Solidargemeinschaft, von der beide Bereiche profitieren.

Wie in jedem gesundem System bedarf es einer Balance der unterschiedlichen Kräfte und Interessen. Die Individualgastronomie ist der Treiber für Innovation, Vielfalt und Lebendigkeit. Nominell in der Minderzahl und wirtschaftlich nur von geringem Gewicht, sind die individuellen Gastronomen aber das Salz und die Würze im Gesamtmarkt. Es gilt, diese kreativen Individuen zu erhalten und zu fördern.

Die Systemgastronomie repräsentiert den Mainstream. Sie profitiert von der Innovationskraft und dem Mut der Individualisten als Quelle der Inspiration und als Gestalter einer attraktiven, vielfältigen Gastronomielandschaft. Der Erfolg der Systemgastronomie beruht darauf, Ideen zu skalieren und zu monetarisieren. System- und Individualgastronomie brauchen sich gegenseitig und bilden eine Symbiose.

Stellen wir uns vor, dass diese Erkenntnis bei den Top 100 Systemgastronomen und Fastfood Konzernen angekommen ist. Die Big Player sind zwar die Hauptprofiteure der Krise, doch sie sind sich der Bedeutung der Individualgastronomie für ihre eigene Existenz sowie für die Zukunftssicherung ihrer Märkte und der gesamten Branche bewusst geworden. Sie verstehen, dass ihre Pflicht als die Stärkeren darin besteht, den Schwächeren zu helfen. Frei nach Pippi Langstrumpf: „Wenn du sehr stark bist, musst du auch sehr nett sein.“

Ein neues Gleichgewicht entsteht

Die Schwergewichte der Branche setzen durch, dass sie stärker besteuert werden, damit individuelle, von Personen geführte Restaurants, Cafés, Bars und so weiter einen vergünstigten Steuersatz erhalten können. Darüber hinaus geben sie Kreativen und Start-Ups Zugang zu ihren Ressourcen, Einkaufsmöglichkeiten und Know-how. Denn ohne deren Ideen und Vielfalt gibt es keine Big Player und ohne Vorreiter keinen Mainstream. Auf diese Weise entsteht ein weit gesteckter Rahmen für die Entfaltung von Kreativität und Innovation, von deren Weiterentwicklung alle Beteiligte partizipieren.

Fortschritt beruht auf Ideen und der Kraft, diese Wirklichkeit werden zu lassen. Solidarisierung hat nichts mit Almosen oder einseitiger Zuwendung gemein, sondern ist die Notwendigkeit für das Gleichgewicht eines Systems und einer Gesellschaft, damit diese zukunftsfähig bleibt. Die Gastronomiebranche kann damit Vorreiter und Vorbild für viele andere Wirtschaftszweige in Deutschland, Europa und der ganzen Welt sein.

Säule 3: Qualifikation

Qualifikation ist die Grundvoraussetzung für die Professionalisierung der Gastronomie. Bei aller Digitalisierung und Globalisierung bleibt der Mensch die Wurzel jedes Gastro-Konzeptes und bedarf der dauerhaften Bildung.

Die Krise hat viele grundsätzliche strukturelle Probleme der Gastronomie mit aller Deutlichkeit aufgezeigt. Insbesondere semi-professionelle Betriebe haben die Monate des Lockdowns an die Existenzgrenze gebracht. Vielleicht wird es nach der Pandemie nur noch 60 Prozent der bisherigen Gastronomien in Deutschland geben. Der Verlust von 40 Prozent der Betriebe ist schmerzlich, denn hinter jedem geschlossenen Restaurant steckt ein persönliches Schicksal.

Stellen wir uns vor, dass die Branche hieraus ihre Schlüsse gezogen hat: Nicht die Quantität, sondern die Qualität und Professionalität der einzelnen Gastronomiebetriebe ist für die Zukunftsfähigkeit der Branche relevant.

Unternehmerkompetenz

Gemeinsam beschließen Gastronomen, Verbände und Politik, das Betreiben einer Gastronomie an eine Qualifikation und einen Test zu koppeln, bei dem Fachkenntnisse, wirtschaftliches Grundwissen, Führungs- und Nachhaltigkeitskompetenz nachgewiesen werden müssen. Um sich dieses Wissen anzueignen, werden kostenlose Online-Kurse und Praktika in der Gastronomie angeboten. Die Inhalte und Themen werden durch Verbände der Gastronomen finanziert, koordiniert sowie der Lehrstoff stetig aktualisiert und angepasst.

Moderne Aus- und Fortbildungsprogramme für alle Interessenten

Neue, an die veränderten Anforderungen angepasste Ausbildungsprogramme werden ausgearbeitet und Fortbildungsprogramme von Crash-Kursen bis Master-Classes angeboten. Jeder kann sich bilden und weiterbilden, unabhängig von Sprache, Herkunft und finanziellen Möglichkeiten. Die zukünftigen Spüler, Küchenhilfen, Servicemitarbeiter, Barkeeper, Baristas, Sommeliers, Sommelièren und Betriebsleiter sind besser trainiert und besitzen klare Vorstellungen sowie ein größeres Selbstbewusstsein in Bezug auf ihre Tätigkeit und ihre Rolle in der Branche. Sie sind vorbereitet auf die fordernden Aufgaben ihres Jobs. Denn sie sind nicht alleine, sondern eingebettet in eine Gastronomiegemeinschaft, die Erfolg für sich neu definiert.

Veränderter Markt bringt Chancen

Weniger Mitbewerber bedeutet mehr Spielraum für die existierenden Konzepte. Trotz des geschrumpften Marktes werden sie einen höheren Umsatz generieren können. Neue, innovative Konzepte fassen leichter Fuß, entwickeln sich schneller und sind nicht mehr der Gefahr ausgesetzt, in der Masse der Mittelmäßigkeit unterzugehen.

Die Zukunft der Gastronomie liegt nicht in technischen Lösungen, sondern vor allem in gut ausgebildeten Menschen und professionell geführten Betrieben.

Ziel: Gastronomie als Plattform für Begegnung und Zukunftsfähigkeit

Auf Basis der drei Säulen wird die Gastronomie zu einer der wichtigsten gestalterischen Kräfte für die Zukunft. Ihre Bedeutung als Kulturgut und Kitt der Gesellschaft wird von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft anerkannt. Die Gastronomie ist die zentrale Plattform für das soziale Miteinander

Die Pandemie hat uns gezeigt, wie sehr wir den Restaurantbesuch, den Drink in der Bar oder das Tanzen im Club vermissen und wie wichtig dies für unser Sozialleben ist. Hier geht es nicht um die Gastronomie als solches, sondern vielmehr um die Verbindung mit anderen Menschen, auf die wir in Lockdown-Zeiten verzichten müssen. Es ist der Wunsch nach direkter Interaktion und Kommunikation, der motiviert, auszugehen. Denn ein Restaurantbesuch mit Familie oder Freunden wird wahrscheinlich für immer etwas sein, das sich nicht komplett digitalisieren lässt. Also brauchen wir Räume zum Erleben und Ausleben.

Diese Räume dürfen nicht an der Restauranttür enden, sondern müssen das Quartier und die Stadt miteinbeziehen. Wenn wir die Gastronomie in einem viel weiteren Raum und Zusammenhang denken, sollten wir Lösungsansätze auf folgende Fragen entwickeln: Welchen Beitrag kann Gastronomie gegen die Verödung der Innenstädte leisten? Wie können wir den Lebensraum Stadt wieder zu einem sozialen Raum machen? Welche Rolle darf Digitalisierung dabei spielen und wie kann sie helfen, das reale Leben zu verbessern, nachhaltig zu wirtschaften und alltägliche Hürden zu überwinden?

Stellen wir uns vor, die Gastronomie ist die Plattform des Soziallebens innerhalb der Stadt. Sie verbindet Menschen, bietet Raum für die Kreativwirtschaft, interagiert mit Gästen, kuratiert Kulturthemen und ist interdisziplinär.

Innenstädte werden zum gastronomischen Erlebnisraum

Die Gastronomie hilft bei der Rückeroberung des innerstädtischen Raums für die Menschen. Die leblosen Konsumhochburgen und Investitionsluftschlösser wandeln sich zu Kulturräumen. Freie Flächen in den Innenstädten werden von Investoren und Immobilieneigentümern aus Eigeninteresse zum Selbstkostenpreis der Gastronomie zur Verfügung gestellt. Die Eigentümer setzen sich mit den Bedürfnissen der Betreiber auseinander und investieren in Anpassungen und Gebäudetechnik. Sie sind dankbar für den kreativen Input dieser Menschen, weil der Handel nicht mehr das alleinige Zugpferd für die Innenstädte ist. Dank der Professionalisierung und der neuen Transparenz der Gastronomiebranche entsteht eine enge Zusammenarbeit, die neue Ideen und Modelle hervorbringt. Die Immobilienbranche erkennt, dass Gastronomie der Anker ist und eine wichtige Rolle als Plattform für das Sozial- und Kulturleben einer Stadt einnimmt. Es entsteht ein Interesse der Wirtschaft an innerstädtischen Flächen in Verbindung mit derartigen Nutzungskonzeptionen.

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